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Kapstadt -> Grenze Namibia Namibia Grenze Namibia -> Kapstadt Waypoints

  
Namibia 2004

Kaokafeld geologisch

                               

 

 Vom 6. November – 25. November

 

 Teilnehmer Uwe Scharf und Gabi Christa

 

 

Wie es eben so ist.

Aller Anfang ist Schwer!

 

Folgende Bücher haben uns bei den Vorbereitungen unterstützt und waren mit auf der Reise. Ihnen und dem Radio haben wir unsere Informationen entnommen.

Reiseführer für Namibia von Reise Know How

Reiseführer für Südafrika von Reise Know How

Geologisches Handbuch von Nicole Grünert

Wenn Krieg ist gehen wir in die Wüste von Henno Martin

Südwester Jäger Farmer und Maler von Konrad Zander

 

Unsere Tour blaue Linie / Unsere Tour auf Google Earth klicke bitte hier ...

 

 

Samstag 6.11.2004

 

Kilometerstand in Kapstadt 61985

 

Sandpiper – Namibia – Garampriver

 

Abfahrt vom Sandpipercresent um 5 Uhr in Richtung Langebahn, um bei Berna und Herbert, den aus Deutschland mitgebrachten Luftfilter für deren Landy abzugeben. Wir fahren über Piketsberg zurück auf die N 7 und biegen hier nach Norden ein. Entlang der Straße reiht sich ein Getreidefeld an das Andere. Da die Regenzeit zu wenig Niederschläge brachte, fällt die Getreideernte in vielen Regionen heuer schlecht aus. Auch in Kapstadt sind wir von Restriktionen betroffen. Nur die Gegend um Clanwilliam ist durch den Elefantfluss sehr begünstigt. Wein und Obstplantagen säumen die Straße. Noch 400 km bis Springbok. Dort wollen wir versuchen etwas Hanf zu bekommen, um die Dieselleitung abzudichten. Der Zusatztank an der rechten Seite leckt. Die Landschaft wird trockener und außer wenigen Grasbüscheln wachsen nur noch einige sehr robuste Sträucher. Die Windräder drehen sich emsig und pumpen so Wasser für Tiere und Bewässerungsanlagen nach oben. Auf den Zaunpfählen neben der Straße sitzen große Greifvögel und warten darauf, dass ein unvorsichtiges Erdmännchen oder sonstiges Kleingetier den Tod auf der Straße findet. Hinter Klaver ändert sich die Landschaft abrupt und wird nahezu Baum- und strauchfrei. Es weht ein heißer Wind und der Himmel ist wolkenlos. Eben haben wir die Eisenbahnlinie unterquert. Sie führt von Saldahna ins Landesinnere nach Sishen und Hotazel zu den Erzminen und ist über 1500 Kilometer lang. Große Trucks kommen uns entgegen. Der Güterverkehr findet meist auf der Straße statt. In Bitterfontein ist die Verladestation für Granit, große Minen befinden sich in der Gegend. In Richtung Nuwerus wird die Landschaft wieder hügeliger, bleibt aber karg. Vor Springbok sehen wir die wunderschönen Granitberge in den herrlichsten Variationen. Granit ist ein Plutonitgestein aus Quarz, Feldspat und Glimmer. Die häufigste Verwitterungsform welche bei Granit auftritt ist die Wollsackverwitterung. Hierbei zerfällt das Gestein, an Längs- und Querklüften, infolge von Vergrusung, in einem Wollsack ähnliche abgerundete Blöcke. Erste Köcherbäume tauchen auf, sie gehören zur Art der Aloen. Der Gouverneur der Kapregion, Simon van Stel, gab dieser Pflanze den Namen „kokerbom“ weil die Eingeborenen die ausgehöhlten Äste als Köcher (afrikaans = koker) verwendeten. Es ist immer noch heiß. Auch der Buffelsfluss ist wie viele andere ausgetrocknet. Mitten im Nichts liegt plötzlich Springbok vor uns. Es ist Samstagnachmittag ein kleiner verschlafener Ort, unübersehbar die Bemühung ihn hübsch herzurichten. Außer dem Drankewinkel haben aber alle Geschäfte zu. Wir bekommen keinen Hanf und die Dieselleitung tropft weiter. Noch 100 km bis zur Grenze nach Namibia. Die Straße zieht sich wieder flach bis zum Horizont. Wir finden die Stelle wieder, auf der wir schon mehrmals gecampt haben und setzten Waypoint 3. Die völlig vegetationslose Gegend lässt es uns schwer fallen an die bezaubernde Wildblumeblüte zu denken, die hier alljährlich statt findet. Der Grenzübertritt gestaltet sich ohne Probleme. Nur der Zettel muss mit Kugelschreiber und sauberen Druckbuchstaben ausgefüllt sein. Sonst gibt es kein Durchkommen. Die Frage ob wir Wein dabei haben verneinen wir und alles andere ist im Auto schön zugedeckt. Die Straßenbenutzung kostet 110 Rand. Das Land nach der Grenze ist karg und trocken. Erreichen den Orangefluss und sehen wieder das Weintraubenprojekt welches im vorigen Jahr schon in Betrieb war. Uns beschämen die armseligen Strohhütten welche den Arbeitern als Bleibe dienen. Hier, wo sie nach einem harten Arbeitstag die Füße hoch legen und ihre Familie wieder sehen, prangt riesengroß über allem eine Werbetafel der Standartbank. Die hat inmitten der Hütten eine Zweigstelle errichtet. Allerdings aus Beton.  Waypoint 4 ist der Abzweig in die Schlucht vom Garampfluss in Richtung Ai Ais. Wir durchfahren die Schlucht und campieren im Trockenflussbett des Garamp. Der wahnsinnige Wind tobt weiter und lässt fast die Suppe aus dem Teller davon fliegen. Hier stehen wir wohl direkt an der Düse. Nach diesem ersten Reisetag holt uns schnell die Müdigkeit ein und wir gehen um 21 Uhr schlafen.

   
erstes Camp im Garamptal Ganz schön zugig
   

 

Das Genie beherrscht das Chaos... oder wer Ordnung hält ist nur zu faul zum suchen. (gesehen)

 

Sonntag 7.11.2004

 

Garamp – Tirasberge- Wasserloch beim Farmer

 

Der Wind hat die ganze Nacht weiter geblasen. Nach einem gemütlichen Frühstück und endlich gefundener Ordnung brechen wir um 8 Uhr auf. Wüstenähnliche Landschaft bis zum Waypoint 6. Hier ist der Abzweig zum Cannyon und RoschPina. Die Einkehr im Roadhouse ist sehr interessant, so erfahren wir hier von zwei Oberbayern, die eine Farm gegründet haben, an der heute eine Zweigstelle des Roadhouses, nämlich die Canyon Lodge steht.

   
Ehemals von 2 Bayern gegründete Farm Unser Traumgarten
   

Neben der schon erwähnten Gazelle sehen wir ein Dik Dik und ein totes Kudu, dass sich beim Sprung über den Zaum tödlich verletzt hat. 

Die Gegend zeigt sich in einem zwar immer wieder wechselnden aber öden Schauspiel. Hügel, Sand, Steine, weite Schotterflächen und platte nur mit harten Grasbüscheln bewachsene Weidegründe. Es gibt dieses Land auch von ganz anderer Seite und zwar in der Regenzeit, aber die ist eben nicht jetzt. Gut zu wissen, das wir dieses wunderbare Land auch schon zu Regenzeiten kennen gelernt haben. Grün, blühend und weniger heiß. Sonst würde der geneigte Leser ja die Lust verlieren, je her zu kommen. Wir sind hier im Sommer und haben uns am Löwenfluss eingesandet. Der Löwen ist ein Ablauf des Nautedammes und mehr trocken als nass. Doch heute fließt das Wasser auf knöcheltief und Uwe wollte die Affen sehen die in der Ferne am Uferrand spielten. Bis er dort ankommt waren die Tiere verschwunden. Jetzt lässt er Luft aus den Reifen und hofft das wir raus kommen. Die Sandblechen haben wir unüberlegter Weise daheim gelassen. Mit wenig Luft und viel Hauruck klappt die Ausfahrt aus dem Flussbett. Es ist immer noch heiß und windig. Fahren die Abkürzung 465 und dann 17 km zurück durch die Tirasberge zum Abzweig auf die 707.  Finden eine Stelle an einem vermeidlich verlassenen Wasserloch und sind sehr müde. Uwe ist schon vor einer Stunde schlafen gegangen und ich gehe jetzt um 20Uhr30 ins Bett. Der Wind reißt mit großer Kraft an den Planen, als möchte er das Zelt, als großen Drachen, mit sich über die einsame Landschaft fliegen lassen.

   
Kudu welches sich am Zaun tödlich verletzt hat Im Hintergrund die Tirasberge
   

 

Wir lieben doch den Wind  oder...?

 

Montag 8.11.2004

 

Wasserloch – Solitär - Kuiseb

 

Es ist die ganze Nacht windig und die Böen fetzen sich am Zelt. Die Sonne geht auf und wenn der Wind für fünf Minuten nachlässt, reicht das leider nicht aus, um Kaffeewasser zu kochen, aber um gehörig zu schwitzen. Die Temperaturen am frühen Morgen sind saunagleich. Zu alle dem kommt der Farmer angefahren. Von wegen verlassenes Wasserloch. Da hilft nur die Flucht nach vorne. Ohne zu Zögern gehen wir um den Zaun herum, zu ihm hin. Unverkennbar, er ist wenig begeistert von unserer Anwesenheit. Das äußert er auch gerade heraus auf die Frage, wie es geht? Da antwortet er mit, eigentlich gut, aber wenn Fremde auf dem Besitz sind, ist das immer ein Problem. Jetzt müssen wir vorsichtig den Karren wieder aus dem Dreck ziehen. Das gelingt auch. Der Farmer hat sich soweit beruhigt und wir können dann fahren, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen habe. Immerhin macht unser Farmer auch in Sachen Touristen und da ist es dann für ihn schon ärgerlich, wenn sich das potenzielle Kundenklientel wildcampierend auf dem Farmgelände tummelt. Karakulschafe und Rinder in mitten einer wunderschönen Landschaft entlang der Tirasberge. Die Felle der Neugeborenen Karakullämmer dienen der Herstellung von Persianermänteln. Aber nur innerhalb der ersten 24 Stunden ist das Fell brauchbar. Wir halten kurz um zu fotografieren. Der Wind reißt an unseren Haaren und alles was nicht fest gebunden ist fliegt sofort aus dem Auto davon. Das wenige Gras breitet sich wie eine hellgrüne Decke über die Landschaft. Passieren die Farm von Wulf und Anke, Uwe war mit seinen Eltern 2002 hier, ein absoluter Tipp, sie haben den Aufenthalt sehr genossen. Immer wieder werden wir auf dieser Reise an Plätze gelangen, die für uns schon Erinnerung beinhalten. Durch die extreme Hitze spiegelt sich der Berg vor uns wie in einem See wieder. Die Akazien entlang der Dünen gleichen, wie Perlen an einer Schnur aufgereiht, eine der anderen. Das Wasser welches aus den Tirasbergen fließt staut sich entlang der roten Dünen und so entsteht der immergrüne Akazienstreifen. Wir sehen Schafe und finden Kakteen. Einige Ableger der stacheligen Gesellen fahren mit nach Hause. Unterwegs sehen wir Kudus und Springböcke, sowie jede Menge Strauße mit ihren Jungen. Sie sind scheu, wie die Rehe bei uns im Wald und laufen sofort davon. An der Straße liegt eine hübsche Farm, Köcherbäume zieren die Einfahrt. Hier haben wir 2001, bei der Afrikadurchquerung, den Gepäckträger schweißen lassen. Am Himmel zeigen sich die ersten Wölkchen. Was bedauerlicher weise nicht mit an Bord ist, ist ein Thermometer, es ist unbeschreiblich heiß. Der wahnsinnige Wind bringt nicht eine Wolke mit sich. Die Farmer und auch wir würden uns das wünschen. Den ganzen Tag schon werden wir von einem überlebensgroßen Föhn, auf Stufe drei, angeblasen. Unter dem einzigen Kameldornbaum weit und breit halten wir und kochen Kaffe. Ja, in dieser Hitze. Die Coca - Cola light ist wirklich light. An unseren Bröselkaffe kommt sie in Sachen wach halten nicht ran.

   
Nichts kann so schön sein Und wenn man genau hinschaut erblickt man viel grün
   

In der glühenden Mittagssonne werfen wir keinen Schatten mehr. Auch der Landy nicht. So ist es doch verwunderlich, dass trotz dieser intensiven Helligkeit die Urdünen der Namib sich tiefrot in der Landschaft abheben. Wir sind verzaubert von diesem herrlichen Anblick und erinnern uns an alte Zeiten. Das Sossusvlei, 1999 waren wir das erste Mal hier. Haben uns in die Gegend verliebt und kommen seither immer wieder, heuer ist es das erste Mal, das wir es auslassen. Wir haben noch eine lange Reise vor uns. Im Camp von Sossusvlei der übliche Touristenrummel. Wir mischen uns unter das Volk und duschen wieder ausgiebig. Dann führt uns die Fahrt weiter, durch wechselnde Landschaften. Ständig bekommen die Hügel und Berge neue Gesichter und Strukturen. Für geologisch Interessierte eine spannende Gegend. Die Sonne neigt sich schon dem Untergang entgegen, immer noch fliegt der Sand im Wind. Wir durchfahren das Tal des Gaupflusses und suchen einen Platz für die Nacht. Das Flussbett scheint uns nicht geheuer, wir denken an das Erlebnis im Kuiseb 2001 und verlassen das Flussbett. Die wenigen Parkbuchten im Canyon sind leider versaut mit leeren Flaschen, Dosen und sonstigem Campingmüll. Ganz nahe finden  wir einen Traumplatz auf einer Anhöhe.

 

Wendekreis des Steinbocks

 

Lassen diesen Tag geruhsam ausklingen und sind so langsam auf Reisen. Es dauert immer einige Zeit bis die Sache relaxt wird. Die Vorräte sind noch vielseitig und das Verwöhnprogramm in Sachen Speisekarte ist voll gesichert. Bisher hat es jeden Abend Straußensteak mit frischem Gemüse gegeben. Wir sind also bestens versorgt und die Entspannung steigt. Es ist 21 Uhr, Uwe brummt schon seit einer Stunde. Von der Anhöhe aus haben wir einen herrlichen Blick und sind selber durch einen großen Steinhaufen vor Blicken geschützt.

 

Camp am Steinhaufen

 

 

Namibia ist ein Land mit vielen Gesichtern. Dieses mal bereisen wir es erstmals in der Trockenzeit und werden es völlig anders erleben als bisher. 

 

Dienstag 9.11.2004

 

Kuiseb – Gobabeb - Swakopmund

 

7 Uhr 45, wir sind start klar, kein Windhauch ist zu spüren und es ist schon bratapfelheiß. Ein Schakal war am Abend noch da. Seine Augen haben neugierig geleuchtet und er hat das Camp nach fressbarem abgesucht. Karge Hügel säumen die Straße auf dem Weg zum Kuiseb. Wir queren immer wieder Trockenflussbetten und erreichen schließlich den Kuisebcanyon. Hier haben wir 2001 unseren Landy so festgefahren, das wir drei Stunden arbeiten mussten um ihn frei zu bekommen. Dass war für uns ganz schön aufregend. Viel spannender ist aber die Geschichte der beiden Deutschen die hier zwei Jahre gelebt haben um der Internierungshaft zu entgehen. Nachzulesen in „Wenn Krieg ist gehen wir in die Wüste“. Eine herrliche Landschaft liegt vor uns und mitten im Canyon steht wie ausgestopft ein großer Kudubulle. Uwe befestigt ein wackelndes Relais mit einen Kabelbinder. Die Paviane ziehen schimpfend davon, aber der Kudubulle steht völlig ruhig unter einer Akazie. Die Einfahrt in das Flussbett ist verboten und die Strafe beträgt 300 Namibia $. Wir lassen das Hügelland des Kuiseb hinter uns und die Landschaft wird platt bis zum Horizont. Kein Baum, kein Strauch, kein Wind. Neben der Straße laufen Strauße. Die 50 Sachen die wir fahren, halten sie locker mit. Sie machen sich fast einen Spaß daraus das Auto zu überholen und vor uns die Straße zu überqueren. Wenn sie das geschafft haben, bleiben sie stehen. Wir haben den Abzweig nach Gababeb eingeschlagen. Eigentlich muss man hierzu ein Permit mit sich führen. Wir nehmen in Kauf die Strafe zu bezahlen. Fragen uns schon wofür wir denn hier noch Geld bezahlen sollen. Uwe bemerkt: „ Je trister, desto teurer.“  In der Ferne sehen wir schon das Rot der Namibdünen leuchten und einen dicken Balken Küstennebel darüber. Das sieht so unglaublich schön aus. Die letzten Kilometer wächst nicht mehr viel und je weiter wir nach Westen fahren, desto so wüstenähnlicher wird die Gegend. Dennoch sehen wir immer wieder Strauße und sogar einen Springbock. Je näher wir der Küste kommen um so kühler wird es und uns wird klar warum hier ein Permit verlangt wird.

 

Richtung Gobabeb Wüstenstation

 

Die Landschaft verändert sich, der Kuiseb verläuft entlang der roten Dünen bis nach Walfishbay. Ein herrliches Bild das sich hier bietet. Die letzten 150 Jahre ist er nur 16 mal oberirdisch in das Meer gemündet. So auch im Jahr 2000, damals hat er es geschafft den Dünengürtel zu durchspülen. Heute reicht das Grundwasser aus, um ein grünes Band entlang der tiefroten Dünen wachsen zu lassen. Wir erreichen die Forschungsstation und unglücklicher kann es nicht kommen, wenn man schon ohne Permit unterwegs ist. Wir haben den ersten Platten vorne rechts. Aber schnell ist der Schaden behoben und wir werden von niemandem behelligt. Weiter geht es entlang der grün geschmückten Namib. Wir sind fasziniert von diesem Anblick den wir hier geboten bekommen, passieren eine Granitmine, die Einfahrt ist verboten. Waypoint 10, ist der Abzweig zur Straße zur Forschungsstation. Wir sind gespannt ob nun ein Kassenhäuschen kommt oder nicht. Scheint aber nicht der Fall zu sein und biegen auf die Hauptstraße nach Walfishbay ein und klassische Musik spielt im Radio. Die Ansage ist in deutsch, wir hören den Sender von NBC. Es ist kalt, wir tauchen in den Küstennebel ein. Der Reifen wird in einer Werkstadt geflickt und wir machen uns auf den Weg ein Restaurant zu finden. Der Transkalahari Highway beginnt hier in Walfischbay und endet in Johannesburg. Für uns steht aber Swakopmund auf dem Programm. Wir wollen ins Internetcafe, für die Himbas noch einkaufen und tanken. Der Diesel ist hier billiger als in C.T. Weniger als 50 Euro Cent. An der Tankstelle werden wir von vier Israelis angesprochen. Sie wollen auch ins Kaokafeld und fragen ob wir das nicht zusammen machen können. Sie wollen aber noch Zeit in Swakop verbringen ganz im Gegensatz zu uns. Es ist sehr kalt und ungemütlich hier, wir fahren weiter. Leider haben wir viel Zeit vertrödelt und können den Küstennebel nicht mehr hinter uns lassen. Das Radioprogramm ist sehr interessant und in wärmende Decken gewickelt hören wir zu. Eine kalte und ungemütliche Nacht bricht für uns an, kurz vor Hentjesbay.

 

Vom Messumkrater in das Lavalabyrinth

 

Mittwoch 10.11.2004

 

Cap Cross – Messumkrater – Anhöhe in Richtung verbrannter Berg

 

Übernachtung im kalten Küstennebel kurz vor Cape Cross

 

Alles ist klamm und feucht am Morgen. Tief hängt der Nebel, es nieselt. Der heiße Kaffe tut gut und wir schauen, das wir weiter kommen. Verlassen Hentjesbay in Richtung Norden nach Cap Cross. Schakale laufen durch diese öde Gegend, die Robben von Cap Cross sind nicht weit. Die große Zwergpelzrobbenkolonie lebt während der Paarungszeit hier, um die 80 000 – 100 000 Stück sollen es sein. Der Messumkrater ist unser Ziel. Die Route 12 b von Reise Know How. Das Cap Cross lassen wir links liegen und machen uns auf die Wegsuche. Mit GPS kein Problem. Mit jedem Kilometern, den wir uns von der Küste entfernen wird das Wetter besser und unsere Stimmung auch. Wir finden eine Welwitschia und noch eine, wir freuen uns riesig.

 

2 mal grün. Welwitschia mit Landy im Hintergrund kurz vor dem Messumkraterrand

 

Die Pflanzen gehören zu den Sukulenten und leben nur in bestimmten Gebieten. Ein Österreicher hat sie erforscht und sie wurden nach ihm benannt. Im Durchschnitt werden die Welwitschias bis zu 500 Jahre alt. Es werden immer mehr von dieser sonderlichen Pflanzen. In diesen Mengen haben wir das noch nie erlebt. Der Kratereingang kommt immer näher und wir sind schon sehr gespannt was wir auf der Kuppe erblicken werden. Der Krater hat einen Durchmesser von 12 Kilometer.

 

Im Mesumkrater

 

Direkt als Krater ist die Landschaft nicht wahrzunehmen. Folgen dem Flussbett des Messum und sind erstaunt wie viele Welwitschias es hier gibt. Der Brandberg steht wie ein riesiger Klotz vor uns und scheint zum greifen nahe. Das Bergmassiv ist mit dem Königstein (2573 m über Meer) die höchste Erhebung des Landes. Sein mittlerer Durchmesser beträgt 20 Kilometer und eine Fläche von 450 KM²wird vom Brandbergmassiv eingenommen. Die Entstehungsgeschichte während der Post-Karoo-Zeit liegt 130 Millionen Jahre zurück. Gewaltige Magmamassen dringen aus dem Erdinneren in die Erdkruste und erstarren dort zu Granit. Erst die Abtragungen der folgenden Jahrmillionen lassen das an das Tageslicht treten, was wir Brandberg nennen. Am häufigsten findet sich eine rote Granitvariante im Brandberggestein. Diese gibt dem Berg auch seinen Namen. Im Licht der Morgen- und Abendsonne leuchtet das Gestein rot. Jetzt um die Mittagszeit können wir diese Schönheit nur erahnen. Die Strecke zieht sich schon 40 Kilometer und wir kommen dem Gebirge kaum näher. Wir beschließen über Brandberg Mine zu fahren und den Weg nach Twyvelfontain zu suchen. Es ist schon wieder unangenehm heiß. Finden auch den Weg zu Ugabriver Rhinocamp wo wir von zwei südafrikanischen Ehepaaren noch Infos und eine handgemalte Karte bekommen.

   
Wegbeschreibungen vom Ugabriver zum verbrannten Berg über Dorroskrater
 

Auf was lassen wir uns da ein? Viele Autos nehmen die Route nicht. Sie ist einsam und die Wege sind zum Teil in einem schlechten Zustand. Wir machen uns gleich auf den Weg. Kaum um die Kurve gefahren und die erste steile Passage genommen, stöbern wir zwei Oryxantilopen auf. Es gibt noch einige Pfützen im Fluss und die werden auch von Nashörnern besucht. Große Kothaufen bezeugen, das es die Rhinos auch gibt oder waren es doch Elefanten? Das Camp hat Waypoint 025, das Auto hat einen Kilometerstand von 2357 und wir haben das Camp in Richtung Norden verlassen. Mühselig klettert der Landy die steilen Passagen hoch und folgt dem Weg um unzählige Ecken. Es ist hübsch hier und wir staunen nicht schlecht, als wir um das nächste Eck fahren und vor uns ein weites Tal liegt. Hier könnte ein kleines Flugzeug landen. Eine gerade, freie und breite Piste von Bergen gesäumt, liegt vor uns. Erst als der Weg wieder nach oben führt, nimmt der Rüttel zu und wir werden durch das Wellblech durchgeschüttelt. Noch ein kleiner Absatz wird im Schritttempo erklommen und wir finden uns auf einer Wasserscheide wieder. Ein phantastischer Ausblick von hier oben, spontan beschließen wir hier zu campieren.

 

Traumcampside inmitten der Lavahügel des Messumkraters

 

Wenn uns auch der Wind wieder einmal heftig um die Ohren pfeift, es ist ein Genuss diese Fernsicht von geschätzten 70 Kilometern zu haben. Ein Traum von einem Platz. Die Gegend hier ist einfach nur herrlich und wir sind uns einig, selten etwas schöneres in dieser Richtung gesehen zu haben. Rund herum erstrahlt ein phantastisches Wetterleuchten.

 

Große Tugenden machen einen Menschen bewundernswert, die kleinen Fehler machen ihn liebenswert. ( P.S.Buck) 

 

Donnerstag 11.11.2004

 

Anhöhe - Aba Huab – Palmwag Lodge

 

Die Narren sind los! So tönt es aus dem Radio heute in Namibia. Hier wird Fasching gefeiert. Unser Lagerplatz hat eine gute Einstrahlung, nur wenige Meter weiter ist kein Empfang mehr. 8 Uhr 15, es ist bewölkt, wir fahren ab und suchen die T- Kreuzung von unserem handgemalten Plan, in der Realität. Es geht in ein weites Tal und die Straße windet sich wie eine Schlange hindurch. Wir fahren eine große Schleife und sehen von weitem wieder unseren Lagerplatz. Ob das der richtige Weg ist? Zwei Oryxantilopen, begleitet von einem Jungtier laufen erschreckt davon. Sie verharren aber gleich wieder, als sie bemerken wie langsam wir sind. Viele Vögel und auch ein Huhn von der Trappenart sehen wir in den Büschen. Rechts von uns befindet sich der Dorroskrater. Dessen Randgebirge hebt sich sehr viel deutlicher hervor als das des Messumkraters. Klar zeichnet es sich von seiner Umgebung ab. Die Welwitschias am Weg reihen sich wie die Perlen einer Kette aneinander. Es gibt einige Rhinospuren im Gelände und alte Kothaufen, sie zerfallen schon zu Stroh. Wieder geht es über einen Hügel und in seiner ganzen Pracht, sehen wir in der Ferne, den Brandberg vor uns. Mittlerweile haben wir ihn in gebührendem Abstand umrundet. Es geht weiter in einem neuen Tal, auch dieses unterscheidet sich nicht groß von den anderen.

   
Im Hintergrund das Brandbergmassiv Kurz vor dem verbrannten Berg
   

Karge, aber herrlich schöne Landschaften öffnen sich vor uns. Der Weg wird besser, die großen Steinbrocken werden weniger und wir können kurzfristig schneller fahren, aber das Waschbrett bremst das Tempo gleich wieder. Wir erreichen den verbrannten Berg. Die 200 Meter hohe Kuppe leuchtet uns schon tief violett und schwarz entgegen. Der Berg hat jedoch noch nie wirklich Feuer gefangen. Aber heiße Temperaturen haben, bei seiner Entstehung, eine bedeutende Rolle gespielt. Im sehr intensiven post-karoo-zeitliche Vulkanismus im Damaraland, vor 130 Millionen Jahren wurden große Mengen basaltischer Lava in eine Tonschicht  getrieben. Dabei kam es zu einer Kontaktmetamorphose. Die Tonschieferschicht (Überreste von einem Süßwassersee) war reich an organischen Bestandteilen, sie verdampften in der Hitze und zurück blieben ausgehärtete Ton-Minerale die sich als schwarze Kruste zeigen. Dieser Prozess wird bei Sedimentgesteinen wie in diesem Fall als Frittung bezeichnet. Wir betrachten uns die Farbschattierungen der Eisen und Manganoxide in den Tonschiefern. Sie sind nachträglich durch Oxidation beim Kontakt des Gesteines mit Sauerstoff entstanden. Das ist erst viel später passiert. Nämlich als der verbrannte Berg wieder in den Einfluss der Atmosphäre gelangte und der allgegenwärtigen Abtragung ausgesetzt wurde. Alte Erinnerungen werden wach. 2000 haben wir hier mit Max und Seffi gecampt. Damals hatten wir mit dem Wasser und abgegangenen Revieren zu tun. Heuer ist es bisher eine trockene Reise. Bisher deshalb, weil es in der Ferne donnert und blitzt. Wir besuchen auch die Orgelpfeifen, nein hier befinden sich nicht echte Orgelpfeifen. Aber der Doleritgang, den wir hier besichtigen können, ist vor etwa 130 Millionen Jahren hier entstanden. Damals wurden große Teile des Damaralandes von magmatischen Vorgängen verändert und der Godwana Kontinent brach auseinander. Die Kontinente auf der Erde, wie wir sie heute kennen, fingen damals an auseinander zu driften. Doch zurück zu den Orgelpfeifen. In Namibia gibt es viele dieser Doleritgänge. Dieser hier hat etwas besonderes. Die flüssige Steinschmelze drang parallel zur Schichtung in das Nebengestein ein. Die Orgelpfeifen, gleichmäßige mehreckige Säulen sind das Ergebnis dieser schichtparallelen Erstarrung. Dolerit ist ein Gestein, welches in seiner Zusammensetzung dem Basalt entspricht. Dolerit entsteht unter der Erde und Basalt tritt als Lava an die Erdoberfläche. Wir treten eine Pause an, ein großer Baum im Trockenflussbett des Ugab scheint uns geeignet. Gerade zu einem Schläfchen hingelegt, tröpfelt es vom Himmel. So fahren wir also weiter und lassen die Regenwolken hinter uns. An der Straße ein Pannenfahrzeug. Alle Koffer stehen herum und sechs Menschen. Ein weiterer sucht etwas in den Untiefen einer Reisetasche. Der Luftdruckmesser, so erfahren wir, hat sich in Luft aufgelöst. Wir versorgen das Auto voller Schweizer mit Luft, prüfen den Luftdruck mit unserem Gerät und genau in dem Moment findet sich das verloren geglaubte Gerät der Schweizergruppe. Unter viel Winken und Lachen fahren wir weiter. Die Straßen sind gut und so kommen wir zügig voran und passieren schon die kleinen Farmen der Bauern im Damaraland. Hier sind meistens Ziegen unterwegs, Esel und einige Rinder stehen um die Hütten. Die Gegend unterscheidet sich nicht wesentlich von der, welche wir die letzten Stunden durchfahren haben. Viele Tafelberge säumten die Landschaft. Doch nun ändert sich die Landschaft. Mopanebäume wachsen rechts und links an der Straße, die Gegend wird flacher. Ein Blick zum Himmel bestätigt, der Regen wird kommen. Kurz entschlossen biegen wir auf die Palmwag Lodge ein. Ein starker Wind erhebt sich und der Donner grollt immer näher.

 

Palmwag Loge Campside

 

Wir genießen den schönen Platz hier, können direkt auf den trockenen Unjab schauen. Stehen an einem Traumplatz und bekommen, von einem Boy, ernsthaft versichert, dass hier am Abend die Elefanten vorbei kommen. Dafür verzichten wir doch glatt auf einen Besuch im Restaurant und auf die drei Gänge. Machen uns die Mühe des Kochens selber und spähen mit einem Auge immer in den vor uns liegenden Busch. Beobachten argwöhnisch die anderen Besucher, die tatsächlich daran glauben, mit ihren Ferngläsern zwischen den grasenden Kühen und Kamelen einen Elefanten aus machen zu wollen. Weil ich nicht ernst sein kann und ständig Späße mache bekomme ich einen Verweis und gehe nun ins Bett mit der Vorgabe morgen muss ich brav sein sonst....werde ich den Löwen vorgeworfen. So schaut`s aus!

 

Ein Optimist ist ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt wie sie sind. (K. Valentin)

 

Freitag 12.11.2004

 

Palmwag Lodge – Khwoharibschlucht – Geribesebene

 

Tiefste Finsternis, wir hören Schritte vor dem Auto. Vorsichtig tastend suchen sich Hufe den Weg durch das Flussbett. Bis ich schließlich den Reisverschluss am Zelt öffne, was nicht ohne Geräuschentwicklung geht, poltern die Tiere wild davon. Uwe habe ich umsonst geweckt. Wir suchen wieder den Schlaf. Ein Ohr immer an der Zeltwand. Dann kurze Zeit später, wieder Hufe, schwere Tritte vor unserer Haustüre, der Elefant??? Etwas vorsichtiger tasten wir nach Lampe und Kamera. Ganz behutsam ziehen wir das Mückennetz hoch und leuchten in die Nacht, wo die Geräusche herkommen. Uwe hält die Kamera drauf, Augen blitzen uns entgegen. Es sind Kudus, sie verharren still und schauen interessiert in das Licht. Wir sind der Sache müde und legen uns wieder schlafen.

9 Uhr 30, wir brechen auf. Gleich zu Begin der Weiterfahrt laufen Springböcke über die Straße. Oryxantilopen suchen in einem Flussbett nach Wasser. Gerade wieder Gas gegeben und den Landy auf dem Waschbrett ins Rollen gebracht, stehen Giraffen an der Straße. Eben wollen sie mit ihren zwei Jungen die Straße überqueren. Die Jungen interessieren sich aber viel mehr für das Auto, als für das Vorwärtskommen der Alten. Erst als wir das Auto wieder starten, laufen sie im Zeitlupengalopp ihren Mamas hinterher.

   
Mutti und die Kleinen
   

Die Etendekaebene zieht sich vom Messumkrater bis hier her. Wir sind also immer noch auf vulkanischem Gelände. Als die Kontinente des Godwanakontinents noch beisammen waren hat der Messumvulkan hier schon gespukt. Die Geologische Forschung hat in Südamerika genau das gleiche vulkanische Gestein gefunden wie hier in Namibia. Das ist schon eine lange Vergangenheit, die geologisch hier bezeugt werden kann. 40 Kilometer vor Seesfontein zeugen Pfützen von einer anderen, einer jüngeren Vergangenheit. Die letzte Nacht hat es hier geregnet. Ein Rivier ist abgegangen und wir durchqueren einen namenlosen Fluss. Auf dem Weg nach Seesfontein gibt es noch zwei Geschäfte die haltbare Grundnahrungsmittel anbieten. Die Menschen dort sind froh wenn etwas gekauft wird. Sie haben nicht viel und führen ein karges Leben.

Seesfontein, das alte Deutsche Fort wurde 1896 zur Eindämmung der Rinderpest, der Wilderei und des Waffenschmuggels errichtet. 1914 zogen die 25 Männer der Schutztruppe weg. Es existiert aus dieser Zeit ein kleiner Soldatenfriedhof. Erst 1990 wurde einem privaten Investor erlaubt das Fort wieder aufzubauen und als Lodge zu nutzen. Einträchtig neben einander wehen auf den beiden Türmen die namibische und die deutsche Flagge. Wir trinken einen Kaffee und sehen uns um. Palmwag hat uns besser gefallen. Der Pool ist hier zwar größer, aber das Wasser genauso grün. Wirkt alles sehr verlassen. Unsere Nasen erschnuppern keine Gerüche aus der hoch gelobten Küche. Der Koch hat wohl frei. Die Rezeption ist geschlossen und wir bekommen keine Infos über den Zustand der Khwoharibschlucht. Gönne mir noch fünf Minuten Probeliegen am Pool und dann fahren wir weiter. Wenige hundert Meter weiter, an der Hauptstraße, eine Tourist Info. Wir gehen rein. Das ist für gar nichts gut. Der Mann erklärt geduldig das es einen Weg durch die Schlucht gibt. Das wissen wir ja bereits, aber versteht uns nicht weiter und weiß nicht was wir wollen, als wir nach GPS Koordinaten fragen. Wir geben auf und fahren einfach los. Das abgegangene River macht uns Sorge, da es in den Hoharib fließt. Finden in einer kurvigen Fahrt, durch das sehr sandige mit Mopanebüschen zugewachsene Flussbett, schließlich den Einstieg in die Schlucht. Große Löwenpranken haben sich im Sand eingegraben. Sorglos steige ich aus, um ein Hinweisschild zu fotografieren. Der Mann auf der anderen Flussseite ruft und winkt. Ich weiß gar nicht so recht was er will. Erst als wir ihn sprechen wird klar, die Löwen waren letzte Nacht hier und befinden sich noch in der Nähe. Glück gehabt. Das hier Löwen sind, damit haben wir nicht gerechnet und damit, das uns hier Wasser erwartet schon gar nicht. Eine dicke braune Brühe wälzt sich vorbei, der Fluss ist auch bis hierher abgegangen. Das bedeutet für ein Einzelfahrzeug das Ende an dieser Stelle. Das Risiko ist zu hoch. Heute Morgen sind drei Autos eingefahren, erzählt der Mann von der Elefantsong Campside. Wenige Stunden später, da staunte er nicht schlecht, als der Fluss, ohne das ein Tropfen Regen gefallen ist anrauschte. Wir ziehen uns zurück und überlegen was wir tun können.

   
Hoharibrevier ist abgegangen Wegbeschreibung durch das normalerweise Trockenflußbett
   

Letzte Nacht waren genau hier Löwen in freier Wildbahn

 

Der Himmel in Richtung Landesinnere ist tief schwarz und es donnert schon wieder. Fahren zurück zur Hauptstraße nach Purros. Wir folgen der D 3707 von Seesfontein nach Purros. Eine schöne Gegend und wir erreichen durch das Ganamubrivier die Geribesebene. Springböcke grasen und das Gewitter tobt um uns herum. Wir sitzen aber noch im Trockenen. Sieht aus, dass es so bleibt. Ein mächtiger Regenbogen spannt sich über das Land. Der Wind hat sich gemäßigt und die Sonne neigt sich über den Horizont, die Schatten werden lang. Von der Ferne hören wir Ziegen meckern und helle Kinderstimmchen. Der Tag verabschiedetet sich mit einem schönen, schon fast bedrohlich wirkenden Abendrot.

   
Stimmungen bei Tag und bei Dämmerung
   

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren (gehört)

 

Samstag, 13.11.2004

 

Geribesebne- Loop Hoarusib/Kumib - Kugelberge

 

Jedes Sandkorn das von Wind verweht wird ist Teil einer geologischen Dynamik, die im Lauf von Millionen von Jahren ganze Landschaften bilden oder vernichten kann. (N.Grünert)

 

7 Uhr 30, genau vor einer Woche sind wir in C.T. weggefahren. Den ganzen Morgen haben die Kühe gemuht und die Ziegen gemeckert. In weitem Abstand von unserem Lager zieht die Herde vorbei. Aus dem Landesinneren kommen wieder Wolken heran. Wir fahren aber in die Richtung, in der blauer Himmel zu sehen ist. Da staunen wir nicht schlecht als sich auf der D 3707 Kühe, Giraffen, Oryxantilopen und Springböcke zeigen, alle beisammen in bestem Verständnis. Der Brunnen ist auch nicht weit. Die Wasserstellen, welche wir sehen, sind so konzipiert, dass sie allen zugänglich sind. Die Menschen lagern weiter entfernt, so das sich die scheuen Wildtiere auch heran wagen und Durchreisende können bei Bedarf das Lebenswichtige Nass abzapfen. Wir fahren weiter durch die Geribesebene, es ist ein herrliches Weideland, der Gomatum durchzieht es und in der Regenzeit stehen hier satte Wiesen. Das Wellblech zeigt sich gnadenlos, es ist laut im Auto und unsere Gespräche sind schon lange verstummt. Gegen diesen Lärm können wir uns nicht anschreien. Die Landschaft ist trocken geworden, keine Hütten sind mehr zu sehen. Einige Oryxantiopen stehen herum und unter einem Baum eine kleine Herde Esel. 100 Meter von den Eseln entfernt, stampft ein aufgebrachtes Oryx mit den Hufen in den Staub. Es senkt wütend seinen Kopf in Richtung der Esel, bringt aber nicht den Mut auf sie zu verjagen und den Schatten für sich zu erobern. Es ist heiß, trocken und die Tiere, die zu sehen sind, wirken erschöpft. Wir durchfahren ein Trockenflussbett, die Landschaft hier ist nach wie vor wunderschön. Rechts und links steigen bewuchslose Hügel in den unterschiedlichsten Farbschattierungen an. Immer noch sind es die auslaufenden Formationen des Etendekagebirges die uns begleiten. Die Etendekaformation entstand auch im Zusammenhang mit der Spaltung von Godwana. Solarpumpe bei Purros ist erreicht und sie funktioniert immer noch. Wir füllen unsere Wasservorräte auf. Purros ist ein winziges 20 Häusernest auf karger Ebene. Hier gibt es abseits einen Campingplatz, wir waren nicht dort. Der Umschlagplatz für Neuigkeiten aus der Gegend, wenn man auf Reisende trifft. Wir hören unterwegs, dass sie gehört haben, heute früh wäre ein Elefant im Hoarusib flussaufwärts und einer flussabwärts gegangen. Ja so ist das immer. Als Uwe vor zwei Jahren mit seinen Eltern da war, ist auch wenige Stunden zuvor der letzte Wüstenelefant in der Schlucht des Hoarusib verschwunden. Eigentlich wollen wir unter einem Baum einen Snack zu uns nehmen und fahren deshalb in den Fluss abwärts ein. Da staunen wir aber nicht schlecht, als keine 500 Meter weiter eine Kuh in einer Pfütze steht und das Gras am Rand abweidet. Wir sind angetan und wollen uns das genauer betrachten. Die Elefantenhaufen sind nicht zu übersehen und sehen noch frisch aus. Uwe meint sogar sie riechen zu können. Kann ich nicht bestätigen. Aber als nach weniger als einem Kilometer das Wasser zu fließen beginnt und Oryxantilopen mit vollen Bäuchen durch das Wasser waten, sehen wir das beide. Folgen weiter dem Flusslauf wobei die Suche nach Elfanten zweitrangig geworden ist. Vielmehr steht nun das Interesse im Vordergrund  den Canyon zu durchfahren. Es gibt laut Karte einen Weg durch den Kumibfluss zur D3707 zurück. Ein Looping sozusagen, was wir vorhaben. Diesen Abzweig zu finden, der aus dem Flusstal heraus führt ist nicht ganz einfach. Wir geben halbwegs die Koordinaten von der Karte auf das GPS um einen Anhaltspunkt zu haben. Dann geben wir uns dem Geschlängel des Canyons hin. Es ist ja wirklich wunder hübsch, so grün und das leise fließende Bächlein. Doch wir wissen eben auch, wie schnell sich das ändern kann und in der letzten Stunde haben uns die Gewitterwolken des Innlandes hier auch erreicht. Es reicht schon wenn es in Landesinneren regnet, dann wird aus dem Bächlein in wenige Minuten ein reißender Bach. Solange wir keine Panne haben wird das schon gut gehen. Die Sicht nach vorne zeigt uns einen strahlen blauen Himmel aber der Blick zurück, da wird uns fast schlecht. Gewaltig aufgeblasene Kumuluswolken in einer höchst bedrohlich dunkel grauen Farbe. Immer wieder laufen Oryxantilopen vor uns her und wir finden zwei frisch abgenagt Skelette. Vermutlich haben sich auch Löwen hier heimisch gemacht. Diese Fahrt ist ein interessantes Unternehmen, gerade deshalb weil es hier so grün ist. Das Wasser wird weniger und wir erleben fast einen Sandsturm. Das ist auch die große Sandfläche, die wir in der Karte haben. Hier muss es rechts raus gehen. Die Spur ist mager und wenig befahren, wir sind unsicher. Ein Trulli, also ein Steinmännchen sitz auf einem Hügel. Uwe lässt sich nicht überreden hinzufahren, ihm genügt die schwache Spur vor uns schon. Letztlich hat er auch damit recht. Aber wir drehen beinahe um, als die Spur plötzlich rückwärts läuft, allerdings prompt auf die Hauptpiste. Nun geht es noch einige Kilometer über groben Sand leicht bergauf in eine unberührte Natur. Nähern uns dem Konzessionsgebiet der Skelettencoast.

 

Wo geht es hier eigentlich entlang?

 

Hier dürfen wir eigentlich nicht weiter!

 

Hier steht auf einer großen Verbotstafel, dass wir nicht hinein dürfen. Befinden uns auf 390 Meter Höhe über dem Meer. Die Landschaft ist völlig kahl. Überlegen ob wir es riskieren sollen die 5 Kilometer durch zu fahren. Um dann durch den Kumibriver zurück, auf die D 3707, die Straße, die in Hartmanntal führt, wo wir eigentlich hinwollen. Was uns im Kumibfluss erwartet, ist wieder eine andere Sache. Das wissen wir erst, wenn wir drinnen sind. Auf der Karte sieht der Canyon eng aus und zieht sich durch eine Berglandschaft, also überraschen lassen. Es ist wieder viel kühler, wir sind nahe der Küste und bekommen eine angenehme Brise ab. Ereichen ohne Umschweife den Kumibriver und folgen ihm flussaufwärts. Das Flussbett führt energisch und ohne große Umschweife ins Landesinnere. Vor uns große Gewitterwolken. Passieren erleichtert wieder die Grenze des Konzessionsgebiet und so kann uns eigentlich keiner mehr was wollen. Herrliche Hügel in prächtigen Schattierungen rechter Hand. Da lässt sich die Kamera kaum noch aus der Hand legen. Wie hoffen nun, dass der Fluss nicht zu grün wird und wir trocken durch kommen. Das River ist sehr breit und wir kommen auf dem Sand gut voran. Wenige Akazien und Mopanebüsche wachsen hier. Die Anspannung der letzten Stunden legt sich so langsam und ohne Aufsehen stehen wir auf der D 3707. Beinahe fahren wir daran vorbei, so unscheinbar ist die Querung dieser Hauptstraße ins Hartmanntal. Es wäre möglich im Fluss weiter zufahren. Der Kumib führt eigentlich nach Orumpembe, genau da wollen wir hin. Wir entscheiden uns aber für die D 3707, die auch nach Orumpembe führt. Es breitet sich wieder eine schöne Landschaft vor uns aus. Wir haben uns den ganzen Tag angestrengt mit der Wegsuche. Blinde Kuh, Weg wo bist Du...  also ohne Witz es war wegen fehlender klaren Koordinaten schon sehr anstrengend und nervend. Es ist alles gut gelungen und nichts ist passiert. Jetzt haben wir auch noch einen schönen Übernachtungsplatz gefunden. Dafür sind wir eine wilde Auf- und Abpassage hochgefahren um zu diesen, Kugelbergen zu gelangen und unser Nachtlager hier aufzubauen. Es hat sich gelohnt. Ein herrlicher Ausblick und wenn ich an Namibia denke dann stelle ich es mir so vor, genau so.

 

Traumplatz in einer menschenleeren Landschaft

 

Diese Nördliche Teil von Namibia ist ein Spielplatz für Männer wo ausprobiert wird, wer mit welchem Auto, noch welchen Weg fahren kann. (G.Ch.)  

   

Sonntag, 14.11.2004 

 

Kugelberge – Umgehungsstraße – Blick auf Angola - Hartmannstal

 

7 Uhr 30, an den herrlichen Kugelbergen abgefahren. Wollsackerrosion hat den kleinen Gebirgszug hier gezeichnet. Wir machen einen kleinen Umweg und folgen einer uns gestern noch unbekannten Fahrspur. Mit dem GPS finden wir ja immer wieder zurück. Die Piste lässt sich sehr viel freundlicher fahren als das Wellblech der D 3707. So geht es frohen Mutes weiter, da der Weg ja auch noch halbwegs in unsere gewünschte Richtung, die ist Norden, führt. Die Gegend, annähernd ohne Bewuchs um diese Jahreszeit, das möchte ich immer wieder dazu sagen, in der Regenzeit sieht es hier ganz anders aus. Die nächste Kuppe ist erklommen und wir staunen nicht schlecht, Uwe realisiert es zuerst. Vor uns liegt ein Wasserloch und aus allen Himmelsrichtungen führen die Wildwechsel hierher. Von Links sehen wir drei völlig schlappe Oryxantilopen ankommen und so verziehen wir uns sofort. Die Tiere schwanken in diesen Zonen zur Zeit zwischen Leben und Sterben. Die Oryxantilope erreicht eine Schulterhöhe bis zu 1,40 und wird an die 230 kg schwer. Diese Tiere haben Hörner, die bis über einen Meter lang werden und sie verfügen über eine besondere Überlebensstrategie. Sie kann über einen längeren Zeitraum die Körpertemperatur der Außentemperatur anpassen, so muss sie nicht schwitzen. Gleichzeitig wird das Blut aber wieder abgekühlt bevor es das Gehirn erreicht. Nicht nur diese Eigenschaft hebt sie hervor. Sondern die Oryxantilope gilt als Symbol für Mut, Stolz und Grazie, dies macht sie zum Wappentier von Namibia. Alle Tiere lechzen nach Wasser, aber auch dieses Wasserloch scheint kurz vor dem Vertrocknen zu sein. Es hat gerade noch einen Durchmesser von knapp zwei Metern und das Wasser riecht für unsere Nasen auf meterweite Entfernung abstoßend. Viele Vögel sind hier und gerade am frühen Morgen hält sie dann auch nichts ab dem Tag entgegenzuzwitschern. Im Umkreis von vielen Kilometern dieses Wasserloches wächst nichts, kein Gras, kein Busch, schon gar kein Baum. Wir freuen uns sehr, das uns der Zufall wieder geholfen hat etwas neues auszuprobieren. Die Straße läuft nahezu parallel der D3707, aber ist sehr viel schöner zu fahren. Immer wieder treffen wir auf Tiergruppen, bestehend aus Springböcken und wenigen oder nur einer Oryx. Die Strauße sind sehr für sich und schließen sich selten mit anderen Tieren zusammen. Wir sind generell sehr beeindruckt davon wie diese Tierwelt hier kämpft, um bis zur nächsten Regenzeit durchzuhalten. Die Antilopen sind völlig schlapp, sie bringen keine Kraft dafür auf vor dem Auto davon zu laufen. Es wäre ein leichtes, sie mit einem Gewehr zu jagen. Wir treffen auf die Straße die uns ins Hartmanntal bringt. Wunderbar, der Umweg hat sich gelohnt. Fahren in einem Flussbett weiter. Uwe ist hier 2002 mit seinen Eltern durchgefahren in der Regenzeit. Er erzählt mir immer wieder, dass er hier tausende Tiere gesehen hat. Man kann es kaum glauben wenn man sieht wie abgeschlafft die Tierwelt derzeit hier um das Überleben kämpfen. Die Landschaft verändert sich und wir durchfahren immer wieder kleine Flussläufe in der weiten ebenen Fläche. In einer Entfernung von 15 Kilometer erhebt sich ein kleiner Gebirgszug. Immer weiter Richtung Norden. Die Straße ist in einem schlechten Zustand. Wellblech, dass sich auch nicht mehr schnell befahren lässt, weil tiefe Querrinnen dazwischen sind. Uwe hat beim Austreten eine Trappe aufgeschreckt. Die Tiere sind unglaublich gut getarnt und verlassen erst im allerletzten Moment ihr Gelege. So auch diese, aber wir ziehen uns gleich wieder zurück und der aufgeregte Vogel kann sich wieder auf seine drei kleinen gescheckten Eier setzen. Bei dieser Hitze zieht das Tier hier dann seine Jungen groß. Aber die Regenzeit kommt bald. Aus dem Landesinneren drängen die Wolken jeden Tag weiter heran. Durchqueren weitere Flussbetten. Wir erreichen die „Orange Drum“. Eine Tonne, an der sich die Wege teilen und die Piste wird sandig. Auf dem roten Wellblechsand fährt es sich schneller als auf den Steinen. Die Landschaft öffnet sich und  wir sehen die ersten Berge des Hartmanntales. Die Ebene wird weit und der rote Sand passt sehr gut zu den dunklen Bergen, die auch von der Wollsackerosion stark angegriffen sind. Die Landschaft gewinnt zunehmend an Schönheit und mit jedem Kilometer gefällt es uns besser. Das Hartmanntal ist benannt nach der Frau Hartmann. Er, der Herr H. hat das Hartmannschen Bergzebras entdeckt. Das Tier lebt in Zentralnamibia bis in die nördliche Kapprovinz und sieht ähnlich gebaut wie ein normales Zebra. Es hat etwas mehr gelben Ton in der Grundfarbe und ist kräftiger gebaut. So ein Zebra wird zwischen 280 und 350kg schwer. Wir machen wieder einen kurzen Stopp.

 

Im Hartmannstal

 

Immer wenn wir in eine sehr wuchtige Bodenwelle geraten, weil wir sie zu spät erkennen, kommen die Stühle und der Tisch hinten auf der Ablage außer Kontrolle. Dann müssen wir sie wieder festzurren, sonst sitzen uns die Gegenstände bei der nächste Welle im Genick. Uwe hat heute zum ersten Mal das ausgesprochen, worüber ich schon oft nachgedacht habe. Was passiert, wenn am Auto etwas wichtiges kaputt geht oder einer von uns beiden ernsthaft erkrankt. Was wir für Möglichkeiten haben und was wir tun können. Allzu viel fällt uns nicht ein. Dann führt der Weg einen steilen Dünenabschnitt hoch. Wir haben zuviel Luft in den Reifen und nur mühsam geht es aufwärts. Ein Landy kommt uns entgegen und weicht netterweise aus. Wir erreichen die Dünenkuppe und es ist weniger sandig, ein traumhafter Blick, wir sind glücklich. Vor uns liegt die Schlucht des Kunene und allein für diesen Ausblick auf die Berge von Angola hat es sich gelohnt hierher zufahren. Der Weg führt hinunter in das Tal, das Ende des Hartmanntales ist erreicht.

 

Wir haben schon Blick auf die Angolianische Namib

 

Der Zugang zum Kunene ist durch einen breiten Dünengürtel versperrt und die Aussicht von hier unten ist bescheiden. Wenn die Anfahrt in das Tal auch mühsam ist auf dem Wellblech, Wüstenfreaks kommen hier voll auf ihre Kosten, es ist wirklich toll. Aber das haben wir hier nicht erwartet. Starker Westwind bläst und der Sand fliegt nur so. Wir fahren ein Stück zurück und suchen uns einen geschützten  Platz. Beim Verlassen des Tales finden wir eine Oryxantilope, die den Kampf gegen den Durst verloren hat. Die Geier und Raben machen sich schon an ihr zu schaffen. Es handelt sich bei den Geiern um Ohrengeier, sie sind die größten afrikanischen Geier überhaupt. Die bis zu 105 Zentimeter hohen Tiere haben einen dicken Schnabel, einen roten Kopf  und rote Hautfalten am nackten Hals. Einige weiße Federn auf der Brust, ansonsten graubraun gefiedert. Die schlagen kleinere Säugetier und auch junge Antilopen. Da ist so ein geschwächtes Oryx auch kein Problem. Eine Oryx nach der anderen trottet in Entfernung an unserem Lager vorbei. Sie sind erschöpft und gehen ganz langsam in großen Abständen zueinander. Das nächste Wasser ist der Kunene. Dahin haben sie noch ein weites Stück und es gibt keinen Bissen Gras mehr. Zu allem müssen sie noch den tiefen Sand des Dünengürtels überqueren. Die Wolken aus dem Landesinneren schieben sich immer mächtiger hier her. Für heute muss das nichts für uns bedeuten aber für den nächsten Tag. Wir finden an einem kleinen Hügel, der schon stark von der Wollsackerosion betroffen ist, einen Übernachtungsplatz. Ich mache noch einen Spaziergang auf den Hügel vor uns. Vor drei Tagen hat es hier geregnet, so erfahren wir vom Betreiber einer Fly- in Safari Lodge. Aber das reicht nicht aus um Pfützen zu bilden oder Gras wachsen zu lassen. Von hier oben sieht man die kleine Landebahn von Skelettencoast und Hartmanntal. Richtung Landesinneres entlädt sich die Wolke, deren Aufbau wir heute mit Interesse verfolgt haben. Der gesamte Ambos ist hell erleuchtet, wie wenn sich dort eine große Stadt befinden würde und unablässig sausen Blitze herab. Wir sind zu weit entfernt, um den Donner zu hören.

 

Die Geologie ist ein interessantes Thema, denn ein Stein liegt uns ja bekanntlich gerne mal im Weg.  (G.CH.)

 

Montag 15.11.2004

 

Hartmanntal - Wasserpumpe- Mariental

 

Der starke Wind von gestern Abend hat erst in der Nacht nachgelassen. Der Morgen ist sehr bequem, ohne Wind und ohne lästige Fliegen. Wir fahren um 7 Uhr 30 los und besuchen noch die Landebahn. Mit auf dem toten Kudu von gestern sind Schildraben gesessen, die Vögel werden 45 bis 52 cm lang, haben ein schwarzes Gefieder, eine weiße Brust und ein weißes Halsband, sie sind Allesfresser. Hier sehen wir auch oft kleine Tauben, wenige Gelbschnabeltokkos und an unserem Zeltplatz waren gestern noch vier Trappen. Fahren den Weg von gestern zurück und sind erstaunt wie viele Oryx unterwegs sind. Das ist besser als in jedem Tierpark. Die Geier kreisen nur wenige hundert Meter entfernt von der Straße über etwas, was da am Boden liegt. Die Spanweite dieser Vögel ist eindrucksvoll.

   
Übernachtung im Hartmannstal orange Drum
   

Treffen wieder auf die orangfarbene Tonne und hier wollen wir abzweigen in Richtung Mariental. Die Landschaft verändert sich dahingehend, dass wieder Mopanebüsche auftauchen. Es geht durch viele kleine Flussbetten und wir staunen nicht schlecht als wir an einer Wasserpumpe ankommen. In ihrem Fundament ist vermerkt - Red Cross 28.9.2001 – wir bedienen uns dankbar und füllen unsere Vorräte auf. Uwe erfrischt sich am Brunnen, dass kommt schon einer Dusche gleich. Die ersten kleinen Quellwolkengeschwader ziehen über den Hügelketten auf. Es ist noch früh am Tag, 10 Uhr und heute passiert wohl nichts, was uns direkt betrifft. Wir kommen an die nächste Wegmarkierung. Da sitzen bei einem alten Auto sechs Personen. Zwei davon sind die ersten Himbafrauen, die wir sehen. Die jungen Männer kommen heran uns schildern, das sie ein Problem am Auto haben. Da wäre kein Öl mehr. Also einen ganzen Ölwechsel können wir nicht haushalten. Wir werden dann nach Essen und Geld gefragt. Ich gehe mit unseren Kartoffeln zu ihnen und teile sie. Da kann ich mir die Frauen etwas von der Nähe betrachten. Sehen genau so aus, wie ich sie schon auf unzähligen Fotos gesehen habe. Am Ende zweifeln Uwe und ich dann doch an der Richtigkeit der Panne. Um es klar zu sagen, wir sind wohl den ersten Himbas glatt auf den Abzockleim gegangen. Kaum fahren wir ab, packen sie ihre Sachen zusammen uns bereiten auch die Abfahrt vor, nun geht das Auto doch! Die Berge hier sind wunderschön und fast eine Sehenswürdigkeit für sich.

 

Abzweig zum Van Zyls Pass von West nach Ost

 

Die Mopanebüsche haben ihr ganzes Laub abgeworfen. Wir fahren in Richtung van Zyl`s Pass, wollen die Stelle anschauen, wo es, wie so oft dramatisch beschrieben, direkt senkrecht den Hang herunter geht. Für uns bedeutet es dann senkrecht hinauf, da wir den Pass von der anderen Seite, also von West nach Ost fahren wollen. Es ist einfach so, dass es ein gewissen Wohlgefühl mit sich bringt, wenn wir wissen, über was wir heute Abend nachdenken. Die Landschaft ist von tiefrotem Sand geprägt und auch darin die kreisrunden unbewachsenen Stellen. Sie sind uns ja schon mehrfach im Kaokafeld aufgefallen. Dafür gibt es auch verschiedene Erklärungen. Meteoriteneinschläge, giftige Pflanzen, Termiten oder eben Außerirdische. In einem Land, das Geologen so gut erforscht haben, ist das noch unklar, sonderbar ist das schon. Fahren in das Flussbett ein, das zum Einstieg führt. Die Krale sind alle verlassen und wir sehen auch keine Tiere mehr. Im Auto wird nicht mehr viel gesprochen, die Stimmung ist angespannt. Wir wollen den Pass in der Entgegengesetzten Richtung befahren, als das für gewöhnlich angesagt ist. Da heißt es, kann uns immer jemand entgegenkommen, der für sein dafür halten, natürlich in der richtigen Richtung fährt. Das heißt vielleicht auch, dass er meint, wir müssen ausweichen, wer weiß? Für den Moment kann ich mir noch nicht vorstellen, hier irgendwo mit dem Auto hinauf zu fahren. Kurz bevor es eh nur noch bergauf weiter geht, sehen wir die Piste. Der erste Schnapper ist schon eindrucksvoll und dann kommt gleich noch einer. Wir gehen noch ein Stück weiter, um uns den Hang auf der Gegenseite an zuschauen. Uwe findet das alles nicht so sehr eindrucksvoll und wir werden das tun was er tun will. Der ganze Pass ist 12 Kilometer lang. Uwe hat genug gesehen und wir fahren zurück durch das rote Dünengebiet, ein heißer Wind bläst uns in das Gesicht. Die Sache mit dem Van Zyl`s Pass hat, wie zu erwarten, eine Eigendynamik entwickelt und es gibt kein Zurück mehr. Da müsste es morgen Früh schon Geldscheine regnen. Ich habe bisher noch niemanden sagen hören, dass ist toll, da musst Du unbedingt hinfahren, oder das war das Beste was ich je erlebt habe. Es wird sich zeigen, ob es das Risiko wert ist, wenn es ein Risiko gibt. Wir fahren alleine und haben die große Unbekannte, das Wetter. Ob das Argumente genug wären, dass wird sich auch erst morgen zeigen. Rote Windhosen sausen über die Straße. Die Quellwolken haben sich mittlerweile sehr eindrucksvoll formiert und werfen ihre Schatten auch weit in das Mariental. Links von uns sehen wir die Ausläufer der Hartmanberge und rechts die Baynsmountains. Das Tal wird enger, rechts und links vor den Bergen zieht sich der rote Dünenstreifen. In der Mitte Mopanebüsche in gelbem Sand, vor uns die Berge von Angola. Es ist unbeschreiblich schön, beinahe kitschig. Sehen die ersten Rinder der Himbas. Steuern am Ende des Tales eine Campside an. Sie ist sehr einfach und die Tiere vom Fluss können direkt zu uns her spazieren. Der Sand fliegt hier gnadenlos und wir entschließen uns dann auf die vom Wind geschützte Campside zu fahren. Hier stellt jemand in liebevoller Arbeit ein kleines Paradies her. Wir genießen die Anlage noch in vollen Zügen und lauschen dem Donnergrollen das aus den Bergen kommt. Die Grillen zirpen in verdammt hohen Frequenzen das schmerzt schon fast in den Ohren. Die Nacht ist warm und wir schwitzen ohne Decke. Kein  Lufthauch regt sich. So recht kann keiner schlafen, dazu noch die Gedanken wie das Morgen am Van Zyl wird. 1 Uhr, beide sind wir wach und schweiß nass. Ich gehe duschen. Legen uns wieder hin. Tiere laufen über das Kiesbett zum Fluss. Machen uns nicht die Mühe zu beobachten was es ist. Es dämmert, Hähne krähen um die Wette, tot müde stehen wir auf.

   

Euere Abenteuer wählt ihr selber ( Dr. Jim, Kenia)

 

Dienstag, 16.11.2004 

 

Mariental – Van Zyls Pass/ Stunde der Wahrheit – Aus vor Epupa bem Oheuva

 

Uwe hat heute Namenstag. Das bedeutet, das Tischtuch kommt zum Frühstück raus und eine Kerze steht an seinem Platz. Er bekommt ein paar Leckereien und darf über den Van Zyl`s Pass fahren. Jetzt muss es nur noch gut gehen. Fahren um 7 Uhr 30 ab vom Synkrocamp am Kunene. Durchfahren in einem wunderbaren Morgenlicht das Mariental in Richtung van Zyl`s Pass. Beinahe lautlos, so wie es in unserem Reisebuch steht, gleiten wir durch den roten Sand. Die Kühe ziehen zu ihren Futterplätzen. Ihre Hufe wirbeln Staub auf und das weiche Licht verleiht dem Ganzen einen mystischen Ausdruck. Die Spannung steigt, es wird nicht viel gesprochen. Erreichen den Einstieg. Uwe repariert den Stecker vom GPS, ich tanke solange von den Reservekanistern nach. Diese sind an den Seiten auf Fensterhöhe befestigt. Das Auto soll möglichst wenig kopflastig sein für eventuelle Schrägfahrten. Dann gehen wir es an und ich filme aus sicherer Entfernung, das Szenario. Ein traumhaft schöner Tag, wir könnten auch irgendwo entspannt an einem Pool liegen oder relaxt kiten gehen. Nein, wir sind hier und testen uns am Van Zyl`s Pass. Für weitere Philosophien ist keine Zeit mehr. Der Landy stirbt an der ersten Stufe ab. Das war zu schonungsvoll. Mehr Power ist angesagt. Auf den zweiten Anlauf krabbelt der Landy über den steinernen Absatz. Das war heftig, aber ehrlich gesagt, durch das Objektiv der Kamera sieht das nicht so schlimm aus, wie wenn man im Auto sitzt. Es geht so steil nach oben, das man nur noch den Himmel sieht und nicht mehr wo man hin fährt. Jedenfalls haben wir die Angsthürde genommen und wissen schlimmer wird es nimmer. Obwohl es noch weitere 12 Kilometer zu meistern gilt. Der Himmel ist blau und eine leichte Bewölkung zieht von Osten auf, so wie die letzten Tage auch. Das mit der Angsthürde habe ich zu früh verkündet. Es geht hammerhart weiter. Diesen Teil der Strecke haben wir uns gestern nicht mehr angeschaut. Das war auch gut so. Wir schwitzen beide. Es geht die Hügeln hoch und runter, langsam im Schritttempo. Immer wieder kommen schwierigste Passagen, wo Uwe zuerst aussteigt und sich die Stelle betrachtet. Die Durchfahrt muss an einem Stück erfolgen. Die Passagen sind sehr steil und während der Fahrt sieht er nicht viel. Es ist nicht möglich in den harten Auffahrten, die mal mehr mal weniger lang sind, zwischen durch auszusteigen und noch mal zu schauen. Es ist mega anstrengend und fordert die volle Konzentration von Uwe. Aber er bleibt richtig cool und das sich ein Rad vorne vom Boden abhebt, das bemerkt er nicht. Er wundert sich nur, dass ich laut aufschreie, ehrlich gesagt ich habe das Auto schon umkippen sehen. Die Wolken verdichten sich heute schon früh. Wir könnten bald die Hälfte der Strecke geschafft haben. Zwischendurch fährt es sich wieder besser und dann wieder schlechter. Die Abfahrten sind nicht weniger steil aber wir legen nicht einen Stein. Die Autofahrer, die ein Fahrzeug mit weniger Bodenfreiheit haben als der Landy, die werden aber nicht daran vorbei kommen. Erreichen den Gipfel des Zyl`s Passes. Hier ist der Ort Otijhende, es handelt sich aber nur um ein paar Himbahütten. Die Bewohner freuen sich, wenn mal wieder ein Auto vorbei kommt und stellen sich auch gleich parat.

   
Otijhende am höchsten Punkt des Van Zyls Passes Himbahütte
   

Wir haben unsere erste Begegnung und freuen uns mit den schönen stolzen Menschen. Wir sind glücklich auf dem Pass zu sein und die sind auch glücklich das wir da sind. Die Wolken verdichten sich und wir haben noch 10 Kilometer um den nächsten Ort zu erreichen. Nehmen uns die Zeit und besuchen einen Kral in einem Himbadorf. Es ist durchaus eine entspannte Atmosphäre aber es geht den Frauen sehr darum für das fotografieren möglichst viel zu bekommen. Es liegt ihnen gar nichts daran, das wir sehen wie sie leben. Es geht um Tabak, Geld usw. Die Beiden Frauen kennen das Spiel schon und die Jüngere von den Beiden ist richtig witzig, sie hat keine Scheu. Uwe versichert mir, dass wir, 1300 Meter über Meer, die schlimmsten Stellen des Weges hinter uns haben. Hinter uns fängt es an zu donnern. Die Baynsmountains, über 2000 m hoch, fangen das Gewitter auf. Es ist 12 Uhr und die ersten Tropfen fallen. Jetzt muss ich Uwe zitieren, weil noch einmal sagt er das nicht. Uwe meint auf meine Frage wie war’s? „Also der van Zyl`s Pass war schon an der Grenze des machbaren für mich und den Landy, mehr geht nicht.

   
Otjitanga Da braut sich was zusammen
   

Das ist 100 Prozent die Grenze, mehr geht an das Material und das Fahrzeug nimmt Schaden. Wir sind heute nicht aufgesetzt.“ Sehen zwei Tokkos und durchfahren ein kleines Flussbett in dem gestern Wasser gelaufen ist. Hinter uns türmen sich die Wolken und wir geben Gas in Richtung Etengwa. Die rote Sandpiste welche uns in der letzten Stunde gemütlich fahren hat lassen, geht zu Ende. Es geht weiter auf der steinigen D 3703. Es sind rechts und links Mopanebüsche, wir fahren wieder hoch auf 1400 Meter. Die Gegend ist fad, aber die Straße hat es hammerhart in sich. Eine harte Route, die Piste ist steinig mit schwierigen Bergauf und ab Passagen. Die haben zwar kein Zyl Niveau aber fordern wieder die ganze Aufmerksamkeit. Das erste Gewitter liegt hinter uns am Pass. Der Weg zwingt uns wieder die Schrittgeschwindigkeit auf. Das Gewitter kommt von hinten näher und ein anderes  baut sich rechts auf. Es regnet, das Wasser läuft auf der Straße entlang. Es läuft direkt den Hang herunter, alles ist überflutet. So lange kein größeres Flussbett kommt können wir weiter fahren. Vor uns noch ein winziger blauer Fleck am ansonsten grauen Himmel. Da kommt ein Auto, ein Landy und wir freuen uns endlich wieder jemanden zu treffen. Uwe steuert rechts ran und kurbelt die Scheibe herunter. Wir staunen nicht schlecht, dass Fahrzeug fährt stracks an uns vorbei ohne zu grüßen oder ein Handzeichen zu geben. Wir sind platt, das haben wir auf unserer Reise noch nicht erlebt. Später sollen wir erfahren, das es Deutsche waren. Sie hätten eigentlich unser Deutsches Kennzeichen erkennen können. Erreichen Okaowa, der Regen lässt nach und die Straße wird besser, fahren auch mal wieder schneller als 40 Kilometer. Roter Sand macht es möglich, wir gleiten fast lautlos dahin. Halten an einem Himbafriedhof. Die Grabsteine sind blau angemalt und der Grabschmuck besteht aus Kuhschädeln mit mächtigen Hörnern. Auch in der Astgabel des Baumes sind welche angebracht. Uwe will endlich mal wieder richtig Gas geben und stellt fest, dass der Landy nicht mehr richtig hoch zieht. Das kann etwas mit der Dieselzufuhr zu tun haben. Also beschließt er den Filter zu wechseln. Das geht ja schnell. Aber das Auto springt nicht mehr an. Es hat Luft gezogen und nun muss die kleine Handpumpe gefunden werden an der entlüftet wird. Der Motorraum ist groß und Uwe sucht. Ich schlage derweil im Handbuch nach und finde tatsächlich das Teil, welches wir suchen. Uwe entlüftet und weiter geht es. In der Zwischenzeit werden wir von Gewittern eingekreist. Okongwati ist erreicht und hier ist der große Fluss Omuhonga zu durchfahren. Es hängen schon zwei Landrover fest. Sie ziehen allerdings Hänger mit sich. Der eine versucht den anderen herauszuziehen, schafft es aber nicht. So spannen wir unseren Landy noch davor und mit Hilfe aller Sperren und ordentlich Gas kommt die Gruppe frei. Das ist eine große Aufregung für die Himbas. Da wird geschaut und geschoben und gleichzeitig nach diesem oder jenem gefragt. Herrlich, wir verabschieden uns von den Südafrikanern und werden uns in Epupa treffen. Wir fahren auf ein Gewitter zu, es ist unsere Richtung. Den einzigen Vorteil in einem Regenguss sehen wir darin, das der Landy dringend eine Wäsche nötig hat. Wir sind durch die dreckigste Pfütze gefahren die ich je gesehen habe. Das Auto ist voll gespritzt mit Ziegenmist und duftet auch dementsprechend. Die Straße ist breit und frisch geschoben. Tiefe Flussbetten sind zu durchfahren. Rechts und links Mopanebüsche. Über die Büsche sehen wir nicht hinüber und auch nicht hinein. Durchfahren wieder einen Gewitterschauer, die Straße ist ein einziger Bach und immer schwieriger zu befahren. Dann noch das unnötigste überhaupt! Hinten links ein Plattfuss. Der Wagenheber sieht nicht sehr Vertrauenserweckend auf der sandigen und aufgeweichten Piste aus. Es fängt, wie kann es anders sein, wieder an zu regnen. Nach wenigen Minuten sind wir patschnass. Der Wagenheber gibt im weichen Sand schon nach und wir müssen schaufeln sonst bekommen wir das Rad nicht heraus. Die Muttern sind schon locker da kippt das Auto. Der Wagenheber ist voll versackt. Versuche einen Stein zu finden in dieser roten Sandwüste, ein aussichtsloses Unterfangen. Die Südafrikaner rollen von hinten an. Herrlich, ich freue mich, die haben bestimmt etwas zum Unterlegen oder einen High Lift Jack. Wie nicht anders zu erwarten, halten sie und fragen ob sie helfen können. Uwe schickt sie glatt weiter. Ich fasse es nicht und beschwere mich. Ich möchte, dass sie uns helfen. Es regnet immer mehr und mit unserem Zwergenwagenheber kommen wir in dem weichen Sand nicht weiter. Die Sandbleche zum Unterlegen sind in Kapstadt geblieben, Steine gibt es keine. Aber da kommt der zweite südafrikanisch besetzte Landy und schließlich lässt sich Uwe helfen. In weniger als 10 Minuten sind wir wieder flott. Noch 20 km bis zum Camping bei Epupa. Dann völlig überraschend das abrupte Ende unserer heutigen Fahrt. Wir stehen vor dem Oheuva, einem River das abgeht. Da geht heute nichts mehr. Eine aufgewühlte braune Brühe schießt an uns vorbei.

 

Kein Weiterkommen mehr

 

Die Südafrikaner fahren heran und beschließen auch hier zu übernachten. Die Frage ob man die Überfahrt nicht doch probieren sollte, stellt sich in diesem Fall heute nicht. Es ist unmöglich. Es gibt soviel zu erzählen über diesen aufregenden Tag. Wir kochen ein kleines Essen, Nudeln mit Tomatensoße. Der Tag ist mir Worten kaum zu beschreiben. Nachdem, was wir heute alles erlebt haben. Diesen Tag kann man eigentlich nur mit Tränen erklären, Worte reichen kaum aus. Für soviel Dankbarkeit, um das Glück, das wir hatten und die Schönheit die sich im Moment am Abendhimmel aufbaut. Wir erleben einen Jahrhundertsonnenuntergang.

 

Ein Farbenspiel

   
von lila bis tiefrot
 

Die Entschädigung für einen anstrengenden Tag

 

Ein Gewitter tobt noch im Norden, da ist der Weltuntergang, tiefstes schwarz. Ein doppelter Regenbogen ist davor platziert, darüber eine  Wolkenstimmung wie am jüngsten Tag. Kurz bevor sie untergeht, spitzelt die Sonne noch mal zwischen den Wolken durch und taucht die ganze Gegend in ein orange-gelbes Licht. Ein Berg in der Ferne sieht aus wie ein Vulkan der eine Aschewolke spuckt und um sich herum alles mit glühender Lava rot überzogen hat. Zutiefst am Horizont ein zarter blauer Streifen. Dort liegt das Mariental, von dort haben wir gestern noch hierher geschaut und eine schwarze Wetterwand gesehen. Heute sind wir in mitten einer solchen Wetterwand, es ist unglaublich schön und sieht dabei so unecht aus. Wie inszeniert oder gemalt, wir sind hingerissen von diesem Schauspiel. Zu diesem ganzen unglaubwürdigen Szenario fallen leise Tropfen. Eine Kerze steht am Tisch und es geht uns gut. Die Stimmung erwächst sich zu einem Erlebnis, das unvergesslich ist. Wir sind dankbar um das Glück, an diesem mehr als spannenden Tag und für die Schönheit, welche in dieser letzten Stunde diesen van Zyl`s Pass Tag abrundet.

 

Ein Schiff ist nur im Hafen sicher, dafür wurde es aber nicht gebaut. (gesehen)

 

Mittwoch, 17.1.2004

 

Oheuvafluss – Epupafalls – Kunene

 

Selten waren wir mit einem Camp weniger wählerisch, als mit dem der letzten Nacht. Am Morgen ist der Fluss versiegt. Fahren nach dem Frühstück hinunter und sehen uns die Stelle an, an der gestern ein Wildbach rauschte. Kein Rinnsal zu sehen, der Sand ist fest und wir kommen problemlos durch. Die wenigen Kilometer jetzt bis Epupafalls führen nochmals durch tiefe Taleinschnitte. Sie sind aber alle trocken, wie wenn es hier nicht geregnet hätte. So erreichen wir die Fälle am Vormittag und schlagen direkt am Kunene unser Lager auf.

   
Häuptlingsgrab Waschtag an den Epupafällen
   

Ein kleiner Spaziergang verschafft uns einen Überblick. Pünktlich um 18 Uhr 30 grollen die Donner und der Wind nimmt zu. Ein paar Tropfen fallen. Die Südafrikaner haben uns zum Abendessen eingeladen. Sehr freundliche Menschen, die mein Herz im Sturm erobert haben. Wir genießen ihre Gastfreundschaft. Um 23 Uhr regnet es aus Eimern und rundherum scheinen sich Gewitter zu entladen, bis zum Morgen regnet es vor sich hin.

 

Was Du gibst macht Dich nicht ärmer.(gesehen)

 

 

Donnerstag, 18.11.2004 

 

Spaziergang bei Epupa

 

Großer Abreisetag am Platz. Auch die Südafrikaner reisen weiter. Wir verbleiben einen weiteren Tag hier. Unternehmen einen Spaziergang entlang dem

Kunene. 190 Kilometer vor seiner Mündung ins Meer stürzt das Wasser in unzähligen Kaskaden bis zu 40 Meter tief in die Schluchten. Uwe hat mir nicht zuviel versprochen. Die Epupafälle sind sehr schön. Was uns besonders gut gefällt, ist, dass die Umgebung natürlich belassen ist. Es sind keine Stege gebaut oder gar Rundflüge angesagt. Ein Naturpfad führt den Hang entlang gegenüber der Fälle. Weit öffnet sich das fruchtbare Plateau über das sich der Kunene verteilt und in vielen kleineren und größeren Katerakten schießt das Wasser über die Kante. Wie Lebewesen aus längst vergangenen Zeiten wirken die Baobabbäume zwischen den Palmen.

   
Schlucht Baobab
   

Der Geräuschpegel ist erheblich und wir freuen uns auch wieder darauf die Stille zu hören. An den Steinen im Flussbett kann sehr schön der Wüstenlack betrachtet werden. Dabei handelt es sich um schwärzlichen, rötlichen oder violetten Überzug aus Eisen und Manganverbindungen auf Gesteinen arider Gebiete. Feuchtigkeit dringt in den Stein ein und die Sonne zieht sie wider heraus, die gelösten Eisen oder Manganverbindungen werden an die Oberfläche transportiert und lagern sich dort ab. Heute war es den ganzen Tag bewölkt und schwül.

 

die völlig unberührten Fälle

 

Baobabs und Palmen

 

Der beste Weg zum Ziel verläuft selten gerade (gesehen)

 

Freitag,19.11.2004

 

Epupa - Irrfahrt in der Mine - zittern um`s Carnet - Eha Lodge Ruacana

 

8 Uhr, wir verabschieden uns von unseren Nachbarn auf dem Camp und brechen auf in Richtung Epupa. Heute ist das Ziel der Reise Ruacana. Dort werden wir versuchen das Carnet zu verlängern ohne extra dafür nach Angola einzureisen. Wir haben noch nie von jemandem gehört, dass so etwas funktioniert. Falls es schief geht können wir es 166 Kilometer weiter am nächsten Grenzübergang noch mal probieren. Wenn kein Versuch von Beiden klappt, dann bedeutet es für uns, dass wir die weite Fahr nach Sambia in Kauf nehmen müssen. Ursprünglich war die Reise so geplant um dort in den Liuwaplains die Gnumigration zu sehen. Durch die frühe Regenzeit ist es aber uninteressant geworden, da die Tiere überall Wasser finden und somit die Migration ausfällt. 20 Kilometer vor Okongwati laden wir ein Himbamädchen und deren Bruder auf das Autodach. Sie wirkt nicht wirklich begeistert, aber der etwa 12 jährige Junge platzt schier vor Stolz. Wir sind das erste Fahrzeug das heute von Epupa kommt und nicht jeder Tourist nimmt Tramper mit. Alles ist fest verzurrt und wir fahren etwas langsamer weiter. Nach 10 Kilometern bemerkt Uwe, dass sein Reifen, den er gestern so mühsam geflickt hat, schon wieder Luft verliert. Wir halten an, pumpen etwas Luft nach und hoffen, dass der Reifen bis Okongwati hält. Der Fluss vor dem Dorf ist relativ gut zu durchfahren, er führt aber noch etwas Wasser. Viele haben an dieser Stelle schon gekämpft. Vor drei Tagen haben wir hier die Südafrikaner herausgezogen. Mitten auf der Dorfpromenade dann das Malheur, der Reifen ist platt.

   
Schon wieder einen Plattfuß Farbkontrast
   

An Ort und Stelle wechselt Uwe das Rad. Ich unterhalte die Umstehenden und fotografiere. Dieser Umstand hält viele der Neugierigen auf Distanz. Die beiden Passagiere warten geduldig und trauen sich nicht so recht zu gehen. Erst als Uwe sie mehr oder weniger wegschickt, gehen sie in einer Seitenstraße davon. Wir fahren weiter in Richtung Epembe. Die Gegend ist fast ausschließlich mit Mopanebüschen bewachsen. Also völlig anders als das, was wir bisher vom Kaokafeld gesehen haben. Unzählige Bäche sind hier abgegangen und die Straße ist tückisch zu fahren. Immer wieder stehen Himbas an der Straße und möchten mitfahren. Wir erreichen Epembe, ein Himbakral und biegen links ab auf die D3701 nach Swartbooisdrift. Rechts und links der Straße wachsen Mopanebüsche auf rotem Sand. Die Piste ist gut in Schuss, wir queren ein Wasser führendes Flussbett und sehen vor uns wieder bedrohlich schwarze Wolken am Himmel. Es gibt einen Abstecher zur Straße am Kunene über eine Sodalithmine. Uwe ist die Strecke schon von der anderen Seite gefahren und ich freue mich auch die Mine zu sehen. Der Weg ist sehr ausgespült und ungegrädert. Wir denken uns gar nichts dabei, weil wir vom Kaokafeld schlimmeres gewohnt sind. Auf einem verrosteten Schild steht, das es verboten ist Steine mitzunehmen. Trotzdem kann ich es nicht lassen, einige dieser blauen Steine einzustecken. Am liebsten würde ich das ganze Auto voll laden. Wir trauen uns nicht. Passieren das Dorf und finden auch die Ausfahrt den Berg hoch. Dann irren wir fast eine Stunde durch ein Labyrinth aus Pfaden und Bringungswegen der Mine. Drehen wieder um und versuchen einen anderen Pfad, einzelne Büsche und Sträucher wachsen in der Mitte des Pfades. Es geht steil hoch und runter, der Weg ist kaum mehr zusehen. Das geht solange, bis wir jetzt vor einem Abhang stehen, wo wir nicht mehr hoch kommen, wenn wir da runter fahren. Eine eingemauerte Stange in der Mitte des nicht mehr vorhandenen Weges spricht eigentlich eine deutliche Sprache. Mit Mühe wenden wir an dem schiefen Hang und fahren das ganze Ding zurück. Wieder tut uns das GPS einen treuen Dienst, aus diesem Irrgarten hätten wir ohne GPS nicht so schnell heraus gefunden. Restlos abgenervt treffen wir wieder auf das Dorf und stellen fest, das die Mine nicht mehr in Betrieb ist. Das erklärt auch, warum der Anfahrtsweg so schlecht ist. Zurück zur Straße und keine Experimente mehr oder doch? Ein herrliches Flussbett mit festem roten Sand, es könnte ja auch zur Straße führen? Uwe will es probieren! Es fährt sich herrlich aber leider führt es nach wenigen hundert Metern in die falsche Richtung. Schließlich machen einige gigantische Steinblöcke dem Spaß ein Ende und brav müssen wir zurück auf die Piste und erreichen bald die Querstraße am Kunene. Tief, still und träge fliesen die Wassermassen hier. Flott fahren wir in Richtung Ruacana auf frisch gegräderter Straße. Die Landschaft ist fast lieblich. Kurzes Gras sprießt aus dem Sand hervor, grasende Ziegen und Kühe laufen zufrieden zwischen Mopanebüschen herum. Wie eine Riesenschlange windet sich der Kunene hier durch die Hügel. Wir sind angetan und bereiten und geistig auf die Formalitäten an der Grenze vor. Um es kurz zu machen. Wir haben kein Visum. Der Namibianische Beamte wird uns gar nicht ausreisen lassen ohne dieses Angolavisum im Pass. Also hoffen wir dass er einen guten Tag hat und unsere Situation verstehen wird. Heute wollen nicht ausreisen, auch nicht nach Angola. Es ist brütend heiß und wir betreten das Gebäude. Unser Weg führt stracks zum Zoll, wir wollen nur mal was fragen. Der Beamte versteht sehr schnell und fast wäre ihm ein Lächeln entglitten. Als wir sagen, es ist so schön in Namibia und wir möchten noch bleiben. Er denkt nach, bespricht sich mit dem Kollegen. Dann holt der die Schachtel mit den Stempeln. Hantiert am Stempel herum, er bekommt das Datum von Gestern. Es ist still in dem Raum, zu hören ist nur das tock, tock des Stempels auf das Stempelkissen und das tock – tock auf das Carnet. Wir sind ausgereist. Die Uhr dreht sich einmal um 24 Stunden. Wir halten den Atem an und wir reisen wieder tock – tock wieder ein. Der Mann schaut uns gar nicht mehr an und ist nur froh, das wir endlich verschwinden. Die Aktion war ihm jetzt nicht ganz recht. Er wird uns immer in positiver Erinnerung bleiben und wir schließen ihn in unsere Gedanken ein. Beim verlassen des Gebäudes poltert es wie wenn in einem Steinruch gesprengt wird, Was ist das? Das sind die Steine die uns vom Herzen plumpsen, dass die Carnetverlängerung so gut gelungen ist. Wir sind Beide sehr müde und erschöpft. An den Ruacanafalls herrscht Trockenzeit, also ein trostloser Anblick. Wir fahren in die EHA Lodge bei Ruacana und gehen dort auf die Campside. Alles ist sehr schön und wir genießen den Aufenthalt in vollen Zügen. Das Auto ist unter einem großen Baum geparkt und deshalb hören wir wohl die Grillen besonders gut. Die Grillen zirpen in dieser Nacht so laut, dass ist fast schon Lärmbelästigung. Der Himmel ist sternenklar über uns. Bis auf ein kleines Wölkchen, und das lässt auch ein paar Tropfen fallen. In der Ferne grollen die Donner und ein mächtiges Wetterleuchten ist am Horizont zu sehen.   

 

Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen. (gesehen)

 

Samstag, 20.11.2004

 

EHA Lodge – Outjo 

 

Hier, im Nordwesten von Namibia, gibt es einige Flecken die wir noch nicht kennen. Es ist 10 Uhr und wir fahren zur Tankstelle um den Reifen flicken zu lassen. Der Flicken, den Uwe angebracht hatte, ist wieder abgegangen. Dann machen wir uns auf den Weg nach Opuwo. Eine große Ringstraße führt uns um Ruacana herum aber wir finden nicht die in der Karte eingezeichnete D 3618. Kurz entschlossen und reisemüde schlagen wir den Weg auf die C35 ein. Eine große Stromleitung, von Ruacana kommend, führt an der Straße entlang. Die Landschaft ist gespickt mit Mopanebüschen und dazwischen immer wieder Hütten in rotem Sand. Wir erreichen den Abzweig nach Opuwo, noch 60 Kilometer bis dahin. Das Wetter in dieser Richtung sieht schlecht aus. Die Quellwolken stehen hoch und es bildet sich schon ein kleiner Ambos. Kurz entschlossen beschließen wir die Reise zu ändern und fahren nach Kamanjab weiter. Der Sand ist tief rot und die Gegend grün, große Wasserpfützen am Wegesrand. Akazien teilen sich die Gegend mit Mopanebüschen und zipfelmützenförmigen Termitenhügeln, das Bild ändert sich nicht sehr.

   
Gabi beim filmen von Uwe Uwe beim filmen von .....
   

Die Straße führt Richtung Hobatere Lodge, entlang dem Etoschapark wird es hügeliger und wollsackerodierte Berge tauchen auf. Das Gras an der Straße ist hoch gewachsen und aus dem Etoshapark schauen zwei Giraffen heraus. Die Hobaterelodge lädt ein zum Kaffee trinken. Der Tagesbesuch kostet 35 Rand und dann sind es noch 16 Kilometer Stichstraße. Wir verzichten und folgen dem Stalldrang nach Süden. Der Himmel ist blau und keine Wölkchen tauchen vor uns auf, während sich im Hintergrund schon ein großes Gewitter entlädt. Die Gegend wird wieder flach und die Wolken verdichten sich. In Kamandjab angelangt schauen wir uns um. Hier haben sich Rick und Anne einen Campingplatz mit Häuschen gekauft. „ OPPI KOPI“, wir finden es auch gleich. Sehr hübsch gelegen. Sie sind nicht da, aber wir hinterlassen eine Nachricht. Um hier zu campieren ist es noch zu früh.

 

Achtung Dickhäuter

 

Wir fahren weiter nach Outjo. Die Straße ab Kamandjab ist geteert und so kommen wir schnell voran. In Kamandjab sind wir noch auf ein Fleischgeschäft gestoßen, ein kg Filet vom Kudu kostet 32 Rand, lecker. Erste Tropfen fallen, überall bauen sich Gewitter auf. Nach rechts ist der Vorhang schon gefallen, eine schwarze undurchdringliche Regenwand steht da. Uwe hat heute schon darüber nach gedacht, das Auto waschen zu lassen. Es ist sehr schmutzig. Das bekommt er jetzt gleich umsonst. Wir fahren auf eine dunkel schwarze Gewitterwand zu. Es schüttet, donnert und blitzt gleichzeitig, ein typisch afrikanisches Gewitter. Dann ist es auch schon wieder vorbei und die Vögel zwitschern wieder. Wir sind in der Ombinda Lodge und machen uns zurecht, ein schöner Platz hier. Die Gnumigration von Sambia ist bei Uwe auf dem Teller gelandet, als Gnusteak. Er hat mich in das sehr feine Etoscha Garten Hotel zum Essen eingeladen. Ein absoluter Tip. In Outjo waren die Deutschen Schutztruppen. Der Ort wurde 1880 gegründet und 1895 kam eine Garnison der Schutztruppe unter Major Franke. Er führte die Strafexpedition Franke, welche die Portugiesen über den Kunene zurücktrieb. Franke nahm Fort Naulila ein und trieb die Portugiesen in das Landesinnere von Angola zurück. Strafexpedition deshalb, weil im Vorfeld bei Grenzstreitigkeiten ein Bezirksamtmann von Portugiesischem Militär ermordet wurde. 150 Tote bei den Portugiesen und 12 bei der Schutztruppe. In Outjo gibt es alles was das Herz begehrt. Falls die Kaokafeldtour an den Reserven gekratzt haben sollte.    

 

Die Menschen haben keinen aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schief liegt. ( E. Bloch in deutscher Allgemeiner Zeitung, Namibia)

 

Sonntag, 21.11.2004

 

Outjo – Landy macht Zicken – Glück im Unglück/ Hardap Dam

 

Wir machen uns um 8 Uhr 30 auf den Weg über Otjiwarongo nach Windhoek. Die Gudrun, Chefin vom Etoscha Garden Hotel hat erzählt das es hier seit drei Wochen jeden Tag regnet. Heute scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Wir haben Radioempfang und hören den deutschen Sender. Es wird stille Nacht heilige Nacht gespielt und dann folgt eine Ansprache, in der es darum geht, das es in der Adventszeit zu viel um kommerzielle Dinge geht. Fahren gemütlich dahin, plötzlich und völlig unerwartet fängt das Auto an vorne aufzuschaukeln. Uwe verliert die Farbe im Gesicht, bremst stark ab. Was ist denn das, gestern ist das Auto noch gut gefahren. Er steigt aus und legt sich unter das Auto, alles scheint in Ordnung, nur der Lenkungsdämpfer ist etwas ausgeschlagen, dass ist er aber schon lange. Wir fahren weiter, beschleunigen auf 80 Kilometer. Nichts passiert, bis zur nächsten Kurve. Dann schlagartig wird das Auto in der Mitte fast auseinander gerissen. Jedenfalls kommt es uns so vor. Uwe bremst und sofort beruhigt sich die Situation. Schauen durch die Seitenscheiben auf die Reifen. „Ach Du Scheiße“, entfährt es mir. Das Rad hat eine Unwucht und diese wird voll weiter gegeben. Wir fahren langsam weiter und überlegen was zu tun ist. Gestern abend haben wir den Luftdruck in den Reifen der Teerstraße angepasst. Das heißt erhöht. In Ruacana haben wir den Schlauch flicken lassen und das Rad wurde nicht ausgewuchtet. Das hat so lange nichts gemacht wie nicht mehr als 1.7 Bar im Schlauch waren. Der hart aufgepumpte Reifen mit 3 bar kann die Unwucht nicht mehr abfangen. Als Erste Hilfe muss die Luft wieder aus den Vorderreifen und siehe da, es fährt sich schon viel besser. Hören das Hafenkonzert im Radio. Es ist Sonntag und ruhig auf den Straßen. Die Menschen gehen schön angezogen in die Kirche. Auch Okahandia, der nächste Ort den wir erreichen, ist eine Hochburg gewesen, der Auseinandersetzungen zwischen Nama, Herero und Schutztruppe. Etwa 153 Kilometer vor Windhoek passieren wir die Baar Farm auf der wir schon 2000 und 2002 übernachtet haben. Erste Wolken tauchen am tiefblauen Himmel auf. Die Straße ist neu gerichtet und wir kommen sehr gut voran. Nur fahren wir nicht schneller als 80 – 90 Kilometer in der Stunde, den Reifen zu Liebe. Wir trinken immer noch Wasser aus Palmwag. Das ist mit uns bis in das Kaokafeld hochgefahren und mit Abstand das beste Trinkwasser, das wir kriegen konnten. Ein Blick auf den Höhenmesser zeigt, wir befinden uns auf 1430 Meter Höhe. Die Landschaft ist flach, grün, mit einigen Termitenhügeln und glücklichen Kühen, die endlich mal wieder so richtig rein beißen können, in das fette grüne Gras. Gerade in den Nachrichten gehört, dass es in Kapstadt regnet. Schließlich erreichen wir Windhoek, die Hauptstadt Namibias. Kreuz und quer irren wir durch die Stadt auf der Suche nach einem bestimmten Lokal. Viele Straßennamen wurden geändert und mit einem alten Stadtplan ist es unmöglich sich zurecht zu finden. Die Einheimischen feiern den Wahlsieg. Sie fahren hupend und johlend mit den Autos durch die Straßen. Fahnen werden geschwenkt und geballte Fäuste in den Himmel gestreckt. Wie bei uns nach einem Fußballspiel. Wir haben ein ungutes Gefühl hier unser Auto abzustellen und in ein Lokal zu gehen. Also fahren wir nach Klein Windhoek und gehen dort essen. Waren bei einem Argentinier, war nicht so ganz toll. Hat mehr versprochen als es dann hielt. Ein Gewitter liegt hinter uns. Wir befinden uns auf 1800 Meter Höhe und suchen einen Platz um die Reifen zu wechseln. Ein Brummi überholt, auf der Rückseite prangt ein Aufkleber mit dem Schriftzug „ Meiner ist 22 Meter lang“. Unter einem Baum an der Straße tauschen wir den rechten vorderen Reifen aus und siehe da es fährt sich schon viel besser. Blauer Himmel vor uns und ein warmer Wind bläst. Eine schnurgerade Straße führt durch das Farmland. Links die Auasberge. Bis zu 2479 Meter sind sie hoch. Das fällt aber nicht sehr auf, weil wir selber noch auf 1500 Meter sind. Wir passieren den Wendekreis des Steinbocks, den Tropic of Capricorn. Am 21.12. steht die Sonne hier im Zenit und dann wendet sie, um sich dem Wendekreis des Krebses, er verläuft in der Südsahara, zu nähern und dort zur Sonnwende am 21.6. im Zenit zustehen. Wir werden ungeduldig. Heute scheint das Glück nicht auf unserer Seite zu sein. Seit einer Stunde suchen wir ein Lagerplatz. Die Sonne steht tief und lang fallen die Schatten über das Land. Das aufgeblühte Gras, die rote Erde und die herrliche Beleuchtung der untergehenden Sonne lassen die Landschaft wirkten wie mit Gold überzogen. Genießen können wir das nicht. Sieht so aus als wenn wir bis Mariental durchfahren müssen. Am Hardap Dam ist ein National Park und dort kann man auch campen. Das wollen wir eigentlich nicht, aber wir müssen. Der Dam ist ein Naturpark und versorgt Windhoek mit Wasser. Wir werden unseren Eintritt bezahlen und dahin fahren. Spät kommen wir an. Das Office ist schon zu und dann staunen wir nicht schlecht. Was für ein Glück, dass wir hierher gefahren sind. Es ist herrlich und ein tolles Erholungsgebiet, aber am nächsten Morgen sollten wir noch viel mehr staunen.

   
Stimmungen am Nautedamm  
   

Die Zeit, welche die Technik erspart, kostet der Bürokrat, der sie organisiert. (L. Marcuse in der Allgemeinen Zeitung aus Namibia)

 

Montag, 22.11.2004

 

Hardap Dam – Geburt des Brukkaros – der Finger Gottes - Abschleppdienst – kommt es noch dicker? - Zwangpause am Ceckpoint nach R.S.A.

 

Gestern sind wir 630 Kilometer gefahren. Es ist 8 Uhr als wir am Hardap Dam abfahren und uns zur Pforte begeben. Das Office hat immer noch zu und wir werden von der Dame erwartet die uns gestern Abend hineingelassen hat. Sie ist gut drauf und lässt uns fahren ohne die 125 Rand zu nehmen die sie zu bekommen hat. Vermutlich hat sie Mitleid mit den gestressten Touristen, die nicht mal Zeit haben länger als 14 Stunden im Park zu verbringen. Ihre großzügige Art freut uns schon sehr und wir wünschen ihr viel „ God bless you“ und fahren ab. Das uns bald eine Situation einholen wird, wo wir diese freundliche Geste zurück geben können, daran denken wir jetzt nicht ernsthaft. Erreichen Mariental und kaufen Semmeln, ein hübscher Ort. Machen bei Gibeon einen Abstecher zum Soldatenfriedhof, wo Englische und Deutsche Soldaten begraben sind. Sie sind in der Zeit von 1905 bis 1917  hier gefallen. Gibeon wurde 1863 von Missionaren gegründet. Die Schlacht am 27.April 1915 war bedeutend für die Deutsche Kolonialgeschichte. Hier wurde der Verlust des heutigen südlichen Namibias an die damals Südafrikanischen Streitkräfte besiegelt. In der Umgebung von Gibeon ging ein Meteoritenschauer nieder und bedeckt eine Fläche von 2500². Brocken davon bilden einen Brunnen in Windhoek. Eine Bahnlinie führt am Soldatenfriedhof vorbei, ein verlassenes Farmhaus steht da. Mitten unter den Renovierungsarbeiten wurde es verlassen. Wir folgen weiter der Bahnlinie, auf den Gleisen wird gearbeitet und wir staunen nicht schlecht als etwa 20 Kilometer später ein Güterzug anrollt. Es hat hier stark geregnet, das Gras ist hoch gewachsen und zum Teil sind die Weiden schon wieder abgegrast. Die ersten Wolken formieren sich. Es sind aber Zirren und keine Quellwolken. Für ein Gewitter ist es auch viel zu kalt. Rechts von uns zeigt sich ein Berg. Auf den ersten Blick ähnelt er dem Tafelberg in Kapstadt. Das ist er aber nicht, sondern es ist der Brukkakroskrater, 1603 Meter hoch über Meer und 3 Kilometer im Kraterdurchmesser und 10 Kilometer im Gesamtdurchmesser. Vom Flugzeug aus betrachtet sieht der Krater aus wie ein Vulkan. Ähnlich dem Messumkrater in dem wir waren. Es handelt sich beim Brukkaroskrater um eine Ringintrusion, das heißt eindringen von vulkanischem Gestein in die Erdkruste. Unterirdisch sammelt sich Magma an und drängt nach oben. Die darüber liegenden Erdschichten aus der Nama und Karoozeit werden nach oben gepresst und es entsteht eine Aufdomung. Bei der Aufdomung bilden sich unterirdische Risse und Spalten, in denen das Magma rasch weiter nach oben steigt und mit Grundwasser in Kontakt gerät. Diese schlagartige Berührung mit der Gesteinsschmelze, lässt das Grundwasser zu Wasserdampf werden. Der dabei entstehende Überdruck führt zu einer Explosion, die Erde wird aufgerissen und der Krater ist geboren. Links von uns ist der Weisrand. Hier stand bis 1988 der Finger Gottes, der Mukorob. Die Felssäule ist in der Nacht zum 8.12.1988 eingestürzt. Die Überreste sind noch zu besichtigen. Sie haben auf die Touristen von heute nicht mehr die magische Anziehung, wie der Finger Gottes es über viele Jahrzehnte hatte. Das Ende der Godwanaeiszeit vor 280 Millionen Jahren war der Anfang des Finger Gottes. Beim Abschmelzen der Gletscher bildeten sich Seen. Es entstanden verschiedene Lebensformen. Die Seen trockneten wieder aus. Zurück blieben Moränen, Versteinerungen, Fossilien und Kohlelagen, die von abgestorbenem Pflanzenmaterial zeugen. Vor 120 Millionen Jahren brach der Godwana Kontinent auseinander. Bis dahin hat der Weisrand mit dem Fingergottes in der Erde geschlummert. Dann erheben die Kontinentalränder sich, Erdschichten werden aufgestellt und bedingt durch den Fischfluss verstärkt sich die Erosion und der Weißrand entsteht so vor 15 Millionen Jahren. Steilufer werden herausgehoben, flächenhafte Abtragung (Deflation) setzt ein, die Schichtstufe weicht zurück und ein so genannter Zeugenberg entsteht. Der Finger Gottes war vor seinem Einsturz schon 200 Meter von der jetzigen Weisrandstufe entfernt. Das Ende war natürlich. Der Tonfuß ( 3m lang und 1.5 m Bereit) konnte die Last der 12 Meter hohen Felsnadel, die 450 Tonnen schwer war nicht mehr tragen. 

Der Landrover trägt nicht schwer, noch 40 km nach Keetmannshoop, wir haben schon seit 30 Kilometer einen Golf mit Niederquerschnittreifen im Schlepptau. Nach dem uns das Camp heute früh geschenkt wurde schleppen wir die beiden jungen Leute ab und geben das Geschenk somit symbolisch weiter. Die Landschaft verändert sich gar nicht. Sie erscheint uns, wie die Welt einem Hamster der im Rädchen läuft. Kilometer um Kilometer zieht vorbei, aber nix verändert sich. Schließlich erreichen wir den Ort und laden unser Anhängsel ab. Den Landy hat das ganze nicht beeindruckt. Uns schon, das Mädchen ist nicht mal ausgestiegen um sich zu bedanken oder auf Widersehen zu sagen. Der junge Mann hat uns zum Abschied  „God bless you“ gesagt. Erwartungshaltung? Weil wir uns so sicher sind, schnell hätte keiner die Zwei 70 Kilometer abgeschleppt?

Was gehört sich? Haben im Ort überlegt was wir weiter machen. Eine schwere Entscheidung, da nichts ultimativ Wichtiges anliegt was ein Mann jetzt hier vor haben könnte. Van Zyl`s ist hinter uns. Also was tun. Die Welt liegt offen vor uns, vielleicht ist das zuviel. Dann fahren wir nach Osten, in Richtung Kahlahari Gemsbok Park. Farmland so weit das Auge reicht und dann geht es ganz schnell und die Gegend wird schön. Rote Dünen der Kalahari und grünes Gras. Die Kühe stehen bis zum Bauch darin. Wenn es im Park auch so grün ist, dann ist es so, wie die letzten male, als wir dort waren. Jedes mal waren wir dort als es geregnet hat und somit haben wir uns die Tiere hart erarbeiten müssen. Es ist deutlich kühler als gestern, fast kalt. Der Wind ist unangenehm und lässt uns frösteln, die Wolken hängen tief. Erreichen den Grenzübergang. Wir sind verwundert, alle Türen sind verschlossen und ein paar Männer sitzen auf Holzblöcken und spielen Karten. Da dämmert es uns langsam, wir sind zu spät. Unsere Zöllner haben schon Feierabend. Wir sind völlig falsch informiert. Der Beamte lässt sich die Karte zeigen, von der wir unsere Info haben und schaut genau ob sie aus Namibia ist oder von sonst wo. Macht nichts, wir fahren einen Hügel zurück und campieren bei den herrlichen Doleritsteinen. Bei Keetmannshoop ist ein Doleritschwarm zusehen, mit dem beachtlichen Ausmaß von 18000Kilometer² und seine Ausläufer reichen bis hier her. Dolerit ist ein grau schwarzes Ganggestein, ähnlich wie Basalt. Basalt tritt als Lava an die Erdoberfläche. Dolerit ist bereits unter der Erdoberfläche wieder erstarrt und wird erst durch Verwitterung freigelegt. Der Abend ist erstmals ohne Wind und weder zu heiß noch zu kalt, es ist einfach nur schön. 

 

Da wo kein Schlüssel mehr öffnet, da öffnet Geduld. ( gesehen)

 

Dienstag 23.11.2004

 

Grenze – Pannen im Reich der Geparden – Nossob

 

Passieren die Grenze in Riedfontein um 8 Uhr. Die Straße von der Grenze bis zum Abzweig auf die Teerstraße in Richtung Gemsbook Park steht den Pisten im Kaokafeld in Sachen Wellblech nicht nach. Wieder muss Luft aus den Reifen um halbwegs voran zu kommen. Eine große Salzpfanne ist zu durchqueren, die KooPan, es ist kühl, der Himmel blau bis auf ein paar wenige Zirren. Eine Piste zweigt ab von der Teerstasse. Sie führt durch das Trockenflussbett des Nossob und bringt uns nach 60 Kilometer zu Gemsbook Park. Rechts von uns sehen wir schon hinüber nach Botswana. Twee Riveren, das erste Camp beim Gate bietet sich an für eine Mittagspause. Dort gibt es einen schön angelegten Pool, ein Shop sowie ein Restaurant. Wir tun für 2 Stunden nichts, was mir schon fast wieder schwer fällt. Dann brechen wir auf in Richtung Nossob, 167 Kilometer durch den Trockenfluss. Die Piste ist gut in Schuss und es gibt hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Km/h. Es ist heiß und wir haben zwei Liter Wasser getrunken, so suchen wir eine Buschtoilette. Die Parkplätze sind hier ausgewiesen und ansonsten soll das Auto nicht verlassen werden wegen der wilden Tiere. Es ist ruhig als wir das Auto vor dem Toilettenhäuschen abstellen und nichts stört die Ruhe. Ein paar Vögel zwitschern und ein lang anhaltendes Summen tönt dazwischen. Sch.... die Luft geht wieder aus dem Reifen. Na gut macht nichts, wir wechseln das Rad und freuen uns das wir noch eines haben. Bei der Gelegenheit werfen wir auch einen Blick auf die anderen Reifen und sind geschockt. Das rechte Hinterrad ist beschädigt, es blitzt schon der Draht durch. Die Kilometer sind gezählt welche dieser Reifen noch hält. Damit ist klar der zweite Ersatzreifen hat auch schon seinen Platz. Das heben wir uns aber für heute Abend am Camp auf. Der Wagenheber wird verstaut und es geht wieder weiter. Wir müssen doch ein bisschen schneller fahren, sonst schaffen wir es nicht bis Nossob. Ein wenig die Angst im Nacken, der beschädigte Reifen könnte platzen, mitten im Park. Es ist sehr warm und nichts regt sich. Uwe ist unzufrieden wie das Auto fährt, es eiert so. Also halten wir an und inspizieren den Reifen, er ist ok. Aber dann fährt Uwe der Schreck in die Glieder. Die Muttern an dem Rad, welches wir gerade ausgetauscht haben sind locker, einfach vergessen anzuziehen, deshalb eierte das Auto. Da wird selbst Uwe blass unter seiner braunen Haut. Wir ziehen die Muttern nach und sind froh, das es noch keine der Schrauben abgeschert hat. Weit und breit kein Tier. Fahren wieder runter zum Flussbett und da staunen wir nicht schlecht. Uwe hat sie zuerst gesehen. Unter einem Baum sind Geparden. Sie fressen einen Springbock. Die Gruppe besteht aus einem großen und vier jungen, kleineren Geparden. Sie sind schon sehr satt und räkeln sich in der Sonne. Immer wieder rafft sich eines der Tiere auf und frisst einen Bissen, um sich dann erschöpft auf den Boden fallen zu lassen, Staub wird dabei aufgewirbelt. Ab und zu wedelt ein Schwanz durch die Luft um eine lästige Fliege zu verscheuchen. Ein weiteres Auto kommt, es fährt zügig weiter und das sollten wir auch, wenn wir nach Nossob wollen. Also rechnen wir den Schnitt aus, den wir fahren müssen, um in 2 Stunden 100 Kilometer weit zu kommen und geben Gas. Das Fahrzeug vor uns hält an einer Toilette. Der Man sieht wie ein Parkranger aus. Wir düsen weiter, schneller als erlaubt und plötzlich fährt der Ranger hinten auf und gibt Lichthupe. Er ist freundlich aber bestimmt als er sagt wir sollen langsamer fahren. Ob er uns die Geschichte mit dem Platten glaubt? Jedenfalls dürfen wir langsamer und er sagt am Gate Bescheid, dass wir später kommen. Sehen immer wieder Tiere an den Wasserstellen. Dann wenige Kilometer vor dem Gate plötzlich ein komisches Geräusch. Vorne rechts der Reifen ist platt. Damit haben wir nun gar nicht gerechnet. Der schlechte Reifen ist doch hinten. Wir bereiten den Radwechsel vor. Ein Auto kommt und wir lassen durch das Ehepaar am Gate ausrichten, das wir einen Platten haben. Die Handgriffe sind sehr geübt, das notwendige Material liegt mittlerweile immer griffbereit. Die Sonne ist schon untergegangen und es dämmert. Wir schauen uns zur Sicherheit immer wieder mal um, ob vielleicht nicht doch ein wildes Tier in der Nähe ist. Geschafft und weiter geht es. Wenn nun noch der beschädigt Reifen platzt, dann dürfen wir uns was einfallen lassen. Da kommt aber schon das Camp in Sicht und sehr erleichtert passieren wir das Gate. Hinter uns wird abgeschlossen. Das war ein aufregender Tag. Nach dem Essen inspizieren wir das Wasserloch, weil es sich so gehört, aber sehnsüchtiger wünschen wir uns in das Bett. Die kleine Pfütze ist ohne jedes Leben und so sind wir um 9 Uhr im Zelt. Augen zu um 9 Uhr 2 Minuten.

 

Kreativität überwindet alle Hindernisse. (gesehen) 

 

Mittwoch 24.11.2004

 

Nossob Camp – Pleiten, Pech, Pannen – 40 Km vor Upington

 

Also nur weil wir nicht mehr im Kaokafeld sind, deswegen ist es mit uns nicht weniger spannend. Bin früh vor Sonnenaufgang am Wasserloch, in der Ferne sind einige Springböcke zusehen. Ansonsten rührt sich bis auf die Mäuse in dem riedgedeckten Dach nichts. Gehe zurück um noch mal eine Mütze voll Schlaf einzufangen. Kaum die Augen geschlossen, läuft etwas auf unser Zelt zu, ich schrecke hoch. Eine spindeldürre Joggerin umkreist das Camp. Erschöpft lasse ich den Kopf zurück fallen, vermutlich wird die Dame sich nicht mit einer Runde zufrieden geben. Obwohl es auch eine Flickstation hier im Camp gibt, will Uwe die Reifen selber flicken. Mit Sonnenaufgang stehen wir auf. Es ist kühl am Morgen und völlig windstill. Uwe ist schon seit drei Stunden, unter schwitzen und stöhnen, damit beschäftigt die beiden Räder wieder in Ordnung zu bringen. Einige Sachen waren zu waschen und der aufkommende Wind wird sie schnell trocknen. Das Nossobcamp befindet sich auf halber Höhe im Kahlahari Gemsbok Park und wir wollten ursprünglich bis nach Unions End fahren. Weitere 150 Kilometer nach Norden. Das haben wir, obwohl wir schon mehrmals im Park waren noch nie geschafft. Wenn ich mir die abgefahrenen Reifen anschaue, dann halte ich es nicht für sinnvoll, weiter 300 Kilometer auf die 800 Kilometer Luftlinie (GPS)  nach Kapstadt zu packen. Ärgerlich ist das schon, jetzt sind wir hierher gefahren und ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Um 10 Uhr 30 fahren wir ab in Richtung Süden. Der Himmel ist wolkenlos und der Park tierlos. Vielleicht sind wir auch zu sehr damit beschäftigt auf die Reifen zu schauen. 13 Uhr, der Landy schlingert im Sand. Der erste Reifen ist platt. Reifenwechsel angesagt. Mittlerweile können wir das als eingespieltes Team in Rekordzeit. An den verschiedenen Wasserstellen, die direkt an der Straße liegen, sehen wir immer wieder Oryx, Springböcke, Kuhantilopen, Gnus, viele Geier, Strauße und sogar ein Uhupärchen entdecken wir. Passieren die Stelle an der die Geparden gestern den Springbock gerissen haben. Ein Adler fliegt auf von dem was noch übrig ist und völlig verwirrt läuft ein kleines Springböckchen hier um her. Es sucht vergeblich seine Mutter, die es hier gestern zuletzt gesehen hat. Die Natur ist grausam, für uns Betrachter. Wenige hundert Meter weiter, ein gut besuchtes Wasserloch. Eine Herde Oryxantilopen und viele Springböcke teilen sich das Wasser. Ein balzendes Sekretärsvogelpärchen lässt sich von uns gar nicht stören. Wir fahren weiter, obwohl wir dem Treiben an der Tränke stundenlang zuschauen könnten. Vorsichtig staksen die Tiere durch den Schlamm, trinken einen Schluck, reißen den Kopf nach oben und sichern in alle Richtungen. Plötzlich springen sie aufgeregt ein paar Meter in irgend eine Richtung, ohne einen für uns ersichtlichen Grund. Wir bleiben wieder stehen, allerdings mit ersichtlichem Grund. Der siebte Platten und das so nahe an der Stelle wo gestern ein Raubtier gejagt hat. Wir sichern auch in alle Richtungen und beeilen uns mehr als sonst. Ein Auto kommt, wir verstauen eben den Wagenheber. Es sind die Ranger. Im Park darf nur an ausgewiesenen Stellen das Auto verlassen werden. Sie bleiben so lange in der Nähe, bis wir eingestiegen sind und weiter fahren. Immer noch 40 Kilometer bis zum Camp Twee Riveren und wir haben kein Ersatzrad mehr. Es gibt auch hier eine Werkstatt im Camp. Es braucht auch nicht allzu viel Überredungskunst, Uwe davon zu überzeugen, das es besser ist die Reifen dort richten zu lassen. Männerehre ist hier fehl am Platz und Uwe schaut zu, wie die beiden Arbeiter sich an die Pneus machen. In weniger als 45 Minuten, sind für 40 Rand unsere Reifen in Ordnung gebracht. Ohne das die Männer geschwitzt und gestöhnt haben oder gar nahe dem Hexenschuss kamen. Vermutlich hat Uwe den Kleber für die Flicken nicht lang genug antrocknen lassen. Es ist schon 15 Uhr 30, wir verlassen den Park in Richtung Süden und begeben uns auf 60 Kilometer schlechte Wellpistenstraße bis zur Teerstraße. Der Luftdruck darf auf dem Rüttel nicht zu hoch sein, sonst hüpft das Auto wie ein Gummiball. Weniger Luftdruck in den Reifen begünstigt allerdings den Reibeffekt zwischen Schlauch und Mantel. Wir atmen auf, als wir auf der Teerstraße in Richtung Upington den Druck erhöhen und sind zum x-ten mal glücklich über den starken Kompressor der sich unter dem Beifahrersitz befindet. Das waren innerhalb von 24 Stunden 4 Platten und wir dürfen gespannt sein, wann der Nächste kommt. Mittlerweile schaut schon der Draht aus den Reifen. Dafür gibt es in Deutschland längst keinen Tüv mehr. Aber auch die hiesige Polizei hat dafür kein Verständnis und das wissen wir sehr genau. Der Himmel ist wieder mal strahlend blau und ein warmer Wind bläst, eigentlich ein Reisetag wie wir es lieben. Aber wir können die Fahrt nicht genießen. Die Gedanken kreisen nur um die Reifen und die weite Strecke, die wir mit diesen alten Schuhen noch zu bewältigen haben. Die Landschaft ist geprägt von dem roten Kalaharisand. Dünenwellen, die allerdings gut bewachsen sind, bestimmen das Bild. Häufig sehen wir hier die Tsammamelone. Wächst wie Unkraut und wird gerne von braunen Hyänen gefressen. Ein starker Wind weht und das aufgeblühte Gras wogt wie ein silberner Teppich über das Land. Mehrere Salzpannen sind zu durchfahren, die auch noch bewirtschaftet werden. Siedelwebervögel haben auf den Masten der Telefonleitung ihre Nester gebaut. Eines wurde zu schwer und ist zu Boden gerauscht. Emsig haben die fleißigen Tiere gleich wieder mit einem Neubau auf der Mastspitze begonnen. Fahren mit 80 Kilometer pro Stunde und sind gegen 18 Uhr etwa 40 Kilometer vor Upington. Hier biegen wir in eine Seitenstraße und campieren. Der Abend ist sehr angenehm und wir können ohne Wind und lästige Mücken draußen sitzen. Spät fährt noch ein Auto vorbei, dann geht der Mond auf und wir werfen lange Schatten, es ist sehr hell. Die Schafe, auf der angrenzenden Weide blöken die ganze Nacht. Das hört sich so kläglich an. Wirklich gut schlafen können wir nicht.

 

Alles ist schwierig bevor es leicht wird. (gesehen)

 

Donnerstag 25.11.2004

 

Mit Sonnenaufgang fährt auch schon das erste Auto vorbei. Wir stehen erschöpft auf. Das war keine gut Nacht und der fromme Wunsch, dass sich am Morgen in allen vier Reifen noch Luft befindet, der hat sich auch nicht erfüllt. Der Pneu hinten links ist flach, der 8 Platten. Füllen mit dem Kompressor Luft nach und hoffen darauf, das sie hält bis Upington. In Upington beginnt die Orange Weinroute und eine der größten Fruchtdörren befindet sich hier. Die Stadt ist der wichtigste Versorgungsort der Farmer hier. Von weitem sehen wir schon die großen Getreidesilos. Fahren den ersten Reifenladen an, den wir sehen. Hier werden nur LKW Reifen gerichtet, aber netterweise wird uns trotzdem geholfen. Ruck zuck ist der Pneu gerichtet. Der Chef verzichtet auf eine Bezahlung und meint wir sollen den Arbeitern ein Trinkgeld geben. Steht der Tag unter einem guten Stern? Alle Geschäfte haben noch zu. Es ist 11 Uhr, wir sind 40 Kilometer vor Brandvlei. Wir fahren solange die Reifen halten. Das Namaqualand ist eine karge Schönheit. Erreichen die Grenze zum Westerncape. Trinken viel Cola und Essen während der Fahrt den vorbereiteten Reissalat. Der Vahrinsdorppass muss überquert werden und dann wenige Kilometer vor Clanwilliam fühlt sich das Auto so komisch an. Der neunte Platten ist hinten rechts. Pause und Reifenwechseln ist angesagt. Flott geht das von der Hand und wir sind schnell wieder unterwegs. Das erste Mal sehen wir den Tafelberg, die Luftlinie laut GPS 80 Kilometer. Wir sind sehr müde und hoffen das keine Polizeikontrolle kommt. Die Wolken verschwinden und ein blauer klarer Himmel über Kapstadt empfängt uns. Es ist 18 Uhr als wir ohne weitere Probleme im Cape Cactus, Sandpipercresent 28 ankommen. Das Auto wird ausgeräumt und als wir zwei Stunden später bei einem Kudusteak mit Kartoffeln und Blick auf den Tafelberg den Sonnenuntergang betrachten sind wir glücklich angekommen.

 

Es gibt immer ein Zeichen für den richtigen Weg. (gesehen)

 

Anfangskilometerstand in Kapststadt 61985

Waypoint

Koordinaten

Ort

Richtung

001

S 33°50’10.1

O 18°29’42.6

Zuhause Flamingoflei

 

002

S 29°20’44.0

O 17°46’51.4

Abzweig von N7 zu schönem Camp auf Hügel rechts

Bleiben auf N7 geradeaus

004

S 28°16’37.9

O 17°22’10.6

Abzweig in die Garampschlucht

Nach rechts vom Orange weg

005

S 28°15’04.4

O 17’24’28.0

Camp 1 in Garampschlucht

 

006

S 28°09’46.7

O 17°35’44.9

Zusammentreffen Straße aus Garampschlucht mit Straße Ai-Ais

Nach links

007

S 26°10’00,8

O 16°26’46.6

Camp 2 zwischen Namib und Tirasbergen

 

009

S 23°24’56.0

O 15°50’33.5

Camp 3 zwischen Gaup und Guisepschucht

*****

Von Straße nach rechts zum Steinhaufen hoch

010

S 23°10’32.7

O 14°38’56.1

Straße von Goabis triff auf Querstraße Waalfishbai

Biegen nach rechst Richtg. Waalfishbai ab

011

S 22°12’59.5

O 14°20’36.2

Camp 4 kurz vor Hentiesbai

 

040

S 21°44’02,5

O 13°59’15,7

Abzweig zum Messumkrater

Nach rechts Richtung Süd-Ost

015

S 21 28 35

O 14 12 21

Einfahrt in dem Krater

Gerade weiter

019

S 21 24 10

O 14 14 46

Ausfahrt aus dem Krater

Dem Weg weiter NNO folgen

020

S 21 20 27

O 14 14 21

 

NO weiter, später Ost

024

S 21 16 14

O 14 27 51

Querstraße D 2342

Auf D2342 rechst NW

041

S 21 04 26

O 14 12 57

T-Junktion. Nach links Cape Cross, nach rechst Ugab-Camp

Nach rechts zum Rhino Ugab Camp

025

S 20 57 45

O 14 08 00

Rhino Ugab-Camp

Durchs Camp und auf anderen Seite weiter durchfahren

026

S 20 50 07

O 14 07 31

Camp 5 auf einer Anhöhe mit schöner Rundsicht

Geradeaus nach Nord weiter

027

S 20 47 30

O 14 06 56

T-Junktion

Nach rechst Richtung Ost und nach 50 Meter weiter Ost, nicht nach links

029

S 20 44 34

O 14 14 26

 

Abzweigung nach links liegen lassen. Nach Ost weiter

030

S 20 44 24

O 14 14 39

 

Abzweig links liegen lassen.

031

S 20 41 39

O 14 19 44

 

Nach rechts abbiegen, Track verläuft später Südrichtung

032

S 20 42 42

O 14 20 20

 

Nach links Richtung Aba Huab Camp

033

S 20 42 51

O 14 22 28

 

Nach links weiter Richtung SO, später NNO

034

S 20 42 42

O 14 22 46

Abzweig nach rechts zum Guantagab River

Wir fahren geradeaus weiter Richtung Burned Montain NNO

035

S 20 39 14

O 14 25 41

Burned Montain

Weiter Richtung NNW

036

S 19 53 14

O 13 56 14

Camp 6

Palmwagloge

 

042

S 19 07 11

O 13 37 08

Sesfontainlode

 

Zugang bis zum Eingang der Khoaribschlucht

043

S 19 09 57

O 13 33 55

 

Nach links Abiegen in Richtung Elephandscamp SSO

045

S 19 12 58

O 13 31 13

 

Von hier dann Westliche Richtung

046

S 19 12 31

O 13 29 33

Kleinere Dünen

Geradeaus weiter

047

S 19 12 59

O 13 27 18

Eingang zur Schlucht und Campsite

 

048

S 19 02 41

O 13 27 40

Camp 7

 

 

 

 

 

049

S 18 46 20

O 12 56 45

Solarwasserpumpe von Purros

 

Einfahrt in die Hoarusibschlucht und Ausfahrt über den Khumib

050

S 18 51 55

O 12 52 09

Befahrbares Nebental links

Weiter geradesaus

051

S 18 53 39

O 12 49 14

Frei Fläche, sandig, 3 Palmen

Rechts abbiegen und möglichst links halten

052

S 18 52 45

O 12 48 10

2 Wege bündeln sich zu einem Weg

Auf der linken Talseite weiter Richtung Nord-West

053

S 18 48 50

O 12 42 22

 

Durchfahren zwei kleiner Hügelkuppen

054

S 18 46 36

O 12 39 57

 

Wir kreuzen einen Querweg, weiter geraesaus

055

S 18 45 51

O 12 38 27

Eingang zu Skelettencoast konzessionsgebiet

Weiter durchfahren

056

S 18 44 06

O 12 35 56

Im Khumibflußbett

Dort Abzweig scharf rechts nach NOO

057

S 18 41 15

O 12 36 56

Abzweig nach links

Weiter geradesaus

058

S 18 38 41

O 12 40 05

Verbindungsstraße Purros Orupembe

Hier links Richtung Orupempe

 

 

 

 

059

S 18 34 18

O 12 31 52

Camp 8

 

Von WP 57 / Chumib zu unserem Camp 59 besteht mit größter Sicherheit eine Wegverbindung

060

S 18 31 48

O 12 30 09

Kleineres Flußbett

Geradeaus

061

S 18 31 27

O 12 30 02

Natürliches Wasserloch rechts

 

062

S 18 30 19

O 12 29 25

D 3707

Links

063

S 18 24 01

O 12 28 03

Abzweig

Links abbiegen NNW später Nord

064

S 18 10 45

O 12 24 27

Flussbett mit Wegabzweig rechts

Rechts abbiegen

065

S 18 10 05

O 12 24 39

T Junktion

Links abbiegen auf Weg ins Hartmannstal

066

S 18 03 55

O 12 18 37

Flußbett mit Wegabzweig von links

Wir fahren rechts

067

S 17 49 24

O 12 21 05

Linksabzweig

Links abbiegen

068

S 17 46 22

O 12 18 09

Orange Drum (eher rot)

Rechts Nord

072

S 17 19 13

O 12 12 52

Wegabzweig rechts

Recht Hang hinauf

069

S 17 17 19

O 12 13 35

Bergsattel

Nicht auf anderen Seite weiter hinab sondern links Berg hinauf

070

S 17 12 33

O 12 09 23

Ende des befahrbaren Tals da durch Dünen verbaut

Wieder zurück

071

S 17 14 47

O 12 10 49

Verzweigung (waren vorher von links oben gekommen)

Jetzt geradeaus durchs Tal

073

S 17 22 59

O 12 14 18

Camp 9

 

068

S 17 46 22

O 12 18 10

Orange drum

Likns weiter

074

S 17 46 23

O 12 18 31

Weggabelung

Links halten

075

S 17 47 27

O 12 23 17

Blue drum

Geradeaus halten (von links kommt ein Weg der auch ins Hartmannstal führt

076

S 17 48 50

O 12 25 28

Wasserpumpe am Weg

 

077

S 17 47 46

O 12 31 23

red drum, ein Weg kommt von rechts

Leicht links Richtung Norden

078

S 17 33 47

O 12 33 18

Abzweig nach rechst Van Zyls Pass

Geradeaus weiter Richtung Nord

080

S 17 15 50

O 12 26 34

Camp 10

 

078

S 17 33 47

O 12 33 18

Weggabelung

Jetzt links halten

079

S 17 40 12

O 12 41 57

Am Fuß des Van Zyls Passes

 

081

S 17 39 29

O 12 41 49

Aussichtspunkt zum Mariental, ca. 200 Meter dahinter T-Gabelung links noch bessere Aussichtsterasse und Top zum campieren

200 Meter danach an Gabelung rechts

082

S 17 38 23

O 12 44 41

Top von van Zyls Pass

 

083

S 17 38 33

O 12 45 02

Othihende

 

085

S 17 37 53

O 12 51 27

Otjitanda Querstraße D3703

Links abbiegen

086

S 17 31 24

O 12 55 33

Kraal von Okauwa

 

087

S 17 25 46

O 13 16 23

Okongwati

 

088

S 17 13 10

O 13 14 07

Wegabzweig rechts

Geradeaus weiter

089

S 17 08 31

O 13 14 09

Camp 11 vor abgehenden Revier Oheuva

 

090

S 17 00 07

O 13 14 44

Camp 12 Epupafalls

 

095

S 17 26 15

O 14 21 33

Camp 12 auf ELA – Lodge Ruancana

 

098

S 20 07 13

O 16 09 30

Camp 13 auf Lodge in Otjio

 

099

S 24 28 58

O 17 50 26

Camp 14 Katse Damm bei Mariental

 

100

S 26 45 41

O 19 58 19

Camp 15 vor Grenze Rietfontain

 

102

S 25 25 22

O 20 35 50

Camp 16 Nossop –Camp

 

103

S 28 08 23

O 21 00 58

Camp 17 an Gravelroot 50 km vor Upington

 

 

 

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