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4 - Ländertour 2000

1. Südafrika

2. Namibia 3. Botswana - Simbabwe


Namibia

Vom 19. März bis 04.April 2000

Sossusvlei unter Wasser

 

unsere Route weiter durch Namibia

 

 

 

 

 

Sonntag, 19. März 2000

 

In der Vollmond hellen Nacht rasen doch noch einige Fahrzeuge vorbei. Nach Joga und Frühstück fahren wir nach Rietfontein. Das gesamte Dorf ist schön angezogen auf dem Weg zur Kirche, Sonntagsgottesdienst. Die Zöllner sind im Amt und problemlos passieren wir die Grenze. Die Beamten auf beiden Seiten sind sehr freundlich. Auf Namibischer Seite wird von den Afrikanischen Beamten Deutsch gesprochen. Die Pisten hier in Namibia sind in einem super Zustand. In Aroab wird getankt. Dann geht es auf der C11 nach Norden. Später folgt ein Abzweig zur D503, welcher einen Umweg darstellt, sollten wir diesen fahren. Außerdem wird darauf hingewiesen “ Sand, only by 4x4“. Auf der einen Seite wird die Zeit knapp und

   
Kalahari in Namibia Farming in der Kalahari
   

doch ist die Verlockung größer. Wir tauchen nochmals richtig in die namibische Kalahari ein. Überall rote Sanddünen. Selbst hier gibt es noch einzelne Farmen, die sich vorwiegend auf die Rinderzucht spezialisiert haben. Dann wird der Weg interessant. Lediglich zwei sandige Fahrrinnen, der Boden gibt nicht mehr viel Halt. Dann nur noch weicher roter Sand und die ersten Dünenkämme sind zu überqueren.

   

Wann hier das letzte mal jemand gefahren ist, lässt sich nicht sagen. Jedenfalls sind keine Fahrspuren mehr auszumachen. Jetzt geht beim Anstieg trotz niederem Luftdruck und Vierradantrieb nichts mehr. Der Motor bringt nicht mehr genug Leistung und wird heiß. Also wieder zurückrollen und im Geländegang ein neuer Versuch.

Viel Regen, viel grün  
   

Mit Ach und Krach schaffen wir es auf die Kuppe. Sollen wir vielleicht doch besser umkehren? Wie oft haben wir uns schon diese Frage gestellt? Noch ein, zwei Kuppen, man kann in ein Tal sehen und der Weg scheint besser zu werden. Also geht es weiter. Der Regen hat alles in Grün verwandelt. Wir haben das Gefühl durch ein Kornfeld zu fahren. Selbst der Grünstreifen zwischen den Fahrspuren ist hoch bewachsen. Das gut einen Meter hohe Büschelgras hat Rispen wie Getreide und ist gerade dabei die Saat für den nächsten großen Regen zu legen. Bis sie Aufgehen wird, kann Jahrzehnte dauern. Zwischen dem Gras überall Melonen und Kürbisse. Unser Fahrzeug mutiert zu einer Korndreschmaschine. Die Rispen

   
Melone oder Kürbis gefällig?
Nissan - Sani - Drescher Bergauf - Bergab
   

schlagen an die Bullbar, Spelzen und Körner fliegen durch die Luft. Viele fingerlange Heuhüpfer werden aufgescheucht, wild hüpfen und fliegen sie um das Auto. Nur gut, dass wir uns vorsorglich ein Moskitonetz zum Schutz des Kühlers gekauft haben, da dieser sich sonst völlig zusetzt und die Kühlung noch schlechter funktioniert. 100 km Kalahari Landschaft, einzelne Farmgebäude, wir sind begeistert. Schließlich mündet die Piste auf die C15. Sie führt durch den Trockenfluss Auob. Der Auob ist uns vom Kalahari Gemsbock Park bekannt. Die Piste hier durch das Revier ist wieder in Formel 1 mäßigem Zustand, nur so zum dahinrauschen. Aber trotzdem ist immer äußerste Konzentration angesagt. Ein Augenblick der Unachtsamkeit kann schlimme Folgen haben. Es ist schwierig, wenn das Fahrzeug ins Schleudern kommt dieses wieder abzufangen. Im übrigen gilt, wie im gesamten südlichen Afrika Linksverkehr. Für uns Europäer kann dies ungewohnt sein. Und gerade der geringe Verkehr birgt eine ungeheure Gefahr in sich. Man fährt nicht links, nicht rechts, sondern in der Mitte. Kommt dann plötzlich nach Stunden doch mal ein Fahrzeug entgegen, zieht man vor lauter Schreck nach rechts und ein Frontalzusammenstoß ist die Folge. Eine Farm reiht sich, in gemäßigtem Abstand von 20 km an die Andere. Kurz vor Gochas machen wir gegen 17.00 Uhr halt, um uns den Kalaharistaub vom Leib zu schütteln. Pferdefuhrwerke fahren vorbei, eines sogar vierspännig. Die Sonne verabschiedet sich ohne viel Getue und im gleichen Moment hebt sich der Vollmond in den tiefblauen Abendhimmel. Ein Pferd galoppiert auf der angrenzenden Weide vorbei und wiehert aufgeregt. Dann senkt es den Kopf ins Gras und beginnt zu fressen.  

 

Montag, 20. März 2000

 

Früh schon, kurz nach Sonnenaufgang fahren wir weiter auf der C15 über Gochas, Stampried, Uhlenhorst. Von dort über die C25 nach Rehoboth, der Hauptstadt der Basdards, wo wir auf die asphaltierte B1 treffen, die uns dann nach Windhoek führt. Dort besuchen wir erst einmal Caprivi Car Hire, wo Gabis Eltern morgen den Toyota Hilux übernehmen werden. Ingo und Jana Bahr sprechen beide Deutsch. Verschiedene Besorgungen im Einkaufszentrum, waschen im Waschsalon und anschließend in Richtung Flughafen.

   

Morgen ist Feiertag, eine ganz besondere Sache steht an, zehn Jahre Unabhängigkeit. Dementsprechend viel Polizei in Windhoek. Auf dem Weg zum Flughafen müssen wir plötzlich schnell die Fahrbahn verlassen. Auf beiden Fahrspuren kommen uns, eskortiert von Polizei und Hubschrauber, im Konvoi fahrend schwarze Karossen mit Politikern entgegen.

Politikerprominenz (10 Jahre Unabhängigkeit)  
   

Nach ein paar Minuten ist der Konvoi vorbei und der gewöhnliche Straßenverkehr nimmt wieder seinen lauf. Erst haben wir daran gedacht, am Flughafen zu übernachten, nehmen aber davon Abstand, da dort zuviel Trubel ist. In 5 km Entfernung findet sich ein Platz zum Übernachten. Ein freundlicher Farmer, dessen Anwesen wir für eine Lodge gehalten haben billigt unsere Anwesenheit. Es ist schon dunkel. Bei Motten und Gottesanbeterinnen, die sich alle auf Uwe gesetzt haben gibt es noch eine Kleinigkeit zu essen. Dann gute Nacht. Ein Gewitter mit reichlich Regen in den frühen Morgenstunden weckt uns auf.

 

Dienstag, 21. März 2000

 

Die Nacht über regnete es stark. Noch im Dunkeln brechen wir zum Flughafen auf. Der rote Flieger von LTU steht bereits am Flughafen. Da wir nicht genug Platz im Fahrzeug haben, holt Ingo Gabis Eltern vom Flughafen ab. Alles klappt bestens. Uwe zieht am Sani noch die Radlager an beiden Vorderrädern nach. Eine kurze Einweisung für den Toyota an Max und Seffi, dann können wir in Richtung Etoschapark starten. Bald meldet sich auch schon der kleine Hunger und die Frühstückspause ist angesagt. Wir suchen im Gepäck des Toyotas nach der Fotokamera, dabei stoße ich auf einen Regenschirm. Das erheitert mich doch sehr, bis ich aufgeklärt werde, das dieser Schirm als Sonnendach vorgesehen ist. Wobei, man weiß ja nie, das sollte sich bald auch noch sehr nass bewahrheiten. Auf halben Weg zwischen Okahandja und Otjiwarongo ist unser Nachtlager vorgesehen.

   

Die Farm von Ingos Bruder hat alles zu bieten. Es ist schön hier, Duschen, Toiletten und sogar ein Pool. Alle sind ein wenig müde, das Mietfahrzeug wird durchgecheckt, das Dachzelt ein erstes mal aufgebaut, wir machen es uns gemütlich. Heizen einen Grill an um die Rindersteaks zu grillen.

Camp auf der Bahr - Farm  
   

Starker Wind kommt auf und es braut sich ein Gewitter zusammen. Wir verziehen uns samt Grill unter eine überdachte Veranda. Als wir mit dem Essen fertig sind, ist auch das Gewitter vorüber. Ein Regenbogen zeigt sich. Es ist schön, die von der untergehenden Sonne angestrahlten Wolkenformationen zu betrachten. Alle sind müde und wir gehen zeitig in die Zelte. Die Nacht war, sehen wir einmal von dem durch dringenden „IA“ der um die Farm zerstreuten Esel ab, recht ruhig. Wobei diese Zeltnächte dadurch, dass die Natur so nahe ist, immer etwas besonderes haben, mal sehen was noch kommt.

 

Mittwoch, 22. März 2000

 

Noch vor Sonnenaufgang geht ein heftiger Regen nieder. Als es kurz aufhört zu regnen nutzen wir die Zeit für, wie kann es denn anders sein, natürlich, zum Yoga unter sachkundiger Anleitung von Gabi. Dann das wohl verdiente Frühstück, Zelt abbauen und mit wieder einsetzendem Regen brechen wir auf zur Etosha Pfanne. Erst bis nach Otjiwarongo auf der B1, wo wir noch so einiges erledigen. Die Spur am Sani muss vermessen werden, es lässt sich kein Fehler feststellen, also weiter nach Norden über Otavi, an Tsumeb vorbei bis der Abzweig zum Etoshapark kommt. Jetzt sind es noch 30 km bis nach Namutoni. Die Fahrt hier hoch wurde von vielen Regenschauern begleitet. Die Landschaft ist an sich sehr eintönig. Links und rechts Berge, alles z. Zt. sehr grün, überall Kameldornbäume, und hier und da Termitenbauten mit Höhen von bis zu 3 Meter. Die asphaltierte Straße besteht aus einem endlosen geraden Band hoch in das Ovamboland. Die Ovambos sind eine schwarze Volksgruppe, die ca. 50 % der Bevölkerung Namibias ausmachen. Eben ist das Gate passiert, fährt das Herrenteam doch schnurstracks an der ersten Giraffe vorbei, diesen Punkt hat das Damenteam eingeheimst. Der zweiten Giraffe schenken wir dann alle unsere volle Aufmerksamkeit. Dann kreuzt eine Schildkröte die Straße

   
Giraffe im Etosha - NP Namutoni Fort
   

und in diesem Augenblick überquert eine Herde Zebras völlig unbekümmert die Straße. Schon ist vor uns das eingezäunte Gelände des Namutoni Camps. Hier steht auch noch ein damals 1903 von den Deutschen errichtetes Fort. Das militärische Interesse war aber sehr gering, so dass es 1912 wieder geschlossen wurde. Auf der Campsite finden wir einen schönen Platz. Schnell ein Abendessen und duschen, dann am Wasserloch Tiere beobachten. Kurz nach der Dämmerung fand sich zur Freude Aller eine Impalaantilope ein. Es hat die letzten 3 Tage stark geregnet und das Pan scheint überflutet zu sein. Die Tiere finden überall reichlich Wasser, darum ist das Wasserloch nicht gefragt.

 

Donnerstag, 23. März 2000

 

Um 8.15 Uhr sind wir gestartet. Erst sind wir Richtung Halali gefahren. Die Jäger blasen zum Ende einer Jagd das Halali. Mit dem Halali ist es hier im Park schon seit sehr langer Zeit vorbei. Bereits 1907 wurde Etoscha zum Schutzgebiet erklärt. Das Zentrum, die Pan, ist 120km lang und bis zu

   
Da vorne gibt's was zu sehen Wer sieht wen besser?
   

72km breit. Der gesamte Park ist halb so groß wie die Schweiz. Als wir durch Wälder fahren, sehen wir nicht all zu viel Wild. Einige Giraffen fressen von den Kameldornbäumen. Der Anblick dieser Tiere, mit ihrem wie Zeitlupe erscheinenden majestätischen Gang ist phantastisch. Später erblicken wir ein paar Impala- und Kuhantilopen. Jetzt kreuzen Zebras auf. Dann Springböcke. Auch sehen wir vereinzelt Oryxantilopen und Gnus. Die Tiere haben sich an die Fahrzeuge gewöhnt und zeigen keinerlei Scheu. Wir nähern uns immer auf ein paar Meter. Mit dem Fotoapparat gelingen uns wahre Großaufnahmen. Gegen Mittag machen wir in Halali eine kurze Rast. Es strömt wieder wolkenbruchartig vom Himmel. Der nun schon seit 4

   
Das letzte Halali ist lange vorbei zum totlachen?!
   

Tagen immer wieder kehrende Regen ist sicherlich dafür verantwortlich, dass wir keine Tiere an den Wasserlöchern sehen. Dafür aber wandern die Tiere am Tag, was bei heißem Wetter sicherlich nicht der Fall ist. So kommen wir in den Genuss riesige Herden von Springböcken und Zebras zu sehen. Es ist wunderschön, die Tiere im Verhalten zu beobachten. Ein Zebra jagt das andere. Die Springböcke gehen mit ihren Hörnern aufeinander

   
Zebratrio Fliegende Antilope
2 Springböcke und fliegende Antilope so weit die tausend Füße tragen!
   

zu. Vögel nehmen vor uns auf der Piste Staubbäder. Am tollsten sind uns die Springböcke, wie schon aus dem Namen zu entnehmen, sind diese Böcke auch in der Lage Sprünge von ungeahnter Höhe, Länge und Eleganz zu machen. An Vögeln sehen wir schwarze Störche, Tokos, Geier, Perlhühner und noch so allerlei andere Vögel, die eher von einem Ornithologen bestimmt werden können. Auch kriecht hier und da ein Tausendfüßler über die Straße, mit einer stattlichen Gesamtlänge von 15 – 20 cm. Wirklich nur tausend Füße, wir haben nicht nachgezählt. Schließlich treffen wir dann gegen 17.30 Uhr im Lager Okaukuejo ein, lösen das Permit für den nächsten Tag und nehmen mit dem dort leider schlechten Campingplatz vorlieb. Über uns steht der Orion und lässt für Morgen auf besseres Wetter hoffen.

 

Freitag, 24. März 2000

 

Wir fahren vom Okaukuejocamp aus nach Norden. Genießen einen endlosen Blick über die Etoschapfanne. Dann biegen wir ab zum Moringawald. Zuerst geht durch ein aus Mopanenbäumen bestehendes Waldstück, von den Elefanten die es hier gibt, zeugen nur die großen Haufen. Dann treffen wir auf die Moringabäume. Wunderschön anzusehen mit ihren dicken verknorpelten Wurzeln, wieder zurück im Camp, eine kleine Kaffeepause.

   
Moringobaum Brotzeit im Okaukuejocamp
Steppenvaran Max und Seffie vor der schwarzen Wand
   

Weiter geht es zum Südausgang. An Tieren bekommen wir wieder riesige Herden von Springböcken, Zebras und Gnus zu sehen. Die Tiere spüren, dass ein Gewitter kommt, übermütig springen sie herum. Im letzten Moment entdecken wir einen Steppenvaran. Auf die Big Five müssen wir leider verzichten. Im Park gibt es sehr wohl Elefanten, Löwen, Nashörner und Leoparden. Aus Mangel an Wasser fehlt der Büffel. Auf dem Weg zum Gate bewegen wir uns auf eine bedrohlich aussehende tiefschwarze Wolkenwand zu. Der ganz starke Schauer bleibt dann aber doch aus. Wir verlassen den Etoschapark trockenen Fußes und fahren auf dem Asphaltband ca. 60 km südlich. Dann rechts ab über Piste. Nach ca. weiteren 60 km Piste, die zeitweise mit vielen Pfützen gespickt ist machen wir am Wegesrand halt. Zum Abend hin holt uns das Gewitter, welches wir bereits durchfahren hatten, ein. Erst kommt ein starker Wind auf. Dann regnet es. Andauernd wird die Nacht erhellt. Man kann aber keine Blitze sehen. Die Blitze entladen sich bereits in den Wolken. Wetterleuchten. Die Nacht wird zeitweilig zum Tag. Ein richtig afrikanisches Gewitter? Wir alle haben so etwas noch nie erlebt. Es erscheint uns ungewohnt unheimlich. Papa und Mama verziehen sich in den faradayschen Käfig, den ein Auto bekanntlich darstellt. Uwe versucht immer noch die Blitze zu fotografieren und wir harren im Zelt aus. Da sich die Blitze bereits oben wieder entladen, dürfte von dem Gewitter keine allzu große Gefahr ausgehen. Sagt zumindest Uwe. Gute Nacht Afrika.

 

Samstag, 25. März 2000

 

Diese Nacht haben wir alle gut überstanden. Der Morgen zeigt sich in schönstem Licht, wir fahren weiter über die Pisten nach Khorixas. Die Piste ist mit heimtückischen Senken gespickt, zum Teil stehen dort noch recht große Pfützen. Später treffen wir auf die asphaltierte Zugangsstraße C39 nach Khorixas, dem Hauptort des Damaralandes. Am frühen Vormittag sind die Händler hier schon sehr aufdringlich und zwei Ranger haben reichlich zu tun die Situation unter Kontrolle zu halten. Zwei Fahrzeuge und zwanzig Leute die irgendein Geschäft mit uns machen wollen. Wir tanken auf, besorgen einige Lebensmittel im Supermarkt und fahren auf der C39, welche sich zu einer Piste wandelt, zum versteinerten Wald. Die Landschaft hat nun annähernd Wüstencharakter. Das verrückte daran ist, es hat hier die letzten 2 Tage geregnet, so dass mehrere mit Wasser gefüllte Reviere durchquert werden müssen. Am Petrified Forest besichtigen wir versteinerte Bäume. Sie sollen vor etwa 280 Mio. Jahren unter Sand begraben worden sein und waren somit konserviert. Dann drang Kieselsäure ein und wurde später zu Stein. Von Norden und Westen macht sich bereits wieder lautstark ein Gewitter bemerkbar. Es bäumen sich bis in die Stratosphäre tief schwarze Wolken auf. Unser Weg führt weiter in

   
versteinerter Baum Abgehendes Revier
   

Richtung Twyfelfontein. Twyfelfontein heißt soviel wie zweifelhafte Quelle. Ein Farmer hatte in der Tat Zweifel, ob sein Land brauchbar sei, gab eine Quelle auf seinem Gebiet doch nur ½ qm Wasser am Tag ab. Er verkaufte wieder sein Land.  Wir sind von der wüstenartigen Gegend des Damaralandes begeistert. Die Landschaft erstrahlt in allen Farben. Der Himmel gibt dazu noch mit seinen hohen Wolken einen phantastischen Kontrast. Interessante Tafelberge steigen vereinzelt aus der flachen Landschaft empor. Nach einer weiteren Flussdurchquerung treffen wir bei den Orgelpfeifen ein. Sie sind durch einsickerte Lava in Schiefergestein entstanden. Als Sehenswürdigkeit geben sie zwar nicht soviel her, dafür aber der Weg dort hin. Etwas grundsätzliches für Reisen generell in Namibia, die Faszination der Reise ist nicht die Besichtigung des Punktes A oder

   
Fast wie in der Kirche Aussichtsplattform verbrannter Berg
   

Punktes B. Sondern vielmehr besteht die Faszination darin, von Punkt A nach Punkt B zu fahren. So tasten wir uns noch 1000 Meter weiter durch ein Flussbett, über Geröll, scheuchen eine einsame Oryxantilope auf und wir finden ein wunderschön gelegenes Plateau unterhalb des Verbrannten Berges. Mittlerweile hat es sich völlig bedeckt, so dass der Verbrannte Berg uns nicht brennend erscheint. Wir werden sehen was der Sonnenaufgang zu bieten hat. Der Himmel zieht sich immer mehr zu. Noch vor Sonnenuntergang schwärzt sich das Firmament. Was kommt da bloß, es erscheint alles mystisch. Die Vögel sind verstummt. Aus den tiefschwarzen Wolken gehen lokale Regenschauer nieder. Die ganze Szenerie wird

   
Gewitterstimmung Farbenspiel
   

durch andauerndes blitzen aufgehellt. Die schwarzen Wolken bauen sich immer mehr über uns auf. Dann plötzlich erhellt sich auf der rechten Seite die Wüstenlandschaft. Wir zweifeln daran, dass es sich um Sonnenschein handelt. Doch dann entsteht ein Regenbogen, der unterhalb der Wolken seinen Anfang und sein Ende zeigt. Aus dieser Perspektive hat von uns noch niemand einen Regenbogen gesehen. Wird heute wohl wieder nichts mit gemütlich draußen sitzen. Nun verdichten sich die Wolken über uns und der Regen ergießt sich, es ist Zeit in den faradayschen Käfig zu flüchten.

 

Sonntag, 26. März 2000

 

Mit dem Anblick eines brennenden Berges wurde es leider nichts. Es hatte die ganze Nacht über geregnet und der Himmel ist am Morgen nach wie vor bedeckt. Also frühstücken wir unter einem provisorisch aufgebauten Dach und machen uns auf den Weg Richtung Skeletten Coast. Wir treffen nach 10 km auf ein Camp am Aba Huab gelegen. Von dort Campierenden erfahren wir, dass dieser Fluss nach dem Einsetzen des Regens innerhalb von einer ¼ Stunde eine bedrohliche Wasserhöhe erreicht hatte, so dass man die Fahrzeuge in einen sicheren Abstand zum Wasser bringen musste. Wir durchquerten bereits gestern diesen Fluss. Jetzt hat er die doppelte Breite. Trotzdem bereitet die Durchfahrt keine Schwierigkeiten. Auf der C39

   
Aba Huab mit dem Sani - Team Aba Huab mit dem Toyota - Team
   

geht es dann weiter Richtung Torra Bay. Dann plötzlich ein Fahrzeug am Fahrbandrand und dessen Passagiere, die auf das Flussbett schauen, welches die Straße quert. Die Straße ist völlig vom Huab überflutet. Das Wasser ist hier auf einer Breite von ca. 50 Metern knietief. Auch diese Stelle meistern wir, wenn auch von leichtem Unbehagen beschlichen, schließlich mit Bravur. Es folgt eine Passhöhe. Nur durch Zufall bemerken wir das Geräusch kochenden Wassers, Zwangspause. Durch das ständige Gerüttel haben sich die Halterungen des Kühlers gelöst und durch eine Reihe glücklicher Umstände ist der Kühler nicht nach unten gefallen, auch kein Rotorblatt ist gebrochen. Mit Draht und Phantasie ist der Sani nach der Kaffeepause wieder Start klar. Wir fahren langsam in das Vlei des Koigab hinab eine eindrucksvolle, vegetationslose hügelige Landschaft. Es sind immer wieder die Farben und Lichtspiele die uns so staunend machen. Auf dem Weg zum Gate des Skeletton Nationalpark kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Wir erfahren, dass die Küstenstraße Richtung Swakopmund zur Zeit wegen der immens hohen Pegelstände der Flüsse nicht befahrbar und stark versandet ist. Es ist schon Nachmittag, wir beschließen weiter bis zum Gate zu fahren um evtl. weitere Informationen zu erhalten. Auf dem Weg dort hin sehen wir Oryxantilopen und Springböcke, außerhalb des Veterinärzaunes!!! Die Nachfragen von uns ergeben, das die Situation nicht ganz klar ist. Sollte es im Hinterland nicht weiter regnen, besteht die Hoffnung, die zwei Mündungsgebiete eventuell doch bald zu durchfahren, da das Wasser in der Regel doch recht schnell abläuft. Vielleicht schon morgen, was ein zuversichtliches Lächeln mit einer leuchtend weißen Zahnreihe noch unterstreicht. Wir beschließen kurz vor dem Gate zu übernachten und dann am folgenden Tag zu entscheiden in welche Richtung es weiter

   
Skeleton Coast Park closed Wie gemalt nähe dem Skeleton Coast Park
Lagerfeuerromantik Abendrotstimmung
   

gehen kann. Im Hinterland hängen nach wie vor dicke Wolken. Je mehr wir uns der Küste nähern, desto stärker weht der Westwind, welcher schließlich die dicken Wolken zurückdrängt und uns vor Regen schützt. Unten im Vlei findet sich allerlei Holz. Die Männer sammeln und machen ein großes Lagerfeuer. Der Sonnenuntergang zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Landschaft wirkt im Licht der untergehenden Sonne in Farben, die nicht echt erscheinen. Man hat das Gefühl, inmitten von einem riesigen Gemälde eines Landschaftsmalers zu stehen. Einige Schildraben hocken gar nicht weit entfernt auf den Pfählen des Veterinärzaunes, ihr Krächzen ist nicht gerade Musik in den Ohren. Hoffentlich schlafen diese Tiere nachts . Wir sind froh einen gemütlichen Abend draußen verbringen zu können. Die Luft ist lau, die Natur leise, die Zivilisation fern, das knistern des Feuers hat etwas wohltuendes. Erinnerungen werden wach. Erst spät am Abend stellt sich leichter Regen ein, so dass wir unsere Quartiere beziehen müssen, aber wir wollten eh ins Bett gehen. Die Nacht waren wilde Tiere zu hören, in Absprache mit dem Toyotateam haben wir uns auf Hyäne geeinigt. Schakale haben wir unter Tags schon mal laufen sehen, sie zeigen wenig Scheu.

 

Montag, 27. März 2000

 

Der Morgen überrascht uns mit seiner Schönheit. Lichterspiele in wunderbaren weichen Farben. Wir brechen auf zum Gate, mit der Hoffnung an der Skelettenküste entlang fahren zu können. Leider muss uns der freundliche Officer enttäuschen. Die Trockenflüsse Huab und Ugab sollen völlig überflutet sein. Es hat heute Nacht im Hinterland wieder stark geregnet. Nun ist die Route über Uis für uns aktuell. Auf dem Weg zurück fällt sofort auf, dass im Vergleich zu Gestern die Pad an mehreren Stellen stark ausgewaschen ist.

   

Am Trockenflussbett des Springbok kam es diese Nacht aufgrund großer Wassermengen zu einem Geschiebe, so dass ein passieren schwierig ist. Von der anderen Seite kommen drei Geländewagen heran gerollt, die diese Stelle durchfahren. Dann überquert ein weiteres Fahrzeug aus unserer Richtung die Passage. Wir schließen uns an. Das Flussbett des Huab lässt sich zu unserer Überraschung recht leicht durchfahren.

Geschiebe vom Springbokrevier  
   

Das Wetter scheint sich wieder zu besseren. Die Sonne strahlt nur so auf den Planeten herunter. Wir nehmen dann wieder die Richtung Twyfelfontain, fahren nahe daran vorbei und bewegen uns durch eine traumhafte Landschaft. Der Boden ist rot und mit Mopanebäumen durchsetzt, was einen malerischen Kontrast darstellt. Kegelförmige Hügelketten aus aufeinander geschichteten runden Steinklötzen. So kann der Spielplatz von Riesen aussehen. Eine kurze Pause in dieser grandiosen Landschaft. Elefanten gibt es hier auch, haufenweise Haufen lassen keinen Zweifel daran. Es geht gleich wieder weiter, es ist fast ein los reißen. Gerne wären wir noch geblieben, aber es stehen noch einige Flussdurchquerungen an. Wenn wieder Regen einsetzt, denn es bauen sich schon bedrohlich hohe Wolken auf, dann sitzen wir hier wie in einer Mausefalle fest. Wir erreichen das Flussbett des Aba Huab. Die Durchquerung sieht nicht all zu gefährlich aus. Das Toyotateam Max und Seffi fahren mit ihrem Toyota Hilux Raider voraus. Völlig unerwartet wird das Wasser dann auf die letzten drei Meter doch noch tief. Der Toyota hoppelt so dahin, bis er schließlich fest sitzt. Uwe fährt auf einem anderen Weg durchs Flussbett, welcher von einem herbeieilenden einheimischen Damara gezeigt wird. So können wir schließlich den Toyota mittels eines langen Bergungsseils von der anderen Seite her wieder frei ziehen. Das ist ja noch mal gut gegangen, mit dem Schwemmsand ist nicht zu spaßen, innerhalb von wenigen Minuten kann ein Auto unterspült werden. Das bedeutet in unserem Fall, das Auto schwimmt in Richtung Cape Cross. Wir fahren erleichtert weiter, im Glauben, das Schlimmste geschafft zu haben. Bewegen uns aber unaufhaltsam mitten in eine Gewitterfront hinein, ich sehe uns schon eine weitere Nacht nicht gemütlich zusammen sitzen, sondern wieder im faradayschen Käfig kauern. In der Tat, es fängt an zu stürmen und zu blitzen. Dann geht auch schon ein heftiger Regen nieder. Die Wischer leisten Schwerstarbeit und trotz langsamen Fahrens ist fast nichts zu sehen. Genau in diesem Moment, als wir schon überlegen anzuhalten und abzuwarten, erreichen wir das Flussbett des Goantagab.

   
Goantagabfluß gibt's normal nicht ca. 10 min. nach unserer Ankunft


Schnell besichtigen wir das Gelände, sind aber unschlüssig eine Durchquerung zu riskieren, da das Wasser, sollten wir uns festfahren jetzt schlagartig ansteigen wird. Wir warten ab und nach nur 10 min. ist der Wasserstand um gut einen Meter angestiegen. Der Fluss wütet nur so vor sich hin und die Wassermassen tosen an uns vorbei.

ca. 20 min. danach  
   

Es ist nicht auszudenken, was alles passiert kann, würde man in einem solchen Moment im Wasser stecken. Es regnet sich ein und der Wasserstand nimmt von diesem Moment an nicht mehr ab. Einerseits sind wir froh, die Querung nicht riskiert zu haben, andererseits müssen wir so hier für eine Nacht ausharren und hoffen Morgen den Fluss durchfahren zu können. Immerhin, wir sind nicht die Einzigen, denn es finden sich an diesem Nachmittag noch so einige Geländewagen ein. Heute gibt es bei Toyotas Spagetti, weil es regnet.

 

Dienstag, 28. März 2000

 

Wir sind sehr zeitig aufgestanden. Die Nacht über hat es aufgehört zu regnen. Am Abend haben sich noch drei Fahrzeuge eingefunden mit Experten im 4 x 4 Wheel Drive. Sie sind bei den Regenfällen vom Kaokaland heruntergefahren und hatten unendlich oft Flüsse queren müssen. Morgens um acht Uhr treffen wir uns am Fluss. Ein Landroverfahrer prescht mit blubberndem V8 Motor voraus und durchfährt mit viel Gebrüll das Flussbett, dessen Pegelstand sich wieder auf ein einigermaßen normales Maß reduziert hat. Dann folgt ein Toyota Hilux und ein zweiter Landrover. Wir hängen uns dran. Der Sani schlägt im Flussbett gleich zwei Mal mit der Vorderachse auf Steine. Am anderen Ufer versinkt er dann vollends in dem sehr weichen Sand. Das deutsch sprechende Paar aus Walfishbay zieht uns wieder frei.

   
Sani steckt fest Nur gut dass es eine Brücke über den Ugab gibt


Unser Toyotateam meistert die Stelle mit Bravur und erntet reichlich Applaus der Umstehenden Zuschauer. Nach Uis geht es weiter in Richtung Hentjesbay. Über den Ugab führt schon lange eine Brücke, dieser Fluss ist mächtig. Riesige Baumstämme hängen zwischen den Brückenpfeilern. Die gesamte Piste ist schwer beschädigt.

Brandbergmassiv  
   

In jeder Senke starke Auswaschungen. Hier und da läuft noch Wasser. Wir bewegen uns um das Brandbergmassiv, der höchsten Erhebung in Namibia mit fast 2.600 Meter Höhe, herum. Die wunderschöne hügelige, rostfarbene Wüstengegend ändert sich in eine triste, flache, weiß-grau-sandige Wüstenlandschaft. Die Sonne brennt gnadenlos und von was die einzelnen Wildtiere leben ist uns ein Rätsel. Als wir uns Hentjesbay nähern, sieht man auch schon über dem Meer den berüchtigten Küstennebel. Es weht ein frischer Süd - Westwind. Schließlich löst sich der Küstennebel auf und wir suchen uns 4 Meilen vor Swakopmund einen geruhsamen Fleck auf dem Campingplatz, wo wir uns vom Staub und Schmutz der letzten Tage befreien. In der Allgemeinen Zeitung lesen wir, dass Swakopmund am Wochenende völlig vom gleichnamigen Fluss überflutet wurde und viele Häuser beschädigt sind. Man spricht von einem Jahrhundertflut. Ein ruhiger Abend ohne Gewitter, Mücken und was sonst noch das Draußen sitzen unangenehm macht, bricht an. Die Erlebnisse der letzten Tage ziehen noch mal an uns vorbei und wir sind alle glücklich und zufrieden. 

 

Mittwoch, 29.März 2000

 

Die ganze Nacht über war das Rauschen der Wellen zu hören, doch nicht so laut, dass es den Schlaf gestört hätte. Wir packen zusammen und die Sonne dringt schon langsam durch den Küstennebel. Die Stadt Swakopmund hat deutliche Spuren des Unwetters vorzuweisen. Ein kleiner Stadtrundgang führt uns an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Die ganzen Uferbereiche sind vom Geschiebe, bestehend aus Ästen, Buschteilen und Müll, welches der Fluss Swakop ins Meer geschwemmt hat, verdreckt. Wir erledigen noch einige Besorgungen und erkundigen uns im Touristenbüro nach der Straßensituation. Die Dame kann auch keine genauen Details weitergeben. Der Informationsfluss zu ihr ist dürftig. Welwitschia und Mondlandschaft sollen gesperrt sein. Ob die Brücke über den Kuiseb noch steht weiß sie nicht. Offiziell sind wohl alle Straßen gesperrt, außer den wenigen geteerten Hauptstraßen. Mit einem 4x4 kann man vielleicht doch fahren, aber das darf sie eigentlich nicht sagen. Im Sesriemcamp vor Sossusvlei hängen Touristen fest und kommen nicht raus. Mit soviel Ungewissheit ist nicht viel anzufangen. So bleibt nicht viel Wahl, als nachzutanken und wie geplant weiter in Richtung Walfish Bay zu fahren.

   
Swakopmund - Walsfishbay Düne 7
   

Ein schöner Platz am Atlantik bietet sich an für eine Mittagsrast. Walfishbay, die ehemalige Südafrikanische Enklave hat den einzigen Tiefseehafen an der südwestafrikanischen Küste. Bemerkenswert ist auch die bedeutende Position in der Salz und Guanogewinnung. Eine Umgehungsstraße bringt uns gleich auf die C 14 . Wir steuern die Düne 7 an, mit 50 Metern Höhe die höchste Erhebung von Walfishbay.

Vogelfederberg  
   

Nach einer weiteren ausgedehnten Pause, an dem vorbildlich angelegten Dünenrastplatz, erfahren wir die letzten 35 km bis zum Vogelfederberg. Heute sind wir alle ganz schön schlapp. Hatten zwischen Swakopmund und Walfishbay noch weiche gelbe Dünen die linke Straßenseite eingerahmt, so ist jetzt wieder die gleißende weiße Wüstenlandschaft im Vordergrund. Ermüdend flach und weit. Das Auge findet keinen Punkt. Bis zum Horizont strahlt alles nur in hellem Licht. Der Vogelfederberg mit seinen glatt polierten Granitkuppen ist der erste reizvolle Anblick und wir finden hier einen sehr schönen Übernachtungsplatz. Kudu steht heute auf dem Speiseplan und wir fachen ein Feuer an. Im Landesinneren bauen sich wieder hoch Wolkentürme auf und das Wetterleuchten erhellt auch unser Camp. Starker Wind kommt auf und wir ziehen uns in die Zelte zurück. 

 

Donnerstag, 30. März 2000

 

Die Nacht über blieb es glücklicherweise nur bei den immer wieder auffrischenden Winden. Weiter östlich war lange Wetterleuchten zu sehen. Es zeigt sich der Morgen von seiner sympathischen Seite. Im Osten hängen noch ein paar Wolkenfetzen, im Westen der Küstennebel und am Vogelfederberg, so war es ja gebucht, Sonnenschein. Wir schweben weiter Richtung Kuisebcanyon. Auf dem Weg dorthin begegnet uns kein einziges Fahrzeug. Hin und wieder laufen in der kargen Landschaft Strauße und Springböcke. Näher in Richtung Canyon wird die Landschaft felsiger. Der Canyon selbst besteht aus schwarzen Schieferstein. Die Landschaft erscheint immer grüner. An einem Aussichtspunkt erhaschen wir einen ersten Blick in den Canyon. Sehr beeindruckt bekommen wir so eine Vorstellung über das Leben von Henno Martin und Hermann Koch, welche während des zweiten Weltkriegs hier rund 2 Jahre verbrachten. Beim Kuisebcanyon handelt es sich um ein Trockenflussbett welches nur sehr selten Wasser führt, und wenn überhaupt, erreicht es meist nicht den Atlantik. Kommt ein Revier ab, so heißt dies, dass er Wasser führt. Alle mal ein Schauspiel ohne Gleichen. Als wir hinunter fahren um den Pass zu queren, stellen wir fest, dass bevor wir überhaupt die fragliche Brücke erreicht haben, ein Teil der Straße fehlt. Auf der anderen Seite ist ein Einheimischer, der fest davon überzeugt ist, dass für uns hier der Weg nach vorne beendet ist. Auch bemerkt er, ein solches Naturerlebnis noch nie erlebt zuhaben. Ganz andächtig und betreten machen wir uns auf und betrachten die ganze Situation aus der Nähe. Bis zu den Knien waten wir wieder mal im Wasser umher. So ganz schlecht sieht es doch gar nicht aus. Beim genauen hinsehen findet sich doch noch ein einigermaßen sicherer Durchgang, welcher offensichtlich schon vorher von einem Fahrzeug befahren

   
Guisepcanyon ohne Straße Wegfindung den Canyon hinunter
letztes Wasser bis zur Brücke hinunter
   

worden ist. Zwei Fahrzeuge, eben angekommen, durchfahren die Passage vor uns, dann folgt das Toyotateam und schließlich queren wir mit dem Sani die nicht ganz einfache Passage. Alles geht gut und die Fahrt geht weiter. Schöne Wüstenregionen tun sich auf, sachte von leisem Grün überzogene Bergerhebungen säumen den Weg. Im Süden sieht man schon die Ausläufer der Namib mit den roten Sanddünen. Aller Stress der letzten Tage, mit der Witterung ist vergessen. Tief blauer Himmel mit großen weißen Wolkenbergen durchsetzt, über einer blühenden Wüste. Der Regen hat auch sein gutes, Millionen von gelben kleinen Blumen bilden einen Teppich bis zu den sanft ansteigenden Hügeln. Dazwischen blitzt der tief gelb rote Namibsand. Wir können uns nicht satt sehen und müssen immer wieder stehen bleiben um zu fotografieren. Doch auch heute ist das Etappenziel noch nicht erreicht. Erst gilt es noch den Gaup zu überqueren. Hier ist eine Brücke, vor der sich Unmengen von Bäumen gestaut haben.

   
Gauprevier Kurz vor Sersriem
   

Eben als wir ankommen, sehen wir mit großer Erleichterung, wie ein Radlader die Stämme samt Lehm und Steinen von der Brücke schiebt. Das hat uns viel Arbeit erspart und auch Zeit. In Solitaire wird wieder aufgetankt. Dann noch ein Flussbett durchfahren und kurz vor dem Sesriemcamp biegen wir scharf links ab, um wie gewohnt an einem schönen Platz, in aller Einsamkeit zu übernachten. Dieser Tag heute hatte es in sich. Ungern nur denke ich daran, wenn wir die Passagen nicht gemeistert hätten. Dann wären wir jetzt in Richtung Windhoek unterwegs. So aber dürfen wir uns freuen, morgen nach Sossusvlei zufahren. Die ältesten und höchsten Dünen der Welt zu sehen. Ach so, ja, da hat es auch geregnet, kommt auch nicht so häufig vor. Uwe schläft schon im Sitzen, wir erzählen noch und philosophieren über das Leben.

 

Freitag, 31. März 2000

 

Die Nacht war ruhig. Wir brechen auf nach Sossusvlei. Am Camp angekommen besorgen wir das Permit. Wir erfahren, dass die Zufahrt nur bis zur Düne 45 möglich ist. Es ist noch früh am Tag und die Gelegenheit den Sesriemcanjon zu besichtigen bietet sich an. Von hier aus bringt der Tsauchab hin und wieder Wasser in das Vlei. Unter einem großen Kameldornbaum lässt sich die größte Hitze bequem abwarten. Gegen 14.00 Uhr

   
In der Sesriemschlucht (6 Riemen tief) Weg zum Sossusvlei
   

brechen wir dann auf. Endlich ist es wieder so richtig heiß. Es haben sich viele weiße Quellwolken gebildet, die sich sehr fotogenen zum Blau des Himmels abheben. Der Weg hinter Düne 45 ist doch noch fahrbar, was wir natürlich auch wahrnehmen. Schließlich taucht ein „closed“ Schild auf. Was heißt denn das? Die Straße sieht nicht unbefahrbar aus. Hier und da Pfützen, vor ca. 2 Wochen war das gesamte Vlei noch überschwemmt, da sich der Tsauchab in das gesamte Gebiet ergossen hat. Der Weg wird langsam schlammig und unglaublich schlüpfrig. Weiter fahren oder doch besser umdrehen? Die Unvernunft siegt mal wieder und wir bestehen nach Wasser, Felsen, Steinbrocken, Rüttelpiste nunmehr eine weitere Prüfung, die Schlammschlacht. Daraufhin folgt die letzte Prüfung, der tiefe weiche Sand des Sossusvleis, den wir auch meistern. Das Vlei ist völlig

   
Ganz alleine auf weiter Flur Licht- und Schattenspiel
Dünenfahrten mit dem Sani immer ein Abenteuer Auf Düne 45
   

menschenleer. Es ist gut zu erkennen wo der Flusslauf des Tsauchab war. Nun ist fast schon wieder das gesamte Wasser in der Tonpfanne ausgetrocknet. Eine Totenstille am helllichten Tag, kaum ein Vogel zwitschert, kein Luftzug regt sich. Man mag gar nichts sagen, um diese Ruhe nicht zu stören. Da es leicht bewölkt ist, was hier eher selten vorkommt, zeigt sich ein wunderschönes Farbenspiel auf den Dünen. Die Dünen des Sossusvlei gelten als die Höchsten der Welt und die Wüste mit 260 Mill. Jahren als die Älteste. Faszinierend ist der gelb - rote Sand der Dünen, welcher aus der Kalahari stammen soll. Nach einigen genusvollen Momenten graben wir uns mit den Geländewagen wieder zurück durch den Sand und fahren bis zum Parkplatz der Düne 45. Zum Abschluss des Tages besteigen wir diese dann noch. Die Sonne geht unter und das Licht und Schattenspiel der Dünen findet für diesen Tag somit auch sein Ende. Im Dunkeln treten wir, die eher unangenehme Fahrt zurück auf den gebuchten Platz des Restcamps an.

 

Samstag, 1. April 2000

 

Am Frühen Morgen fahren wir nochmals bis zur Düne 45 um den Sonnenaufgang erleben zu können. Wir werden leider etwas enttäuscht, da sich die roten Sanddünen an diesem Morgen nicht in dieser Farbintensität zeigen wie am gestrigen Tag.

   
Wasserspiegelungen Wasser vom Tsauchab
   

Dann wieder die langweiligen 45 Kilometer zurück bis zum Camp, wo wir vom Toyotateam erwartet werden, um endlich das wohlverdiente Frühstück zu uns zu nehmen. Schließlich geht es los in Richtung Windhoek. Ein kurzer Aufenthalt in Solitaire. Als Variante bietet sich der Spreetshoogte Pass mit 22 % Steigung an.

   

Der Weg dort hin zieht sich bis an die Berge auf ebener Fläche weiter. Dann windet sich die Straße in steilen Schleifen den Berg hinauf. Nur mit Allrad und ganz langsam, im ersten Geländegang schleichen wir uns den Pass hinauf. Der Motor wird wieder unendlich heiß, trotz angemachte Heizung. Es ist fast schon geschafft, dann folgt wieder ein steiles Stück. Unser Auto hat schon so allerlei Mucken.

Sani kocht  
   

Er zieht nach wie vor nach rechts, wir hatten fast den Kühler verloren, jetzt ist der Auspuff kaputt, und wir röhren sozusagen der Pass hinauf und nun im Steilstück, ein Zischen und unser Fahrzeug dampft wie eine Lokomotive. War es das jetzt? Musste es so zu Ende gehen mit unserem lieben Sani? Er hatte uns doch so lange die Treue gehalten. Ich mache den Motor aus, lasse den Wagen etwas zurück rollen. Dann ein erster Blick in den Motorraum. Vielleicht ist ja nur ein Schlauch abgeplatzt. Wir können auf den ersten Blick nichts erkennen. Lassen den Motor wieder an, immer noch nichts zu sehen. Wir fahren wieder ein Stück hinab an eine sichere Stelle. Stehen da und schauen unschlüssig in den Motorraum. Das Toyotateam kommt zurück. Wir schauen zu viert in den Motorraum, es zeigt sich keine Undichtigkeit. Es kann sich um ein Überdruckventil im Kühlbereich gehandelt haben. Wir hoffen darauf und machen einen neuen Versuch die restliche Passhöhe zu nehmen, was uns dann auch gelingt. Hier im Hochland machen sich wie gehabt abendliche Gewitter breit. Wir fahren noch ca. 60 km bis Isabis wo wir dann am Wegesrand stehen bleiben. Vor uns eine Schlechtwetterwalze. Wir sitzen zusammen und genießen den farbenprächtigen Sonnenuntergang. Spät in der Dunkelheit hören wir auf der Straße noch einen Pferdekarren.

 

Sonntag, 2. April 2000

 

Früh am Morgen grollen schon wieder die Donner über das Land. Starker Wind kommt auf und es fängt an heftig zu regnen. Blitze und Donner und der faradaysche Käfig. Ein langes Warten für die Frühaufsteher beginnt, so richtig glücklich ist nur Uwe. Endlich darf er mal ausschlafen. Schließlich können wir trockenen Fußes gegen 10.00 Uhr mit dem Frühstück beginnen. Um 11.00 Uhr nehmen wir das letzte Stück nach Windhoek auf der Gamsbergstraße C26 in Angriff. Wasserdurchquerungen bleiben uns erspart, da die gesamte Strecke mit Brücken versehen ist. Allerdings ist der Lateritboden hier sehr aufgeweicht, so dass unsere Fahrzeuge ein letztes Schlammbad in Richtung Windhoek nehmen.

   

Von hoch oben sehen wir Windhoek in einem Bett aus zierlichen Hügeln liegen. Eine Invasion von großen schwarzen Käfern sucht uns an diesem Rastplatz auf. Dann geht es den Kupferbergpass hinunter in den Kessel von Windhoek. Von der B1 biegen wir dann auf die B6 in Richtung Flughafen ab um auf einem Campingplatz ca. 10 km vor dem Flughafen zu übernachten. Von Walter und Elisabeth, einem Paar Anfang Sechzig, mit Uralt kulti Toyota Landcruiser erfahren wir Neuigkeiten.

Das Sani Team   
   

Sie sind bis Uganda hochgefahren. Annähernd das gesamte südliche Afrika ist überschwemmt. Die Tierparks kann man sich getrost sparen, sollte man überhaupt hereinkommen. Tiere gibt es jetzt nicht mehr an den Wasserlöchern, sondern an allen möglichen und allem unmöglichen Stellen zu sehen. Wir sitzen noch ein wenig in gemütlicher Runde zusammen. Wie so oft die letzten Abende braut sich wieder ein „saftiges“ afrikanisches Gewitter über uns zusammen. Schon den ganzen Abend erhellt das Wetterleuchten den Himmel. Der Wind frischt auf und die Idee des faradayschen Käfigs, den ein Auto bekanntlich darstellt, wird wieder Gesprächsthema. Laut Duden = Faradaykäfig: metallene Umhüllung zur Abschirmung eines begrenzten Raumes gegen äußere elektrische Felder und zum Schutz empfindlicher Messgeräte gegen elektrische Strömung. Walter versichert mir, das unser Dachzelt, bedingt durch das Gestänge auch ein Faradaykäfig ist. Allerdings darf man nicht mit den Stangen in Berührung kommen. Seine Frau glaubt ihm das aber auch nicht so recht, Elisabeth zieht es vor die Gewitter im faradayschen Autokäfig und nicht im Zelt abzuwarten. Wir haben heftige Gewitter erlebt und sie allesamt gut wenn auch mit reichlich Herzklopfen überstanden, wo auch immer. Diese Nacht haben jedenfalls ausnahmslos Alle dem Gewitter im Zelt getrotzt, der Mensch gewöhnt sich doch an vieles.

 

Montag, 3. April 2000

  

Ein ruhiger Tag um sich in Windhoek herum zu treiben. Mit der Höhenlage von 1656meter über Meer und 170.000 Einwohnern, malerisch zwischen Hügel gebettet ein beschauliches Städtchen. Wir schlendern durch die Straßen. An der protestantisch lutheranischen Kirche vorbei, besuchen eine Ausstellung in der Alten Feste, gehen am Kudu links ab, in die Independendstraße, kehren bei Speer zum Essen ein. Dann bummeln wir die Geschäfte entlang und werden, wie kann es anders sein, von einem Gewitter überrascht. Zurück auf dem Campingplatz, sitzen wir mit Walter und Elisabeth bis spät in die Nacht zusammen und plaudern über Weltenbummeln und die Jagd. Es ist spät als wir ins Bett gehen und früh müssen wir wieder auf stehen.

 

Dienstag, 4. April 2000

 

Um 2.30 in der Nacht stehen wir auf. Es hat natürlich wieder geregnet, laut Aussage der Anderen sogar ein Gewitter. Alles ist noch nass. Wir bauen ab. Noch schnell einen Kaffee und dann zum Flughafen. Das Toyotateam Max und Seffi fliegt wieder nach Hause. Sharesade und Heiko kommen. Alles klappt gut. Auf dem Weg zurück in die Stadt fängt der Sani fürchterlich an zu stottern. Uwe muss dann unter Anleitung den Kondensator im Verteiler austauschen. Der Sani läuft dann wieder prima. Schließlich bekommt das Auto noch eine Wäsche, da es völlig verdreckt ist. Als wir dann ... (klicke weiter auf Botwsana - Simbabwe)
 

1. Südafrika

2. Namibia 3. Botswana - Simbabwe



 

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