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4 - Ländertour 2000

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2. Namibia 3. Botswana - Simbabwe

Botswana 2000

vom 04.April bis 16.April

Savuticamp

 

 

Teilnehmer: Uwe Scharf, Gabi Christa, Heiko Scharf und Sharezade Seymore

 

Wir wünschen uns diese Reise nach Botswana schon lange.

Jeder Aufenthalt im südlichen Afrika, hat uns dieses Land in irgendeiner Form näher gebracht.

Nun machen wir uns auf den Weg dahin.

Zusammen mit Shari und Heiko, die den Toyota Hilux fahren werden.

Viele unterschiedlichste Informationen haben wir gesammelt.

Die aktuellste Information, die das Wetter betrifft, ist fast die Wichtigste. Es hat sehr stark geregnet und  viele Straßen sind unpassierbar. Doch wir wissen, auch in Botswana kann sich das immer sehr schnell ändern.

Was bewegt uns noch, der Gedanke, an die Tiere, denen wir hier begegnen werden. Tiere, die wir nur vom Fernsehen und aus Büchern kennen.

Dieser Traum, die Kalahari mit ihrem roten Sand zu erleben, soll nun auch wahr werden.

Weite Dornbuschsavannen, Wärme, Sonne, laue Nächte.

Die Menschen in Botswana, wie werden sie uns begegnen?

Wir haben viel vor, oder anders herum, wir haben zuwenig Zeit.

 

Wünsche – Träume

 

Wie arm ist der, der keine Wünsche mehr hat oder derjenige, der sie auf immer begraben musste.

 

Mit Wünschen, die begraben werden, sterben auch Hoffnungen.

 

Gut hat es der, dessen Leben ein stetes Hoffen birgt für die Erfüllung von  Wünschen und Träumen.

Die Hoffnung ist der kleine Bruder des Willens.

 

Wünsche muss man pflegen, ihnen Klarheit und Präzision geben,

dann geben sie die Kraft der Motivation und der Motivierte hofft zu Recht.

 

Wo kein Rädchen quietscht, da wird auch nichts geölt. Das heißt für uns, Schwierigkeiten und Probleme machen uns reicher an Erfahrung. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie schnell kleine Eingriffe in einen Ablauf, geringe Änderungen im Verhalten, verblüffende Resultate bringen. Wie dieser berühmte Tropfen Öl ein Problem beseitigt und im Zuge der wachsenden Erfahrung, irgendwann gar nicht mehr entstehen lässt.

Erwartungshaltung haben wir keine, aber wir sind offen und wach für die kommende Zeit.

 

Zuvor

 

Abgefahren am 13.03.00 in Kapstadt, über die Sedarberge, Augrabiesfalls und den Kalahari Gemsbock Park, erreichen wir Windhoek am 20.03.00. Von da Rundreise durch Namibia mit Max und Seffi, bis zum 03.04.00. 

 

Unsere Route durch Botswana - Simbabwe - und zurück nach Südafrika

 

Dienstag, 4. April 2000


Campingplatz bei Herrn Grimm, Nähe Flughafen. Um 2.30 in der Nacht stehen wir auf. Es hat natürlich wieder geregnet, laut Aussage der Anderen sogar ein Gewitter. Alles ist noch nass. Wir bauen ab. Noch schnell einen Kaffee und dann zum Flughafen. Teamwechsel bei Toyota.  Max und Seffi fliegen wieder nach Hause, Sharesade und Heiko kommen an, alles klappt gut. Auf dem Weg zurück in die Stadt fängt der Sani fürchterlich zu stottern an. Uwe muss dann, unter Anleitung des Werkstattmeisters, den Kondensator im Verteiler austauschen. Der Sani läuft dann wieder prima. Schließlich bekommt das Auto noch eine Wäsche, da es völlig verdreckt ist. Wir füllen noch die Vorräte nach, als wir dann neu eingepackt haben, brechen wir am Nachmittag auf. Fahren ca. 100 km Richtung Osten, einen Schlenker nach links und bauen neben der Piste an einem Rastplatz unsere Dachzelte auf. Ein schöner  Begrüßungsabend mit Gegrilltem und Wein, es gibt viel zu erzählen. Rechts und links hohe  Zäune der Jagdfarm, also sind die großen Tiere draußen.

 

Mittwoch, 5. April 2000

 

Endlich wieder eine Nacht ohne Gewitter. Dafür war es sehr kalt, in warmen Kleidungsstücken wie Pullover lassen wir uns zum Frühstück nieder. Gegen 8.30 fahren wir weiter zwischen Farmzäunen auf der asphaltierten Straße, durch Gobabis, bis wir gegen 12.00 Uhr am Grenzübergang Buitebos eintreffen. Die Abfertigung erfolgt zügig und völlig unproblematisch reisen wir nach Botswana ein. Die fällige Straßenversicherung von fünf Pula dürfen wir auch in Südafrikanischen Rand begleichen. Namibia Dollars hingegen werden nicht angenommen. Wenn auch ab der Grenze auf botsuanischer Seite fast keine Straßen mehr eingezeichnet sind, endet das Farmgebiet hier nicht. Ab Tshootsha fahren wir von der Transkalahari Highwayroute ab und weiter auf der alten Pad in Richtung Ghanzi. Zäune, Zäune, Zäune damit haben wir gar nicht gerechnet. Als diese dann einmal nach hinten links verschwinden, bleiben wir in einer Senke, eine Art künstlich geschaffenes Wasserloch stehen. Es ist kaum zu glauben, doch wir werden von Einwohnern entdeckt und betrachtet. Ganz ohne aufdringlich zu sein sehen sie uns zu, mit duschen warten wir erst mal. Irgendwann wird es den jungen Männern zu langweilig und sie ziehen sich zurück. Ein wunderschöner Sternenhimmel über uns, es ist Neumond. Die großen und kleinen Plagen bleiben für heute auch aus. Es ist kühl wir ziehen uns warm an.

 

Donnerstag, 8. April 2000

 

Die Nacht war für diese Jahreszeit zu kalt. Als die Sonne aufsteigt und wir unser Yoga absolvieren kommt auch der Körper wieder so langsam auf Temperatur. Die alte Straße bringt uns in Richtung Ghanzi. Dann plötzlich ein Schild „closed“. Es ist nicht mehr all zu weit nach Ghanzi, also weiter, mag sein, wir kommen doch durch. Dann eine riesige ca. 200 Meter lange Pfütze. Wir durchwaten diese und stellen fest, dass uns das Wasser bis an die Hüfte reicht.

   

Eine Durchquerung mit den Fahrzeugen ist unmöglich. Also kehren wir um und müssen somit den Umweg von ca. 200 km in Kauf nehmen. Letztlich fahren wir nun doch wieder auf dem asphaltierten Transkalaharihighway nach Ghanzi, wo wir erst einmal Geld tauschen und auftanken. Der Service in der Bank war sehr ruppig aber korrekt. Die Landeswährung sind Pula, mit Tieren des Landes auf Münzen und Scheinen.

zuviel Wasser für die Fahrzeuge!?  
   

 Ghanzi ist ein Ort der schwarzen Farmer. Gelebt wird hier fast ausschließlich von der Rinderzucht. Überhaupt leben in ganz Botswana, wie wir dem Führer entnehmen lediglich 3.500 Weiße. In Ghanzi muss es stark geregnet haben. Überall  steht Wasser in den Feldern. Es bietet einen traurigen Anblick wie die Bäume und Sträucher in den metertiefen Pfützen stehen. Rechts und links der Straße ziehen sich die Büsche und Sträucher weiter. Nur einmal erhaschen wir kurz einen weiten Blick übers Land, als auf einer Anhöhe der Bewuchs lichter ist. Ein endloses grünes Busch und Sträuchermeer liegt vor uns. Kurz hinter Ghanzi wechselt der Weg von Asphalt auf Rüttelpiste. Hier ist die asphaltierte Strecke noch im Bau. Also rütteln wir schließlich bis fast nach Toteng.

   

Zu unserem Erstaunen bewegen wir uns durch Mangrovenwald. Links und rechts der Straße erscheint einem die Gegend wie ein undurchdringliches Dickicht. Irgendwann nach dem passieren des Veterinärzaunes findet sich neben der Straße ein kleines gerodetes Feld, welches wir als Nachtlager nutzen. Zu unsere Freude liegt dort auch noch reichlich Holz für ein Lagerfeuer herum. Die Mücken zeigen sich allerdings nicht sehr beeindruckt vom Feuer und wissen sehr gut wo sich der rote Saft findet.

Camp mitten im Busch  
   

Freitag, 7. April 2000

 

Die Nacht war warm, der Morgen ist kühl. Es zieht Nebel auf und wir müssen uns wieder  warm anziehen. Eine asphaltierte Straße führt nach Maun, der touristische Hauptort in Botswana, mit 30.000 Einwohnern. Die Menschen sind an Touristen gewöhnt. Viele  Touren  in die Parks starten von hier. Kein großes Hallo oder Neugierde, keine Bettelei, wir werden freundlich behandelt aber ansonsten in Ruhe gelassen.

   

Wir tätigen noch einige Einkäufe, es gibt alles was das Herz begehrt. Nochmals auftanken der Benzin und Wasserbehälter. Heiko besorgt eine detailliertere Schellkarte, worüber wir bald sehr froh sind. Es geht auf asphaltierter Straße zwischen Mophanebäumen und Schirmakazien durch sehr übersichtliches Gelände weiter.

stolze Hererofrau in Maun  
   

Hier und da kleine Dörfer. Wir machen eine kurze Pause, denn wir haben ja noch reichlich Zeit bis zum Nordgate, glauben wir. Die asphaltierte Straße führt weiter bis Shorobe. Links und rechts der Straße kleine Dorfgemeinschaften, die immer wieder in der gleichen Form angelegt sind. Die Rundhütten im Kreis angeordnet und durch Holzzäune verbunden.

   

So befindet sich der Dorfplatz inmitten der Häuser und ist nach außen hin abgeschirmt. Hinter Shorobe ist es mit den geteerten Straßen erst mal vorbei. Noch immer Dörfer und viele Kühe. Auch hier, in den Ausläufern des Okavangobeckens wird intensive Landwirtschaft betrieben.

kleine Dorfgemeinschaft  
   

Es folgt ein Veterinärzaun, der Zweite auf unserem Weg durch Botswana. Die Formalitäten belaufen sich auf festhalten des Kennzeichens, des Namens und die Frage nach dem Woher und Wohin. Der Weg wird von nun an schlagartig schlechter. Hier und da, es hat auch hier in der letzten Zeit stark geregnet, wie seit Jahrzehnten nicht mehr, befinden sich tiefe Schlammlöcher im Weg. Mit einer Planierraupe wurden aber schon Umfahrungen geschaffen. Der Veterinärzaun scheint die Grenze zwischen wilden und Haustieren zu bilden. Treffen wir jetzt etwa auf Elefanten? Kaum zu Ende gedacht, stehen auf der rechten Seite einige graue Riesen. Schweigend und voller Ehrfurcht betrachten wir das Schauspiel. Auch die Elefanten haben uns bemerkt um verschwinden langsam in den Sümpfen. Dann taucht wieder einer auf und hält direkt auf uns zu.

   

Elefanten riechen und hören gut, sehen aber sehr schlecht. Erst als er sich auf ca. 100 Meter genähert hat, bemerkt er uns, wird unsicher und schlägt wieder die andere Richtung ein. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen zwischen den Bäumen noch einige Exemplare dieser Tiergattung.

Der erste Dickhäuter  
   

Wir hören wie die Tiere sich im  Wasser bewegen, es verbirgt sich wohl ein Tümpel hinter den Bäumen. Elefanten sind atemberaubend groß, so aus der Nähe betrachtet. Irgend wann müssen wir dann leider weiter, das Nordtor ist noch gut 60 km entfernt und der Weg wird unerwartet schlecht. Vor lauter Begeisterung für die Dickhäuter, haben wir weder die Vögel noch die Schmetterlingsschwärme, die um uns sind, fotografiert. Es geht weiter. Ein ums andere mal müssen wir durch diese unheimlichen Schlammlöcher, von denen man nie weiß wie tief sie sind. Autos fahren auch keine, außer uns, phasenweise kommt die Frage auf, ob es noch der richtige Weg ist. Dann wieder ein Dorf inmitten der Wildnis. Es muss sich um Sankuyo Village handeln.

   

Die Maisfelder sind hier vor Elefanten geschützt. Zäune aus dicken Ästen gebaut, sollen die hungrigen Dickhäuter abhalten. Die Menschen sind nett und nehmen gar nicht all zu viel Notiz von uns. Hier und da begrüßt man uns mit „dumela“, wie wir es schon aus Lesotho kennen, Kinder die winken.

Schutzzaun gegen Elefanten  
   

 Dann überholt uns ein Toyota Landcruiser mit einem weißen Fahrer und 4 Afrikanern. Sie wollen auch zum Nordtor. Dann eine Wegegabelung. Wir sehen dort ein paar Weiße, sie schaffen eine Lichtung für die Verbindungsstrecke von West nach Ost. Informationen sind in dieser einsamen Gegend sehr wichtig, nur ob sie richtig sind? Man sagt uns, wir müssen zum Moremigate nach links abbiegen, ein Afrikaner sagte uns vorher nach rechts. Wir verlassen uns auf die Aussage der Straßenarbeiter, der Toyota zuvor hat auch diese Richtung genommen, also sind wir uns sicher auf dem rechten Weg zu sein. Nach acht Kilometern ist, wie erklärt, die große Schneise erreicht. Wie jetzt weiter? Eigentlich gerade aus, aber da steht „No entry, no hunting“. Wir müssen aber gerade aus, also weiter. Der Weg wird zur Wildnis und ist stark überwachsen. Keine Fahrspur zu sehen. Es ist schon spät am Nachmittag. Eine Lichtung öffnet sich, nach einigem hin und her überlegen, sind wir der Meinung auf dem falschen Weg zu sein und beschließen besser hier zu übernachten als in die Dunkelheit hinein zu fahren.

   

Beim Errichten des Lagers, machen wir uns einen Spaß daraus was wir wohl tun werden, wenn in der Nacht die Löwen oder vielleicht sogar die Elefanten kommen. Noch gar nicht fertig zu Abend gegessen, überfallen uns die Moskitos. Wir verziehen uns somit mit Einbruch der Dunkelheit noch vor 19.00 Uhr in unsere Dachzelte.

Lager in der Tierwildnis auf einem Wildwechsel  
   

Dann kurze Zeit später ein grunzen oder was auch immer. Wir können nicht bestimmen, um welches Tier es sich handelt. Heiko ruft uns dann zu, er hätte Löwen gehört. Kurze Zeit später wieder ein Trompeten, in diesem Fall handelt es sich um Elefanten. Gleich darauf knacken die Äste der Bäume und es raschelt heftig im Gebüsch. Der Blutdruck steigt, die Müdigkeit ist verflogen. Was wenn diese Ungetüme näher kommen? Gut das wir nicht mitten im Wald stehen. Die Tiere sehen so schlecht, wenn die unser Auto für einen Busch halten, Ratlosigkeit bei allen Beteiligten. Keiner hat Erfahrung, von Fluchtdistanz und Angstangriffen haben wir mal gelesen. Heiko hat wieder Löwen gehört. Wie sollen wir uns verhalten? Eigentlich wollten wir auch noch mal austreten gehen. Wir beschließen uns bemerkbar zu machen. Laute Gespräche, Uwe leuchtet mit der Taschenlampe in den Busch und die Elefanten verschwinden. Später lese ich, die Elefanten wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden. So gegen 12.00 hören wir einen Elefanten posaunen mit einer Lautstärke, dass man es über sehr viele Kilometer hört. Wir sind erschrocken. Noch nie haben wir ein Tier so Angst einflößend brüllen hören. Der muss ja total verliebt oder Wut entbrannt sein, was tun wenn er zu unserem Lager kommt. Jetzt hat sich der Schlaf endgültig verabschiedet. “Mit bemerkbar machen vertreiben wir den aber nicht,“ dieses Späßchen kommt aus dem Toyotazelt. Na dann tief durch atmen und abwarten, abermals zerreißt ein Trompeten die nächtliche Stille. Es geht im wahrsten Sinne durch Mark und Bein. Die Nervosität steigt, in dieser Nacht geht Uwe drei mal raus zum austreten, was nicht normal ist und zudem äußerst unangebracht in dieser Situation. Es kehrt Ruhe ein und wir legen uns hin.

 

Samstag, 8. April 2000

 

Mitten in der Nacht kommt ein grunzendes Tier und bewegt sich lange Zeit um unsere Fahrzeuge herum. Dann kommen die Elefanten zurück und es knackt im Geäst. Uwe leuchtet mit der Taschenlampe, sieht zwar keine Elefanten, dafür leuchten ihm aus der Nacht mehrere Augen entgegen. Es sind Hyänen die da so frech rüber schauen. Dann holt uns auch der Schlaf wieder ein und wir halten bis zum Morgengrauen durch.

   

Mit der Helligkeit sind auch die Tiere verschwunden und uns kommt es vor wie ein Spuk. Das nächtliche Vogelkonzert nimmt jetzt mit Sonnenaufgang an Intensität zu. Wo sind jetzt all die Tiere welche an unseren Fahrzeugen so lautstark vorbei gezogen waren?

Morgengrauen nach einer anstrengenden Nacht  
   

Als wir frühstücken hören wir wie sich ein Fahrzeug nähert. Handelt es sich etwa wieder um den Toyota von gestern? Es fährt ein Toyota gleichen Typs durch und kommt nicht mehr zurück. Also machen wir uns doch wieder in diese Richtung auf den Weg. Die Schlammlöcher werden immer größer und müssen sicherheitshalber umfahren werden. Die Bäumchen, die artig vor unserem Kühlergrill einen Knicks machen, stehen hinter uns sofort wieder auf. Das Gebüsch bleibt weitgehend unbeschadet, es kratzt  lediglich bedenklich an der Ölwanne.

   

Als die Schlammlöcher eine Größe von kleinen Weihern annehmen, ist uns das nicht mehr geheuer, schwimmen können unsere Fahrzeuge noch nicht. Wir entschließen uns doch besser umzudrehen und die Route weiter im Osten zu nehmen. Wir kommen zurück auf die neu gerodete Verbindungslinie, fahren hier östlich und treffen so wieder auf den Weg Richtung Cobepark.

Wasserloch an Wasserloch  
   

Auch hier wird der Weg immer schlechter und das Wetter lässt uns schlimmes ahnen. Es bauen sich immer mehr Quellwolken auf. Wir gehen auf Nummer sicher und lassen den Moremipark aus. Sollte es wieder anfangen zu regnen, kommen wir hier sicher nicht mehr so schnell raus. Also fahren wir weiter Richtung Cobe NP. Mit der Orientierung ist es nicht einfach, da an Verzweigungen keinerlei Ortsschilder angebracht sind.

   

Der Weg wird immer katastrophaler und ist in tiefen Rinnen von LKWs ausgefahren. Jetzt ein Regenschauer, dann ist der Weg für uns unbefahrbar. Schließlich treffen wir auf das neue Gate vom Chobepark. Kein Mensch ist hier. Ist der Park geschlossen? Eine Schranke lässt sich öffnen und wir fahren hindurch. Wie schon erlebt, treffen wir unmittelbar hinter dem Tor wieder auf Tiere.

Abgestorbene Akazien im Okavangobecken  
   

Giraffen, Elefanten, Springböcke, Gnus, Strauße. Wir sind fasziniert. Wir wollen noch bis zum Savuticamp und die Zeit drängt. Also fahren wir möglichst schnell weiter. Nur mit dem schnell, dass ist sofort wieder vorbei. Ein Schlammloch reiht

   
Gnus Giraffe
Dickhäuter im Schatten Dickhäuter im Licht
   

sich an das andere. Die Schlammlöcher werden größer und tiefer. Sie lassen sich nicht mehr alle umfahren, die Vegetation ist viel zu dicht. So müssen wir mitten hindurch. Langsam nervt das alles. Unsere Fahrzeuge versinken gnadenlos im Dreck.

   
So schnell wie möglich und so langsam wie nötig Wo geht's zum Savuti - Camp?
   

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis der Motor ausgeht. Das Toyotateam leistet die Vorarbeit, die Bodenfreiheit ist bei diesem Fahrzeug höher und im schlimmsten Fall kann Heiko uns raus ziehen. Wir haben großes Glück und durchfahren das gesamte Gebiet ohne Probleme. Dann wird es trockener und der Weg sandiger. An Spuren verzeichnen wir noch die der Elefanten, die zum Teil erhebliche Verwüstungen hinterlassen haben. Hier wollen wir unter keinen Umständen für die Nacht stehen bleiben. Was, wenn solch eine Elefantenherde nachts auftritt? Wir nähern uns Savuti immer mehr, die

   
Nähe Savuticamp Abendstimmung im Camp
   

Sonne neigt sich dem Westen zu und ein zauberhaftes Licht legt sich über das Land. Kleine Erhebungen, dort ein Baobab, den wollen wir am Nächsten Tag nochmals besuchen. Wieder Elefanten, noch kurz vor Sonnenuntergang treffen wir im Camp ein. Es ist eine scheinbare Sicherheit, denn um den Platz führt kein Zaun. Das einzige was hier gegen Elefanten

   

gesichert wurde ist das Toilettenhäuschen, da in Trockenjahren die Elefanten hier regelmäßig sämtliche Wasserleitungen heraus reißen. Ein schöner Platz. Ein schöner Abend, warm, Mondschein und keine Moskitos. Als wir dann in die Zelte kriechen kommen die Hyänen ganz nahe an unsere Fahrzeuge und lassen sich nur mit viel Nachdruck verscheuchen.

Geschütztes Toilettenhäuschen  
   

In kurzen Abstand beginnt wieder das knacken der Äste, kommt bedächtig näher. Eine Stimme aus dem Nachbar Zelt, ob wir das hören? Ja, ich höre. Uwe schläft schon und träumt wohl von Schlammlöchern. Wir wollen den Elefanten bei seinem nächtlichen Mal nicht stören. Gute Nacht Afrika.

 

Sonntag, 9. April 2000

 

Alles soll besser werden, laut Auskunft der Ordnungshüter hier im Camp. Das Wetter und vor allem der Weg. Gute Straßenverhältnisse werden uns vorhergesagt, lediglich einige Wasserlöcher,  das ist uns nichts neues, wir sind beruhigt. Eine Nacht in der wir mal wieder so richtig gut schlafen konnten, trotz der Tiere. Oder gewöhnt sich der Mensch an die tierischen Umstände? Von einem Landroverfahrer, er ist die gleiche Strecke wie wir gefahren, ist fürchterlich gestresst, und muss erst einmal einen Tag entspannen, erfahren wir wie hoch die Park- und Campingplatzgebühren sind. Wir sind geschockt. Im Office trauen wir uns zu handeln. Schließlich sind wir wegen der schlechten Straßen nicht vorwärts gekommen und niemand hat uns am ersten Tor informiert. Ok., also gut, wir müssen nicht für zwei Tage bezahlen, aber um 18.30Uhr schließt der Park da müssen wir draußen sein.  Wir müssen einen ordentlichen Betrag in Höhe von 350 Pula für eine Nacht und einen Tag abdrücken. Wobei ein Pula etwa fünfzig Pfennig entspricht. Die Information über den weiteren Straßenzustand hört sich gut an, jedenfalls soll es zur Nordseite hin besser sein. Wir sind froh darüber, wenn auch diese Freude nicht lang anhalten soll.

   

Der ersten Baobab unserer Reise liegt nochmals fünf km zurück. Der Umfang eines solchen Baumes ist immens. In der Northernprovinz von Südafrika soll der größte Baobab in Duiwelskloof stehen und er ist 6000 Jahre alt. Als wir uns an dem hiesigen Exemplar, eine nicht weniger stattliche Ausgabe satt gesehen haben, geht es Richtung Kasane nach Norden weiter.

Baobab  
   

Viele Elefanten am Wegesrand. Mit den Durchquerungen der Wasserlöcher ist es doch noch nicht vorbei, aber unsere 4x4 verrichten brav ihren Dienst und auch in diesen Situationen gewöhnt sich der Mensch an vieles. Schlammloch an Schlammloch, Elefant an Elefant. Der Weg durch diese noch wilde urige Landschaft fasziniert uns. Ein Ausnahmezustand durch das viele Wasser noch dazu, wir fühlen uns gut und die Anspannung, ständig besteht die Gefahr das empfindliche Teile des Motors zuviel Nässe abbekommen legt sich nicht. Wir durchfahren die für diese Gegend typischen Wälder.

   
Von einer Pfütze ... ... in die nächste
   

Immer wieder stechen die Baobabs  in ihrer unglaublichen Größe hervor. Auch sieht man viele abgestorbene Baumriesen. Wie zu lesen ist, sind diese Baumgerippe nicht etwa durch Trockenheit, sondern durch zuviel Feuchtigkeit entstanden. Schließlich durchqueren wir das Nordtor. Dann hoppeln wir endlos lange über die Sandpiste, nur zwei tiefe Rinnen, bei Gegenverkehr muss einer raus in die Büsche.

   
Sandpiste Affenbrotbaumallee
   

Es zieht sich, es ist auch nicht viel zu sehen wegen der hohen Büsche. Zur linken Seite eine Pan. Es ist wohl das Überschwemmungsgebiet des Flusses Liambezi. Jetzt beginnt auch wieder langsam besiedeltes Land, trotzdem wir uns noch im Cobe Forest befinden. Dann treffen wir auch die Transitstrecke Namibia – Kasane. Sie führt durch den Cobe NP. Unser Permit ist noch für den heutigen Tag gültig und wir nehmen den linken Abzweig entlang des Cobeflusses, der die Grenze zu Namibia ist und in den Sambesifluss mündet. Als wir zum Cobe hinunter fahren, glauben wir im Paradies gelandet zu sein. Überall unglaublich große Ansammlungen an Tieren. Springböcke, Wasserböcke, Wasserbüffel, Paviane, Meerkatzen, Kudus, Giraffen, Elefanten, und weiter unten die Flusspferde.

   
Chobefluß Langhals

Man kann hier locker auf relativ kleinem Gebiet einen ganzen Tag verbringen. Nur haben wir nicht mehr allzu viel Zeit. Das Permit gilt nur noch für den heutigen Tag und um 16.30 Uhr schließt man die Schranke am Tor. Also fahren wir eilig  in Richtung Tor. Dann hinkt der Toyota, hinten rechts ist er platt.

Wasserbüffel am Fluss  
   

Also möglichst schnell den Reifen wechseln und weiter geht es im Wettlauf mit der Uhr, vorbei an einer Unzahl Giraffen und Elefanten. Nur wenn eines dieser Ungetüme uns den Weg versperrt müssen wir stehen bleiben. In der Dämmerung treffen wir 2 Minuten vor Torschluss an der Schranke ein und sind froh es noch rechtzeitig geschafft zu haben. Kommen so direkt an die Transitstrecke und biegen 500 Meter später wieder rechts ab und finden einen Platz unmittelbar neben einem Elefantenzaun. Allerdings stehen wir auf der falschen Seite, so dass wir nicht zu den beschützten Exemplaren gehören. Wir fragen uns was sich denn hinter dem mit Stromkabeln umgebenen Elefantenzaun verbirgt.

   

Am Abend machen sich noch Tausende von weißen kleinen Fliegen bei uns breit. Sie wurden durch das Kerzenlicht angelockt. Doch wir bleiben von den lästigen Moskitos unentdeckt. So können wir den Abend doch noch einige Zeit, jeder bewaffnet mit einem Skistock wegen der Hyänen, im Freien verbringen.

voll bewaffnet zum Schutz gegen Hyänen  
   

Montag, 10. April 2000

 

Die Nacht über wurden wir von wilden Tieren verschont. Scheinbar haben sie mit dem unter Strom stehenden Zaun schlechte Erfahrungen gemacht.

   

Wir werden am Morgen von Fahrzeugen geweckt, die im Innenbereich des Zaunes unterwegs sind. Jetzt klärt sich auch das Rätsel. Wir befinden uns auf dem Außenbereich eines Flughafens. Keine 10 Min. später taucht auch schon Polizei mit dem vergitterten Gefängniswagen auf. Man fragt uns freundlich woher wir kommen und wohin wir gehen und wir werden nicht eingesperrt.

Elektrozaun zum Schutz für wen???  
   

Heiko lässt dann in Kasane den platten Reifen reparieren. Dann geht es zum Grenzübergang nach Simbabwe. Dort machen wir dann im Büro wieder eine neue Erfahrung. Für das Visum müssen wir je Person 180 Rand bezahlen. Dann kommen auch noch 130 Rand an Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug hinzu. Das alles lediglich zum Besuch der Viktoriafälle, weiter wollen wir nicht. Dort angekommen zahlen wir an Eintritt nochmals 10 US-$. Dafür bekommen wir die Fälle von ihren besten Seite zu sehen. Der Sambesi hat Hochwasser und das Wasser gischt dermaßen, dass es permanent von oben regnet.

   
Vic-Falls-Bahnstation viel Wasser
(Wasser) Bogen Nr. 1 (Stahl) Bogen Nr. 2 von Simbabwe nach Sambia
   

An allen Katarakten entstehen Regenbögen. Das Wasser  tost und rauscht. Es ist unglaublich schön diese Energie zu spüren und zu beobachten, die hier umgesetzt wird. An der Brücke über dem Sambesi stürzt sich ein Bungeejumper in die Tiefe. Klatschnass gehen wir zurück. Eine Tüte oder ein Poncho um die Kamera zu schützen ist empfehlenswert. Leider haben wir unsere Pässe nicht dabei, sonst könnten wir über die Brücke nach Sambia gehen.

   

Ein riesiges Spielcasino mit anschließendem Hotel ist im Ort Viktoriafalls entstanden. Im Viktoriafallshotel, wo wir unsere Fahrzeuge sicher abstellen konnten, ist soweit wir sehen, alles vom Feinsten. Unzählige Safaribusse für Ausflüge in die Parks der Umgebung. In der Nähe entsteht ein Golfplatz.

Spielcasino Vic.Falls  
   

 Man fragt sich nur für was das alles. Wollen die Länder wirklich nur noch den hoch zahlenden Touristen? Uns jedenfalls kann es bei dieser Abzockerei vergehen. Sucht der Reisende wirklich all diese Annehmlichkeiten auch hier in Afrika. Hat dies noch irgend etwas mit dem Empfinden für Natur zu tun? Verliert der Tourist bei solchen Angeboten  nicht jegliches Gefühl für die  Wirklichkeit im Land.

   

Es ist schon zu  verstehen, das der  zahlungskräftige Tourist gefragt ist. Aber um jeden Preis und auf Kosten der nicht so Betuchten? Haben uns auf einem soliden Campingplatz unweit westlich der Fälle am Sambesi niedergelassen. Es ist tiefschwarze Nacht. Die Sterne funkeln. Aus der Nachbarschaft hören wir schöne afrikanische Musik.

Sambesiriver  
   

Dienstag, 11. April 2000

 

Wieder eine Nacht mit Tieren. Zwei Hunde haben unser Camp gegen die Paviane verteidigt. Am Morgen leert die ganze Horde  Paviane die Mülleimer aus, diese Kerle haben auch keinerlei Hemmungen sich an Autos heran zu machen. Eben flitzt einer mit einem riesigen Weißbrot vorbei.  Wir frühstücken in aller Gemütlichkeit, mit ständigem wachsamen Blick auf unsere Autos und machen uns dann auf den Rückweg Richtung Kasane. Der Grenzübertritt zurück nach Botswana gestaltet sich nicht so schwierig wie anders herum. Allerdings müssen wir uns nach der Grenze noch einer Desinfektion unterziehen. D.h., Schuhe auf einem Putzlumpen abstreifen und mit dem Fahrzeug durch eine Pfütze fahren. Außerdem inspiziert man unsere Lebensmittel. Dann fahren wir nach Nata auf einer Transitstrecke abermals durch den Chobe Nationalpark, dieser Abschnitt ist ohne Permit zu befahren. Nach wenigen  Kilometern werden wir von einer riesigen Herde Elefanten, welche die Straße überquert, aufgehalten.

   
Warnung vor dem Elefanten Herde quert die Transitstrecke
   

Es ist immer wieder faszinierend, diesem Spektakel beizuwohnen. Dann nochmals ein Elefant der das Weite sucht. Die Straße führt endlos gerade nach Nata. 

   

Als wir dann das Gebiet des Chobeparks verlassen kommen wir wieder an eine Veterinärstation. Radkästen desinfizieren und die Schlappen mit der Sohle ins Desinfektionsmittel tauchen. Das soll es wohl sein um  die Maul und Klauenseuche zu verhindern. Die Rinderbestände wurden früher einmal durch diese Seuche sehr stark dadurch dezimiert und es wird vermutet, dass sie von Büffeln übertragen wurde.

Desinfektionsbrühe  
   

 In Nata haben wir wieder aufgetankt und  weiter geht es nach Westen, in Richtung Maun. Wir nähern uns den Makgadikgadi Salzpfannen. Schon davor ist das ganze Land überschwemmt und wir beschließen noch vorher an einem trockenen Platz unser Camp aufzuschlagen.

Große Spinnen haben zwischen den Bäumen ihre überdimensionalen Räder gebaut, wunderschön sind in der Morgensonne die Tautropfen darauf anzuschauen.

 

Mittwoch, 12. April 2000

 

Eine Nacht ohne Tiere. Auf dem Weg weiter sehen wir dann zwar noch 2 Elefanten und 4 Strauße, sie haben sich wohl eher in das Farmland verirrt, dass war es dann auch. Der Weg nach Maun zieht sich gerade durch endlose Dornbuschsavanne. Von den beiden  Pans Magkadikgadi und Nxai sieht man nicht viel. Die eigentliche Salzpfanne befindet sich weiter von der asphaltierten Straße entfernt, es macht wegen der vergangenen starken Regenfälle keinen Sinn dort hinzufahren. In Maun wird wieder zwischen getankt, hinter Toteng, die Straße ist jetzt in eine Piste übergegangen, bleiben wir in Höhe des Lake Ngami neben dem Fahrbahnrand stehen. Umgeben von dichtem Busch und Strauchwerk schlagen wir auf einem kleinen freien Platz unser Lager auf. Das Wetter ist wie schon die vergangene Woche nach wie vor schön. Es bilden sich zwar tagsüber immer Quellwolken, sie lösen sich dann zum Abend hin wieder auf. Der Abend hat dafür aber noch eine andere Überraschung parat. Eine Invasion von Käfern überfällt unser Lager. Uwe hat versäumt, den Eingang am Zelt richtig zu verschließen. Dementsprechend viele Käfer finde ich vor und muss das Zelt komplett ausräumen. Auch ein Salamander, wenn zwar harmlos, so doch  ausgewachsen,  hat sich im Zelt eingefunden. Mit Einbruch der Dunkelheit verschwinden dann auch die letzten der noch umherschwirrenden Käfer, keine Ahnung wohin. Überall glaube ich es krabbeln zu spüren, heute  eine unangenehme Empfindung, sehr unangenehm. Na dann, trotzdem Gute Nacht.

 

Donnerstag, 13. April 2000  

      

Wir fahren wieder die Rüttelpiste zurück nach Ganzi, wo wir wieder Wasser und Kraftstoff auftanken. Dann geht es weiter bis zur Weggabelung  Gaborone – Windhoek.  Heiko und Shari fahren zurück nach Namibia, wir fahren weiter Richtung Gaborone.

   
bitte voll tanken Abschied auf der Transkalahari von Sharie + Heiko
   

Der Transkalahari Highway ist quasi die Verbindungsstrecke zwischen Walfishbay – Windhoek – Gaborone – Johannesburg.

   

Gleich  nach wenigen Kilometern sehen wir große Vögel, ein ganzer Vogelzug. Alles ist voll mit Marabus, wo sich ein Baum findet, sitzen sie dicht gedrängt und weiter links winden die großen Vögel  sich in weiten Spiralen hoch in den blauen Himmel. Fast unheimlich scheint uns diese stille Begegnung.  Wir wollen nach Tshabong und zweigen nach ca. 300 km vom Highway rechts ab in Richtung Khakhea. Die Kalahari hier ist recht eintönig.

Marabus am Himmel  
   

Eine weite Ebene, durchsetzt mit Kameldornbäumen und Buschgräsern. Die Menschen in dieser Gegend betreiben meist Viehzucht und ein wenig Ackerbau um die Hütten. Der Tag neigt sich langsam seinem Ende entgegen, nach 20 km machen wir halt in dieser einsamen Landschaft. Kaum ist das Essen fertig, macht sich ein Regenschauer breit. Der sich mit einem doppelten Regenbogen genauso schnell verabschiedet wie er gekommen ist. Große und böse Mücken, wir ziehen uns zurück zu den Käfern ins Zelt, immer wieder taucht eines dieser Tierchen aus einer Ritze auf. 

 

Freitag, 14. April 2000

 

Gegen 2.30 Uhr fegt ein heftiger Sturm los. Dann Blitze und Donner, es fängt an zu regnen. Am Morgen ist alles grau, so dass wir im Regen das Zelt abbauen, im Auto frühstücken und weiter geht es. Hoffentlich sind die Straßen nach diesen heftigen Schauern noch in Ordnung. Wir haben noch einige Kilometer Piste vor uns und laut Karte auch noch Trockenflüsse zu überqueren. Die füllen sich auch hier sehr schnell mit Wasser, so dass ein weiter kommen schwierig werden kann. Wir kommen auf die Verbindungsstraße Transkalahari Highway – Tshabong.  Wir können aufatmen, die Straße ist jetzt in gutem Zustand. Überall Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Esel. In Tshabong nochmals aufgetankt. Der linke vordere Reifen verliert Luft. Es deutet sich ein Reifenplatzer an, da bereits ein Teil des Gewebes aus dem Reifen ragt. Dann folgt der Grenzübergang. Freundlich und problemlos. Das Wetter hat sich zwischenzeitlich zum Besseren gewendet. Nach der Grenze warten wir kurz den Start einer kleinen einmotorigen Maschine  ab, die auf der Straße startet .Eine Rollbahn gibt es hier nicht. Im Trockenflussbett des Kumuran fahren wir nach Westen Richtung Witdraai in der Nähe des Kalahari Gemsbock NP. Jetzt erst nimmt die Kalahari  wieder unsere liebste Form an. Leichte rot sandige Hügel. Die Hügel sind mit sattem Grün überzogen, auf Grund der Niederschläge der letzten Regenzeit, deren Ausläufer wir noch am Rande abbekommen. Überall blitzt der rote Kalaharisand zwischen dem Grün hervor, ein wunderschönes Bild, gerahmt von einem tiefblauen Himmel.

   

Dann plötzlich zieht der Wagen ruckartig  nach links. Der Reifen ist platt und zerfetzt. Wir wechseln das Rad und finden ca. 50 km vor Witdraai einen angenehm ruhigen Platz. Dort ziehen wir den zweiten Ersatzreifen auf die Felge auf, was uns zugegebenermaßen dass erste Mal nicht all zu leicht fällt. Einmal ist immer das erste Mal and learning by doing. 

Plattfuß in der Kalahari  
   

Samstag, 15. April 2000

 

Die Nacht über war absolut ruhig. Keine Tiere, keine Autos. Am Morgen stellen wir fest, dass der Ersatzreifen, welchen wir nach der Panne montiert hatten, platt war. Uwe hatte am Vortag noch den Luftdruck geprüft. Das Ventil war schadhaft, so dass Luft die Nacht über entwich. Wir tauschen das Ventil aus und pumpen mit dem Kompressor den Reifen wieder auf. Es kann weiter gehen. Der Weg nach Süden in Richtung Upington fasziniert für den Anfang. Wir durchfahren die roten Hügelketten der Kalahari. Es geht über 100 km permanent auf und ab. Wer einmal Achterbahn gefahren ist, weiß wie sich das anfühlt. Im Kopf bewegt sich eine weiche Masse unangenehm auf und ab . Dies auf eine Dauer von knapp 2 Stunden führt schließlich dazu, dass es uns annähernd beiden schlecht geht, oder aber, wir in den Kalahari Hügelketten seekrank wurden. Als wir uns auf ruhigerem Fahrwasser bewegen, geht es uns auch sofort wieder gut. Upington liegt am Orange. Das gesamte Umland wird bewässert und allerlei Früchte angebaut. Wie wir im Führer lesen, befindet sich hier die zweitgrößte, und modernste Dörre der Welt. Upington selber macht auf uns einen sehr guten Eindruck. Obwohl es sich um ein landwirtschaftliches Zentrum handelt, ist der Ort mit breiten Straßen angelegt. Überall schöne Villen und viele Geschäfte und moderne Einkaufspassagen. Es geht die N14 nach Keimoes, wo wir dann den Orange überqueren. Auch Keimoes lebt gut von dem Wasser des Orange, überall Bewässerungsanlagen. Dieser Ort, ist ein Ort der Damaras, wie die Hottentotten hier genannt werden.

Für uns schließt sich der Kreis. Wir fahren nun wieder auf der Straße nach Kapstadt zurück, welche wir vor rund 5 Wochen hoch gefahren  sind. In Randvlei geht es weiter nach Westen. Wir wollen auf die N7, der Nord – Süd – Autobahn in der Kapprovinz.

   
letztes Camp Abschied von der 4-Länder-Tour
   

Nach 50 km bleiben wir am Wegrand stehen. Ein schöner Nachmittag. Es ist warm und  die Landschaft ist in ein wunderschönes Licht getaucht. Die Umgebung ist faszinierend einer Wüste gleich und menschenleer, ach ja Menschen, Menschen  haben wir wenige gesehen. Diejenigen welche uns begegneten waren uns stets freundlich und hilfsbereit gesinnt.

 

Sonntag, 16. April 2000

 

Sehr früh aufgestanden, wieder erleben wir einen wunderschöner Sonnenaufgang. Still genießen wir diesen Moment als sich die Sonne über den Horizont schiebt. Das Ende einer wunderschönen Reise naht. Wir freuen uns auf Kapstadt, auf unser Zuhause in Parklands. In wenigen Tagen fliegen wir nach vielen Wochen im südlichen Afrika wieder nach Deutschland, nach Hause. Darauf freuen wir uns auch, so fahren wir den Rest der Strecke zwischen Tafelbergen zurück auf die N7. Von da über den Clanwilliamsdam, ins Citrusdal und durch die Kornkammer Südafrikas, bis wir schließlich schon von weitem den Tafelberg  sehen. Schließlich treffen wir gegen 13.30 wieder in Parklands ein. Das Wetter ist kühl und die Sonne zeigt sich nur selten. 

 

 

 

 

Zwei Frösche fallen jeweils in einen mit Sahne gefüllten Topf, der eine erschrickt, gibt auf und ertrinkt. Der andere fängt an zu schwimmen und sitzt am nächsten Tag auf einem Butterklos.

Wenn auch manches nicht so geplant war, wir haben das Beste daraus gemacht.
 

 

1. Südafrika

2. Namibia 3. Botswana - Simbabwe



 

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