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Löwen gejagt, Kaktus gefunden                

 

Augrabies und Kgalagadi

 

02. März – 08. März 2004

 

 

 

Nossob Scavenger Hunt

 

Collect only the things that are lying around, to be returned safely and without damage. Please do not pick flowers or leaves.

 

-         The tiniest objekt that you can find.

-         Three pieces of man made litter.

-         A chewed leaf (not by you).

-         Something in a song.

-         A thorn.

-         Something soft.

-         Something which makes South Afrika special.

-         Something that is useful in nature.

-         Something round.

-         Something sticky.

-         Something that is mentioned in history books.

-         A seed dispersed by the wind.

-         Something fuzzy.

-         Something beautiful.

-         Something white.

-         Something bitter.

-         Something with a strong smell.

-         Something happy.

-         Something you loved when you were about four years old.

-         Something that is part of your home.

-         Your best friend in nature.

-         Something sharp.

-         Something you would use in an art leon.

-         Something perfectly straight.

-         Something you did not expect to discover.

-         Exactly 100 of something.

-         Something that makes a noise.

-         Something found upside-down.

-         Something that reminds you of yourself.

-         Something crumbly.

-         A sun trap (ie: anything that captures the sun`s heat)

-         Something which hides.

-         Something peeling.

-         A plant invader.

-         Something which makes you want to dream.

-         Something hollow.

-         Something you read about in a poem.

-         Something of importance in religion.

-         An objekt whose name you would like to learn in Zulu, Xhosa,Afrikaans or any other language.

-         Something that will always remind you of the Kgalagadi 

 

02. März 04

 

Kapstadt – Kliprand

 

Der Wetterbericht meldet für Kapstadt die nächsten fünf Tage Regenwahrscheinlichkeiten bis zu 80 %. Der Lionshead hat einen Hut aus grauen Wolken auf. Es heißt, dass es die nächsten 24 Stunden regnen wird, wenn das Wölkchen dort steht. Diese Aussage haben wir häufig auf ihre Richtigkeit überprüft und sie trifft zu.

Für das über 800 Kilometer entfernte Upington liegt die Wettervorhersage bei heißen Temperaturen und Gewittern. So beschließen wir dort hin in Richtung Norden aufzubrechen. Nach dem alle sieben Sachen beieinander sind und wir uns mit einer Pizza bei Elmos gestärkt haben fahren wir um 13 Uhr ab. Bei starker Bewölkung und kühlen Temperaturen verlassen wir Kapstadt gewohnheitsmäßig auf die Küstenstraße R 307. Auf der Höhe von Melkbos fällt uns ein, dass wir auf die N 7 müssen. Das ist gerade noch rechtzeitig und wir können die Querverbindung abfahren. Das geht ja schon gut los. Über Citrusdal, Klawer erreichen wir Bitterfontein. Nach einem Tankstopp nehmen wir die Piste R 358 in Richtung Kliprand. Hier geht es sehr viel langsamer voran. Die abwechslungsreiche Landschaft führt uns entlang der Bokkeveldberge, sie sind bis zu 1024 Meterhoch. Auf einer Kuppe findet sich ein offenes Gatter, hier beschließen wir zu übernachten, wenige Kilometer vor Kliprand. Wie den ganzen Tag schon weht auch hier ein heftig kalter Wind. Mit Mühe werden die Kartoffeln auf der Glut gar und das Fleisch könnte auch mehr Hitze vertragen. Aber gut schmeckt es uns trotzdem. Die Sonne geht unter und es ist sau kalt. Höchste Zeit ins Dachzelt zu verschwinden. Eine heftige Böe fegt über das Auto und die Plane fliegt vom Dachträger, also muss einer noch mal raus und das Teil sicher ins Auto packen.

 

03.März 04

 

Pella die Oase in der Wüste

 

Der Wind ist in der Nacht eingeschlafen und der Morgen ist kühl. Die Straße führt weiter über Kliprand. Ab hier wird das Gelände flach und endlose, öde Weite tut sich auf bis zum Horizont. Nichts verstellt den Blick in die Ferne. Bis Poffader scheint es unendlich weit zu sein, der wenig bedeutsamen Ort liegt an der N14 die von Springbok nach Upington führt. Wir halten uns auf der N14 in Richtung Westen, da kommt nach etwa 20 Kilometer der Abzweig nach Pella. Dort will mir Uwe unbedingt etwas zeigen und wir haben da noch etwas zu erledigen. Beim Ankommen zeigt sich Pella auch wie alle anderen Orte hier oben  Karg und wenig grün, für die wenigen Bewohner unverhältnismäßig viele Drankewinkel und Likorshops. Zweimal um das Eck gefahren stehen wir vor einer großen stattlichen Kirche, mitten im Sand und umgeben von hohen fruchttragenden Dattelpalmen. Alles ist pikobello sauber und verschlossen. Als Dank für unsere gelungene Afrikadurchquerung 2001 wollen wir hier eine Kerze aufstellen. Uwe hat mir von Pella schon oft erzählt. Er hat diesen schönen Platz im Frühjahr 2002 gefunden. Aber die Kerze ist weg. Nach einer nervenden Suchaktion in allen Kisten ist die Kerze wieder da. Um die Mittagszeit ist es sehr warm, wir pilgern um die Kirche und siehe da, die Türe ist offen. Wir treten ein und werden von einer Nonne in Schwesterntracht empfangen. Sie erzählt uns die Geschichte der Mission und davon was sie heute leistet. Diese katholische Mission wurde 1894 gegründet, eine Holländische Familie hat seiner Zeit viel Geld dafür investiert. Bis heute wird immer wieder erweitert und erneuert. Es gibt hier einen funktionierender Schulbetrieb der mehrere Jahrgangstufen betreut. Die Lehrer werden vom Staat bezahlt. Heute betreuen drei Schwestern, eine Novizin und ein 31 jähriger Priester die Mission. Der alte Priester der über Jahrzehnte hier gewirkt hat und maßgeblich am Aufbau beteiligt war, lebt mit 84 Jahren nun im Ruhestand. Die Schwestern finanzieren sich ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus dem Verkauf der Datteln. Die Palmen stehen hoch und prächtig um die Kirche und in einem großen Garten. Böse Buben, so bekommen wir erzählt, haben die Datteln schon gestohlen. Auch über die Moral der jungen Leute werden wir aufgeklärt. Wir bewundern die schön gearbeiteten Messgewänder mit kostbaren Stickereien. Da erzählt sie uns, sie wollte den jungen Mädchen das Sticken beibringen, um durch den Verkauf der Arbeiten eine Einkommensquelle zu haben. Die Idee fand aber keinen Anklang bei den Frauen und Mädchen. Die Kirche sei an den Sonntagen voll aber die Kollekte betrage nur mal 50 Rand. Aber für Alkohol und Drogen hätten die meisten dann doch Geld. Woher denn das Geld stammt konnte sie uns auch nicht sagen. Die Menschen ab 60 beziehungsweise 65 bekommen vom Staat eine kleine Rente. Unabhängig davon ob sie gearbeitet haben oder nicht. Ein abschließender Besuch im Museum rundet den Besuch in Pella ab, wo anhand von Bildern die Geschichte noch mal nach zu vollziehen ist. Der Weg zum Oranje ist nicht leicht zu finden. Tatsächlich versucht eine Frau an einem Häuschen wo Touristoffice draufsteht, uns 150 Rand für das befahren den Strecke abzunehmen. Da es sich weder um einen Park, noch um eine private Straße handelt und wir eigentlich nur zum Fluss und zurück wollen zahlen wir nicht. Erfahren auch keinen Widerstand. Eine wunderhübsche Gegend bis zum Oranje. Bizarre Felsgebilde die in verschiedenen roten Farben leuchten. Der tiefblaue Himmel tut sein übriges dazu, um diesen verschlungenen Weg durch die Schluchten zu einem Erlebnis werden zu lassen. Der Fluss selber ist für diesen Platz enttäuschend. Die Umgebung ist verschmutzt und das Wasser hat kaum Fließgeschwindigkeit, es wirkt eher wie eine abgestandene grüne Lagune. Also wieder den Weg  zurück. Es bietet sich an von hier nach Klein Pella zu fahren. Das ist eine Dattelfarm, von weißen Südafrikanern geleitet in einer attraktiven Gegend. Unser eigentliches Ziel sind die Augrabies Falls, sie liegen in entgegen gesetzter Richtung also bleibt Klein Pella für später aufgehoben. Der Campingplatz bei den Augrabiesfalls verfügt über einen Laden und schöne sanitäre Einrichtungen. Ein perfektes Straußensteak mit Folienkartoffeln rundet diesen schönen Tag ab. Die Augrabies - Wasserfälle gelten als eines der Naturwunder Südafrikas und schon im Jahr 1967 wurde zu ihrem Schutz ein Nationalpark errichtet. Das Areal umfasst ein Gebiet von 820 km². Der Mittelpunkt ist ohne Frage die tiefe Schlucht, in die sich der Oranje gegraben hat. Der Hauptfall hat eine Höhe von 56 Metern. Mehrere Kaskaden ergießen sich auf einer Breite von 150 Metern in die Granitschlucht. Sie ist 18 Kilometer lang und die Wände haben eine Höhe von bis zu 240 Metern. Die Fälle zählen zu den sechs gewaltigsten der Welt. In der Dämmerung fallen die Moskitos über uns her und Uwe möchte am liebsten wieder nach Hause, so regen ihn die kleinen Biester auf. Aber sobald es dunkel ist können wir die schützenden langen Ärmel wieder ablegen. Im Gegensatz zu gestern ist der Wind heute warm wie aus einem Haarföhn. Morgen früh wollen wir einen Spaziergang entlang des Flusses zum Hauptfall machen.

 

04.März 04

 

Augrabiesfalls – Erlkönige - Upington - Skorpion

 

Noch vor Sonnenaufgang kriechen wir aus den Federn. Ein Dik- Dik ist da um guten Morgen zu sagen und gleich noch eins hinter her. Auch ein Mungo kommt vorbei und die Spatzen sind hier genauso frech wie die im Englischen Garten in München. Die gelben Webervögel gesellen sich mit an den Frühstückstisch und es geht recht lustig zu mit der Vogelfamilie. Wir beeilen uns, um noch bei schönem Morgenlicht am Wasser zu sein. Überall liegen Klippschliefer in der Sonne und zeigen eigentlich nur eine gewisse Scheu, wohl nur aus Höflichkeit. Sie sind an Menschen gewöhnt und lassen sich nicht stören. Bunte Eidechsen befinden sich auf den warmen Felsen und genießen die Morgensonne. Durch den Park führt eine 12 Kilometer lange Straße. Sie erschließt das gesamte Gebiet. Der Park ist nicht wegen seiner Tiere bekannt, sonder viel mehr wegen seiner ungewöhnlichen mondähnlichen Landschaft. Nur wenige Antilopen, Gazellen, Stachelschweine, sogar Leoparden soll es hier geben. 1985 wurden Spitzmaulnashörner hier angesiedelt, wir bekommen keines zu sehen. Allerdings sind heute schon ein paar sehr seltene Tiere unterwegs. Erlkönige, schwarz, schön und geheimnisvoll abgeklebt. Erst parkten sie vor dem Ausgang, dann trafen wir sie im Park wieder und als wir zurückfahren zur N14 bekommen wir noch die ganze Wagenladung zu sehen. Mercedes und eventuell auch BMW testen hier unter extremen Temperaturbedingungen ihre neuen Modelle. Schön was da so alles auf dem Automark erscheinen wird.

In Upington bietet sich versorgungstechnisch wieder alles, fast wie zu Hause in Kapstadt. Etwas kleiner zwar, aber es sind schöne Shoppingcenter und wir können uns noch mal mit einem Cappuccino verwöhnen. Angefangen hat alles 1871 mit der Errichtung einer Missionstation. Schon die Missionare schufen ein Bewässerungssystem und somit die Grundlage für das baldige Aufblühen der Gemeinde. Der Name Upington kommt von Thomas Upington, der war Premierminister der Kapkolonie von 1884 bis 1896. Upington liegt am Westufer des Oranjeflusses. Von hier dehnt sich in Richtung Norden die Kalahari aus. Deshalb ist es im Sommer hier sehr heiß. Es gibt einen modernen Flughafen und auch Zuganschluss. Upington ist das Handels- und Landwirtschaftszentrum des nordwestlichen Teils der Provinz Nord Kap. Der ständig Wasser führende Oranje lässt hier in großem Umfang die Produktion von Baumwolle, Datteln, Tafeltrauben und anderen Früchten zu. Die South African Dried Fruit Cooperative ist weltweit die Zweitgrößte und modernste Anlage dieser Art. Zur Zeit werden Weintrauben getrocknet und so Rosinen produziert. Ein weiteres Superlativ ist hier die größte Winzer–Kooperative des Landes, die Oranje River Wine Celars. Ausreichend Wasser macht es möglich, dass an so einem abgeschiedenen Platz grüne Oasen entstehen. Ab jetzt geht es wieder ins Safariland, da ist es ganz gut wenn man das Wichtigste an Bord hat. In Richtung Kgalagadipark verlässt man Upington auf der R 360 in Richtung Norden. Nach 150 Kilometer beschließen wir eine Seitenstraße zu nehmen um einen Platz für die Nacht zu suchen. Das zieht sich hin. Zaun an Zaun und alle Gatter mit dicken Schlössern versehen. Eine Salzpfanne reiht sich an die Nächste. Wolken ziehen auf. Ein Farmer verbietet die Einfahrt für Unbefugte per Schild mit abgebildeter Schusswaffe. Unsere Stimmung sinkt buchstäblich mit der untergehenden Sonne. Der Sand der Dünen ist zu weich und wieder ist ein, von Ferne viel versprechender Platz nicht anzufahren. Ein Wegweiser taucht auf, er weißt nach Noenieput, das liegt nahe der Namibianischen Grenze. Soweit sind wir also schon, da wollten wir eigentlich gar nicht hin. Wir sind mittlerweile auch weniger wählerisch geworden, was den Platz für die Nacht angeht und verdrücken uns hinter die nächste Düne. Es ist uns nicht klar wo wir uns genau befinden. Die Position, die uns das GPS angibt setzt uns auf unserer Karte platziert ins Nichts. Das Kartenmaterial ist ungenau oder die Straße die wir fahren ist dort nicht eingetragen. Schwere Gewitter brauen sich um uns zusammen, dick hängen die Wolken am Himmel und ergießen das kostbare Nass auf die trockenen Erde. Ein heißer Wind bläst und mit ihm fallen auch auf uns die ersten Tropfen. Uwe schreckt plötzlich hoch: „Pass auf, pass auf“. Ich weiß zwar gar nicht was los ist, aber ich bin sofort auf den Beinen. Dann einen Moment später, sehe auch ich den schwarzen, etwa 10 cm langen Skorpion. Mit hoch aufgerichtetem Stachel marschiert er zwischen unseren Füssen, Tisch und Stuhlbeinen hindurch. Diese Tiere sind sehr giftig und können ihr Gift auch auf Entfernung verspritzen. Mit großer Vorsicht bewegen wir uns die verbleibende Nacht und auch beim Frühstück über den Platz. Der Abend ist vom Mond hell erleuchtet und in der Nacht schläft der Wind wieder ein. Der Morgen ist verzaubert von einem herrlichern Sonnenaufgang mit Regenbogen.

 

05.März 04

 

Kakteen – Schlangen – Kgalagadi Park

 

So recht wissen wir immer noch nicht wo wir sind und die Spannung von gestern ist nicht verflogen. Wir folgen in einem ständigen hoch und runter der schmalen Piste. Eigentlich ein herrlicher Dünenritt, der rote Kalaharisand, der blaue Himmel. Aber die Richtung ist falsch, die Piste führt unbarmherzig nach Namibia. Da taucht vor uns eine verlassene Farm auf, die große Hofeinfahrt ist eingesäumt mit übermannshohen Säulenkakteen. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Da können wir dann doch nicht widerstehen. Schnell wird das Küchenmesser geholt und ein Ableger abgeschnitten. Dann überkommt es uns richtig und wir beschließen einige der kleineren Pflanzen mit den Wurzel auszugraben. Die Ausgrabung ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Pflanzen, etwa ein Meter hoch, waren früher mal bewässert und die Wurzeln reichen tief. Einwenig mulmig ist uns schon. Denn ob wir das letztlich auch dürfen, was wir hier tun, wissen wir nicht. Jedenfalls bekommen die Kakteen ein schönes neues Zuhause, das ist klar. Wir schütten die entstandenen Löcher wieder zu und fahren weiter. Da steht auf der nächsten Kuppe, kein Kilometer entfernt eine Farm. Wir trauen unseren Augen nicht. Der Hof und die Einfahrt sind eingesäumt von genau den gleichen Kakteen, wie wir sie gerade eingesammelt haben. Die einsame Piste führt weiter über die Wellentäler der Kalahariwüste bergauf und bergab. Die roten Dünen laufen langsam aus und wir erreichen Noniepunt mitten im Nichts. Die Piste beschreibt eine große Kurve und wir bewegen uns wieder auf unser Ziel zu, durch die roten, mit spärlichen grün bewachsenen Dünen. Große Kolonien von Siedelwebervögeln haben sich an den einzelnen Kameldornbäumen nieder gelassen. Bevorzugt bauen diese fleißigen Weber ihre Nester auch auf Telefonmasten. Unter einem besonders schönen Exemplar beschließen wir ein zweites Frühstück zu uns zu nehmen. Der Baum wirft einen großen Schatten und wir können Tisch und Stühle bequem darunter stellen. Mit direktem Blick auf das gigantische Nest, von dem schon ein Teil abgebrochen ist, welches genau vor uns liegt. Es ist ein wirkliches Vergnügen diese Vögeln zu beobachten. Lautes Gezwitscher erfüllt den ganzen Baum. Eines der größten Mehrfamilienhäuser, das bisher vermessen wurde, war 4,8 Meter lang, 3,6 Meter breit und es hatte 125 Eingänge. Aus dem abgestürzten Nest kriecht eine kleine Männerhand große Schildkröte. Sie wandert am Tisch vorbei und bezieht Stellung im Schatten des Autoreifens. Den Blick wieder den Vögeln zugewandt stockt uns der Atem. Eine 1,5 Meter lange gelbe Schlange windet sich aus dem abgestürzten Nest heraus und erklimmt ohne viele Umstände den Baum. Sie wechselt die Baumseite, wir gehen um den Baum herum um mitzuverfolgen was sie vor hat. Auf der Höhe von einem Meter inspiziert sie ein großes Astloch. Wir denken, da wird sie sich schlafen legen. Wild aufgeschreckt saust ein Gecko aus dem Loch, da hat er aber noch mal Glück gehabt. Wild pumpt das Herz des kleinen Tieres. Gerade wollen wir uns abwenden, als der schmale Kopf der Schlange wieder erscheint. Ruhig und bedächtig schlängelt sie sich nach oben in Richtung Nest. Wie vermutet dringt sie in die Nester ein und räubert sie aus. Sie verschwindet schließlich sogar völlig darin, um an ganz anderer Stelle wieder zu erscheinen. Von den Vögeln scheinen das nur wenige mit zu bekommen. Diejenigen welche den ungebetenen Gast im Nest haben kommen wild zwitschern und zeternd hervor. Der Rest der Kolonie zeigt sich davon nicht beeindruckt und fliegt fleißig weiter rein und raus. Nur noch die schwarze Schwanzspitze der Schlange ist zu sehen. Nichts mehr bewegt sich, vielleicht schläft sie bis zu ihrem zweiten Frühstück im Nest.

Eine Salzpfanne reiht sich an die Nächste. Nach viel Rüttelei ist schließlich Andriesvale erreicht und auch die R360, von der wir gestern nur kurz abfahren wollten um einen Schlafplatz zu finden. Nur noch 60 Kilometer sind es bis zum Parkeingang, hier gönnen wir uns eine Pause, es ist heiß. Die Mittagszeit ist eine schlechte Zeit für Tierbeobachtungen. Am Nachmittag brechen wir auf nach Mata Mata, dies ist das westlichste Camp an der Grenze zu Namibia. An der Kreuzung, hier treffen sich der Auob aus Nordwesten und Nossob vom Norden kommend, folgen wir dem Flussbett des Auob flussaufwärts. Die beiden Flüsse speisen wie der aus Osten kommende Kuruman den Molopo. Der Molopo ist der Grenzfluss zwischen Botswana und Südafrika und mündet unterhalb der Augrabiesfälle in den Oranje. Im Trockenflussbett tummeln sich viele Tiere. Gnus, Springböcke und Erdmännchen. Es gibt 215 verschiedene Vogelarten, die wir nicht alle sehen. Aber uns begegnen Oryxantilopen, Schabrakenschakale, Giraffen, Schildkröten und das alles auf dem Weg nach Mata Mata. Müde aber glücklich beziehen wir dort das Camp.     

 

06. März 04

 

Gamedrive

 

Tierpark und Gamedrive, das bedeutet ein frühes Aufstehen. Mit dem ersten Gezwitscher sind wir aus dem Zelt. Mata Mata ist eine Sackgasse und erst 50 Km zurück führen uns auf neues Territorium. Die frühen Morgenstunden sind für Tierbeobachtungen am besten geeignet. Wir sehen den selben Tierbestand wie gestern. So sehr wir uns auch anstrengen, es sind keine Löwen zu sehen. Die Löwen der Kalahari sind besonders gut an die trockene Gegend angepasst und können bis zu einer Woche ohne Wasser auskommen. Mit Vorliebe fressen sie Stachelschweine, darum sahen wir bisher von dieser Art wohl nicht ein einziges. Unser Tagesziel ist Nossob, ein Camp am gegenüberliegenden Fluss, in Richtung Norden. 150 Kilometer trennen uns von dort und wir sind reichlich gespannt ob das Glück nicht doch noch nachhilft und wir heute die Löwen zu Gesicht bekommen. Verschiedene Tiere kreuzen unseren Weg. Die Artenvielfalt gleicht sehr der von gestern. Die Landschaft im Auob haben wir schon kennen gelernt und die Querverbindung zum Nossob zeigt uns das Gesicht der Kalahari. Nicht endende Dünenzüge in tiefem Rot mit spärlichem grünen Bewuchs. Kilometerweit bietet sich der Anblick über die größte zusammenhängende Sandwüste. Berg hoch und wieder hinunter, berg hoch und wieder hinunter. Stunden vergehen, wenige Tiere sind hier unterwegs. Sehr scheu einige Klipspringer und einzeln verstreute Oryxantilopen. Der starke Wind kommt wieder auf und mit der höher steigenden Sonne, steigt auch die Temperatur. Greifvögel schweben am Himmel und zeigen wohl Plätze nächtlicher Jagten auf. Das Trockenflussbett des Nossob ist wesentlich breiter als der Auab. Die beiden Flüsse führten die letzten Hundert Jahre nur selten Wasser. Dennoch sind die Flussbetten erstaunlich groß. Wir folgen dem Nossob in Richtung Norden zum gleichnamigen Camp. Es ist schon bald Mittag und wieder sehr heiß, obwohl unentwegt der Wind bläst. Bis zum Abend empfiehlt sich eine Pause im Camp, um dann gegen Anbruch der Abendstunden noch mal auf Safaripirsch zu gehen. Der ehemalige Gemsbok - Park ist mit dem angrenzenden Park in Botswana vereint worden zum Kgalaghadi Nationalpark. Eine Fläche von 27 000 km² für Tier und Natur. Der Mensch ist nur Besucher. Gegründet wurde der Park 1931 um der Wilderei ein Ende zu bereiten. Die Abendpirsch erfüllt leider auch nicht den sehnsüchtigen Wunsch nach den Raubkatzen. Mit dem traumhaften Sonnenuntergang der kitschiger nicht auf einer Postkarte sein könnte verabschiedet sich dieser Kalaharitag. Der Wind baut aber nicht ab sondern nimmt zu. Gut geschützt hinter dem Auto und einem großen Kameldornbaum klingt der Tag am Feuer aus. Wild reißt der Wind am Zelt und hört damit auch die ganze Nacht nicht auf.

 

07. März 04

 

Löwen – Kakteensuchfahrt 

 

Die große Überraschung am Morgen. Es zwitschern zwar die Vögel und das ist der Weckruf für Safarigänger aber tief verhangen ist der Himmel und unheil drohend hängen Regenfahnen da und dort nieder. Schon beim Frühstück nieselt es leicht, aber der Wind hat etwas nachgelassen. Da der Tag bis in die Mittagstunden bedeckt und somit kühl bleibt kann es ein sehr guter Tag werden um Tiere zu sehen. Eine sehr große Brustpanzerschildkröte kreuz neben dem schon bekanntem Tierbestand die Piste. Wir haben diesen Parkbesuch schon abgeschlossen da wir auch nur noch 40 KM vom Haupteingang entfernt sind. Links von uns stehen etliche Kuhantilopen mit zwei Kälbern. Sie verharren wohl wegen uns und behalten die Umgebung im Auge. Wir kommen langsam näher. Da liegt etwas auf der Straße, die schon so oft gegrädert ist, das sie fast einen dreiviertel Meter tiefer liegt als die Umgebung. Was da liegt sieht aus wie ein Löwe, aber es ist wohl ein vertrocknetes Stück Busch das der Wind in die Fahrbahn geweht hat. Halt! Stopp! Es ist ein Löwe, der da tief am Boden kauert und sich die Kuhantilopen ins Visier genommen hat. Schell steht das Auto still und die Kamera ist im Anschlag. Ein von uns noch nie „live“ beobachtetes  Schauspiel läuft ab. Während der eine Löwe auf der Fahrbahn geduckt verharrt, nähern sich zwei weitere  Löwen. Alles ist nur eine Frage des Timings. Die Antilopen sind hochgradig nervös und ein großes Tier macht sich auf, um den Löwen von den Kälbern abzulenken. Genau zwischen uns und dem Löwen überquert es die Straße, um dabei fast dem anpirschenden dritten Löwen in die Fänge zu laufen. Löwe Nummer Zwei ist noch nicht ganz an Ort und Stelle, als der Löwe auf der Straße, vielleicht auch wegen uns, die Nerven verliert und losprescht. Zu früh und nicht mit den Anderen koordiniert kann er keines der Kälber auch nur annähernd in Gefahr bringen. Die Kleinen scheinen eh nichts davon mit bekommen zu haben. Als der Warnruf der Alten ertönt galoppieren sie blitzartig los, ohne sich auch nur einmal umzusehen. Die Löwen legen sich erst mal hin und erholen sich. Später trotten sie auf die Straße und machen sich langsam über die mit rotem Sand bedeckte Kuppe davon. Der Tag geht noch interessant weiter. Viele der schon gesehenen Tiere treffen wir abermals.

Am Gate begegnen wir einer großen Überraschung. Ob das ausgemacht auch so gut geklappt hätte? Sepp und Maria, unsere Freunde aus Kapstadt sind da. Leider haben wir getrennte Wege. Die Beiden in Richtung Botswana  und wir reisen weiter in Richtung Kaktus. Ja jetzt hat es uns richtig gepackt. Wir wollen noch mal die verlassene Farm aufsuchen und Kakteen mitnehmen. Allerdings ohne den weiten Umweg über Nonieput zu fahren. Wir hoffen über einen Abzweig an der R 360  eine Querverbindung zu finden. Die Koordinaten der Farm sind im GPS gespeichert und der Streifen zwischen den beiden Straßen ist etwa 20 km breit. Viele Salzpfannen durchziehen die Gegend. Die Pfannen, das haben wir schon festgestellt, haben alle eine Straßenanbindung. Einen Weg durch die Salzpfannen zu finden ist ein kleines Abenteuer für sich. Aber auf dem GPS können wir anhand der eingegebenen Koordinaten sehen, dass wir uns stetig auf die Kakteen zu bewegen. Es ist schon spät am Abend und die Sonne steht tief. Hoch auf einer Düne platzieren wir uns für die Nacht. Direkt an der Straße, nach Westen sind wir von einem Kameldornbaum abgeschirmt. Viel Verkehr wird hier sicherlich nicht sein. Ein letzter Blick zum Himmel das Kreuz des Südens steht direkt über uns. 

 

08.März 04

 

wer sucht der findet - Kapstadt

 

Stille, nichts war zu hören in dieser Nacht, erst mit dem  Morgengrauen zwitschern die ersten Vögel. Von Ferne hören wir ein Auto. Der Mann im offenen Jeep fährt vorbei ohne uns wahrzunehmen. Weit dehnt sich die Kalahari nach Westen aus. Die Kalahari ist eine Halbwüstenlandschaft, die sich auf ein Gebiet von mehr als 1 Million km² erstreckt. Sie ist das größte zusammenhängende Sandgebiet der Welt. Die Betonung liegt dabei wahrlich auf Sand. Den größten Teil verbucht Botswana für sich, dann Namibia und schließlich folgt Südafrika mit dem kleinsten Teil. In diesem Teil regnet es jährlich etwa 200 mm. Die Kalahari ist berühmt wegen ihrem roten Sand. Die rötliche Färbung entsteht durch das enthaltene Eisenoxid. Es steht zu lesen, dass der Wind den durch Erosion von riesigen Felsmassen entstandenen Sand zu diesen Dünen formt. Die Vegetation hat sich der Trockenheit angepasst. Nach kurzen Regenschauern erwacht die Halbwüste allerdings zu vollem Leben, wenn auch nur für kurze Zeit. Den Wasserbedarf der Tiere decken 80 Windräder oder durch Solar angetriebene Pumpen. Für uns geht es wieder weiter und nur noch vier Kilometer Luftlinie trennen uns vom Ziel. Es stimmt auf den Punkt genau. Noch eine Salzpfanne ist zu queren und wir sind da. Wir parken das Auto verdeckt, so da es von der Farm oben am Hügel nicht gesehen werden kann. Ich stehe „Schmiere“ und schneide Ableger ab, während Uwe anfängt einen Kaktus mit Wurzel auszugraben. Dann hören wir ein Auto. Schnell alles weggeräumt und ins Auto gesetzt. Also, das was wir hier treiben ist ja schon aufregend. Das Auto biegt auf halbem Weg ab in ein Feld. Nochmals gut gegangen. Vielleicht hat der ehemalige Besitzer gar nichts dagegen, kann ja auch sein und wir machen uns umsonst so einen Stress. Alles wieder ruhig, wir machen weiter und haben bald eine herrliche Ladung Säulenkakteen im Auto.

Das GPS bekommt die Koordinaten von Kapstadt. Über 800 Kilometer Fahrstrecke erwarten uns. Es ist noch früh am Tag und wir erreichen um 10 Uhr Upington. Stärken uns bei einen Kaffee und fahren weiter auf der N 14 bis Keimös. Hier biegen wir ab auf die R 27. Sie führt über Kenhardt, Brandflei und durch einige heftige Regenschauer weiter nach Calvina. Etwa 35 Kilometer später folgt ein Abzweig nach Clanwilliam, die R 355. Über Boterkloofpass, Doringbos und Pakhuispass ist die R355 ein Abschneider über die Zedarberge. Die Piste ist in einem guten Zustand und führt durch eine grandiose Bergwelt. Wir sind glücklich uns für diese Straße entschieden zu haben. Eben neigt sich die Sonne dem Untergang entgegen und die Berge erstrahlen in einem regelrechten Alpenglühen. Bei Citrusdal fahren wir auf die N7 und dann rollen wir schnell nach Hause. Um 20 Uhr sind wir müde und glücklich am Haus. Leichter Nieselregen und ein kalter Wind empfangen uns.

 

Es gibt in Südafrika zwei Hymnen

Von 1938 – 58 war neben der britischen „ God save the King“

„die Stern“ anerkannt, von 1958 – 1994 war sie einzige Hymne. 

 

 

Von Cornelios Jakob 1873 – 1932

 

Uit die blou van onse hemel, uit die diepte van ons see,

Oor ons ewige gebergtes waar die kranse antwoord gee,

Deur ons ver veriate vlaktes met die kreun van ossewa –

Ruis die stern van ons geliefde, van ons land Auid-Afrika.

Ons sal antwoord op jou roepstern, ons sal ofer wat iy vra:

Ons sal lewe, ons sal sterwe – ons vir jou Suid –Afrika.

 

Aus dem Blau des Firmaments, aus des Ozeans Gewalt,

Aus den weiten Gebirgen, wo das Echo wieder hallt,

Wo der Ochsenwagen Ächzen weit die Ebene durchdringt,

Deine vielgeliebte Stimme, oh Südafrika erklingt.

Wir gehorchen Deinem Rufe, Dir zum Opfer sind wir da,

Wollen leben, wollen sterben, Stets für Dich Südafrika 

 

Seit 1994 gibt es wieder zwei Hymnen

Die Neue Südafrikanischen Nationalhymne seit 1994

 

Mankayi Sontonga 1860 –1904

 

 

Nkosi, sikelel`i Afrika                    Lord, blessAfrica;

Malupakam`uponodo lwayo;             May her spirit rise high up

Yiva imitandazo yetu                       Hear Thou our prayersr

Usisikelele                                      And bless us.

 

Yihla Moya,Yihila Moya                    Descend, O Spirit,

YhilaMoya Oyingewele                     Descend, O holy Spirit

 

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