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Wandern in den Cedarbergen

November 2001 

Uwe und der Wolfsbergarche

 

Teilnehmer Uwe Scharf und Gabi Christa

 

Donnerstag, den 15.11.01 bis Sonntag, den 18.11.01

 

Trails

 

Trails are not dust and pebbles on a hill,

Nor even grass and wild buds by a lake;

Trail are adventure and a hand to still

The restless pulse of life when men would break

Their minds with weight of thinking. Trails are peace,

 

The call to dreams, the challenge to ascent;

Trails are the risk unfolding of release

From bitterness and from discouragement.

Trails are the random writing on the wall

That tells how every man, grown tired and heart

 

Of things correct and ordered, comes to scrawl

His happy hour down – then goes to start

 

Live over with new eagerness and zest.

Who builds a trail finds labor that is rest

                                       (Helen Frazeer Bower)

 

Pfade im Bericht frei übersetzt

 

Donnerstag, den 15.November 01

 

Pfade

sind kein Staub und Kieselsteine auf einem Hügel,

auch nicht Gras und wilde Knospen neben einem See.

Pfade sind Abenteuer und geben Ruhe.

Dem unruhigen Puls vom Leben, wenn Männer ausbrechen wollen,

ihrem Verstand mit dem Gewicht des Denkens.

Pfade sind Frieden.

 
Westcoaststraße R 27  

  

Grüne Linie ist unsere Route zu den Cedarbergen

 

Die Wetterlage ändert sich auf Westwind. Ganz gelassen packen wir die wenigen Sachen, für unseren Kurztrip in die Cedarberge. Die Berge sind bekannt für ihre bewaldeten Schluchten und die bizarren Felsformationen. Das Gestein ist eisenoxydhaltig, deshalb so rötlich und diese Farbe geben die Felsen auch an das Wasser weiter. Gerade 220 Kilometer von Kapstadt entfernt. Also, mehr ein Wochenendausflug, denn eine Reise. Da das Wetter herrlich ist und der Umweg nicht ins Gewicht fällt, erlauben wir uns die Westküste hoch zu fahren. Der Farmstall an der Kreuzung nach Ezerfontain verkauft einen hervorragenden Capuccino. So ist mit 7.50 Rand pro Person die Müdigkeit hoffentlich ausreichend  bekämpft und wir schaffen auch in der Tat den Weg bis Langebahn. Langebahn gehört zum 18.000 ha großen Westcoast Nationalpark. 1985 wurde der Park um die Lagune gegründet. 250 verschiedene Vogelarten leben im Park und viele arktische Zugvögel überwintern hier. Es gibt aber auch Buntböcke, Elenantilopen, Springböcke, Kudus und Gnus. Auch reichlich Schlangen und Schildkröten sind ohne Umstände zu sehen. Es gibt Lehrpfade und Bootstouren. Ein Fernglas ist sinnvoll.

   

Doch nicht nur sagenhafte Natur ist hier geboten. Das flache Wasser der Lagune ist ideales Surf- und Kitegebiet. So verwundert es nicht, dass wir kleben bleiben. Uwe verbringt eine schöne Zeit auf dem türkisblauen Wasser. Dann huschen wir schnell in ein neu ausgewiesenes Baugebiet. Der Calypsostrand wird bebaut und die schon stehende Infrastruktur mit Straßenbeleuchtung bietet uns einen prima Übernachtungsplatz, direkt an der Lagune. Die Lichter von Saldana leuchten zu uns herüber, die Sterne stehen funkelnd über uns, aber das Wetter an der Küste ist berechenbar. 

 

Kitesurfen in Langebaan  
   

Freitag, den 16. November 2001

 

Pfade

Der Anruf zu Träumen, die Herausforderung zum Aufstieg;

Pfade sind das Risiko, das sich im Loslassen 

von Bitterkeit und von Entmutigung entfaltet.

Pfade sind das zufällige Schreiben auf der Mauer

Das erzählt, wie jener Mann, müde geworden ist im Herz.

 

So sind wir nicht verwundert als leichter Nieselregen aus dem Grau über uns niederfällt. Aber damit fällt auch die Stimmung gerne in den Keller. Ein feuchtes Frühstück und dann rücken auch schon die Arbeiter an. Wir verziehen uns. Saldana, den drittgrößten Hafen des Landes, lassen wir links liegen. Hier wird vorrangig Eisenerz verschifft. Daneben spielen auch Fisch und Langustenfang eine große Rolle. Für Touristen ist nicht viel geboten. Der Nachbarort mit dem Club Mykonos bietet inklusive Spielkasino aber einiges. Unser Ziel heißt Cedarberg Nationalpark und nach weniger als einer Stunde sind wir in Algeria.

   
Unser Camp auf der Farm von Drie Hoek Größter Vogel der nicht fliegen kann
   

Das als Park ausgewiesene Gebiet ist nur ein kleiner Teil der Cedarberge. Dieses geschützte Gebiet ist 71.000 ha groß. Überall blühen noch lila und gelbe Blumen und die Berghänge sind dank der vielen Regenfälle in diesem Winter noch sehr grün. Cedarberge heißt das Gebiet wegen den früher hier in großer Zahl vorkommenden Zedern. Die meisten, der zu den Zypressen gehörenden Nadelbäume sind abgeholzt. Nur in Hochlagen sind noch einige Exemplare zu finden. Von Algeria sind es noch 17 km zum Farmgelände von Drie Hoek, wo wir für 20 Rand pro Person ein Permit lösen und für 25 Rand pro Person den schönen Campingplatz beziehen. Alles sehr sauber und ordentlich. Gerade ist es 12 Uhr und so ist reichlich Zeit sich mit den verschiedenen Touren zu beschäftigen. Es gibt unzählige Wanderwege hier in den Bergen. Wir haben uns für Morgen den, nicht ganz 2.000 m hohen Wolfberg ausgesucht. Der 30 Meter hohe Felsdurchbruch, der Wolfbergarch, ist uns schon von vielen Fotos bekannt. Es ist noch früh am Tag. Eine Wanderung um das Farmgelände, entlang eines Tierpfades führt über den Hügel. Ein weites Tal mit einigen Cedern bewachsen, tut sich auf. Der Pfad führt stracks zu einem Bach der rötliches Wasser führt. Am Ufer steht eine kleine Eiche und sie ist gerade groß genug, dass ein Mensch darunter Schatten findet. Entlang des dicht bewachsenen Ufers stehen orange und rot blühende Aloen. Das Wasser lädt nicht gerade zum Baden ein und der Rückzug ist angesagt als sich mit flinkem Geschlängel eine kleine Schlange in Richtung Bach auf den Weg macht. Ein Pfad führt um den Hügel herum und zurück zum Campingplatz. Einige Strauße tummeln sich in dem noch grünen frischen Gras. Eilig düsen sie mit samt Nachwuchs auf die andere Seite des Feldes. Um dort gleich wieder den Kopf in den Sand, das heißt vielmehr in das Gras zu stecken. Die Sonne steht hoch aber die weißen Quellwolken  spenden immer wieder kurz  Schatten. Eine leichte Brise weht und einem gemütlichen Grillabend steht nichts im Wege. 

 

Samstag, den 17. November 2001 

 

Pfade

befehlen zu kommen, hinzukritzeln und zu  korrigieren,

Er geht zurück in einer glücklichen Stunde,  um zu beginnen. 

   

Um fünf Uhr morgens ist Uwe schon aus dem Bett gefallen. Zeitig aber gut, so ist keine Eile angesagt. Als langsam die Sonne aufgeht, sind wir auch mit dem Frühstück fertig. Fotoapparate, Brotzeit und 4 Liter Getränke. Nichts vergessen, dann kann es ja los gehen. Die Wiesen sind dick mit Morgentau behangen und außer ein paar Vögeln ist nichts zu hören und zu sehen. Auch die Farm ist noch im Tiefschlaf. 6 Stunden Zeit ist angesetzt für die heutige Wanderung. Wenn es nur nicht zu heiß wird, denn das ist sehr unangenehm in dieser baum- und wasserarmen Landschaft. Nach gerade mal einer halben Stunde stellt Uwe die entscheidende Frage. Haben wir das Permit? Diesen für gutes Geld erworbenen Erlaubnisschein, der immer mit zu führen ist und nur mit diesem darf die Gegend hier betreten werden. Der Zettel liegt im Auto. Also bekommt Uwe beide Rucksäcke aufgeladen und ich laufe zurück und suche verzweifelt diesen Schein. Finde ihn schließlich und mache mich auf Uwe einzuholen. Die Sonne ist um einiges höher gestiegen. Es vergeht einige Zeit, bis ich ihn mehr rennend als gehend wieder erreicht habe. Hoffentlich war das mal nicht umsonst. Kann mich nicht erinnern jemals in eine Permitkontrolle geraten zu sein. Aber vielleicht klappt es ja heute. Dann ziehen wir gemeinsam weiter. Durchqueren die Schluchten und staunen wieder und wieder über die wie von Riesenhand aufeinander gesetzten Steine.

rote Linien unsere Wandertouren   
   

Von Wind und Regen in feinste und kurioseste Formen gebracht. Das weiche Licht des Vormittags lässt die Felsen rot leuchten. Ein gigantischer Steinurwald liegt vor uns und in wilden Kurven schlängelt sich der Pfad hindurch. Finbosbewuchs und feine Dornenbüsche stehen entlang der Strecke. Im Vorbeigehen werden die nackten Beine nicht gerade zärtlich gestreichelt.

   
Steinmänchen im gleißenden Licht schön, heiß, anstrengend, Durst
   

Auf der Anhöhe angekommen führt der Pfad gleich wieder hinunter und die kostbaren Höhenmeter müssen wieder erklommen werden. Obwohl das Frühjahr schon vorbei ist, sehen wir noch viele bunt blühende Blumen. Der Weg ist nicht beschildert und das Kartenmaterial welches wir mit uns führen, ist dürftig. Da immer wieder Steintrullis zu sehen sind, wissen wir uns auf dem richtigen Weg. Ein Bachlauf den wir überqueren ist unser Wasserreservoir für den Rückweg, gut zu wissen. Der Wegverlauf ändert sich mit der Sonne, so dass wir immer dem funkelnden Gestirn entgegen gehen. Eine endlos lange leicht ansteigende Hochebene mit wilden Steinhaufen verziert öffnet sich vor uns. Am Grat angekommen führt der Weg gradewegs in eine weitere Hochebene hinein.  Die Felsformationen werden immer unglaublicher und ein ganzes Tier und Fabelreich tut sich vor uns auf. Wie aus dem Nichts steht dann der Permitkontrolleur vor uns. Ich habe es doch gewusst. Sehe noch mal hin aber auch er ist nur aus Stein.

   

Ein Loch auf dem Gipfel des Wolfsberges Baden in einem Gumpen
   

Dann, es schien schon fast nicht mehr wahr werden zu wollen, genau vor uns der Arch. Wie hingestellt hebt sich der Naturgeschaffene Triumphbogen in den blauen Himmel. Phantastisch. Die Sonne zaubert ein Licht- Schattenspiel in das Innere des Bogens. Wir liegen unter dem Arche und sind verzaubert von dem herrlichen Blick nach oben. Zeit vergeht und die Sonne wandert weiter. Wolken rasen über den Himmel oder ist es doch der Arche der sich bewegt? Jedenfalls scheint es so, wenn wir darunter liegend nach oben schauen. Wir müssen auch wieder aufbrechen und räumen den Platz für die Besucher die nach uns kommen. Lauter angestrengte, aber glückliche Gesichter. Der Weg zurück ist auch nicht leichter zu finden als der Weg hoch und prompt verlaufen wir uns. Was uns aber sehr gut gefällt. Wir sind an einen Gumpen gekommen. Die spärlichen Gaben einer Quelle sammeln sich hier. Zusammen mit Kaulquappen und kleinen silbernen U-booten  erlauben wir uns ein erfrischendes Bad. In wenigen Wochen, wenn der Sommer in den Sedarbergen Einzug gehalten hat dann wird sich hier kein Wasser mehr finden. In dieser trockenen Zeit passiert es dann schnell, das Brände ausgelöst werden. Der ausgedörrte Finbosbewuchs brennt wie Zunder. Die Wurzeln bleiben aber meist unbeschädigt. So sprießt direkt an den verkohlten Büschen wieder frisches Grün. Als wir den verbrannten Hügel abgestiegen sind, sehen wir schon wieder Drie Hoek, unsere kleine Farm. Es zieht sich, der Spuk kommt und die Beine werden schwer. Der böse Gedanke, nie wieder, spukt im Gehirn umher. Erst nach einer Dusche und mit dem entsprechenden Essen auf dem Teller ist ausgespukt.

Bergheil!

 

Sonntag, den 18. November 2001 

 

Leben Sie übermäßig mit neuem Eifer und Begeisterung.

Der einen Pfad baut, lässt Arbeit finden, die Ruhe ist.

 

Wenn der Hahn kräht, dann geht gleich die Sonne auf. Erste Lektion von Camping auf der Farm. Die Beine sind endlos schwer und dennoch kommen wir aus den Federn. Zum Frühstück müssen wir die Sonnenbrille aufsetzten. Dann packen wir es endlich und fahren durch das Farmgebiet in Richtung Dwarsrevier.

 
Oben schön, unten bedeckt
 

Durch den Taleinschnitt, zwischen den beiden Höhenzügen, fließt ein gigantisches an Höhe zunehmendes Wolkenmeer auf uns zu. Ein herrliches Naturschauspiel, das schlechtes Wetter in den Tälern bedeutet. Reichlich Binsengras wächst hier oben, ansonsten wirk die Gegend karg. Einige Höhenmeter entscheiden über das Klima. Wenig tiefer auf der Nachbarfarm wird Wein angebaut. In recht professionellem Stiel und auch vermarktet. Hier bekommen wir das Permit für 25 Rand pro Person und  den Schlüssel, welcher notwendig ist um das Gatter beim Observatorium zu öffnen. Dann können wir die 6 km bis zum Ausgangsplatz mit dem Auto zurück legen. Das Malteserkreuz ist nicht auszumachen und der Aufstieg von vorhergesagten 1,5 Stunden führt wohl um den Berg herum. Der Pfad führt in unterschiedlich großen Steinstufen nach oben. In einem Bachlauf ist, dank des regenreichen Winters, noch viel Wasser. Die Berghänge sind grün angehaucht und die großen rötlichen Steintürme in allen Farben und Formen geben ein sagenhaftes Bild. Eine Darstellung wird von der Nächsten abgelöst. Ein hervorragender Lebensraum für alles was sich gerne schnell versteckt. Die kleinen flinken Echsen passen sich dem Farbspiel perfekt an. Schnell sind wir um den ersten Grat herum gewandert und der Gipfel des Scheeberges ragt vor uns auf. Mit über 2027 Höhenmetern ist er der höchste Berg in den Cedarbergen. Aber nicht nur diese Attraktion ist hier geboten. Neben der weiß blühenden Protea, die ausschließlich hier wächst und tatsächlich auch Leoparden, befindet sich hier auch das Malteserkreuz. Ein 20 Meter hochaufragender Sandsteinpfeiler, von den verschiedensten Einflüssen der Natur im wahrsten Sinne des Wortes in  Form gebracht. Echsen und Vögel tummeln sich in den unzähligen Spalten und Ecken. Eine leichte Briese kühlt uns zwischen durch und dann sind wir auch schon da. Wuchtig und trutzig, in Mitten des zerklüfteten Hochplateaus, ragt das steinerne Mahl in den Himmel. Wir setzen uns in seinen Schatten und sehen wie klein wir doch sind.

   

Malterserkreuz Zurück Richtung Ceres
   

Uwe schenkt mir zur Feier des Tages das Malteserkreuz, ich lasse es aber hier stehen, weil Vögel in einigen Ecken Nester gebaut haben. Dann hören wir ein Geräusch und sind uns völlig uneins darüber ob das jetzt der Leopard oder Affen sind. Die leichten Wölkchen im Osten mausern sich innerhalb einer Stunde zu einer schwarzen Wetterwand und wir beschließen uns an den Rückweg zu machen. Geht alles nicht mehr so schnell, da die artrithischen Knie bei diesem Treppenbergsteigen stark beansprucht werden. Auf einer uns noch nicht bekannten Piste verlassen wir die Cedarberge in Richtung Ceres. Wie eine endloslange Schlange windet sich der Weg durch die Täler und über die unbewaldeten Höhenzüge hinweg. Dazwischen immer wieder Farmen. Schafhaltung, Weinanbau, Kühe und Touristencamps sind die verschiedenen Bereiche mit denen hier im Auslauf des Gebirgszuges gearbeitet wird. Einkäufe bedeuten für die Menschen auf den Farmen meist einen Tagesausflug. Wie auf der Karte zu sehen ist entweder nach Clanwilliam, Citrusdal oder Ceres. Da heißt es also aufpassen und nichts vergessen. Es gibt auch Felsmalereien, die einen Abstecher wert sind. Leider, leider jagt uns wieder mal der Wind und das Wetter. Auf dem kürzesten Weg über den Guidopass und den Michelspass fahren wir nach Wellington. Von hier ist schon die gigantische Tafelwolke zu erkennen die unser Hausberg trägt. Nach gut 4 Stunden Fahrzeit erreichen wir Kapstadt. Ein kalter Süd - Ost Wind empfängt uns. 

 

 

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