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Norwegen 1999

 

vom 20.Juli bis 06.August

 

 

Vom 20.07.1999 bis 06.08.1999

 

Ein kurz gefasster Entschluss. Wohin des Weges in drei Wochen Urlaub. Mitte Juli wo ganz viele andere Menschen auch Urlaub haben. Alle entschweben in den Süden, wollen Wärme und Sonne. Letztere wollen wir auch aber eine ganz Besondere. Die Mitternachtssonne hat unsere Begeisterung einwenig angefacht. Das Land der Fjorde, das Land mit dem letzten Stückchen Europas. Das Nordkap, die märchenhaften Trolle und die Tussis, Sagenumwoben, geheimnisvoll, aufregend.....

Hoffentlich nicht nur das Wetter, soll ja viel regnen im Land der Norwegerpullover und Gummistiefel.  

 

Dienstag den 20.07.1999

 

Wir sind gegen 14.00 Uhr aufgebrochen. Der Landy war fix und fertig gepackt. Nach 5 km, wir gehen nochmals alles durch ob auch nichts vergessen ist und kehren nochmals um, da wir die 2 Trinkflaschen für die Bikes nicht dabei haben. Aus Spaß frage ich Gabi, ob sie denn auch den Personalausweis dabei hat. Fehlanzeige.

 

Jetzt geht es aber wirklich los. Die A7 über Ulm, Würzburg, Schweinfurth,  Fulda,  Kassel, Göttingen, Hannover führt uns auf einen Autohof  kurz vor der Weggabelung Bremen / Hamburg, wo wir gegen 22.00 Uhr eintreffen und auch übernachten. Das Wetter und die Straßenverkehrsverhältnisse waren gut.   

Bei der Schnellfahrt durch Deutschland sind wir drauf gekommen, es gibt auch in Deutschland noch viel für uns zu sehen.

 

Mittwoch den 21.07.1999

 

Die Nacht war wie nicht anders zu erwarten leider etwas laut. Sind gegen 7.30 Uhr weitergefahren über Hamburg, Lübeck bis nach Puttgarden auf der Insel Fehmarn. Dort lösen wir ein Ticket für die Fährüberfahrten Puttgarden – Rodby-Hafen und Helsingr – Helsingbourg einfach für DM 180,--. Es geht nach 20 min. mit der Fähre bei 1-Std. Überfahrt auf die Dänische Insel Lolland, von dort nach Sjaeland mit der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Von Sjaeland dann, nach 2 Std. Wartezeit, ist die Überfahrt auf das Schwedische Festland. Als wir das Fährschiff verlassen empfängt und ein heftiger Regenguß. Dort geht es dann die E6, über Göteburg weiter in  Richtung Oslo. Noch vor der Schwedisch – Norwegischen Grenze halten wir an einem wunderschönen Rastplatz direkt an einem Fjord gelegen. Das Wetter ließ zu wünschen übrig, da auf der Fahrt in Schweden anhaltende Regenschauer niedergingen. Gegen 9.50 Uhr verschwindet die Sonne und als gegen 10.30 Uhr die Nacht anbricht halten wir. Sehr gespannt was der nächste Tag bringt, da auf dem Fjord am Abend noch ein paar Windsurfer unterwegs waren. Irgendwie ist das alles super glatt gelaufen. All die Bedenken wegen überfüllten Fähren haben sich nicht bestätigt.  Die eine oder andere Befürchtung von Uwe sollte sich aber schon noch bewahrheiten.  So rein Wetter technisch gesehen.

 

Donnerstag den 22.07.1999

 

Die ganze Nacht regnete es nachdrücklich. Nach dem Frühstück geht es gegen 8.30 Uhr weiter. Wir halten an einem Supermarkt und besorgen uns einen Satz neue Stricknadeln, da Gabi eine von fünfen am  Tag zu vor verloren hat. Nunmehr kann  Gabi wieder ihrer Nebenbeschäftigung nachgehen und Socken stricken. Wir werden sie wohl auch dringend nötig haben, da der heutige Tag nichts gutes von oben erwarten lässt. Als wir den Grenzübergang Schweden / Norwegen passieren erstaunt uns doch sehr, dass hier noch nicht einmal die Pässe kontrolliert werden, gehört doch Norwegen nicht zur EG. Und wir hatten extra unseren Biervorrat so gut versteckt. Oslo passieren wir, da weiterkommen angesagt ist. Größere Stadtbesichtigungen sparen wir für die Rückfahrt auf, insofern dann noch  Zeit bleibt. Weiter über die E6, die übrigens in Rom beginnt, entlang am Miosa-See mit ca. 100 km Länge der größte Binnensee in Norwegen. Hier tut übrigens der älteste Schaufelraddampfer (1856) der Welt seinen Dienst. Wir fahren über Hamar  und Lillehammer, welches Austragungsort der Olympischen Spiele 1994 war. Lillehammer ist sehr schön gelegen am Anfang des Miosa-Sees mit einem herrlichen Blick in das Gudbrandsdal, welches wir  auch durchfahren. Das Gudbrandstal ist die Heimat der Romanheldin „ Krisitn Lavrans Tochter“ Hier hat sie angeblich durchlebt und durchlitten. Das Wetter hellt sich auf und es weht ein heftiger Westwind. Ich überlege mir auf dem Lagenfluss Windsurfen zu gehen, lasse dann aber von dem Vorhaben ab, als ich sehe welch starke Strömung auf dem Fluss herrscht, zumal Wind und Strömung die gleiche Richtung haben. In Sjoa fahren wir links ab und stellen unser WOMO in einem Waldstück ab wo wir dann auch übernachten. Noch früh am Abend, 19.00 Uhr und  erstmals sitzen wir bei Sonnenschein, Speis und Trank im Freien. Stuhl und Tisch Einweihung sozusagen alles funkelniegelnagelneu.  Jetzt ist es 22.30 und die Dämmerung setzt ein. Morgen fahren wir weiter nach Trontheim und dort entscheidet es sich ob  wir entweder weiter in den Norden fahren oder ob wir den Süd - Westteil  dieses großen Landes erkunden. Das Nordkap oder nicht ??? Beim Ansehen der Landkarte, bisher sind wir schnell vorwärts gekommen, eigentlich ja. Nur es gibt so viel interessantes auf dem Weg dahin zu sehen. Zweifel..... ist es das wert unter Umständen die ganze Strecke zu fahren und dann doch im Regen zu stehen. Im Regen stehen wir hier allerdings auch das Wetter bietet sich an, einfach nur im warmen trockenen Auto zu sitzen und zu fahren. Aufregend ist das nicht gerade ....Nebel verhangene Landschaft, Äcker , Weiden, den wenigen Menschen welche auf dem Weg sind wirken auch alle so trübsinnig und unfreundlich.

 

Freitag den 23.07.1999 

 

Es war schon wieder hell. Ich wollte noch 5 min. liegenbleiben und zur Abwechslung auch mal das Frühstück zubereiten. So habe ich es jedenfalls Gabi versprochen. 2 ½ Std. später weckt mich gegen 7.30 Uhr der Kaffeeduft. Gegen 8.30 geht die Fahrt weiter. Wir fahren wieder die ca. 2 km zurück auf die E6 den Lagenfluß weiter hinauf nach Dombas. Von dort geht die E6 rechts hinauf in eine Hochebene mit über 1000 mtr. Höhe. Wir haben die Baumgrenze überschritten und bewegen uns über eine mit spärlicher Vegetation versehene Landschaft. Das Grün wird bestimmt von Moosen und Flechten. Im Hintergrund ist der Snohetta mit einer Höhe von 2.286 mtr. zu sehen,  z.T. vergletschert . Nach Oppdal geht es leider schon wieder von der Hochebene hinab. Richtung Trondheim am Fluß Gaula entlang, der kurz vor Trondheim in den Gaulafjord übergeht. Richtung Trondheim fahren wir einen kleinen Unweg über die 707 an der Landzunge entlang. In Trondheim wollen wir den gotischen Dom besichtigen. Von außen sehr schön. Die Innenbesichtigung soll extra Kronen kosten. Die Dombesichtigung samt Museum haben wir uns wie so manches andere auch gespart. Ohne jetzt meckern zu wollen aber bei Parkgebühren von 8 DM die Stunde, da vergeht der Spaß am Sightseeing doch recht schnell. Also verzichten wir darauf und Schlendern über den Markt und die zwei Hauptstraßen, welche sich genau am Markt treffen wieder zurück zum WOMO. Es geht weiter Richtung  Narvic. Wir müssen Maut entrichten. In Trondheim 20, danach für 2 Tunnel 20 und 10 Kronen. Dabei fällt mir ein zu erwähnen, daß der Diesel hier nicht gerade billig ist. Mal unter, mal über 8 Kronen, sind so um die 2 DM je Liter. Wir fahren weiter gegen Norden über Stjordal am Trondheimfjord und Beitstadfjord entlang. Am Ende des Swasavatnetsees, es ist gegen 8.00 Uhr, machen wir an einer Flussmündung halt. Das Wetter hatte sich leider wieder verschlechtert. Auch blieben bis jetzt die großen Fjorderlebnisse aus. Wir hoffen auf Besserung.   

Die Motorradfahrer die uns begegnen wohl auch, erstaunlich viele Harleys sind hier unterwegs, die werden doch wohl nicht alle ans Kap fahren??? Laut sind sie und schön sind sie.

   

Samstag den 24.07.1999

 

Gabi ist am morgen zum joggen aufgebrochen. Es ist leider immer noch bedeckt und regnet zeitweise. Nach dem Frühstück geht es gegen 8.30 Uhr weiter. Es geht über Grong das Namsental hinauf. Am oberen Punkt der Wasserscheiden zwischen Namsental und dem Sveningdal herrscht ein starker Wind an einem See. Also das Surfmaterial runter vom WOMO, aufgeriggt und mit 5.0 qm raus aufs Wasser. Leider ließ der Wind wieder nach, so dass das Vergnügen etwas sehr kurz ausfiel. Es geht jetzt runter Richtung Mosjoen. Die Vegetation hat sich mittlerweile auch geändert. Waren an Bäumen zwischen Oslo und Trontheim vorwiegend Kiefern und Birken vorzufinden, sehen wir jetzt nur noch Fichten und Birken. Geht es höher hinaus in Richtung Baumgrenze, die jetzt, je weiter wir nach Norden fahren sich nach unten verlagert, sehen wir nur noch verkrüppelte Birken. Wir fahren weiter am Ranafjord entlang über Mo i Rana mit seinem Verhüttungswerk, wo wir dann auch tanken. Jetzt geht es wieder rauf über das Dunderlandsdalen, Lonsdalen, wo wir den Äquatorkreis bei einer Breite von 66° 33min nördliche Breite überqueren. Wir befinden uns auf einer Höhe von knapp 600 Metern, rundherum viel Schnee, keinerlei Bäume mehr zu sehen. Diese Gegend gefällt uns um einiges besser als die Landstriche die wir die letzten Tage durchfahren haben. Es regnet, dann scheint mal wieder die Sonne, ein Regenbogen entsteht, die schwarzen Wolken hängen tief und schwer. Es reißen Wolkenfetzen ab und rasen über uns hinweg. Das Wetter ist sehr garstig. Vielleicht muss das aber auch hier so sein. Was heißt eigentlich Polarkreis? Mit Sommeranfang bleibt es bis zu diesem Kreis ununterbrochen hell. Mit Winteranfang bleibt es umgekehrt hier ununterbrochen dunkel. Je weiter man von hier nach Norden kommt, desto länger hält dieser Zustand an. Wir gehen jetzt auf Ende Juli zu und können uns freuen, wenn wir noch am Nordkap die Mitternachtssonne erleben können. Jetzt geht es wieder runter über das Saltdalen nach Fauske am Saltfjord gelegen. Die Strecke um den Saltfjord herum begeistert uns. Nur Schade dass das Wetter weiter so Trübe ist und ein Fotografieren nicht unbedingt empfiehlt. Nach Fauske fahren wir über weitere Tunnels zum Foldafjord hinüber. Es geht mal oberhalb des Fjordes entlang, dann kommt wieder ein Tunnel, plötzlich ein See in Straßenhöhe. Nach jedem Tunnel wieder Wasser. Mal rechts mal links. Am Foldafjord fahren wir eine Straße links ab und finden einen kriminellen Pfad zu einer schön gelegenen Wiese direkt am Fjord. Der Landy ist zum Teil den Pfad hinunter gerutscht. Schönes Fischwasser, ideal zum Angeln, sehr einsichtig von den Häusern gegenüber. Was darf ich hier, was nicht. Wir hoffen, dass wir Morgen ohne Probleme wieder herauskommen werden. Jetzt ist es 22.43 Uhr, es ist bedeckt aber immer noch hell. Die Tage werden immer länger. Es regnet ununterbrochen, im Gedanken sehe ich das Auto schon bis zu den Achsen im Wasser stehen. Die Mücken, für die das Land der Fischer und blonden Menschen noch bekannt ist, verschonen uns. Die mögen nämlich weder Wind noch Kälte und Regen. Tröstet uns das ein bisschen??? 

 

Sonntag den 25.07.1999

 

Die Nacht war ruhig. Es wurde aber nicht richtig dunkel. Nach dem Frühstück lasse ich den Wagen warmlaufen. Gleich wird sich zeigen, ob sich Gabis Befürchtungen bewahrheiten werden. Im schlimmsten Falle müssten wir mit der Seilwinde arbeiten. Es geht los im Geländegang. An einem Matschloch drehen anstatt vier Räder nur noch eines. Ich lege die Differentialsperre für das Mittelgetriebe ein. Der Landy kommt wieder in Gang. Jetzt kommt die böse Steigung. Der Landy fährt rauf wie nichts. Wir sind positiv überrascht. Die Kabine stellt sich als kein all zu großer Nachteil heraus. Nun kann unsere Fahrt weitergehen.

In Bognes müssen wir die Fähre nach Skarberget nehmen. In Narvik gibt es an sich nicht viel zu sehen. Die Stadt ist zweigeteilt durch den Erzverladehafen, über den man von Schweden her die Erze verschifft. Die Straße schlängelt sich noch etwas um den Ofotfjord herum. Es geht über eine Brücke und später von der Abzweigung Lofoten/Vesteralen nach rechts RichtungTromso. Tromso lassen wir links liegen und treffen dann auf den Lyngenfiord. Es ist nach wie vor sehr bedeckt. Ab und zu regnet es. Wir müssen einen Seitenarm vom Lyngenfjord umfahren, nämlich den Kafjord. Für 2 km Luftlinie benötigen wir ca. 100 km und viel mehr Zeit. Als wir wieder zum Lyngenfjord zurückkommen reißt es langsam auf und es lohnt sich wieder den Fotoapparat auszupacken. Jetzt wirken die steil aufragenden Berge am Lyngenfyord besonders eindrucksvoll zwischen den Wolkenfetzen und den durchdringenden Sonnenstrahlen. Als ich in etwa in dieser Höhe unser GPS überprüfe, stelle ich fest, dass zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nur noch 35 Minuten liegen. Man kann richtig beobachten, wie bei weiterfahrt in Richtung Norden die Zeitspanne von Sonnenunter- und Aufgang gegen null geht. Beim nächsten Fjord  sind wir von den Licht- und Schattenspielen beeindruckt. Wir fahren weiter entlang des Altafjordes bis 10 km vor Alta wo ein ruhig gelegener Rastplatz für die Nacht einlädt. Apropos übernachten, es bleibt die ganze Nacht taghell. Es ist jetzt 0.05 Uhr und die Sonne steht im Norden nachdem Sie uns quasi umwandert hat und dies wohl auch noch für die nächsten Tage tun wird. Am Nordkap soll das alles noch viel schöner sein.

Wir wollen ans Nordkap obwohl wir nicht mehr groß darüber gesprochen haben ob sich das alles lohnt. Eigentlich auch eine unnütze Diskussion, die Frage wird sich klären wenn wir dort waren. Das dürfte sich sehr individuell verhalten. Wenn ich mir den Globus betrachtete, dann kam immer der Gedanke, da möchte ich auch mal hin, wie auch immer. So Viele tun das gleiche wie wir, ob das gut ist? Eine derartige Menge von Wohnmobilen und Caravans habe ich noch auf keiner Reise gesehen

 

Montag den 26.07.1999

 

Der gestrige Tag bzw. heutige morgen war lang. Die Nacht war hell. Leider zog sich der Himmel gegen Mitternacht wieder zu. Spät ins Bett gegangen, dementsprechend später wieder aufgestanden. Nach dem Frühstück geht es gegen 10.30 Uhr weiter. In Alta wieder vollgetankt. Der Diesel kostet hier oben bereits 8,40 Kronen. Der Tag ist noch früh, zu früh um zum Nordkap zu fahren, also beschließen wir zuerst nach Hammerfest zu fahren. Hammerfest ist die nördlichst gelegene Stadt in Europa. Wir biegen demzufolge von der E6 ab und fahren über eine schöne Route noch 55 km bis Hammerfest. Das Land ist karg. Schön wir mögen das. Die Baumgrenze befindet sich annähernd auf Meereshöhe. Die Landschaft ist der einer Alpenregion in ca. 2.000 Metern Höhe vergleichbar, nur dass hier bei weitem nicht so viele Blumen blühen. Wir waren an einem Meridianvermessungspunkt. Fisch haben wir eingekauft ganz frisch wie selbst gefangen. Zurück ging es wieder, natürlich bei Regen. Wir machten eine Rast an einem Fjord. Steil führt der Weg nach unten aber uns schreckt so schnell nichts. Ganz am Wasser gelegenen ein wunderschönen Platz. Aber kalt ist es hier. Unser Landy macht es wieder mal möglich einen solchen Punkt überhaupt anzufahren. Dann geht es weiter zum Nordkap. Die Landschaft wir immer karger immer schöner. Der Festlandspunkt ist eigentlich eine Insel die wir durch einen Tunnel erreichen. Das lassen wir uns einfach 165 Kronen kosten. Als wir dann das Nordkap erreichen dürfen wir pro Nase nochmals nochmals 175 Kronen löhnen. Das schmeckt uns ganz und gar nicht. Man kann da eben nur daraus lernen. Die Abzockerei, so erscheint es uns jedenfalls, ist hier in Norwegen gnadenlos, wie vielleicht aber auch in vielen anderen Ländern.

Apropos mit den am nördlichst gelegenen Substantiven. Der Erfindungsreichtum der Norweger findet scheinbar keine Grenzen. Man findet den nördlichtst gelegenen Tierpark, Sektbar, Bierbrauerei, Wasserrutsche, botanischen Garten, Rockcafe und wo wir jetzt sind, den nördlichst mit dem Auto zu erreichbaren Punkt, der ja auch reichlich Geld kostet sowie eben alles, was das am nörlichst gelegen ....  ist.

Wir stehen jetzt hier, es ist sehr stürmisch und die Wolken fetzen am Kap vorbei. Es ist 22.00 Uhr und eben hat sich kurz die Sonne mal sehen lassen. Wir wollen jedenfalls den morgigen Tag hier noch verbringen und hoffen auf besseres Wetter. Auch wollen wir den wirklich nörlichsten Punkt zu Fuß erreichen. Sind gegen 11.30 Uhr nochmals rausgegangen um die Mitternachtssonne zu fotografieren. Wir haben keine Chance. Es hat sich wieder völlig bewölkt. Also gehen wir ins Kino, da dieses in der Parkplatzgebühr mit enthalten ist. Diese Mutivisionschau hat uns allerdings eher enttäuscht. Auch das sonstige Brimbamborium hat wenig gefallen. Das Nordkap hat so sicherlich seinen Reiz verloren. Wir jedenfalls hätten nicht gedacht, daß wir dort ins Kino gehen. Das Angebot bestimmt die Nachfrage, oder war es doch umgekehrt, die Nachfrage bestimmt das Angebot.....So im Stillen jeder für sich mal überlegen ... ein Motorradfahrer aus Italien , ...zwei Radler aus Österreich ....ein Tramper aus Frankreich, ein Fußgänger der mit einem Handwagen die Welt um-wandert, ....viele Familien mit Kindern aus den verschiedensten Ländern mit Wohnmobilen oder Zelten. Sehen den Globus an oder eine Karte und wollen da mal hin . Mal auf dem letzten Stück Europas zu stehen, mehr nicht. Kino macht die Natur hier selber, wer sich ans Ende der Welt wagt hat seine Verpflegung dabei. Also ich habe nichts gesehen von Hochzeitssuite, Champagnerparty und Kaviarschnittchen. Die Mehrheit will dieses Angebot , welches sehr teuer und fragwürdig genug ist, nicht. Sie machen sich alle auf den Weg um festzustellen, daß es richtig Geld kostet dieses letzte Sturm und Regen umtoste Stückchen Europa zu betreten.

 

Dienstag den 27.07.1999

  

Haben mal einen Tag am Kap entspannt. Das Wetter ist sehr launisch. Mal Regen, dann wieder kurz Sonne. Die Hoffnung auf eine Mitternachtssonne in der  kommenden Nacht schwindet.

Irgendwie haben sich die Gemüter auch wieder beruhigt. Wir laufen über diese gut verkaufte Fläche, genießen dann doch die wenigen sonnigen Ausblicke. Gehen hinunter zum großen Globus und drehen eine Schleife zum Denkmal Children off Earth. Sehr fotogen in diesem landschaftlichen nichts. Das Wetter bessert sich entschieden und wir haben eine sehr schöne Rückfahrt bis Alta. Das Land zeigt uns die Schokoladenseite, glasklare Bergseen in die Hügel eingebettet. Einige Rentiere die wissen, sie haben nichts zu befürchten. Karges von Flechten und Moosen bewachsenes Land. Wenige niedere Büsche die sich unter dem Wind wegducken. Alles in ein gelbes Zwielicht getaucht wie es nur die Mitternachtssonne zaubert. Ein Regenbogen spannt sich über das Tal, die nächste Kehre, noch ein Regenbogen. Die Abendsonne  zieht sich  hinter die Wolken zurück, der Spuk ist vorbei. Wir finden einen schönen Platz für die Nacht auf der Anhöhe hinter Alta. Der Wind fegt ums WOMO, es ist 2.45 Uhr, taghell. Nun sind wir also schon sieben Tage unterwegs. Quer durch Deutschland, in Richtung Dänemark und Schweden. Weiter nach Norwegen, das Land der Birken und Fjorde, der endlosen Wälder und Flüsse. Für mich war es eine Erinnerung an meine Kindheit, all die vielen Schwedenreiter zu sehen. Im Land der tief hängenden Wolken und Regenschauer, keine Besonderheit.

 

Mittwoch den 28.07.1999

 

Es ist gegen 10.30 Uhr, wir haben gefrühstückt und es geht gleich weiter rüber auf die andere Seite zum Lingenfjord. Wir hoffen nur, auf etwas mehr Glück mit der Aussicht als bei der Herfahrt. Hinunter zum Lingenfjord bietet sich in der Tat eine gute Aussicht. Die steil aus dem Wasser aufragenden Berge welche über und über  mit Gletschern bedeckt sind. Die Berge erheben sich bis auf um die Höhe von 1.800 m.. Die große Schleife von ca. 100 km für 2 km Luftlinie umgehen wir, indem wir die Fähre Olderdalem – Lyngseioen nehmen. Die Fährüberfahrt kostet 103 Kronen. Nicht mehr als 15 PKW haben auf der Fähre Platz, mit drei großen LKW ist sie aber auch besetzt. Es geht weiter durch ein von hohen Bergen umgebenes Tal nach Svensby, wo wir nach Breivikeidet mit der Fähre übersetzen. Jetzt fahren wir nach Tromso, einer wirklich voll intakten Stadt. Von hier aus wurden die meisten Arktisexpeditionen gestartet. Admudsen und Nansen lassen grüßen. Tromso ist herrlich auf einer Insel gelegen, welche man über eine Brücke erreicht. Wir durchstreifen die Einkaufspassage mit all ihren Läden. Am Hafen gehen wir zurück. Dort liegen eine Reihe von Hochseetrawlern vor Anker. Auch ein rießiger Pott der Hurtigeroute liegt hier am Kai. Tromso ist im Krieg nicht zerstört worden wie so viele andere Städte hier. Im Jahr 1969 hat es gebrannt. Das Stadtbild hat darunter aber nicht gelitten. Nach einigen längeren Sonnenpassagen, setzt leider, wie gehabt wieder der Regen ein. Wie heißt es doch so wahr, wenn es regnet ist es im Himmel nicht schön.  Wir fahren weiter wieder zurück auf die E6 und dann Richtung Narvic. Kurz vor dieser Erzverladestadt biegen wir rechts in Richtung Ofoten, Vesterralen, Lofoten ab. Wir überqueren die Brücke auf die Insel Hinoyo, wo wir dann an einem ruhigen Platz übernachten. Mit einem schönen Ausblick über den Fjord. Hier ist zwar seit dem 23.Juli die Mitternachtsonne nicht mehr zu sehen aber trotzdem bleibt es die ganze Nacht hell.

 

Donnerstag den 29.07.1999   

 

Heute sind wir erst um 11.30 aufgebrochen. Das bis tief in die Nacht hineinfahren steckt uns noch schwer in den Knochen. Wir haben erst unser Schlafdefizit ausgeglichen. Wir fahren über eine große Brücke auf die Insel Hinnoya, von da geht es über eine Brücke auf die Insel Langoya. Über eine weitere Brücke auf die letzte Insel der Vesteralen bis zum Fährhafen Melbu. Eben ist die Fähre abgefahren wir können noch hinterher winken. Aber in etwa einer Stunde ist sie auch schon zurück. Für 88 Kronen setzen wir auf die Lofoten über, schaukelt ganz schön. Schon beim Einfahren an den Hafen sind wir von dieser Insel begeistert. Steil aufragende schroffe Berge. Sie sind alle mit einem Grün von Moos oder Gras überzogen. Sie wachsen direkt aus dem Fjord in die Höhe, irgendwelche Steige sind nicht zu erkennen. Wenige Menschen leben hier, einige Siloballen liegen vor kleinen Höfen. Ein paar Schafe knabbern einsam im buckeligen Gelände. Die Wiesen sind wie ein nasser Schwamm. Ohne Gummi gibt es hier nasse Füße. Auf den Gipfeln, die Berge gehen bis auf ca. 1.200 Meter hoch, hat es sogar frisch gescheit. Dementsprechend sind auch die Temperaturen. Es ist sehr kalt, regnet andauernd. Als wir uns dann auf der Insel bewegen, freuen wir uns, lässt sich wenigstens ab und zu mal die Sonne blicken. Es geht über den Hauptort der Lovoten  Svolvaer, ohne irgend welche Besonderheiten, auf der Lofoteninsel Austvagoy inmitten hochragender Berge durch die Täler in die sich immer wieder die Fjorde erstrecken. Die Fjorde selbst sind mit Kuppelbergen übersäht, die Vegetation beschränkt sich auf einige Birken, Büsche von unbekannter Art. Moose und Flechten in allen Farben, Formen und Gewächse mit gut aussehenden aber fremdartigen Beeren.  Dann fahren wir über eine Brücke auf die Insel Vestvagoy, wo wir von der Hauptstraße 19 auf eine Nebenstraße entlang dem Ostufer abbiegen. Das Wetter hat sich jetzt auch weiter gebessert, die Landschaft ist wunderschön. Nahe zu majestätisch erheben sich die Berge im Abendlicht der Mitternachtssonne. Sanft spült das abgeebbte Wasser die Ufer. Wir haben den Eindruck, dass wir uns inmitten von Almwiesen bewegen. Ab und zu ein paar kleine Dörfer mit ihren bunten Holzhäusern. Kurz vor Stamsund finden wir einen schönen Platz mit Blick auf das Meer, wo wir übernachten. Der bewölkte Himmel wird von der irgendwo noch strahlenden Sonne perfekt in Szene gesetzt, sämtliche gelb, orange und grau Töne vereinigen sich zu einem prachtvollen Schlussakkord dieses sehr schönen Tages.

 

Freitag den 30.07.1999  

     

Die Nacht über hat es fast nicht mehr geregnet. Es war angenehm ruhig. Nach einem Weetabixfrühstück fahren wir gegen 9.30 Uhr weiter. Auf der wunderschönen Nebenstraße in Richtung Süden. Auf den Lofoten scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Den Haupterwerb stellt unverkennbar nach wie vor der Fischfang dar. Reizende  Fischerdörfer entlang der Küste, an der die Berge dann bald steil aufragen. Am Ende kommen wir wieder auf die Hauptstraße E10, fahren dann durch einen Tunnel auf die zweite Lofoteninsel Yestvagoy. Dort besuchen wir als erstes das Fischerdorf Nußfjord. Alle Fischerschuppen stehen auf Stelzen. Früher dienten sie als Wohnhäuser für die Saisonfischer und als Lagerschuppen. Heute werden sie vorwiegend an Feriengäste vermietet. Nußfjord hat die UNESCO unter das Weltkulturerbe gestellt und soll somit so als repräsentatives typisches Norwegisches Fischerdorf der Nachwelt erhalten bleiben. Wir treffen ein paar Thüringer die hier ihren Urlaub mit Angeln verbringen. Sie haben sich in einer der Hütten eingemietet und fahren jeden Tag mit einem Boot raus aufs Meer. Wir sind erstaunt was für riesen Brocken an Seelachs sie geangelt haben. Den Einmeter  Fisch lassen sie im Dorf filetieren und eingefrieren, in portionsgerechten Stücken wird er dann via PKW nach Deutschland gebracht. Wir erwandern einen Pfad entlang der Küste, verlaufen uns aber in einem Gewirr von Wegen und brechen das Ganze beim Einstieg in eine nette Kletterei ab. Überhaupt stellen wir fest, dass die Lofoten nur mit entsprechendem Kartenmaterial zum Bergwandern und Radeln geeignet sind. Dann fahren wir weiter Richtung A i  Lofoten, dem letzten  Ort auf der Insel  Moskenes. Wir sind trotz leidlich gutem Wetter von der Gegend überwältigt. Das heißt im Vergleich zu den letzten Tagen war heute ein Traumtag. Mäßige Bewölkung, immer wieder mal Sonnenstrahlen die durch das kühle Grau blinzelten und verheißen wie es sein könnte. Vor allem kein Regen, über eine ganz beschauliche Anzahl von Stunden. Eingebettet in herrlichster Landschaft treffen wir nach und nach immer wieder auf traumhaft gelegene Fischerdörfer an der Küste. Diese ist durchsetzt mit kleinen Inselchen und zu alledem auch noch  mit weißem Sandstrand. Ach wie schön könnte es hier erst sein, ginge ein entsprechender Wind bei Sonnenschein, und ein herrlicher Swell dazu. Das Surfbrett würde dann nicht mehr lange auf dem WOMO verweilen. Es geht weiter, mal auf der Westseite der Küste entlang, dann wieder die Ostküste weiter, über eine Reihe von Brücken, welche die Inselchen, auf denen sich die Fischerorte befinden, eines schöner als das andere, bis wir dann kurz vor A den Fährhafen von Sorvagen erreichen. Was für ein Andrang, nach einer Stunde Wartezeit sind wir froh dass wir noch auf die Fähre nach Bodo kommen. Die Fährüberfahrt betrug knapp 4 Stunden. Unser Landy war nicht der einzige auf der Fähre. Auch waren 2 Geländewagen mit Dachzelten und Besitzern aus den Neuen Ländern mit auf der Fähre. Aber ganz echt im top Outfit, da haben wir noch was zu tun. Neidvoll bewunderten  sie unsere Kabine, die wohl für den hohen Norden  geschaffen ist. Als wir in Bodo von der Fähre fahren geht es gleich weiter nach Fauske (Marmor). Von dort wieder Richtung Mo i Rana  auf das Fiäls am Polarkreis gelegen. Es zieht uns für die Nacht regelrecht dahin so schön haben wir das Plateau in Erinnerung.

Fast am Polarkreis angekommen, treffen wir wieder auf den Landy von der Fähre. Außerdem 3 wild winkende Personen. Der Landy, oder besser gesagt dessen Insassen mussten es wohl mal wieder ganz genau wissen, was denn so alles in ihrem Landy steckt. Wir sehen nur das Auto steckt im Dreck. Sie fuhren wohl einfach mal links ab in ein freies Feld, für einen Geländewagen scheinbar wie geschaffen. Bei genauerem hinsehen eine frisch aufgeschüttete  Straßenböschung und nicht zu vergessen es regnet hier sehr viel. Der Landy ging sofort in die Knie, das heißt  bis auf die Achse hing er richtig fest im Lehmboden. Da kein Abschleppseil vorhanden, kam hier zum ersten Mal die Seilwinde zum Einsatz. Perfekt. Die gesamte Aktion war dann auch gut im Kasten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Landycrew macht angeblich auch Filme fürs Fernsehen. Schade dass wir das Norwegische Programm nicht empfangen. Noch ein paar Kilometer weiter und wir sind wieder am Polarkreis wo wir dann  nach einem gutem Fischmal  auch übernachten. Jetzt ist es 1.00Uhr und es ist fast dunkel.

 

Samstag den 31.07.1999 

 

Wir wollten uns am Polarkreiszentrum eine Multivisionsshow ansehen. 45 Kronen für gerade mal 17 Minuten Dias gucken und ein paar ausgestopfte Tiere sind uns dann aber doch zuviel. Also geht’s weiter zurück die gleiche Strecke wie auf dem Hochweg über Mo i Rana (Erzverhüttung), Mosjoen, Steinkjer (Werft von Ölplattformen etc.), über Trondheim nach Oppdal. Das Wetter hat sich erfreulicherweise gebessert. Die Sonne verzaubert den ganzen Tag. Wir machten auf halben Weg eine Rast an einem Fluss, auf dem folgenden Höhenzug befindet sich der See, wo Uwe Windsurfen war. Keine Wolke bedeckt den Himmel und kein kalter Wind vertreibt uns aus den bisher wenig benutzten Campingstühlen. Nicht so ganz ideal, aber weil es so schön ist, wird auch die Angel zu Wasser gelassen. Die Aufgabenverteilung im Fall des Falles. Das heißt wenn ein Fisch gefangen wird, ist so klar wie sonst auch. Theoretisch ist das alles kein Problem, nur wo sind die Fische. Auch gut, noch mal Glück gehabt, es gibt Kartoffelsuppe. Über 600km sind wir letztlich heute gefahren, das schöne Wetter ist uns den ganzen Tag erhalten geblieben. Gegen 11.00 in Oppdal angekommen und gleich in die Falle gehauen.

 

Sonntag den 01.08.1999

 

Gegen 9.30 sind wir weitergefahren nach Sunndalsora am gleichnamigen Sunndalfjord welcher an den steil aufragenden Hängen eingepfercht ist. Die Höfe hier sollen im Winter am meisten von Lawinen gefährdet sein. Dann über eine kleine Kuppe am Langfjord entlang. Nach einem Übergang bis auf 500 Metern machen wir dann an diesem Fjord eine Rast. Endlich wieder richtig Warm. Sogar das Wasser des Fjordes hat Badetemperatur, wir machen eine ausgedehnte Mittagspause.  Jetzt kommen endlich auch die Shorts zum Einsatz. Den Platz überlassen wir dann einem Deutschen Radfahrer, er ist bereits seit April mit dem Rad unterwegs und befindet sich auf dem Rückweg vom Nordkap. Sein Bike hat aber einen kapitalen Schaden an dem Lenkkopf. Er rät uns auf alle Fälle zum Dalsnibba rauf zufahren, dem höchsten mit dem Fahrzeug in Norwegen zu erreichenden Punkt.  Nun geht es weiter über den Romsdalfjord wo wir in Aldalsnes in ein Seitental einbiegen und dann schließlich den Trollsteig hinauffahren. Die Straße windet sich über endlose Kehren nach oben. Wunderschön. Die Gegend ist mit der eines Alpenpasses in über 2.000 Metern Höhe vergleichbar, nur dass wir uns hier noch nicht einmal auf 800 Metern befinden. Trotzdem liegt hier noch Schnee. Hier am Trollstieg sind wir IHM begegnet, den Uwe schon durchs ganze Land hindurch versucht aufzuspüren. Wir haben IHN, den sagenhaften, rasenden  Troll auf dem Mountainbike. Hat richtig Kronen gekostet.  Dann geht es wieder bergab nach Lingen, wo wir über den Norddalsfjord auf die andere Seite übersetzen. Jetzt geht es nochmals hoch über eine unbedeutenden Pass von dem wir zum Geirangerfjord hinunterfahren. Dies ist wohl einer der schmalsten Fjorde, am Bekanntesten mit seinen himmelhoch aufragenden Felswänden, wo auf beiden Seiten keine Straßen mehr lang führen. Tourismus total, so etwas haben wir noch in keinem Fjord gesehen.  Dann fahren wir auf den Dalsnibba, einem Berg in 1.500 Metern Höhe, von wo wir eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge samt Gletscher haben und den Sonnenuntergang beobachten können. Mit der großen Vorfreude auf einen schönen Morgen, da sich der Himmel nahezu Wolkenlos zeigt. Hier kann Uwe auch endlich seine unlängst erworbenen Abfahrtskier in Pose setzen. Ja, hat er doch glatt unterschlagen, der Souvenirjäger, hat voll zugeschlagen. Laut Aussage des Verkäufers auf der Allerletzten Lofoteninsel, 80 Jahre alt die Teile komplett original, da kann ein Sammlerherz nicht widerstehen.  

 

Montag den 02.08.1999

 

Die Gletscher gehören zum größten Europäischen Festlandeis dem Joldstalsbreen. Mit einer Länge von über 100 km und einer Flächendeckung von1000km im Quadrat bis zu500 m dick schon eine große Fläche. Wer diesen Ort nicht bewusst aufsucht, fährt vorbei, so unscheinbar wirkt das Ewige Eis von unten. Vom Dalsnibba aus haben wir Gestern einen schönen Überblick bekommen. Unser heutiger Tag wird uns noch ein wenig näher bringen. Wir fahren gegen 7Uhr nach Loen ein kleiner beschaulicher Ort am gleichnamigen Fjord. Hier ist der Ausgangspunkt für die Wanderung auf die Skala. Mit einem Höhenunterschied von 1800 m das Prachtstück von Norwegen. Der Weg beginnt direkt am Fjord in den der Berg seine Füße badet. Es zieht sich ohne große Umschweife ein Pfad den Birkenwald hoch am Flussufer der Fossen. Aus der Baumzone heraus queren wir den Fluss und folgen dem Pfad über die Moränen und Schutthügel. Man Staune, einige Kühe und Schafe weiden auf den kargen Hängen. Der Weg verliert sich irgendwann in großen Steinblöcken und Schneeflecken. Aber Steinmännchen, groß wie Menschen, weisen uns an einem See vorbei, den Weg nach oben. Die kreisrunde Hütte, im 18.Jahrhundert von einem findigen Arzt als Lungensanatorium gedacht, ist wunderhübsch ausgebaut. Wer will kann hier übernachten, findet auch Lebensmittel vor und darf in eine Geldkassette oder via Kreditkarte bezahlen. Nach dem wir ein Stück übers Ewige Eis gestapft sind und den herrlichen Ausblick auf die kalbenden Gletscher genossen haben gehen wir zurück. Auf den großen Altschneeflecken rutschen wir dank unserer Stöcke rucki zucki nach Unten. Die Norweger laufen zwar bloßen Oberkörpers durch die Bergwelt, die Damen im Bikini oder gar BH, aber unsere Stöcke betrachten sie recht argwöhnisch.

Weil wir schon da sind fahren wir noch ans Ende des Loentales. 1906 und 1936 nochmals ist ein großer Teil des Berges abgebrochen und in den See gestürzt. Die verheerenden Flutwelle hat beide Male viele Existenzen vernichtet und Menschenleben gefordert. Gegen 21Uhr machen wir uns auf den Rückweg über Stryn in das gleichnamige Sommerskigebiet, wo wir gegen 22 Uhr ankommen. Der See, an dem wir stehen, wird von den Gletschern gespeist und ein Bächlein plätschert genau am Womo vorbei. Müde, sehr müde nach einem weiteren sonnigen Tag .

 

Dienstag 03.08.1999

 

Die Nacht am See war ruhig und wir haben auf 1300 Metern Höhe prächtig geschlafen. Die Sonne steht schon hoch als wir aufwachen. Am Vormittag sehen wir bereits die ersten Skifahrer am Gletscher. Die Sonne brennt schon wieder. Wir lassen uns vom WOMO beschatten und frühstücken drinnen. Die gestrige Dosis an UV Licht war uns doch etwas zu hoch. Abschied von dieser wunderschönen Hochebene. Lange zieht sich das Plateau, ein blauer Gletschersee reiht sich an den anderen. Große Steine liegen wie von Trollenhand gelegt auf den glatten Höhen. Zur rechten Seite hin laufen die Gletscherarme des Joldsdalsbreen aus. Sanft schlängelt sich die Straße ins Tal nach Grottli. Zwischen den schon wieder mannshoch gewachsenen verkrüppelten Birken sind einzelne neue Ferienhüttchen zu sehen. Gut getarnt, da mit Grasdächern versehen. Die E 69, die durch das Ottatal führt ist erreicht.  Wir stellen fest, dass es sich auf jeden Fall lohnt, abseits der Hauptrouten zu fahren. Die Birken werden wieder schlanker und höher, schließlich machen sie den ewigen Mischwäldern Norwegens Platz. Der Baustiel der Bauernhäuser ist hier ein anderer. Nicht mehr Ständerbauweise mit farbig gestrichenen Holz, sondern Blockhäuser, deren Holz man Naturfarben lässt, evtl. dieses teert. In Lom besichtigen wir eine der zahlreichen Stabkirchen. 800 Jahre alt, von Wikingern erbaut und trotz Holzbauweise noch heute in einem sehr guten Zustand. Die Innenbesichtigung kostet uns jeden 25 Kronen. Hat eine sehr angenehme Ausstrahlung, lädt ein zur Beschaulichkeit, da sitzen, nur die Stille hören. Wenn auch nur für einen kurzen Moment. Ein Schwarm Touristen ergießt sich in die kleine Kirche, plappernd, Tütenraschelnd, es ist zeit zu gehen....  Kurz bevor die E69 auf die E6 trifft bieget für uns vorher die E68 nach Oslo ab. Auf ein Hochplateau, rechts der Jotunheimen Nationalpark mit Bergen bis knapp 2.500 m. Die Wolken schieben sich dick aufgequollen über die Bergkuppen, die Lichtblicke werden seltener, aber es bleibt trocken.  Wir genießen zum letzten mal den Ausblick auf die Gletscher Norwegens. Dann tauchen wir ab, überqueren den Bygdinsee, kommen danach Fagernes, und dann immer entlang eines Flusses. Dort beobachten wir eine Gruppe beim Wildwasserrafting. Weiter geht’s  über eine stattliche Anzahl von Skiorten, durch Kiefernwälder im Wechsel mit riesigen Äckern. Der Treueste aller Begleiter ist um diese Jahreszeit der Storchschnabel, er säumt die Straßenränder durchs ganze Land. Zu ihm gesellen sich oft Lupinien und dem Geisbart ähnliche Blumen. So wie die Verkehrszeichen verkünden soll es auch Elche geben in dieser Gegend entlang der E 6, Richtung Oslo.  Wir wollen uns dort wegen einer Fähre nach Kiel erkundigen. Die Büros sind schon zu und ein Bediensteter erklärt uns dass die Fähre nach Kiel für morgen schon ausgebucht ist. Mit der Vorstellung, darauf zu warten, das noch ein Platz frei wird, können wir uns nicht anfreunden. Nach weiteren 30 km ist Son am Oslofjord erreicht wo wir am Bootshafen übernachten.    

 

Mittwoch den 04.08.1999

     

Es ging jetzt wieder den gleichen Weg zurück wie wir hochgekommen sind. Wir passierten Göteburg und setzen dann wieder in Helsingbourg nach Dänemark über, womit wir auch die E6 verließen. Jetzt ging es über Kopenhagen Richtung Rodby-Hafen, wobei wir an einem schönen Rastplatz ca. 20 km vor Rodby-Hafen übernachteten.

 

Donnerstag den 05.08.1999

 

Am morgen nahmen wir die Fähre nach Deutschland, indem wir nach Puttgarden übersetzten. Jetzt ging es nach Hause, wobei wir noch einen Schlenker bei Uwe`s Eltern machten, so dass wir dann schließlich am Freitag Abend den 06.08.1999 wieder in Buching – Berghof eintrafen.

 

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