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Südafrika bis Grenze Botswana Botswana bis Grenze Namibia Namibia bis Grenze Botswana
Botswana bis Grenze Südafrika

Südafrika

Waypoints und Roadbook


 


2005


Kalahari

 

Südafrika – Botswana - Namibia

 

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Samstag, 12. November 2005

 

Sandpiper – Camp vor Kenhardt

 

Start bei 69.593 km

 

Für ein neues Abenteuer verlässt man gerne die Bequemlichkeit. (G.C.)

 

Am Anfang steht ein Ende. Ganz am Ende des Mesozoikums ist Gondwanaland. Wie oft in der geologischen Geschichte eines Landes, so spielt auch bei der Entstehung der Kalahari, Gondwanaland eine große Rolle. Es ist etwa vor 137 Millionen Jahren passiert. Der Urkontinent Gondwana zerfällt langsam aber sicher, und die einzelnen Kontinente werden geboren. Eine kilometerdicke Schicht aus Lava bedeckt die Gegenden des heutigen südlichen Afrikas. Gerade mal etwa 37 Millionen Jahre später erheben sich gewaltige Landmassen und gleichzeitig entstehen tiefe, weite Becken. Diese füllen sich mit dem Erosionsmaterial, welches anfällt, als jahrmillionenlang Wind, Wasser, Hitze und Kälte die gewaltigen Landmassen wieder einebnen. So entsteht die Kalahari, bekannt als die größte zusammenhängende Sandfläche der Welt. Natürlich passiert in dieser Zeit noch viel mehr Spannendes auf der Erde. Doch dazu später mehr. 

Wir machen einen großen Sprung in die Neuzeit zum Jahr 2005.

 
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Nachdem wir in mehreren Etappen unsere Sachen gepackt haben, brechen wir um 10 Uhr auf und verlassen den Sandpipercrescent entlang dem Bloubergstrand über Atlantis, Darling, nach Morresburg zur N 7. Ihr folgen wir bis Vanrhyinsdorp. Hier zweigt die R 27 ab. Sie quert die Bokkeveldberge und wir staunen nicht schlecht, als die Wassertemperatur des Landys, bei dieser wirklich nicht gravierenden Steigung zügig in den roten Bereich steigt. Auch in der Fahrerkabine wird die Temperatur unangenehm warm. Aber gerade rechtzeitig ist der Pass zu Ende und die Temperatur fällt langsam zurück.

Bei Niewoudville befindet sich der Abzweig zur R 357. Ihr folgen wir bis Lorriesfontein auf Teerstraße und dann weiter bis Brandvlei auf bester Gravelroute. Brandvlei liegt an der R 27, hier biegen wir wieder auf Asphalt ein. Kurz nach dem Ort ist die erste größere Anzahl von Köcherbäumen auf einem Hügel zu bestaunen. Der Köcherbaum ist eine Aloenart, er wird bis zu 8 Meter hoch und trägt seinen Namen daher, weil die San (Buschleute) die Äste des Baumes aushöhlten und als Behältnis für ihre Pfeile nutzten.

Uwe beschleunigt an der nächsten Steigung den Wagen nochmals Vollgas. Tatsächlich, wieder steigt in kurzer Zeit die Temperatur. Wir grübeln den ganzen Weg in Richtung Kenhardt über die Problematik. Thermostat? Wasserpumpe? Kühler? Temperaturfühler?

Entlang der Piste sind große Salzpfannen, die öde Landschaft eignet sich gerade mal zur Schafzucht. Einzelne Hügel, bestehend aus wollsackerrodiertem Gestein, unterbrechen das landschaftliche Einerlei bis Kenhardt. Hinter einem dieser Hügel schlagen wir unser Lager auf. Das Northerncape empfängt uns hier mit der sehr kargen Ansicht des Namaqualandes. Ein kalter Wind weht schon den ganzen Tag, doch  mit dem Sonnenuntergang hört er auf. Erleichtert darüber, freuen wir uns auf einen ruhigen Abend.

   

Nichts darf vergessen werden

Erstes Camp hinter Brandflei

   

Die Freude dauert nur wenige Minuten, dann legt der Wind mit noch mehr Stärke wieder los und der Sand fliegt letztlich auf die Teller und paniert die Straußensteaks. Eilig räumen wir alles was nicht wegfliegen soll ins Auto und kriechen ins Dachzelt. Dort frieren wir bei Sturm und Temperaturen im, so vermuten wir, unteren einstelligen Bereich. In unsere Bettdecken eingemummelt, beschließen wir morgen in Upington für den Landy eine Werkstadt zu suchen, um das Problem lokalisieren zu lassen.

Tagesleistung  564 Kilometer

 

Sonntag, 13. November 2005

 

Tote Hose in Upington

 

Es gibt keine Probleme, nur Aufgaben sind es und die sind zu lösen. (G.C.)

 

Gegen Sonnenaufgang lässt der Wind nach, die Stühle sind feucht und kalt, die mit heißem Kaffee gefüllten Plastikbecher wärmen die klammen Finger. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Hügel und eine einzige Wolke im Westen lässt Regen fallen. So begrüßt uns ein Regenbogen morgens um 7 Uhr vom ansonsten wolkenlosen Himmel.

Auf den Stromleitungsmasten, entlang der Straße haben Siedelwebervögel ihre kunstvollen Bauten errichtet. Zwischen 200 und 400 Vögel leben hier in großer Gemeinschaft. Da kommt es nicht selten zu Konflikten und meistens ist um diese Nester richtig viel los.

Die Temperatur des Autos verhält sich normal und wir werden wieder unsicher, vielleicht ist doch alles ok. Eine Wunderheilung über Nacht ohne jedes Zutun? Wir trauen dem Frieden aber nicht und steuern Upington an.

Hier beginnt die Orangeweinroute. Die guten, trockenen Weine gibt es auch in Kapstadt zu kaufen. Einige große Trocknungsanlagen zur Gewinnung von
Rosinen befinden sich hier und unzählige Kirchen.

Wie eine grüne Schlange zieht sich der Orange durch das Tal. Er entspringt im entfernten Lesotho, sucht sich seinen Weg durch Südafrika und mündet bei Alexanderbay als Grenzfluss von Namiba und Südafrika in den Atlantik. Wo Wasser ist, ist meist auch Leben.

Tiefhängende, lockere Schönwetterwolken ziehen auf, als wir den Ort Upington auf 805 Meter über Meer erreichen. Hier versorgen sich die Farmer des Northerncapes, es gibt hier alles. Wir finden die BMW Werkstatt und natürlich hat sie am Sonntag zu. Auch die Touristinformation hat zu, sowie auch das Museum. Die große Fruchtdörre hat am Sonntag zu und die Weinkeller haben am Sonntag auch zu. Ätsch, so bleibt uns nur einen Kaffee zu trinken und den Campingplatz aufzusuchen. Hier leisteten uns einige Wiedehopfe und zwei junge Kätzchen lustige Gesellschaft. Es ist ein Vogelparadies hier, ihre Stimmen erklingen wild durcheinander. Der Orange fließt 50 Meter von hier an uns vorbei und dichtes Gebüsch bietet idealen Lebensraum. Da wir eben aus der Stadt hier auf dem Land angekommen sind, finden wir es hier sehr paradiesisch ruhig.

Mehr als 200 Dattelpalmen säumen auf eine Länge von 1041 Meter den Weg zum Eingang des Camps. Sie wurden 1935 gesetzt und 1982 als National Monument deklariert.

 

Montag, 14. November 2005

 

Landroverdoktor - Nossob

 

Jedes Abenteuer beginnt mit dem Schatz der Erfahrung (G.C.)

 

Montag früh hier am Platz ist schon richtig was los, von wegen paradiesisch ruhig. Die Arbeiter vom Straßenbau campieren hier und um halb sechs ist Abfahrt zur Baustelle. Ein großer, dicker, hellhäutiger Mann verteilt mit lauter Stimme die Aufgaben an die kleinen, schlanken, dunkelhäutigen Arbeiter. Um sechs Uhr kehrt wieder Ruhe ein.

Da wir zeitig bei der Werkstatt sein wollen, mühen wir uns aus den Federn und sind punkt acht Uhr bei BMW. Uwe erklärt die Problemsituation am Auto und mir wird leicht bange, als der Meister anfängt sämtliche Handbücher aller Landrovermodelle aus dem Schrank zu kramen. „ Ob wir es denn eilig haben?“ fragt der Meister, „Aber sicher doch, wir wollen schon längst in Nossob sein,“ antwortet Uwe. Schwups, und schon ist der Landy in der Garage. Ich sitze auf der Empore und kann von oben das Geschehen betrachten. Geschlagene drei Stunden dauert es, bis wir wieder unterwegs sind. Von diesen drei Stunden verbringt der Landy die meiste Zeit mit „Probe fahren“, um ihn auf Temperatur zu bringen. Alle unsere Vermutungen treffen nicht zu, aber der Meister weiß auch keinen Rat mehr. So ist alles beim Alten und der harmloseste Fall wird angenommen, dass die Anzeige im Auto nicht mehr korrekt arbeitet. Warum auch immer.

Wir haben von Upington, wirklich ein hübsches Städtchen, genug gesehen und brechen auf in den Kalahari Transfrontier Park. Der Botswanische Gemsbok

Nationalpark, das Mabuasehube-Wildreservat und der südafrikanische Kalahari Gemsbok Park bilden den ersten Grenzübergreifenden Nationalpark ohne künstliche Hürden.

Diese Strecke kennen wir schon zur Genüge, aber immer wieder ist sie reizvoll. Die tiefroten Ausläufer der Kalahari, dicht bewachsen mit Grasbüscheln begleiten uns über 200 Kilometer nach Norden. Doch die Kalahari besteht nicht nur aus Sand und Grasbüscheln, sie dehnt sich geologisch betrachtet mit einer Durchschnittshöhe von 800 – 1.000 Meter über 9 Länder aus. Verschiebungen im Erdinneren erzeugten neben dem berühmten Okawangodelta die nicht weniger bekannten größten Salzpfannen Botswanas, als Überbleibsel eines Süßwassermeeres. Doch davon mehr, wenn wir dort sind.

Wir checken bei den Südafrikanern in Twee Rivers aus und fahren auf die Botswanaseite. Der Empfang ist sehr freundlich und von hier aus begeben wir uns zügig auf den Weg nach Nossob.

Diesen Weg schlugen 1875 auch schon die Dorstland - Trekker ein. Etwa 500 Buren aus dem Transvaal zogen in drei Gruppen gen Norden. Die Kalahari nannten sie Durstland. Der Plan war, sie mit Ochsenkarren zu durchqueren und in dem fruchtbaren Land dahinter eine neue Republik zu gründen. Viele haben diese Idee mit dem Tode bezahlt. Buschleute halfen ihnen in der Kalahari nicht zu verdursten. Doch das Leiden der Trecker war noch nicht zu Ende. Im Okawangogebiet wurden die Menschen erneut geprüft. Die Malaria erschwerte ihnen dort das Weiterkommen, nur wenige gelangten 1881 nach Angola.

   
Wildcat Drittes Camp Nossop
   

In heutiger Zeit wird komfortabler gereist, aber auch heute ist es im Park sehr trocken und wir sehen wenige Tiere. Immer wieder unterliegen wir optischen Täuschungen. Die noch stehenden Teile abgestorbener Akazien räkeln sich bizarr in die Luft. Man könnte meinen, in der Ferne Gnus, Schlangen, schwarze Giraffen oder auch Radfahrer zu sehen. Dazwischen flirrende Hitze, die Luft steht und kein Windhauch regt sich. Mit Einbruch der Nacht erreichen wir Nossob und schlagen unser Lager auf. Es ist wunderhübsch hier. Wir lauschen den Geräuschen der vom Vollmond erhellten Nacht und beobachten einen Schakal, der seine Kreise immer enger um unser Auto zieht, bis er schließlich die Distanz auf einen Meter verringert hat, plötzlich Angst bekommt und davon saust.

Die Grenzformalitäten für Botswana haben wir ja bereits in Two Rivers völlig unproblematisch erledigt. Dank einer guten Völkerverständigung schlafen wir für heute Nacht auf südafrikanischem Boden, obwohl wir laut Pass schon nach Botswana eingereist sind. Erschöpft schlafen wir ein und träumen von früher.

 

Afrika gilt als die Wiege der Menschheit und vor 200.000 Jahren streute sich der Homo sapiens von Afrika in den Rest der Welt aus. Die Ureinwohner des Südlichen Afrikas lassen sich anhand von gefundenen Felsgravuren auf etwa 6.000 Jahre vor Christus zurück rechen. In dieser prähistorischer Zeit lebten die Menschen, die Buschleute bzw. San und Khoi Khoi bzw. Hottentotten in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler. Sie domestizierten wilde Tiere und Dörfer entstanden. Vielleicht der Ursprung der Viehzucht in Botswana.

 

Dienstag, 15. November 2005

 

Nossob – Kaa Gate – Pan die Erste - Jagdcamp

 

Die Lebenskreisläufe der Natur sind geschlossen und beinhalten Anfang und Ende – fressen und gefressen werden. (G.C.)

 

Dumela, mit diesem Hallo! Guten Tag! begrüßen wir heute Botswana.

 

Dienstag früh, wir lassen es langsam angehen und verlassen gegen 8 Uhr das Nossobcamp in Richtung Unions End. Der Park gewinnt in Richtung Norden an Schönheit. Die Landschaft wird weiter und öffnet sich nach allen Seiten. Die Tiere suchen schon wieder Schutz vor der sengenden Sonne unter den schattenspendenden großen Akazien. Wir sehen große Herden Springböcke, Gnus, Kudus, Oryxantilopen und jede Menge Kleingetier. Die Schakale haben es recht schwer, sie sehen mitgenommen aus. Viele sitzen an der Straße um Mäuse zu fangen. Diese huschen mit blitzartiger Geschwindigkeit über die Piste. Vor unseren Augen gelingt es einem Schakal eine große Maus zu fangen. Ein kleiner Happen für ein so hungriges Tier. Innerhalb von wenigen schmatzenden Bissen ist auch der Schwanz der Maus im Maul des Schakals verschwunden.

   
Erdmännchen Vertrockneter Cameldornbaum
Unser Weg zum Kaa-Gate Unions End / 3 - Ländereck
   

Für zimperliche Gemüter ist das nichts. Die Natur ist auch nicht zimperlich und ein Tierpark ist kein Streichelzoo. Die Lebenskreisläufe der Natur sind geschlossen. Sie beinhalten Anfang und Ende, eben auch fressen und gefressen werden. Unions End ist ein Drei-Ländereck. Namibia, Südafrika und Botswana treffen hier zusammen. 1938 wurde der Grenzübergang geschlossen. Eine große Hinweistafel und ein Gästebuch für diejenigen, welche es bis hierher geschafft haben, weisen das Ende des Südafrikanischen Teils vom Kgalagadi Gemsbockpark aus. Ganz in der Nähe ist eine große Herde Springböcke. Wir legen hier eine ausgedehnte Mittagsrast ein.

 
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Etwa 20 Kilometer zurück nach Süden befindet sich der Abzweig zum Kaa Gate. Die hügelige Strecke dorthin ist malerisch. Der typisch rote Sand, der den Südwesten und das Zentrum der Kalahari beherrscht, hat seine Farbe durch einen hohen Eisenoxydgehalt. Zwischen den tiefroten Fahrspuren zieht sich ein frischer Streifen von grünem Gras, es hat vor kurzem geregnet. Der blaue Himmel am Horizont verleiht dem ganzen Anblick die Auszeichnung  „Ansichtskarte kitschig.“ Die Spur ist am Anfang etwas holperig, der vielen Maulwurfhäufen wegen. Außer vielen Dik Diks gibt es keine Tiere zu sehen. Dank dem Regen, ist die Kalahari hier grün und es blühen viele Blumen und Sträucher. Die Kalahari ist keine Wüste, selbst hier im Park fallen bis zu 350 mm Regen im Jahr. Der Sand speichert ausreichend Feuchtigkeit, so dass die Vegetation sehr gut lange, trockene Perioden übersteht. In einer Tiefe von 50 – 90 Metern befinden sich zudem uralte Grundwasservorräte. Obwohl der Boden trocken und sandig – unfruchtbar erscheint, findet sich hier eine unglaubliche Pflanzenvielfalt. Neben den Pflanzen natürlich auch reichlich Tiere.

Nach der Hälfte des Weges tauchen Oryxantilopen und Kuhantilopen auf.

Das Prozedere am Kaa-Gate ist herzlich und sehr entgegenkommend. Mit allen guten Wünschen versehen reisen wir weiter und erreichen eine Salzpfanne. Zwei Männer halten uns an, fragen nach Tabak und allem was wir sonst noch haben. Wir bleiben freundlich aber bestimmt, und geben Ihnen nichts.

Am Ostrand der Pfanne suchen wir einen schönen Platz für die Nacht. Die beiden Einheimischen, ein Buschmann und ein Batswana tauchen auf und wollen uns auf Ihrem „Camp“ haben. Wir sind wenig begeistert. Zudem verläuft die Kommunikation schleppend und zäh. Erst nachdem der Preis für die Übernachtung nach unten korrigiert ist, ziehen wir um und staunen nicht schlecht. Auf einem verlassenen Jagdcamp finden wir uns wieder und die beiden ungleichen Partner bewachen das Areal. Die Wasserversorgung ist kaputt, da die Wildhunde die Leitungen durchgenagt haben. Geboten wird außer einer hübschen Sicht, die sich aber von überall am Rand der Pfanne bietet - nichts. Angeblich gehört dieser herrliche Flecken Erde einem Südafrikaner. Dieser hätte sie beide angewiesen auf die Sachen aufzupassen und darauf, dass hier niemand wild campt, wegen der Löwen und all der anderen wilden Tiere.

Wir glauben das einfach und machen uns einen schönen Abend. Vor uns liegt die Pfanne, im Osten geht der Mond auf, im Westen verblasst die Abendsonne und leicht rötlich schimmert die Pan.

 

Abendstimmung an einer Pan 

 

Wie ein Lidschlag scheint die Zeitspanne der blauen Stunde, im Anblick der Weltgeschichte. Da versinken aufstrebende Völker samt ihrer Kultur. Ganze Völkerwanderungen finden statt, große Königreiche zerfallen und neue Volksgruppen festigen ihre Positionen. Zu Zeiten des grausamen Shaka Zulu (um 1818) tobt nicht nur eine Schlacht nach der andern über das Land. Buren und Europäischen Siedler dringen ein, vertreiben andererseits die hier zuvor ansässigen Menschen in alle Richtungen, auf der Suche nach Neubeginn und Frieden.

Schließlich streckt der Engländer Cecil Rhodes, Gründer der De Beers Consolidated Mining Company und Finanzminister der Kapprovinz, seine Hand nach Botswana aus. Er will den Traum der britischen Zugverbindung vom Kap nach Kairo verwirklichen. Die Früchte seiner Mühen nennt er Rhodesien. Seinerzeit war er ein großer und einflussreicher Mann. Doch er hat den Bogen überspannt und musste seinen eigenen politischen Absturz erleben. Nach einem eindrucksvollen und bewegten Leben stirbt er 1902 in Kapstadt. „So little done, so much to do”.  Dies sollen seine letzten Worte gewesen sein.

1884 – 1890 wurde das Land unter dem Namen Bechuanaland britisches Protektorat. Die Einheimischen Tswana suchten Schutz vor Cecil Rhodes und stellten sich unter die englische Krone. 1966 wurde Botswana unabhängig.

 

Wir haben auch noch viel zu tun – zu sehen in Botswana, das etwa so groß ist wie Frankreich und freuen uns sehr, einmal nicht nur auf der Durchreise zu sein.

 

Kea itumela – Danke

Tswee Tswee – Bitte

 

Mittwoch, 16. November 2005

 

Zutswa – Masetlengpan – Märchenwald

 

Stille, unberührte Natur macht die Bahn frei zu sich selbst (G.C.)

 

Herrlich gut geschlafen und gleich zum Frühstück alles Gute. Uwe hat heute Namenstag und wir feiern ihn im kleinem Kreis, beim Frühstück.

Es hat sich gestern schon angeplänkelt, dass der Buschmann, Oschen heißt er, die fast 60 km mit nach Zutswa fahren möchte. Da können wir nicht gut nein sagen. Sein Freund will plötzlich auch mitfahren, und nun sitzen die Beiden super unbequem, zu zweit auf dem Dach. Aber besser schlecht gefahren, als gut gelaufen. Die Landschaft zeigt sich von ihrer besten Seite. Saftiges Grün auf tiefem Rot und überall gelbe und weiße Blüten. Ein LKW begegnet uns und natürlich kennen sie unsere Passagiere. Wir verstehen kein Wort davon was sie reden und lachen. Zwei weitere kleine  und hübsche Salzpfannen liegen am Weg. Mit einer kurzen „Rauchpause“ erreichen wir Zutswa und lassen unsere Mitfahrer absteigen.

   
Tswana KD1 Konzessionsgebiet
   

Dank GPS finden wir ohne Umschweife aus der Streusiedlung, die von Wegen zerfurcht ist. Zweispurig führt nun eine Sandpiste durch die Dornbuschsavanne nach Ngwantle. Viele Springböcke, scheue Kuhantilopen und natürlich Erdhörnchen in großen Mengen. Erdferkel bekommen wir nur zu hören und zu spüren. Sie graben große Löcher in die Wege, Vorsicht Achsenbruch!, wenn man da mal ein großes Loch in voller Fahrt erwischt.

Direkt in Ngwantle ist auch der Abzweig zur Masetlengpan beschildert. Wir machen den Abstecher und werden nicht enttäuscht. Die Fahrt dorthin ist schon abenteuerlich. Die Piste wieder einspurig und die Dornenbüsche zum Teil so eng, dass sie wie eine geschnittene Hecke anmuten, durch die wir fahren. Die Fenster lassen wir hochgekurbelt, da die dornigen Äste schmerzhaft zuschlagen können.

   
Wasser in der trockenen Kalahari Das brackige Wasser schmeckt leicht salzig
   

Die Pan führt Wasser und viele Tiere sind da. Leider sind sie sehr scheu und stieben in alle Richtungen davon. Am Rand der Pfanne rasten wir und sind versucht zu bleiben, so schön ist es hier. Allerdings lockt der Reiseführer auch mit der Beschreibung eines Märchenwaldes.

 

Rast an der Masetlengpan

 

Er ist nicht sehr weit von hier und wir beschließen dort zu campieren. Auf dem Weg zum Wald fliegt ein großer Adler genau vor uns auf. Er macht zwei Schritte und zwei Flügelschläge und schon heben ihn seine mächtigen Schwingen in die Luft, ein phantastischer Anblick. Hier im Märchenwald stehen viele uralte gigantisch große Akazien.

 

Abendstimmung im Märchenwald

 

Sie spenden Schatten und wir fühlen uns gut beschirmt. Ein milder Abend bei Kerzenschein und außer den Geräuschen der Natur ist nichts zu hören. Der Mond erhebt sich wie eine reife Orange am Horizont und die Nacht ist hell erleuchtet. Von unserem Dachzelt aus beobachten wir den Sternenhimmel. Wir schlafen wirklich in einem „Tausend Sternehotel“. Nachts nähert sich ein Tier dem Zelt. Aufgeregt bläst es den Atem durch die Nase und ist sehr verwundert über das große, regungslose Etwas da. Vorsichtig tasten sich die Hufe in einiger Entfernung um das Auto, wir mucksen uns nicht und schlafen wieder ein.

 

Donnerstag, 17. November 2005

 

Märchenwald – Buschautobahn – Ghanzi

 

Go Siame! – OK! Alles Klar!

 

Sich selber hinten anstellen - wenn das Leben auch noch so kurz erscheint in Anbetracht der Erdgeschichte. (G.C.)

 

Am Morgen finden sich verschiedene Spuren rund um das Auto. In kurzer Entfernung sehen wir eine Herde Springböcke durch die Landschaft toben. Erst glauben wir, dass die Tiere verfolgt werden, aber das täuscht. Sie springen aus Freude hin und her, machen hohe Prellsprünge und wir können das Trampeln ihrer Hufe hören. Ein einsames Gnu steht mit in der Nähe und beobachtet das Treiben, ähnlich verwundert wie wir. Die Vögel hier im Märchenwald bescheren uns ein Morgenkonzert und fast fällt es uns schwer, diesen schönen Platz wieder zu verlassen.

Die Landschaft verliert schnell an Reiz und der Bewuchs geht in die gewöhnliche Dornbuschsavanne über. Das Grün der Sträucher wird immer spärlicher und die Luft heißer. Der Pfad wird wieder schmal und quert in Richtung Norden einige Straßen bis wir die Piste Ukwi - Hunghukwe erreichen.

   
Von Einspurig auf zweispurige Sandpiste Schwarze Gesichter
   

Eine Herde Rinder läuft auf der Piste, mit dabei sind zwei berittene Einheimische die sehr geschickt mit den Pferden und Kühen umgehen. Sie bieten sich als kostenloses Fotomodell an, was wir gerne wahrnehmen. Breit strahlt Ihr Lächeln in die Kamera und die weißen Zähne leuchten. Zwischenzeitlich sind etliche Rinder vom rechten Weg abgekommen und in wildem Galopp prescht einer der Männer ihnen nach. Schnell sind sie wieder eingereiht. Wir möchten den Trupp gerne überholen, der Mann mit dem Schimmel, samt weißem Füllen, treibt mit wenigen Pfiffen und Zurufen die Tiere auf die andere Seite. Kein Stock, geschweige denn eine Peitsche ist zu sehen. Mit Hilfe von einem primitiven Seil sind ein Pferd und Esel zusammen gespannt und führen die Herde als Leittiere an. Somit geht es wohl nicht sehr schnell, aber auch nicht zu langsam voran.

Den Tropic of Capricorn haben wir ohne Aufsehen passiert und die Hunghukwe Pan durchfahren wir problemlos. Ab hier führt uns die zweispurige Buschautobahn in Richtung Transkalaharihighway. Dieser Abschnitt ist an Gleichförmigkeit kaum zu überbieten. Die Landschaft wird zunehmend trockener und auch wir werden Hitze geprüft. Die Luft flirrt und dicht gedrängt stehen die Kühe unter den laublosen, kaum schattenspendenden Bäumen.

Der berühmte Highway ist erreicht und wir gleiten lautlos in Richtung Ganzi dahin. Am Straßenrand liegt ein verendeter Esel. Etwa fünfzehn Geier streiten sich um das bereits nach Verwesung riechende Fleisch. Im Kalahari Arms Hotel bietet sich neben dem Pool eine Möglichkeit zum Camping. So finden wir uns wieder zurück mitten in der Zivilisation, nachdem wir fast 4 Tage kein Auto und kaum Menschen gesehen haben. Die 2 Millionen Einwohner Botswanas verteilen sich im Durchschnitt auf 2 Menschen pro km². 

 

Freitag, 18. November 2005

 

Ghanzi – Maun – Chapmansbaobab

O tsogile jang? – Wie geht es Dir?

 

Der Europäer hat die Uhr, aber der Afrikaner hat die Zeit. (unbekannt)

 

Der Vormittag verstreicht mit einem Bummel durch die Hauptstraße von Ghanzi.

   
Schwein am Stück Kalahari Arms Hotel
   

Der Ort ist übersichtlich, ruhig und beschaulich geht es hier zu. Als starker Wind aufkommt und Sand durch die Gegend fliegt, gehen wir zum Hotel zurück und fahren ab. Am Horizont türmen sich Wolkenberge auf.

Der Kalaharihighway führt weiter in Richtung Maun. Kurz nach der Ortschaft Kuke befindet sich der erste Veterinärzaun. Der Sinn oder Unsinn dieser Zäune ist umstritten. Haustiere sollen, durch die Trennung von den Wildtieren vor der Maul und Klauenseuche geschützt werden. Wobei gar nicht nachgewiesen ist, dass die Krankheit von den Wildtieren kommt. Für uns bedeutet es, dass wir aus dem Wildgebiet keine Fleisch- und Milchprodukte mit herausnehmen dürfen. Die Kontrollen sind streng und die Kühlschränke werden observiert. Wer sein Steak nicht den Beamten überlassen möchte, darf es an Ort und Stelle verzehren.

 

Die Landschaft verändert sich immer wieder. Mancherorts hat es geregnet und die Bäume sind grün, andere Abschnitte auf der eintönigen Fahrt sind völlig vertrocknet. Mitten durch die rote Kalahari zieht sich von Windhoek bis nach Ghanzi ein weißer Kalksteingürtel, deshalb gibt es in diesem Bereich auch mehr Wasser und damit mehr Grün. Neben der Straße finden sich zwei große Baobabs, wir sind begeistert. Der Himmel ist bedeckt und die Luft leicht schwül. Regen ist so das allerletzte was wir die nächsten Tage gebrauchen können.

Maun ist eine weit gefächerte Streusiedlung und liegt am Thamalakanefluss. Es gibt zwar alles zu kaufen aber die Wege sind weit.

Da die Parkgebühren in Botswana teuer sind, muss die Reisekasse noch mal aufgefüllt werden. Uwe verschwindet in dem klimatisierten Gebäude der Barclaysbank und es wird eineinhalb Stunden dauern, bis er wieder kommt. Derweil schwitze ich im Auto. Die Einheimischen nehmen die Wartezeiten sehr gelassen hin. Niemand schaut nervös auf die Uhr oder drängelt gar nach vorne. Die Dame am Schalter lacht und schäkert mit den Kollegen und muss mehrmals wieder von vorne beginnen das Geld zu zählen. Niemand regt sich auf. Der Europäer hat die Uhr aber der Afrikaner hat die Zeit.

So langsam kommen wir ins Rollen nach Gweta, die Eingangstüre zur Makadigadipfanne. Die Schlechtwetterfront hat sich nach Westen verlagert. Immer wieder liegen tote Tiere an der Straße. Kühe und Pferde, die nicht rechtzeitig dem Verkehr ausweichen, bleiben an der Straße liegen und verwesen. In Gweta biegen wir ab zum Green Baobab und Chapmans Baobab. Etwa 25 Kilometer Pistengewirr führen uns über herrliche Lichtungen durch Sand und Mopanewald zu zwei traumhaften Baumriesen.

   
Baobab hinter Ghanzi Green Baobab
   

Der Green Baobab trägt den Namen seiner Entdecker. Die Brüder Green haben auf ihrer Expedition 1852 den Baum entdeckt und ihre Namen in den Stamm geritzt. Die Baobabs dienten den Expeditionen früherer Zeit als Orientierungshilfe. James Chapman war bekannt für seine Kalahariexpeditionen, er war Jäger und Händler. Mit Einbruch der Dunkelheit sind wir beim Chapmans Baobab angelangt und staunen nicht schlecht.

   
Der bisher größte Baum den wir gesehen haben Unten links steht der Landy
   

So einen großen Baum haben wir noch nicht gesehen. Ein einzigartiger Platz zum campieren. Laute Tiergeräusche durchdringen die Dunkelheit, die wir nicht zuordnen können.

Wir genießen den Sternenhimmel und diesen idyllischen Platz unter dem großen Baobab. In der Ferne ist der Himmel von unablässigem Wetterleuchten erhellt. Hoffentlich regnet es hier nicht, sonst wird es schwer wieder zurück nach Gweta zu fahren, denn wenn dieser Boden nass wird verwandelt er sich in eine einzige Rutschbahn.

Gerade liegen wir gemütlich in den Federn, als abrupt ein Sandsturm losbricht. Mit einer solchen Heftigkeit, dass der Tisch umgeworfen wird. Also noch mal raus ! Die ersten Tropfen fallen bereits als wir alles ins Auto räumen.

Eben war uns der Baobab noch so hübsch vorgekommen. Jetzt tobt der wütende Wind durch seine Blätter und das entstehende Geräusch ist beängstigend. Die Böen pressen sich heftig auf das Zelt und das ganze Auto schwankt und schaukelt im Wind. Der gefürchtete Regen bleibt aber aus. Der Sturm legt sich nach und nach und wir legen uns auch wieder.      

 

19. November 2005, Samstag

 

Baobab – Wasser um Kubu Island - Nata – Pandamatenga

 

Ke tsogila sentele – es geht mir gut

 

Den eigenen Schmerz nicht weiter erzählen, sonst schmerzt er ja noch mal. (G.C.)

 

Die Stimmung um diesem Baum zur frühen Morgenstunde ist unbeschreiblich schön. Der Weg hierher lohnt sich allemal.

In der Nähe befindet sich eine Herde Rinder in einem Kral. Die Besitzer leben in einer angrenzenden Hütte, aber sie interessieren sich überhaupt nicht für uns. Das ist generell das Verhalten der Einheimische hier in Botswana. Sie nehmen uns nicht als etwas Besonderes wahr. Sie sind weder besonders freundlich noch unfreundlich. Wenn wir etwas fragen bekommen wir höfliche Antworten und alle Hilfe die notwendig ist. Aber wir wurden bisher noch nie angestarrt und beobachtet. Die Kinder drehen manchmal etwas auf und wollen alles mögliche haben.

Ein Toyota mit Touristen fährt vor und vom Führer erfahren wir schlechte Neuigkeiten. Kubu Island, unser nächstes Ziel in der Makadigadipfanne, soll schon von Wasser umgeben sein. Das ist sehr schade. Die Pfanne war eigentlich der Hauptgrund für unseren Umweg nach Osten. Auf unser Nachfragen bekommen wird die Situation bei Kubu Island leider von zweiter Stelle bestätigt. Somit ändern wir unsere Route und fahren weiter nach Nata und von dort nach Norden in Richtung Kasane.

Erste Regenschauer ergießen sich über das trockene Land. Rechts und links der Straße wachsen Mopanebüsche. Das ist eine Gegend wie sie Elefanten lieben und tatsächlich, direkt an der Straße steht der erste Elefant. Die Wolken am Himmel werden wieder dichter und eine Rauchsäule steigt am Horizont auf. Der Himmel verdunkelt sich, der Busch brennt rechts und links von der Straße. Das Feuer brennt nicht hoch, da die Bäume nicht anfangen zu brennen. Nur das trockene Gras brennt bis zum Boden ab. Nach etlichen Kilometern wird die Luft und die Sicht wieder besser. Verwirrt steht eine Gruppe Elefanten im Busch, sie sind vor dem Feuer in Sicherheit.

Fünf Kilometer hinter Pandamatenga auf dem „Touch of Afrika Camp“ schlagen wir erschöpft unser Lager auf.

Pandamatenga war zur Zeit der großen Elfenbeinjagden wichtigster Stützpunkt. Ochsenwagengesspanne konnten von Süden hier herfahren, da diese Region noch Tsetsefliegenfrei war. Hier beginnt auch der schöne Teil der Hunters Road. Bei Regenwetter wegen einiger tiefer Schlammlöcher nicht zu empfehlen. Aber vielleicht haben wir Glück. Verbringen den Abend an der Bar, bei Franz einem Österreicher und Mandy, seiner südafrikanischen Frau. Sie betreiben mit viel Einsatz das Camp.

 

Sonntag, 20. November 2005

 

Pandamatenga – Kazumapan – Leshomaflussbett vor Kazungula

 

Ke kopa – ich bitte um ...

 

Mehrere Tage am Stück in der Natur, das öffnet die Sinne (G.C.)

 

Wieder mal scheint es so, dass wir zur falschen Zeit an einem schönen Platz sind.

   
Touch of Africa Break down auf der Huntersroad
   

Gerade noch im Trockenen gefrühstückt, fängt es jetzt an zu regnen. Wir müssen unsere Pläne neu überdenken und tun das am besten in der Bar bei Franz.

Die Zeit vergeht im Flug, wir unterhalten uns prächtig. Schon längst hat sich das Wetter gebessert und wir brechen um zwölf Uhr zur Hunters Road auf.

Zur Zeit der Elfenbeinjagden war die Piste nicht breiter als für einen Ochsenkarren notwendig. Heute ist die ehemalige Safaripiste bekannt als Cutline Road und bezeichnet die Grenze zwischen Zimbabwe und Botswana.

Wir folgen dem guten Rat von Franz und fahren direkt vom Camp zur Hunting Road. Dort 20 Kilometer weiter bis zur ersten Palme, dann links in den Busch auf die Piste und immer entlang an den vielen kleinen Pfannen. Hört sich einfach an, aber erst nach wildem Kreuz und Quer finden wir die Fahrspur, folgen ihr und gelangen in einem großen Bogen wieder auf die Hunters Road.

Die Tiere hier sind extrem scheu. Vermutlich weil sie hier gejagt werden. Wir befinden uns im Kazuma Forest Reserve. Das Gebiet ist völlig offen, nach links zum Chobe Park und nach rechts zum Kazuma Park in Zimbabwe. Franz hat im Kazuma Forest die Wildhüteraufgabe übernommen. Er führt die geldschweren Jäger, je nach Wunsch auch schon mal auf die „Big Five“. Das kostet dann 300.000 US $, wobei das Nashorn in Südafrika geschossen wird. Die Abschüsse werden akribisch genau festgehalten. Die Trophäen, wie Fell, Hörner, Elfenbein etc. erhält der Jäger und dieser darf sie nicht verkaufen.

Die Piste ist sehr abwechslungsreich. Es findet sich von schwerer, schwarzer Tonerde, die bei Regen unbefahrbar ist, alles bis zu tiefem, roten Sand. Eingerahmt ist der Weg in einzelnen Abschnitten von Mopanebusch, Steppengras, weiten abgebrannten Flächen, immer wieder großen Akazien und vielen Pans. Eine herrliche Gegend, unweit der eigentlichen Teerstraße nach Kasane.

Endlich dürfen wir uns freuen, zwei Säbelantilopen zu sehen und genau vor uns quert eine Herde Elefanten mit Babys die Straße. Es muss hier auch Wasser geben, da einige Warzenkeiler über die Piste huschen. Die Zikaden, wobei es sich nur um die männlichen handelt, machen im Mopanegebüsch einen unbeschreiblichen Lärm, der ohrenbetäubend ist. Erst als das Bett des Leshomaflusses erreicht ist, sehen wir Wasserbüffel, Giraffen und eine stattliche Herde Säbelantilopen. Große Akazien stehen hier und deutliche Elefantenspuren finden sich an einem nahen Wasserloch.

Kurz entschlossen campieren wir 50 Meter neben der kleinen Pfütze. Zeitig verziehen wir uns ins Zelt, um herannahende Tiere nicht durch Geklapper zu stören. Gegenüber am Hang sind schon einige Wasserbüffel. Der Horizont wir von Blitzen erleuchtet und es dauert nicht lange bis starker Wind aufkommt und die ersten Tropfen fallen. Wir müssen alle Luken dicht machen und hören außer dem Prasseln des Regens nichts mehr.

Der Spuk dauert nicht lange, dann setzt das Quaken der Ochsenfrösche und das Zirpen der Zikaden wieder ein. Doch das ist nicht alles, fast gleichzeitig hören wir Elefanten. Leise öffnen wir die Reißverschlüsse und staunen  nicht schlecht, als der Elefant vor dem Auto steht. Gemächlich dreht er ab und planscht ausgiebig in der Pfütze. Weitere Tiere gesellen sich dazu, auch zwei Kleine sind dabei. Die Nacht ist vom Mondlicht erhellt und der weiße Sandboden reflektiert das Licht, sodass wir gut sehen können. Es riecht stark nach Elefant, der Wind zieht genau zu uns, so können die Tiere uns nicht wittern. Sehen tun sie nicht besonders gut und gehen also zielstrebig auf unser Auto zu. So ein schöner grüner Baum!!!

Das Herz klopft und der Atem stockt uns, das Tier steht keine zwei Meter vor dem Auto. Doch ehe der Rüssel ins Zelt wandert um nach Fressbarem zu greifen dreht die Elefantenkuh mit den zwei Kleinen ab.

Gar nicht weit von uns entfernt beginnt das Knacken und Rascheln im Gebüsch erneut. Das tiefe Knurren der Mägen zeigt, sie sind noch lange nicht satt. Irgendwann übermannt uns der Schlaf, wir werden noch mal kurz wach als wieder ein Elefant im Wasserloch duscht. Langsam zieht die Morgendämmerung auf und die Vögel beginnen mit ihrem Konzert. Die Reste der Gewitterwolken färben sich in allen Rottönen und es wird Tag im Flussbett.           

 

Montag, 21. November 2005

 

Leshomaflussbett – Kasane – Mudumopark in Namibia
 

Die Abgeschiedenheit vom Alltag reinigt den Geist. (G.C)

 

Das Flussbett des Leshoma ist ein kleines Paradies für Tiere. Überall Wasserlöcher und hohe Akazien. Die Mopanebüsche sind von den Elefanten arg zugerichtet. Scheue Impalas durchstreifen in kleinen Gruppen die Büsche abseits der Straße. Eine Manguste flitzt in einem Affenzahn über die Piste und verschwindet in einem hohlen Baum. Diese letzten Kilometer bis nach Kanzungula sind ein Naturgenuss.

Der Grenzposten ist besetzt und es geht gleich zur Sache. Ein- und Ausreise befinden sich in einem Büro und die Beamten sitzen eng zusammen. Wir erklären bei der Immigration, dass wir nur eine Frage beim Zoll haben und die Dame schickt uns weiter. Alle Augen sind auf uns gerichtet. Nun versuchen wir dem Zöllner klar zu machen, dass wir gar nicht nach Zimbabwe reisen wollen, sondern nur das Carnet verlängert werden soll. Nach einigem Zögern saust der Stempel auf das Papier und das Auto ist schon mal ausgestempelt. Unsere Pässe haben wir noch nicht aus der Hand gegeben. Der unwillige Beamte bezeichnet uns per Handbewegung, dass wir ums Haus herum und drüben wieder rein müssen. Direkt sagen tut er das nicht. Also fahren wir mit dem Landy um den Block, und treten sehr unsicher von der anderen Seite in dasselbe Büro. Erklären der Dame hier dasselbe noch mal, was sie gerade schon mitgehört hat, als wir es ihrer Kollegin erklärt haben. Die unwillige, fast unverschämte Zöllnerin nimmt mit Kaugummi kauendem, weit offenem Mund unser Carnet entgegen. Sie erhebt sich nicht mal aus der liegenden Stellung im Stuhl und stempelt mit einer müden Bewegung das Carnet ab. Mehr beiläufig, als den wirklich interessiert hat sie vorher noch gefragt, warum wir nicht ausreisen. War es das schon? Das war einfach, vielleicht zu einfach??? Wir haben Sorge, noch ist die Polizei zu passieren. Aber nichts passiert. Geschafft, das Carnet ist im Sack und wir haben alle Optionen offen.

Wie letztes Jahr ist die Regenzeit wieder früh dran und Sambia mit seinen Parks hat nicht mehr zu bieten als Botswana. Hier in Botswana gibt es für uns noch so viel zu sehen.

Vom Grenzposten ist es nicht weit nach Kasane. Hier treffen wir erstmals auf den Sambesi und den Chobe. Der Chobe kommt ursprünglich aus Angola und trägt auf seinem Weg nach Kasane viele Namen. Im Angolanischen Hochland vereinigen sich die Flüsse Cuando und Utembo zum Kwando und der durchfließt den Caprivistreifen auf dem Weg nah Süden. Am Selinda Spillway verbreitert sich der Fluss zu einer 900 km²großen Sumpflandschaft und wird ab jetzt Linyanti genannt. Weiter nach Nordosten ergießt sich der Linyanti in den Lake Liambezi, und nennt sich ab nun Itenge. Bei Ngoma Bridge, da kommen wir später noch hin, sammelt sich aus der Schwemmebene wieder ein Fluss und das ist nun der Chobe. Er fließt weiter nach Osten, vereinigt sich hinter Kasane mit dem Sambesi und gar nicht weit von hier stürzt das Wasser als die Viktoria Fälle in die Tiefe. Kasane bietet alles von teuren Lodges bis zu Campingplätzen am Chobe. Das zahlungskräftige Publikum mischt sich mit Overlandern und Individualreisenden wie uns.

Bei einem zweiten Frühstück beschließen wir eine neue Reiseroute. Über Ngoma Bridge soll es weiter nach Namibia gehen und dort über Kongola in den Mudumo Nationalpark und den dort anschließenden Mamilipark.

Gedacht – getan, mit vollen Tanks rollen wir die Transitstrecke durch den Chobepark. Direkt vor uns überqueren Elefanten die Straße. Einer kommt immer näher und auch ohne Zoom füllt sein Kopf plötzlich den Sucher der Kamera. Mir ist schon unheimlich aber ich halte tapfer drauf und sage: „ Uwe fahr doch endlich zurück!“  „ Geht doch nicht!“ antwortet er, da drehe ich mich um. Uwe fotografiert nach hinten, wo ein noch größerer Elefant uns den Rückzug versperrt. Wir sitzen in der Klemme, aber glücklicherweise lassen die Tiere von uns ab und ziehen weiter in den Busch. Immer wieder kreuzen Elefanten die Straße oder stehen in Gruppen unter den wenigen schattenspendenden Bäumen, die sie noch nicht gefressen haben.

   
Transitstrecke Kasane – Katima Molilo Achtung Wild hat Vorfahrt
   

Viele Baobabs stehen an der Straße nach Ngoma Bridge, der Grenzübergang zu Namibia. Wir treffen hier auf den kaum Wasser führenden Chobe und überqueren ihn auf der großen Bücke.

 

Unsere Tour durch Namibia blaue Linie / Unsere Tour auf Google Earth klicke bitte hier ...

 

Der nächste Ort ist Katima Mulilo. Wie so viele Ortschaften, die einen Supermarkt haben, von Müll durchzogen. Unten am Sambesi befinden sich einige schöne Häuser. Sie sind noch als weiße Bastionen zu erkennen. Grüne Gärten, gemalte Mauern und ordentliche Zäune, beinhalten schmucke Inseln in denen es sich gut leben lässt. Bewundernswert, wie die Menschen es aushalten können, kaum das sie zur Haustüre draußen sind, im Müll zu stehen.

Die Dörfer entlang der 100 Kilometer langen Straße machen einen besseren Eindruck. Die Hütten sind mit Gras gedeckt und mit hohen Graszäunen, zum Schutz vor Wind, umgeben.

Von Kongola sind es noch 30 Kilometer bester Piste bis zum Mudumo Park. Das Permit kann erst an der Station Nakatwa gelöst werden. Dort gibt es dann auch Kartenmaterial und Hinweise auf die Camps.

Für uns läuft natürlich wieder alles anders. Gleich nach dem Gate stehen Zebras und etliche Elfanten. Wir erreichen die Station und niemand ist da, ein Zettel hängt an der Türe. Als wir uns den angegebenen Campingplatz 300 Meter links anschauen, wollen wir dort nicht stehen, - mitten im Müll. Also breiten wir uns zwischen zwei Häusern auf der Station mit Blick auf den Kwando aus.

Pech gehabt, später kommen nicht nur Mücken sondern auch das Personal und die quatschen und kichern bis um 2 Uhr nachts. Das war aber noch nicht alles ! Von unten blubbern und grunzen die Hippos zu uns herauf, ein Ochsenfrosch quakt auch und in das nächtliche Konzert stimmen verschiedene Vögel mit ein, Zikaden lärmen unentwegt und der König der Tiere, ein Löwe brüllt.

Gänsehaut zieht am Rücken auf aber es ist herrlich, so eine afrikanische Nacht zu erleben. Gleich bei Tagesanbruch werden wir losziehen um den Löwen zu suchen.

 

Dienstag, 22. November 2005

 

Mudumo Park in Namibia

 

Was ist Zivilisation, wo fängt es an?

 

Früh sind wir auf und ohne Frühstück geht es zur Löwenjagd. Am Camp drei treffen wir Franzosen, sie haben den Löwen auch gehört. Der Kwando zieht hier eine wunderschöne Schleife, an die 10 Flusspferde tummeln sich hier. Die Hippos sind friedliche Tiere, solange man sie in Ruhe lässt. Sie baden den ganzen Tag im warmen Wasser und grunzen sich gegenseitig zu. Erst nachts gehen sie an Land und grasen. Es ist nicht sehr aufregend sie zu beobachten, da meist nur Augen und  Ohren aus dem Wasser lugen.

Eine der spannendsten und aufregendsten Stunden mit Tieren steht uns nun bevor. Auf dem Weg zurück, treffen wir drei Elefanten und bevor wir richtig zum Stehen kommen und die Kamera bereit haben, sind es schon Zehn. Vorsichtig setzen wir auf einer kleinen Kuppe, flankiert von zwei Büschen, zurück, um den Tieren ungehindert Zugang an das Wasser zu gewähren. Innerhalb weniger Minuten füllt sich das ganze Becken mit 150 Elefanten aller Größen und Altersklassen. Die Halbstarken fechten kleine Kämpfe und drei ganz Übermütige springen ins Wasser. Dicht gedrängt stehen die Tiere am und im Wasser.

   
   
Elefantenherde am Kwando im Mudumo NP  
   

Sie berüsseln sich gegenseitig liebevoll und passen sehr gut auf die Kleinsten auf. Immer wieder werden wir observiert und unsere Herzen pochen gewaltig. Wenn ein Elefant mit den Ohren wackelt ist das noch keine Drohung. Ernstzunehmend wird es, wenn das Tier die Ohren anlegt, den Rüssel zu Boden senkt und aus der Drüse zwischen Auge und Ohr Flüssigkeit dringt. Einige Tiere ziehen rechts, andere links, in zwei Meter Entfernung am Auto vorbei. Eben sieht es so aus, als ob sich die Versammlung langsam auflöst, da kommt in schnellem Tempo eine weitere große Gruppe Elefanten den Hang herunter. Sie genießen das Wasser und das gleiche Szenario spielt sich ab wie vorhin, bis ein junger Bulle extrem nahe an unser Auto kommt. Er ist nicht bedrohlich groß, aber in diesem Moment hat er uns gewittert. Sofort dreht er auf dem Absatz um, und keine Sekunde später tut ihm die ganze Herde das nach. Dann ertönt ein wütendes Trompeten und die Elefanten sind in den Büschen verschwunden. Dieser Abgang war unbeschreiblich schnell. Die Impalas am Wegesrand sind scheu und springen schnell davon. Im Camp zieht ein Waran seine Erkundungstour durch die Bäume.

   
Ein Waran zieht durchs Camp

Frühstück am Kwando

   

Wir buchen uns noch einen weiteren Tag ein und fahren in die andere Richtung bis zum Hippopool. Das hat sich gelohnt.

Viele Hippos liegen hier faul rum und wir machen ihnen das eine Stunde nach. Ein herrlicher Platz.

Zurück im Camp wechselt Uwe die Reifen. Keine Notwendigkeit sondern nur der Optik wegen, damit sie alle gleichmäßig abgefahren werden.

Dunkle Wolken sind aufgezogen, als wir zum Gamedrive am Abend aufbrechen. Eine Gruppe Impalas kreuzt die Straße, viele Vögel tummeln sich am Wasser und ein Elefantenbulle strebt zum Fluss. Wir versperren ihm den Weg, wütend dreht er um. Ein stattlicher Seeadler sitzt selbstbewusst auf einem Baum. An Camp vier, wo wir heute schon gefrühstückt haben, beendet ein Gewitter unsere Pirschfahrt. In weniger als einer halben Stunde ist das Schauspiel vorbei. Wir stehen hier auf einer Betonplatte, wie auf einer Empore und haben einen Logenplatz mit fantastischem Blick über die Schleife des Kwando. Die Nacht bleibt ruhig, ganz in der Ferne brüllt wieder und wieder der Löwe.

 

Mittwoch, 23. November 2005

 

Mudumo – Mamili - Leopard

 

Loslassen können ist eine Frage der Wichtigkeit (G.C)

 

Sehr zögernd verlassen wir das Camp, denn wir haben gehofft, dass die Elefantenherde noch mal ans Wasser kommt. Mit dem GPS erkunden wir einen Weg aus „Tracks4Afrika“, ein heißer Tipp von unseren Freunden. Der Weg führt in die letzte Ecke vom Park, irgendwann verschwindet er im Busch und kommt auf der anderen Seite nicht mehr zum Vorschein. Einfach auf gut Glück wollen wir nicht durch den Busch fahren, also umdrehen und wieder zurück. Dabei treffen wir auf unsere Mitcamper von dieser Nacht und wir fahren den Rest des Tages zusammen.

Bald erreichen wir den Abzweig nach Mamili. Der Park ist schlecht ausgeschildert aber GPS und die „Tracks4Afrika“ führen uns diesmal sicher zum Ziel. Er ist sehr trocken zur Zeit, das bedeutet wenige Tiere. Das Gras steht hoch, an vielen Stellen wie eine gelbe Wand, da wird es schwer werden Löwen zu entdecken. An den Camps befinden sich jeweils Hippos im Fluss und ein großer Schwarm Marabus kreist über dem Schilf.

Nach einer Mittagsrast brechen wir am Abend noch zu einem Gamedrive auf. Einige Gazellen, Paviane und Warzenkeiler lassen sich aufstöbern, sowie am Wasser Vögel aller Art.

Eine Schleife aus „Tracks4Afrika“ soll die Runde abschließen. Ein Weg ist nicht zu sehen wir folgen einfach den Punkten des GPS. Immer wieder passieren wir trockene Wasserlöcher und müssen Flussbetten durchqueren. Aber es macht Spaß, die Gegend zu erkunden und dabei nicht verloren zu gehen. Langsam wird es dämmrig und wir müssen irgendwie auf eine Piste kommen. Wir sind sehr damit beschäftigt den Weg zu suchen und vergessen fast auf Tiere zu achten.

   
Leopard, jetzt sind die Big Five voll Afrikanische Brücke
   

Mehr beiläufig drehe ich den Kopf nach rechts und der Atem stockt mit einem Schlag, ich kann gar nichts sagen. Uwe versteht auch so und hält. Da liegt in seiner ganzen Pracht, ein Leopard. Unsere erster!!! Er rührt sich nicht von der Stelle, wie ausgestopft bleibt er reglos liegen. Erst als das Zweite Auto um die Ecke biegt, springt er auf und prescht davon. Abends sitzen wir am Fluss und erzählen Reiseabenteuer mit Theresia und Hans.

   
Night Game Drive Camp im Mamilipark
   

Die Hippos ziehen sich bald hinter die Flussbiegung zurück, denen ist es hier bei uns viel zu laut. Nach Mitternacht frischt der Wind auf und Uwe muss noch mal aus dem Zelt um die  Sachen hereinzuholen. In den frühen Morgenstunden planscht und grunzt ein Hippo vor uns im Pool. Das war es aber schon. Die Herde Gazellen weidet nach wie vor ganz in der Nähe, die haben sich von uns gar nicht stören lassen.

 

Donnerstag, 24. November 2005

 

Mamilipark - Katima Mulilo - Sintflut

 

Auf dem Weg zu sich selbst sollte man sich keine Steine in den Weg legen.(G.C.)

 

Der Himmel ist verhangen und leise tröpfelt es vor sich hin. Von Hans und Theresia verabschieden wir uns, da wir noch eine Nacht im Park bleiben wollen. Um 10 Uhr starten wir zum Gamedrive, am Abzweig treffen wir auf eine große Herde Elefanten. Die Tiere reagieren sehr nervös und recken die Rüssel in unsere Richtung, um zu wittern was da kommt. Der Mamilipark ist von namibianischer Seite fast unerschlossen. Einige Pisten führen hindurch und zwei Stellen am Kwando sind als Camps ausgewiesen. Wenige Touristen kommen hierher und die Tiere sind alle sehr scheu. Dennoch zeigen sich neben den Elefanten auch Reedböcke, Warzenschweine, Hippos, Giraffen und Vögel aller Art. Mehrmals führt der Weg noch an den Kwando und jedes Mal treffen wir auf Hippos.

   
So schnell wie nötig und so langsam wie möglich Hippopool + Elefanten + Giraffen
   

Dann werden wir von einem Gewitter eingekreist und die Rückfahrt wird zu einer dieser gefürchteten Schlammschlachten. Sollte es die Nacht weiter regnen, sind die Wege morgen nicht mehr befahrbar. Darum brechen wir den Parkbesuch ab und arbeiten uns zum Ausgang vor.

Von hier ist es eine langweilige Fahrt nach Katima Mulilo und wir erreichen müde und erschöpft das Camp der Zambesi River Lodge. Eben ist das Zelt aufgebaut und Uwe verschwindet in der Dusche, als fast gleichzeitig starker Wind einsetzt und ein sagenhaftes Gewitter losbricht. Der Kochtopf steht bereits im Auto, das Zelt muss regendicht gemacht werden und die Stühle dürfen nicht draußen stehen bleiben. Uwe scheint es nicht für nötig zu befinden seinen Badezimmerbesuch abzubrechen. Vermutlich sitzt er das Gewitter in der Dusche aus. Na ja, so ist es eben, bis alles verstaut ist bin ich patschnass.

Ach ja, unsere Wegbegleiter von gestern sind auch auf dem Camp gelandet. Das Gewitter lässt nicht nach und wir gehen in das Restaurant zum Essen. Gerade als das leckere Oryxsteak serviert wird, fällt der Strom aus. Niemand regt sich auf, bei Kerzenschein läuft der rege Betrieb im Restaurant weiter. Der Regen hält lange an und wir zweifeln daran, dass wir morgen nach Savuti fahren können.

 

Freitag 25. November 2005

 

Sintflut in Katima Molilo – Flucht nach Mahango Game Park

 

Auf dem Weg zu sich selbst sollte man in alle Richtungen schauen (G.C.)

 

Die Wolken hängen unheilschwanger am Himmel und lassen sich auch nicht lange bitten. Auf dem Wochenmarkt gibt es neben den unzähligen Badeschlappen keine sehr große Auswahl. Aber der Grundbedarf kann gedeckt werden mit Zwiebeln, einigen noch grünen Tomaten, Grünkohl und grünen, unreifen Mangos. Es gibt Verschiedenes was wir nicht kennen, frischen, sowie getrockneten Fisch in allen Größen. Eine ganze Kuh wird verkauft, das Fleisch and dem einen Tisch, Innereien und Kutteln wieder an einem anderen Tisch. Eine Frau wäscht in einer dunklen Brühe den Pansen der Kuh aus. Nichts stinkt, alles riecht frisch. Uwe möchte trotzdem nichts kaufen. Wir erstehen einige Korbwaren im Craftshop. Die Hambukushufrauen, welche am Panhandle leben, fertigen diese hübschen und nützlichen Korbflechtereien.

   
Baobab in Katima mit Eigendünnungs-WC Markt in Katima
   

Neben den Hambukusku leben in Botswana mehrere andere Stämme. Die Bayei, Khoi-San, Hottentotten, Herero, Bakgalakgadi und natürlich die Batswanas.

Es regnet ohne Unterbrechung, große Pfützen bilden sich auf den Straßen. Wir checken im Internet das Wetter in Maun und dem ganzen südlichen Afrika. Die nächsten Tage sind bewölkt und es soll immer wieder regnen. Unsere Überlegungen führen in viele Richtungen, wir sind sehr unentschlossen. Letztlich fällt die Entscheidung gegen Savuti. Die Gebühren für den Park sind hoch und das Risiko, dass es im Park regnet auch. Das bedeutet neben schlechten Pisten auch noch schlechte Fotos. Wieder wird die Reiseroute umgeändert und unser Weg führt über Kongola den Caprivistreifen hinaus, in Richtung Bangani. Das Wetter bessert sich für einige Stunden, aber die starke Bewölkung bleibt. Kurz vor der Ortschaft Bangani zweigt der Weg zum Mahango Game Park ab. Der Park ist nur für Tagesausflüge geöffnet, also campieren wir in der Mahango Lodge wenige Kilometer vor dem Park Eingang. Mahango bedeutet soviel wie „ Nahrung der Einheimischen“. Der Platz hat eine herrliche Lage am Okawango und von jeder Campsite kann man auf den Fluss sehen. Ein Hippo begrüßt uns mit weit aufgerissenem Maul und schon wieder fängt es an leicht zu regnen. Vermutlich war unser Entschluss Savuti auszulassen schon richtig.

Der Rio Cubango entspringt im angolanischen Benguela Plateau und nach 1.300 Kilometer passiert er die Grenze zu Botswana. Bereits stattliche 100 Meter breit, fließt der drittgrößte Strom im südlichen Afrika nun als Okawango in die Kalahari. Von oben betrachtet gleicht das Delta einer Pfanne mit langem Stiel, dem „Panhandle“, an dessen Ende wir nun campieren. Durch die geologische Besonderheit des ostafrikanischen Grabenbruchs und der Gomarefalte teilt sich der Okawango etwa 90 km später in mehrere Arme und bildet die Pfanne. Ein Gebiet so groß wie Schleswig Holstein, wird durch die Wassermassen des Flusses zum größten Binnendelta der Welt. Etwa 6.000 km²Fläche stehen ständig unter Wasser. Während den jährlichen Regenzeiten werden zusätzlich bis zu 12.000km² Land, mit 5 bis 12 Milliarden m³Wasser überflutet. Erst die Thamalaknefalte stoppt die Überschwemmung und leitet Wasser welches noch nicht versickert oder verdunstet ist, weiter als gleichnamigen Fluss. Bei Maun teilt sich dieser. Der kleine Lake River fließt weiter zum Ngamisee, der größere Anteil wird zum Boteti. 

   
Ich über Ihn und Er über mich
   

Die Lodge ist im Jagd und Safaristil eingerichtet, wir gehen noch auf einen Drink in die Bar. Den Gästen hier wird sehr gutes Essen serviert. Wir lassen uns im Fernsehraum nieder und sehen deutsches Programm, wer will kann Informationen aus aller Welt bekommen. Sterne funkeln am Himmel, als wir bei Hildegard und Toni, unseren Campnachbarn noch einen Absacker zu uns nehmen. Keine Wolke ist am Himmel zusehen.

 

Samstag 26. November 2005

 

Namibia – Botswana - Tsodilo Hills

 

Nichts trägt sich schwerer als die Verantwortung für einen geliebten Menschen(G.C.)

 

Ein strahlender Morgen, lautlos fließt der Okawango am Campingplatz vorbei. Das Hippo wohnt hier um die Ecke und nimmt ein Morgenbad.

 

Sonnenaufgang über dem Okavango

 

Der Chef selber rät uns trotz der schlechten Wettervorhersage nach Savuti zu fahren. Wir bleiben unentschlossen. Wollen wir drei hundert Kilometer zurück und dann dort eventuell im Regen stehen? Wir besprechen uns mit Hildegard und Toni, zusammen haben wir vorgehabt in die Tsodilo Hills anzufahren. Dabei lassen wir es dann auch. Die Beiden werden, genauso wie wir, wieder mal nach Botswana kommen. Der Mahango Park ist für uns Transitstrecke nach Botswana.

Unser Weg zurück durch Botswana blaue Linie / Unsere Tour auf Google Earth klicke bitte hier ...

 

Die Formalitäten an der Grenze sind freundlich und zügig. Am Veterinär Gate interessiert sich niemand für den Inhalt unseres Kühlschrankes.

Hier am Gate ist der Abzweig auf die Sandpiste zu den Tsodilo Hills. Die Piste zieht sich am Zaun entlang, das GPS weist uns den Weg. Er ist in einem schlechten Zustand, scheint lang her zu sein, dass hier jemand gefahren ist. Wir mühen uns durch hohes Gestrüpp und müssen unzählige umgestürzte Bäume umfahren. Hildegard und Toni, im Nissan, folgen uns unbeirrt. Die 30 Kilometer durch Gestrüpp und tiefen Sand werden elend lang. Immer wieder peitschen die mit Dornen besetzen Stauden ins Auto. Nach elenden, heißen vier Stunden versperrt ein Tor den Weg. Es ist nicht abgeschlossen und nach wenigen Kilometern erreichen wir die Hills. Sie sind umgeben von dichtem Busch und schwere Gewitterwolken hängen über ihnen.

Nachdem wir alle Campsites in Augenschein genommen haben stehen wir endlich an unserem favorisierten Platz und werfen noch mal einen Blick auf die Geschichte.

1966 wurde Seretse Khama als erster Präsident der Demokratischen Republik Botswana gewählt. Ab 1970 geht es mit der Wirtschaft rasant aufwärts. Die Orapa Diamantmine wird eröffnet und der europäische Markt eröffnet neue Perspektiven für die kommerzielle Rinderzucht. 1975 wird die neue Währung, der Pula, eingeführt. Nach mehreren Präsidentenwechseln und 40 Jahren Demokratie führt heute in einer zweiten Amtsperiode Festus Mogae das Land als Staatsoberhaupt.

Die wenigen Kilometer vom Park heute morgen zu den Tsodilohills hätten einen entspannten Fahrtag bedeutet, dieser kleine Abschneider über die Sandpiste hat es nun doch anspruchsvoller werden lassen. Es hat trotzdem allen gefallen und wir erfahren im Office, dass die letzten Gäste 2003 auf dieser Route hierher gekommen sind. Die Hills sind berühmt für die prähistorischen Kunstschätze, die sie beinhalten. Die Felsmalereien, welche keinem Stamm zugeordnet werden können, sind als erste im südlichen Afrika zu den Weltkulturerben gestellt worden. Inmitten der Buschsavanne Botswanas erheben sich die Hügel auf eine Höhe von 1.375 Meter über Meer. Die Berge sind für die Einheimischen hier das Zuhause der Götter und eine schöne Geschichte rankt sich um die vier Erhebungen.

 

Vorne Male, dann Female und so weiter

 

So stellt der höchste Berg einen Mann dar, daneben seine Frau, der noch kleinere Hügel das gemeinsame Kind und der etwas abseits liegende Hügel die erste Frau welche wegen der jüngeren verstoßen wurde.

 

Sonntag, 27. November 2005

 

Tsodilo Hills – in der Sintflut nach Ghanzi

 

Nichts fällt schwerer als Gewohnheiten aufzugeben (G.C.)

 

Das Wetter ist gnädig und wir erklettern bei bedecktem Himmel, über den Rhinotrail, den Frauenberg. Der größte Teil der Felszeichnungen befindet sich an diesem Weg. Das Wetter bessert sich sogar und gegen 11 Uhr scheint die Sonne. Für Felsmalereienfans sind die Hills ein absolutes Highlight.

   
   
Keiner weiß genau wer hier gemalt hat kaputtgelatscht
   

Die Weiterfahrt entlang dem „Panhandle“ treten wir auf der normalen Zufahrtspiste an. Dann fängt es auch schon wieder an zu regnen.

   
Wie ein Korkenzieher schlingt sich der Baum hoch In Botswana trägt man bunt
   

Die Menschen sind mit Rädern und Eselskarren unterwegs, bunte Regenschirme schützen sie heute vor dem Nass von oben. Der Regen fällt in kurzer Zeit so heftig, dass sich ein Fluss bildet wo gewöhnlich kein Wasser läuft und die Straße wird überschwemmt.

 

Wolkenstimmunen / Schlechtwetterwand

 

20 Kilometer vor Ghanzi lichten sich die Wolken und es ist noch schön, aber die Schlechtwetterwand folgt uns in einem rasanten Tempo.

Wie schon bei der Anreise campieren wir beim Kalahari Arms Hotel. Heute bleibt unsere Küche geschlossen und wir essen im Restaurant ein sehr gutes Kudusteak.

 

Montag, 28. November 2005

 

Ghanzi – Mabuasehube Park –Erdmännchen beim Abendessen

 

Geistige Klarheit ist der Ursprung zur Zufriedenheit (G.C.)

 

Der Teilabschnitt des Kalahari Highways von Ghanzi nach Kang ist sehr eintönig.

Ziegen, Esel, Kühe und Pferde beleben die Straßenränder. Einige Dik Diks und zwei Kuhantilopen verschwinden im Gebüsch. Zwei Babyschildkröten und tausend dieser schwarzen fingerlangen und dicken Tausendfüßler versuchen die Straße zu überqueren. Nach weniger als vier Stunden Fahrzeit ist Hukuntsi erreicht. Der Sand ist wieder rot und wir biegen in die zweispurige Piste nach Mabuasehube ein.

Es hat hier schon geregnet und der Webeslogan „ ...the green Kalahari...“, ist Realität. Der Landrover schnurrt durch den tiefen roten Sand, die Piste fährt sich sehr bequem. In der Nähe des Parks sehen wir eine Herde von 20 Gnus und ein Oryx springt hektisch von der Straße. Nur ein scharfes Bremsmanöver von 30 KM auf 0 KM verhindert, dass eine zweite Oryxantilope in unser Auto läuft. Die scheuen Kuhantilopen verziehen sich in die Büsche und erwartungsvoll sitzen die Geier auf einem abgestorbenen Baum. Wenn der Park das hält was die Anfahrt verspricht, dann wird es ein tierreiches Erlebnis. Nun hoffen wir erst einmal, dass wir in den Park einreisen dürfen.

In Botswana ist ein Buchungssystem eingeführt worden und ohne Reservierung in Gaborone gibt es oft keinen Einlass. Dieser Park ist eine kleine Ausnahme, da er selten besucht wird. Der Wildhüter erledigt, wenn auch zögernd, das „booking“ per Funk in Gaborone. Alles klappt wie am Schnürchen und wir umrunden die Mabuasehube Pan auf dem Weg zum Camp. Die Plätze hier sind wunderschön hergerichtet und ein Erdmännchen begrüßt uns.

   
Camp an der Mabuasehubepan Erdhörnchen
   

Der Ausblick über die Pan ist fantastisch. Eine große Herde Springböcke hat sich am östlichen Ende eingefunden. Bei der Familie Erdhörnchen hat es sich nun auch herumgesprochen, dass Besuch da ist und die lustigen Gesellen belagern uns regelrecht. Sie zeigen keinerlei Scheu und fressen nach kurzer Zeit die Kartoffeln aus der Hand. Wir haben größte Freude an den putzigen Tieren und eines lässt sich von Uwe am Kopf streicheln. Zwei nicht weniger interessierte Gelbschnabeltokos zeigen noch etwas Respekt aber das ändert sich schnell und sie kommen immer näher an den Tisch. Wir sind völlig alleine hier auf weiter Flur und überblicken glücklich unsere, im Sonnenuntergang rötlich schimmernde Pan. Die Sterne funkeln und der Mond steht scharf als schmale Sichel dazwischen.     

 

Dienstag, 29. November 2005

 

Tokos beim Frühstück – Dünenritt in der Kalahari – Polentswa Pan

 

Stimmungen sind die Spiegelungen der Seele (G.C.)

 

Das Frühstück, bestehend aus Flocken und heißer Milch läuft Gefahr kalt zu werden. Die zwei Gelbschnabeltokos haben eine herrliche Nummer drauf und unterhalten uns köstlich.

   
Spieglein Spieglein an der Wand wer Gelbschnabeltokos im Team
Francolin Wir nannten ihn den Schreivogel
   

Sie spielen und schmusen mit Ihren Spiegelbildern in der Windschutzscheibe und als sie die Außenspiegel entdecken, ist es völlig um sie geschehen. Sie geben die unglaublichsten Töne von sich und wieder und wieder klappern sie mit den gebogenen gelben Schnäbeln über das eigene Konterfei. Der frechste von den Beiden sitzt jetzt auf dem Lenkrad und möchte doch zu gerne in den Innenspiegel schauen, was ihm nicht ganz gelingt.

Wir können uns nur schwer trennen, aber die Durchfahrt durch den Kgalagadi Transfrontier Park nimmt viel Zeit in Anspruch. In der Pfanne haben sich die Springböcke niedergelassen und in den weiteren Pfannen, die wir passieren, sind überall Tiere zu sehen. Im Park leben die berühmten Kalahari Löwen, sie haben eine dunkle Mähne. Also Augen auf!

   
Bergauf und Bergab 170 km Bis wir das Nossobvalley erreichen 
   

Die wellige Piste ist von Büschen gesäumt und sehr kurvig, schneller als 30 KM/h in der Stunde sind nicht möglich. Nach gut drei Stunden sind die ersten 100 Kilometer geschafft. Die kleinen Wölkchen von heute früh haben sich stark aufgeblasen und werfen große Schatten.

Der Wind hat zugenommen und am Horizont steht eine schwarze Wand. Ihr nähern wir uns langsam aber beständig. Die Gegend gefällt uns ausgesprochen gut und viele Tiere sind unterwegs.

Die Wolken über uns verdichten sich, aber die Schauer gehen weit vor uns nieder. Der Sand ist schwer durch die Nässe und der Landy plagt sich. Aus der welligen Landschaft ist ein herrliches, mit Bäumen und Büschen durchsetztes, rotes Dünenmeer geworden und es macht großen Spaß das Auto durchzusteuern. Ein echtes Prachtstück diese Route für alle 4x4 Fans !

Es ist längst nicht mehr so heiß und viele Tiere sind zu sehen aber immer noch keine Löwen.

Nach weiteren drei Stunden erreichen wir das Trockenflussbett des Nossob. Der Kreis ist geschlossen. Im Nossob Camp haben wir von Upington kommend übernachtet. Heute geht es noch weitere 58 KM nach Norden.

Vier Herden Gnus bestehend aus über 40 Tieren und eine nicht zählbare Anzahl Springböcke, es müssen Hunderte sein, befinden sich im Flussbett. Ein einsamer Schakal quert die Straße, er sieht offensichtlich nicht gut. So werden ihm auch die 100.000 dicken grauen Mäuse, die wir heute gesehen haben, das Überleben nicht sichern.

Endlich, die Polentswa Pan ist erreicht, wenige hundert Meter entfernt ist das Grab des Deutschen Geologen Hans Schwabe. 1958 ist er in Twee Riveren aufgetaucht und wollte vermutlich unerlaubterweise nach Diamanten suchen. Sein Verschwinden war mysteriös und als er bei Polentswa Pan gefunden wurde, war er von den wilden Tieren sehr zugerichtet. Er hat sein Geheimnis mit in das Grab genommen.

Der für uns reservierte Platz ist frei und wir beziehen Position. In der Ferne rollen schon wieder laute Donner und wir sind uns sicher heute noch eine Dusche von oben zu bekommen. Die Stimmung sinkt mit der untergehenden Sonne, denn gleichzeitig zucken die ersten Blitze über den Himmel und ein Sturm fegt über die Pan. Wir sind seit Tagen dabei, dem Regen davon zu fahren, es soll uns wohl nicht gelingen. Es ist kalt und schrecklich ungemütlich, kein Wetter zum draußen sitzen. Das Gewitter zieht mit heftigem Regen über uns hinweg.

 

Mittwoch, 30. November 2005

 

Polentswa Pan - Upington

 

Das Wetter ist der Macher unserer Stimmung (G.C.)

 

Der Morgen ist klamm und kalt, der Himmel mit Wolken verhangen. Die Pan ist leer, nicht ein Tier ist zu sehen. Auf dem Weg nach Nossob sind große Herden Gnus und Springböcke unterwegs. Die gleichen Tiere, an fast den gleichen Plätzen wie gestern. Löwen sehen wir trotz erhöhter Aufmerksamkeit nicht.

Das Wetter bessert sich, aber die Folgen von dem gestrigen Gewitter bekommen wir noch zu spüren. Die Piste ist weite Strecken überflutet. Das Wetter ist gut und der blaue Himmel spiegelt sich in den großen Lachen.

   
Schakal Gnu
Oryx Leopard
   

Dann wie aus dem Nichts taucht ein Leopard auf der Straße auf. Gemächlich trottet er über die Straße und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Nervös zuckt seine Schwanzspitze, er dreht sich noch mal um und spaziert hinter die Büsche. Wir sind glücklich über dieses überraschende Erlebnis.

 

Unser Weg zurück durch Südafrika blaue Linie / Unsere Tour auf Google Earth klicke bitte hier ...

 

In Twee Riveren erfolgt wieder der Grenzübertritt von Botswana nach Südafrika. Die 60 Kilometer lange  Piste bis zur Teerstraße ist immer noch im Bau. Das Asphaltband nach Upington zieht sich durch die Ausläufer der Kalahari. Die Landschaft ist aber ohne die berüchtigten Dornbüsche Botswanas. Hier schmiegt sich Düne an Düne, einzelne Grasbüschel und wenige Büsche stehen dazwischen. Große Pans, in denen Salz gewonnen wird unterbrechen, wie mit dem Zirkel gezogen, die rot - grüne Idylle. Mit jedem Kilometer vermischt sich das Rot des Kalaharisandes mit dem hellen Sand der Karoo und die zauberhafte Kalahari liegt hinter uns.

In Upington beziehen wir das Camp vom Beginn der Reise. Es ist laut und unruhig, das sind wir gar nicht mehr gewöhnt nach diesen vielen stillen, einsamen Tagen in der Natur. Am Pool plärrt laut ein Radio, junge Leute feiern ein Fest.

 

Donnerstag, 1. Dezember 2005

 

Upingon – Langer Ritt nach Kapstadt

 

Anfang und Ende - Alles beginnt im Meer

 

Die Pans füllen sich bei Regen mit Wasser, das Wasser entzieht dem Boden das Salz, die Sonne schleckt das Wasser auf und das Salz bleibt zurück. Der Mensch nutzt das Salz und führt es über die Abwässer wieder dem Wasser der Flüsse zu. Die Flüsse fließen in das Meer. Versalzen so irgendwann die Meere?

Diese Philosophie füllt neben anderen, einen unendlich langen Fahrtag. Als landschaftliches Highlight bietet sich die Gravelroute über die grüne Oase „de Boos“ und Doring an. Sie biegt hinter Calvina von der R 27 ab und mündet bei Clanwilliams wieder in die N 7. Eine herrliche Fahrt durch die Berge, die keinen Umweg bedeutet, da die Piste so gut in Schuss ist, dass auch ein 38 Tonner von SPAR die Route gewählt hat. Nach weitern 150 Kilometern stehen wir im Feierabendstau von Kapstadt – Table View....

Die zwei Kilometer bis zum Sandpipercrescent nehmen im Verhältnis zum Rest der Reise, sehr viel Zeit in Anspruch. An einem strahlend schönen Nachmittag sind wir zurückgekehrt und haben dem Regen endgültig hinter uns gelassen.

   
Tafelberg im Blickfeld Start und Ziel liegen so nahe

 

 

Sala Sentle Botswana – Auf Wiedersehen Botswana

 

Gefahrene KM rund 7.000, Gesamtschnitt 39,1 km/h

 

Wichtige Waypoints WGS 84, Format hddd°mm,mmm

Waypoint

Breite

Länge

Beschreibung

 

 

 

 

001

S 33°50.169

O 18°29.711

Sandpipercres.

002

S 30°15. 666

O 20°32.448

Camp 01

003

S 30°16.107

O 20°32.541

Abzweig nach links zu Camp 01

004

S 28°27.523

O 21°15.160

Camp 02

Upington Eiland Holiday Resort

 

Unsere Tour und Waypoints im Kgalagadi NP und KD1 Konessionsgebiet

005

S 26°28.435

O 20°36.790

Two Reviers

006

S 25°25.314

O 20°35.767

Nossop Camp

007

S 24°53.857

O 20°12.082

Abzweig zum Kaa Gate

008

S 24°46.075

O 19°59.946

Unions End 3-Ländereck

009

S 24°21.508

O 20°37.527

Kaa Gate

010

S 24°20.203

O 20°45.255

Vorgesehenes  Camp

011

S 24°20.588

O 20°45.226

Endgültiges Camp an 1.Pan Richtung Zutswa

013

S 24°13.804

O 20°58.700

2. Pan Richtung Zutswa 

014

S 24°11.843

O 21°04.776

3. Pan Richtung Zutswa (sehr schön)

015

S 24°08.100

O 21°15.228

Zuzswa (Am Abzweig im Spitz scharf links) nahe Wasserrad

016

S 23°55.794

O 21°10.855

Kreuzung einer Cutline

018

S 23°42.640

O 21°04.161

Querweg nach West Richtung Masetlengpan folgen

019

S 23°41.901

O 20°54.823

Matsetlengpfanne

020

S 23°42.263

O 20°53.827

Schöner Rast- oder Campplatz an der Matsetlengpfane

Auf dem Weiterweg an den Wegegabelungen immer Rechts halten

021

S 23°40.027

O 20°50.245

An der Wegegabelung rechts

022

S 23°37.268

O 20°49.184

Unser Camp im Märchenwald

023

S 23°32.403

O 20°47.031

Querverbindung von Ngwantle, dort links nach Nordwest

024

S 23°31.772

O 20°45.926

Auf Querverbindung Ukhwi – Hunhukwe rechts

025

S 23°26.494

O 21°13.453

Ncaang

026

S 23°24.719

O 21°36.107

In Hunhukwe am T links nach Nord

027

S 23°22.466

O 21°37.302

Hunhukwe Pan

028

S 23°19.254

O 21°44.720

Über Cutline geradeaus

029

S 23°18.773

O 21°46.598

Am T-Stück links

030

S 23°05.364

O 21°51.583

Kreuzung Querverbindung Nconjane – Lokolana geradeaus durchfahren

031

S 22°39.694

O 21°5.153

Graveloute gerade durchfahren

032

S 22°39.582

O 21°55.682

Auf dem Kalahari Highway links

033

S 21°41.532

O 21°38.838

Campside Kalahari Arms Hotel in Ghanzi

034

S 21°00.018

O 22°25.359

Veterinary Control 120 km nach Ghanzi

035

S 20°51.027

O 22°26.511

2 Baobabs

036

S 20°48.626

O 22°27.527

1 Baobab

037

S 20°00.652

O 23°25.828

Landrover Maun

038

S 20°11.222

O 23°53.454

Roadcontroll Richtung Nata

Von Gweta aus führen viele Fahrspuren in Richtung Green und Chapmans Baobab. Rechts an Gweta Lodge vorbei.

042

S 20°25.509

O 25°13.865

Green Baobab

041

S 20°29.418

O 25°14.986

Chapman`s Baobab

043

S 18°30.079

O 25°36.365

Touch of Africa Lodge Campside

044

S 18°29.237

O 25°37.191

Von Lodge zur Hunting Road Cutline

045

S 18°19.859

O 25°30.298

Cutline Huntingroad Teerstraße in Kazuma Pan

046

S 18°06.981

O 25°22.155

Cutline Huntingroad Teerstraße, später bei Ansiedelung am Steinbruch rechts vorbei

047

S 17°52.974

O 25°14.316

Buschcamping im Tockenflußbett

048

S 17°48.862

O 25°15.628

Beginn bzw. Ende Huntingroad

049

S 17°49.322

O 23°23.885

Links ab von Teerstraße E8 auf Gravelroad

Unsere Tour und Waypoint im Mudumo- und Mamilipark

051

S 18°05.583

O 23°22.950

Parkeingang zum Mudumo NP

052

S 18°08.287

O 23°26.024

Abzweig zum Makadwa Office

053

S 18°10.342

O 23°25.203

Unser Camp nahe Office (nicht zu empfehlen)

054

S 18°10.838

O 23°27.140

Unser zweites Camp im Mudumo NP

056

S 18°11.003

O 23°29.596

Südausgang Mudumo NP

067

S 18°14.299

O 23°39.676

Abzweig nach Sangwali und Mamili NP

057

S 18°17.117

O 23°38.293

Wasserdurchfahrt (Alternativ über Campside und gebührenpflichtige Brücke)

058

S 18°19.974

O 23°39.681

Eingang Mamili NP

066

S 18°20.029

O 23°39.779

Reception Mamilipark

059

S 18°25.822

O 23°43.349

Camp im Mamili NP

060

S 18°28.735

O 23°38.898

Hippo Pool

064

S 18°27.367

O 23°40.402

Weiterer Hippo Pool

068

S 17°29.181

O 24°17.111

Sambesi River Lodge

069

S 18°05.485

O 21°40.164

Abzweig zum Buffalo Game Park

070

S 18°08.422

O 21°40.899

Campside Mahango Safari Lodge

071

S 18°10.753

O 21°40.839

Eingang Nordseite Mahango Gamepark

Achtung: Sandpiste war angeblich seit 2 Jahren nicht mehr befahren und ist dementsprechend von Cameldorn ugewachsen

072

S 18°29.265

O 21°55.133

Abzweig rechts zur Sandpiste zu den Tsodilo Hills

073

S 18°33.969

O 21°47.512

Abweig nach links weg vom Zaun

077

S 18°36.605

O 21°49.504

Abzweig von Cutline nach rechts auf schmale Sandpiste (Viele Dornen)

075

S 18°45.535

O 21°44.212

Office Tsodilo Hills

076

S 18°45.724

O 21°44.578

Unser Camp Tsodilohills

078

S 18°47.374

O 21°44.974

Von Sandpiste auf befestigte Gravelroad

033

S 21°41.532

O 21°38.838

Campside Kalahari Arms Hotel in Ghanzi

079

S 23°40.809

O 22°45.664

Abzweig nach Hukunski

080

S 23°59.992

O 21°47.726

Links ab auf Teerstraße nach Lokhwabe

081

S 24°06.922

O 21°46.964

Links ab auf 4x4 Track Richtg. Mabuasehube NP

082

S 24°51.165

O 22°04.841

An Gabelung links ab

083

S 24°51.166

O 22°09.423

Am T-Stück rechts abbiegen

084

S 24°56.081

O 22°09.447

Von links kommt eine Stichstraße. Wir bleiben geradeaus

085

S 25°04.080

O 22°09.448

Weitere Stichstraße von links. Wir bleiben geradeaus.

086

S 25°04.983

O 22°09.437

Mabuasehube Gate

087

S 24°58.874

O 22°00.017

Camp 4 an der Mabuasehubepan

088

S 25°14.374

O 22°02.596

Abzweig zum Nossob Valley 170 km

089

S 25°15.001

O 21°30.674

Camp Nopody 02

090

S 25°14.443

O 21°24.412

Camp Nopody 01

091

S 25°23.486

O 20°36.098

Links halten. Hier endet der Wildernestrail von Mabuasehube kommend

092

S 25°23.823

O 20°35.833

Stoßen auf Fahrstraße im Nossobtal. Hier rechts. (Zum Nossobcamp links)

093

S 25°05.623

O 20°24.549

Abzweig nach Polenzwa

094

S 25°05.297

O 20°25.716

Polenzwacamp

 

 

 

 

 
 

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Botswana bis Grenze Südafrika

Südafrika

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