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Westcoastroute und Namaqualand

 

1999 / 2000

 

 

 

 

vom 29.12.1999 bis 06.01.2000

 

 

Westcoastroute und Namaqualand  (Einschließlich Orangriver und Richtersfeeld-Nationalpark)

  

Mittwoch, 29. Dezember 1999

 

Gegen Mittag haben wir unser Auto geladen und machen uns auf eine mehrtägige Tour nach Norden, entlang der atlantischen Westküste. Es geht auf der R27, an Melkbos und Eyzerfontain vorbei nach Langebaan. Langebaan ist ein Badeort an der gleichnamigen Lagune gelegen. Jetzt in der Hauptferienzeit ist dieser Ort sehr belebt. In der türkisfarbenen, und damit karibisch anmutenden Lagune, wuselt es nur so von Badegästen und Wassersportlern. Wir fahren weiter die Lagune entlang nach Saldanha. Vor Saldana geht es an einem Verhüttungswerk, und dann an dem Erzverladehafen, welcher sein Erz aus Sishen erhält, vorbei. Saldanha selbst ist ein Badeort mit einem Fischereihafen. Es handelt sich hier nach Richardsbay und Durban bezüglich des Warenumschlags um den drittgrößten Hafen in Südafrika. In Saldanha fahren wir noch bis zur Tabakbay hinaus. Die Tabakbay macht den Anschein, dass dies ein Badeort ausschließlich nur für Weiße war. Heute sieht man dort nur noch Schwarze. Ein anschließender Campingplatz gähnt geradezu, und das in der Hauptsaison, vorLeere. Im Pool tummeln sich nur Schwarze. Von Saldanha fahren wir über Vredeburg an das idyllisch am Atlantik gelegene Paternoster. Die Bucht ist mit vorgelagerten rundgewaschenen Felsen gesäumt. Von Paternoster geht es weiter über Stompneus Bay, St. Helena Bay und zurück auf die R27. Von dort über Velddrift, Dwarskersbos, wo die asphaltierte Straße wieder in eine Grawelroute mündet.

   

Wir kreuzen 2 mal die Bahnschienen der Erzverladebahn und wollen uns noch vor Elandsbay an der Küste einen Übernachtungsplatz suchen. Kurz bevor die Straße wieder vom Meer wegführt, sehen wir einen Weg  durch die Dünen.  Also versuchen wir unser bestes mit dem Sani und versenken diesen dann auch prompt mitten auf der Düne. Nach einstündigem graben ist er dann aber wieder frei und wir übernachten auf der Düne. Den Tag über war es heiß und zum Abend hin kühlt es angenehm ab.

noch keine Erfahrung im Sand  
   

 Donnerstag, 30. Dezember 1999

 

Nach einer ruhigen Nacht wachen wir morgens bei leichtem Nieselregen auf. Der für diese Gegend typische Küstennebel hat sich breit gemacht. Das Nieseln hört auch schon wieder auf. Also frühstücken wir in aller Ruhe. Es braucht so etwas Zeit, bis sich wieder alles einspielt. Um 9.45 Uhr brechen wir dann zur Weiterfahrt auf, nachdem wir die Reifen wieder mit der Handpumpe aufgepumpt haben. Die Pad führt wieder etwas vom Meer weg, wir überqueren wieder die Bahnstrecke, fahren an einer Lagune vorbei und kommen nach Elands Bay. Dieser Ort lebt vom Fischfang, die Erzbahnstrecke führt hier vorbei, und eben auch die Surfer und Windsurfer sollen sich hierher verirren. Als wir uns in Elands Bay aufhalten fährt der Erzzug, gezogen von 4 Elektrolocks vorbei. Der Zug ist endlos lang, ich schätze mind. 3 km. Wir fahren kurz wieder Richtung Landesinnere um dann Lambertsbay anzufahren. Wir lesen, dass das Fischrestaurant Muisbosskerm bekannt und beliebt ist. Es ist Mittag und wir machen dort halt. An sich ein sehr einfaches aber auch gemütliches Ambiente. Man kann Fisch essen soviel man will für 80 Rand. Ist uns dann doch zu teuer für den doch nicht sooo großen Hunger und wir fahren weiter nach Lambertsbay, welches vom Tourismus und Fischfang lebt. Auch werden Obst und Gemüse aus dem Citrustal hier verladen. Die Strecke windet sich wie eine Schlange wieder von der Küste weg ins Landesinnere. Wir machen Rast unter einem schattenspendenden Baum. Das Panorama lässt Erinnerungen an Namibia wach werden. Auch hier erscheinen uns die Berge wie Inseln in einem Meer. Wir befinden uns hier allerdings nicht in der Wüste, sondern in der für dieses Gebiet typischen Fynbossarea. Dann führt die Straße wieder Richtung Meer nach Doringbay, einem kleinen Fischernest. Weiter geht’s die Küste entlang nach Strandfontein, einem Retortenferiendorf, wo der Campingplatz sich terrassenartig mitten im Ort befindet und somit voll integriert ist. Jetzt geht es weiter landeinwärts auf wieder asphaltierter Straße, den Olifantsriver entlang, welchen wir dann überqueren um dann wieder Richtung Küste zu fahren. Der Karte nach müssen wir uns nach Komkas halten. Die asphaltierte Straße führt aber wieder Richtung Küste. Diese Straße ist auf der Karte nicht eingezeichnet. Der Bequemlichkeit halber fahren wir weiter die asphaltierte Straße bis uns ein Schild darauf hinweist, dass die Weiterfahrt nicht mehr auf der Straße erlaubt ist. Nach rechts würde es nun doch nach Komkans gehen, wieder ins Landesinnere. Eine Gravelroute führt zu einer Saline, das heißt sehr wahrscheinlich auch ans Meer. Es ist schon spät, uns ist eine Nacht am Wasser sehr willkommen und so wagen wir die Fahrt ins Blaue. Wir finden einen herrlichen Platz direkt an der Küste gelegen mitten im Nichts. Wir sind von der Vegetation hier begeistert und lassen den Kite noch am Beach steigen. Abends kühlt es dann doch merklich ab, eine lausig kalte Brise weht vom Meer her, nichts wie in die Schlafsäcke und gute Nacht.

 

Sonntag, 31. Dezember 1999 

   

Da der Platz schlechthin einen Traum darstellt und wir nicht wissen, sollten wir weiterfahren, mit was für einem Platz wir zur Silvesternacht vorlieb nehmen müssen, bleiben wir den ganzen Tag hier. Den Tag über ist es hier wirklich angenehm. Die Sonne scheint und es weht eine angenehm kühle Briese vom Atlantik. Wir verbringen den Tag mit lesen und lassen am Nachmittag wieder den Kite steigen.

Milleniumabend  
   

Zum Abend hin wird es wieder lausig kalt und wir verziehen uns wieder zeitig in die Schlafsäcke. Kurz vor Mitternacht, der Wind hat, Gott sei dank, nachgelassen, kriechen wir wieder aus den warmen Schlafsäcken und stoßen zum Millennium an. Hier draußen in dieser tiefsten Dunkelheit die uns umgibt, können wir sehr gut den Sternenhimmel betrachten. Kein störendes Silvestergeknalle zum Jahrtausendwechsel. Nach einer Stunde und einer Flasche Sekt verkriechen wir uns wieder im Zelt.

 

Samstag, 1. Januar 2000

 

Der Morgen bringt leider etwas Regen. Wir frühstücken im Auto und nutzen die Zeit zwischen zwei Schauern zum Abbauen. Heute zum Neujahrstag wollen wir wieder weiter nach Norden fahren. Die Straße, die an die Küste führt, war in unserer Karte nicht eingezeichnet. Ein schlechter Weg geht

   

aber auch die Küste entlang. Die Neugier lässt uns diesen Weg voller Skepsis folgen. Entsprechend unserem GPS können wir in etwa den Punkt ausmachen wo wir uns in etwa befinden. Wir nähern uns schließlich tatsächlich dem nächsten Ort namens Groenriviernond, eben am Revier des Groen gelegen.

01.01.2000 ohne viel Trubel  
   

Die Küstenstraße war sehr abwechslungsreich mit fantastischen Ausblicken auf das Meer hinaus. An markanten Punkten setzen wir Waypointmarken mit unserem GPS. Kurz hinter dem Ort, welcher eher einem rauen Campingplatz für Buren und sonstige gleicht, durchqueren wir das Revier des Groen und fahren wieder weiter die Küste entlang. Der Weg wird sandiger und wir können nur noch mit 4 angetriebenen Rädern fahren. Dann plötzlich vor uns nur noch eine sehr sandige Piste und das dann auch noch bergauf. Da uns der Sani in entscheidenden Momenten im Stich gelassen hat haben wir auch jetzt nicht allzu viel Vertrauen. Mit einem Rest von Hoffnung lassen wir an allen 4 Rädern Luft aus den Reifen und gehen die Steigung an. Im schlimmsten Fall können wir ja wieder rückwärts hinabfahren. Aber siehe da, der Sani gräbt sich tatsächlich nicht mehr so stark ein und wir nehmen die stark sandige Spur ohne größere Probleme. So geht es permanent bergauf und bergab. Bald gibt es womöglich kein zurück mehr. Als dann allerdings die Temperatur verdächtig nach oben geht, der Sand immer weicher wird, entschließe ich mich doch besser umzukehren. Ich hatte in einem 4x4 – Guide über eine 3 Tagesstrecke für mind. 2 oder mehr Fahrzeugen aus Sicherheitsgründen gelesen. Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass ich mich eben genau auf dieser Pad befinde. Aber wo soll ich umdrehen. Die Pad besteht aus 2 sandigen Spurrillen, aus denen man nicht herauskommt und besser erst gar nicht stehen bleibt. Also fahren wir gezwungenermaßen immer weiter bis wir schließlich doch wieder auf festeren Boden kommen. Jetzt könnten wir zwar umdrehen, vom letzen Ort weg sind es ca. 10 km, bis zum nächsten Ort aber noch gut 40 km. Jetzt sind wir wieder neugierig geworden. Unsere Unentschlossenheit, eben umzudrehen, führt schließlich dazu, dass wir wirklich wieder auf besseres Terrain kommen, auf dem sich dann sogar 2x4 Wheel Drive Fahrzeuge bewegen. Allerdings führt diese etwas bessere Pad dann an einer Kreuzung von der Küste weg. Wir wollen aber die Westcoast entlang weiterfahren nach Hondeklipbaai, welches sich nicht mehr so weit entfernt befindet. Also wieder in ein jetzt noch schwierigeres Dünenstück. Auch das meistern wir mit Bravur. Suchen uns dann noch vor Hondeklipbaai an einem schönen Küstenabschnitt direkt am Meer einen Platz zum nächtigen. Wir haben eine fantastischen Neujahrstag verbracht.

 

Sonntag, 2. Januar 2000

 

Der Weg nach Hondeklipbaai war dann doch noch weiter als erwartet. Schon aus dem GPS konnte man entnehmen, dass es noch ca. 25 km Luftlinie sind. Wir wollten unbedingt unmittelbar die Küste entlang nach Hondeklip fahren. Der Gold- und Diamantenkonzern De`Beers hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ca. 20 km vor Hondeklipbaai erstrecken sich die Claims mit ihren Abraumhügeln die Küste entlang. Wir waren durch

   
Diamantenmine Hondeklipbaai

ein Tal gefahren, haben ein noch mit Wasser gefülltes Flussbett durchquert, kurz an einen stark quarzhaltigen Strand gefahren, und schließlich, bedingt durch die Abzäunungen des Konzerns, auf immer schlechtere Wege hin abgedrängt worden. Irgendwann haben wir uns dann dazu entschlossen, den Weg wieder zurückzufahren um dann an der Kreuzung, an der wir vorher um keinen Preis Richtung Landesinnere fahren wollten, nun doch dahin abzubiegen. Wir fahren durch eine Halbwüste.

ein windgeschützter Platz  
   

Hier und da ein Strauch oder Baum. Der Boden ist lateritfarben. So muss es wohl auch in der Kalahari sein. Schließlich kommen wir auf die Pad nach Hondeklippbaai, und treffen dort wenig später ein. Ein staubiges Nest, dessen Bewohner wohl vorwiegend von der Arbeit in den Mienen leben. Auch das Meer wird mit Saugrüsseln nach Diamanten abgesucht. Ob sich das noch lohnt? Die Rohstoffpreise fallen und die Vorkommen nehmen wohl immer weiter ab. Dann geht’s weiter nach Koiingnaas, wo wir von De`Beers ein Permit zum Benutzen seiner fabelhaften geteerten Straße berechtigt sind, welche bis nach Kleinsee führt. Auch dort gibt es außer Arbeitersiedlungen und riesigen  Lkws zum Abtragen von diamantenverdächtigen Aushüben nicht viel mehr zu sehen. Von der Asphaltstraße biegen wir dann weiter nach Norden hin ab um nach Port Nolloth zu gelangen. Hier gibt es dann auch ein paar Läden und, wir sind darüber sehr froh, eine Tankstelle. Weiter geht’s auf asphaltierter Straße bis wir auf halbem Weg nach Alexanderbay in dem Revier Holgat einen schönen windgeschützten Platz finden, denn der South Eastern hat mittlerweile wieder eingesetzt. Der Platz ist schön, hat aber so einiges an Lebewesen zu bieten. Gabi entdeckt zuerst einmal eine Schlange. Sie rührt sich nicht. Ist wahrscheinlich eine schwarze Python. Dann werden wir entdeckt. Nämlich von den wilden Bienen. Noch zu Sonnenuntergang schwärmen sie zu hunderten um uns, unserem Fahrzeug, dem Müllsack und überall dort, wo wir Feuchtigkeit hinterlassen haben. Auch Bienen können durstig sein.

 

Montag, 3. Januar 2000

     

Wir sind heute sehr früh aufgestanden. Die Bienen haben sich kurz vor dem Dunkel werden verzogen. Also, bevor wir wieder überfallen werden, räumen wir das Lager und fahren um 6.30 Uhr weiter nach Alexanderbai. Dort erhalten wir für den Ort ein Permit von De`Beers. Auch dieser Ort lebt wohl ausschließlich von den Diamanten. Wir fahren unmittelbar an den vegetationsreichen Teil des Ortes, also an die Ufer des Orangerivers,

   
Alexanderbay Richtung Richtersfield
Getreideanbau in der Wüste Im Richtersfieldpark
   

welcher mit ca. 2.500 km als der längste Fluss Südafrikas gilt und auch Grenzfluss zu Namibia ist. Dort Frühstücken wir erst einmal und betrachten die Vogelwelt. Dann geht es wieder in den Ort. Es gibt ein Schwarzenviertel, einen Golfplatz, ein besseres Viertel und ein kleines Einkaufszentrum, in welchem wir noch so einige Einkäufe machen. Wir verlassen dann wieder den Ort, tanken nochmals voll. Von Alexanderbai führt eine Brücke nach Oraniegmund. Der Zollübergang von der Südafrikanischen Seite her stellt kein Problem dar. Wir haben aber kein Permit für die Namibische Seite. Wo wohl De`Beers zu 50 % auch noch das Sagen hat. Also klappt es nicht, auf der Namibischen Seite den Orangeriver flussaufwärts bis Noordoewer zu fahren. Macht auch nichts, denn der Richtersfieldnaturpark ist nicht weit. Also fahren wir auf der Südafrikanischen Seite und lösen in Sendelöingsdrift ein Permit für 2 Tage und eine Nacht. Wir waren erstaunt, dass mitten in der Wüste direkt am Orangeriver Landwirtschaft betrieben wird. Wir sehen Rindvieh, eine Straußenfarm von 3 km Länge und Kornfelder die rund angelegt sind und von einem Sprenger berieselt werden. Von Sendelöingsdrift fahren wir an diesem Tag dann  noch 45 km bis De Hope, einem am Orangeriver gelegenen Übernachtungsplatz mit Nichts, also genau das was wir suchen. Die Fahrt gestaltet sich zum Anfang ganz harmonisch. Über sanfte Hügel zieht sich die Piste Richtung Berge. Der Bewuchs rechts und links der Piste bezaubert uns regelrecht. Die Natur wartet uns mit einem gigantischen Steingarten auf. Sukulenten in allen Farbtönen blühend, zwischen weiß und violett. Erikagewächse in den satten Farbtönen der Aubergine in allen Größen. Kleine Aloenartige Bäume, genannt Botterboom, mit dicken Stämmchen, welche einem bonsaiartigen Affenbrotbaum gleichen. Deren einzige Form noch Leben anzuzeigen, äußert sich in tiefroten Ästchen mit ebenso tiefroten einzelnen Blättchen. Mannshohe Kakteen wachsen auf den Hügeln, die sich nach und nach zu hohen Bergen mausern. Wir folgen der schmäler werdenden Piste und überwinden einen Anstieg nach dem Anderen. Eine Sukulentenwiese breitet sich auf dem Hochplateau vor uns aus. Wir können uns nicht satt sehen an der Einzigartigkeit dieser Flora. Es ist beklemmend heiß, der warme Wüstenwind bläst wie aus einem Haarföhn. Viele dieser Pflanzen, die wir sehen, können wir nicht benennen. Bis zu drei Meter hohe, in leuchtendem

   
halfe man Sukulente Sträucher
   
sehen aus wie versteinerte Steine rauhe Route
   

gelb blühende Büsche begleiten unseren Weg abwärts im ausgetrockneten Flussbett. Die Piste gestaltet sich immer ruppiger und wir kommen nur noch langsam voran. Das Licht wird immer weicher und die Berge rund um uns bekommen einen Hauch von Alpenglühen. Wir erreichen nach der nun letzten Kehre von vielen, endlich den Orangeriver, welcher sich  latteritfarben durch das Tal schlängelt. Hier schlagen wir unser Lager auf. Es ist, als wir in das Zelt kriechen, immer noch sehr heiß. Besonders gut schlafen wir auch nicht, da sich die Gegend im Flusseinschnitt nicht abkühlt.  

Camp De Hope  
   

Dienstag, 4. Januar 2000

 

Die Nacht war heiß. Als ich aufwache ist Gabi bereits am River mit Kamera und geht dann noch schwimmen. Wir frühstücken im Schatten der Kameldornbäume. Dann fahren wir wieder die Schlucht herauf. Der Sani verrichtet seinen Dienst zu unserer vollsten Zufriedenheit. Wir fahren

   
Durch den Park Baden im Oranja
sehr Wüstenhaft Wollsackerosion
   

dann Richtung Süden um dann eine andere Schlucht wieder zum Orangeriver hinab zu fahren. Die Vegetation hat hier in dem weiter westlich gelegenen Bereich nahezu völlig abgenommen. Am Orangriver angekommen stellen wir das Fahrzeug unter einen Baum auf eine Rasenfläche, welcher scheinbar von Ziegen kurz gehalten wird. So entspannen wir um die Mittagzeit und nehmen des öfteren im Orangeriver ein Bad. Nachmittags fahren wir dann weiter zum Köcherbaumwald um evtl. auch dort zu übernachten. Wir kommen auf der Piste im Gegensatz zu gestern sehr zügig voran, so dass wir noch am frühen Nachmittag dort eintreffen. Wir sind begeistert von dieser Gegend. Rund gewaschene sandsteinfarbene Felsen türmen sich übereinander. Die ganze Gegend ist mit Köcherbäumen übersäht. Wir erfreuen uns sehr an diesem Anblick. Um dort zu übernachten ist es aber doch noch zu früh, so dass wir beschließen, wie gebucht, den Parkt noch am selbigen Tag zu verlassen. Auf dem Weg nach Westen kommen wir auch wieder in die Vegetationszone mit all den verschiedenartigen sukulenten Pflanzen.

   
abgestorbener Köcherbaum Wenn's regnet kochen wir im Auto
   

Wahrscheinlich dringt der an der Küste häufige vorkommende Nebel nur bis zur Mitte des Richterfeldnationalparks vor. Wir durchfahren dann das Gate und finden gleich einen wunderschönen Platz in der Einsamkeit, umgeben von sukulenten Pflanzen. Der Abend ist wieder ausnehmend kühl. Als die Sterne in ihrer Pracht am Himmel zu sehen sind, befinden wir uns bereits wieder in den Schlafsäcken.

 

Mittwoch, 5. Januar 2000

 

Nach dem der Kaffeeduft ins Zelt gedrungen ist bin ich dann doch aufgestanden. Das Wetter hat nicht gerade eingeladen. Nieselregen beim Frühstück. Im Bett bleiben oder ganz schnell weg, ehe es schlimmer wird. Wir  entschließen uns für letzteres. Fahren zurück nach Alexanderbay.

   
Achtung Caterpilar recht triste Gegend
   

Auf dem Weg begegnen wir riesigen Straßenbaumaschinen, denen wir auch gerne Platz machen. Die Straussenfarm, Beauvallon, mit ihren Kilometer langen grünen Plantagen, an den Ufern des Orange, passieren wir und erreichen Alexanderbay. Dort tanken wir und ich erledige ein paar Einkäufe, die eigentlich nicht der Rede wert sind. Der weitere Weg führt uns zurück nach Khubus und von da nach Eksteenfontein. Ein kleines Dorf, mit zwei Kirchen. Evangelisch, katholisch, einem Friedhof, einer Werkstatt, Schule und Kindergarten. Vielleicht fünfzig Häuser ... . Kinder die sehr interessiert angelaufen kommen, sich aber in respektvoller Entfernung halten. Wir folgen der Achterbahn ähnlichen Straße und sind ganz glücklich über die Ausblicke die wir genießen dürfen. Unendlich weites Hügelland, überzogen mit kleinen Grasbüscheln die es schaffen sich dem anstrengenden Klima anzupassen. Eine Ziegen– Schafherde an einer Wasserstelle. Ein Hirte, im Schatten dösend, der die Tier begleitet. Der gute Mann wundert sich bestimmt über unser Tun. Wir folgen einem Flusslauf nach unten und erreichen nach einer weiteren Slalomfahrt durch einen bezaubernden Steingarten den Orangefluß. Hohe Berge tun sich auf und sagenhaft grüne Plantagen ziehen sich bis nach Vioolsdrif. Papayas, Melonen, Mais, Aprikosen, Orangen und vieles was wir nicht einordnen können. Wir gönnen uns ein Bad im Orangeriver und beenden es ganz schnell  in der Mitte des Flusses, als wir das Auto der Polizei sehen. Der Orangeriver ist die Grenze zu Namibia und wir befinden uns genau am Check Point zu Namibia – Noordoewer. Wir fahren weiter, Richtung Steinkopf. Die Beiden jungen Männer aus Johannesburg, denen wir mit Draht zwecks provisorischer Reparatur des Auspuffes ausgeholfen haben, sind auch an uns vorbei gefahren. Nach Steinkopf finden wir einen bezaubernd schönen Platz, richten uns für die Nacht ein. Es geht nach Hause, nach Kap Stadt. Ein bisschen Wehmut, ein bisschen Sehnen, paart sich in diesen Abendstunden. Zugleich das Gefühl des Nachhause kommens, hat wie immer etwas erhebendes.

   
Unser Fotograf unser Camp
   

Unser letzter Platz im Namaqualand, die Sprache der Bewohner hier, mit den Schnalzlauten, welche uns sehr sympathisch erscheint, lässt Wünsche erwachen, wiederzukommen. Wünsche in die Kalahari zu reisen....???   

Maybee...

 

Donnerstag, 6. Januar 2000

 

Der Wind hat sich in der Nacht gelegt. Wir genießen den Sonnenaufgang. Die vom Vorabend übriggeblieben zerrissenen Gewitterwolken gegen Osten verfärben sich von einem lichtem gelb bis zu einem tiefen blutrot. Auch diesen ungewöhnlichen, nahe der N7 gelegen, schönen Platz müssen wir wieder verlassen und brechen zum Goegeb National-Park nahe Springbock auf. Da sich das Permitbuch im Office nicht auffinden lässt, dürfen wir ohne Bezahlung diesen Park besuchen. An Tieren bekommen wir Oryxantilopen und  Springböcke zu sehen. Der Park war auch sehr schön, nur waren wir doch noch sehr vom Richtersfield verwöhnt. Spaß machte es uns auf dem 4x4-Weel-Drive den Park zu durchfahren. Der gesamte Park hat ein befahrbares Wegenetz für 4x4 Fahrzeuge von 60 km. Auch kann man hier wandern und Fahrrad fahren. Gegen Mittag tanken wir in Springbock nochmals auf, durchfahren die provinzielle Hauptstadt des Namaqualandes. Dieses Städtchen dient wohl in erster Linie den Farmern aus der Umgebung um Besorgungen zu machen. Wir fahren dann zur Abwechselung nicht weiter auf der N7, sondern nehmen eine parallele Nebenstraße. Die 355 ist eine Piste die durch karges und weit ausgedehntes Farmland führt. Bis zu unserem Abzweig bei Klipprand begleitet uns über viele Kilometer ein sich aufbauendes Gewitter mit hohen Wolkentürmen. In der Höhe von Bitterfontain treffen wir wieder auf die N7. Das Land ist karg. Als wir den Elephantsriver erreichen, ändert sich die Landschaft schlagartig. Der Elephantsriver dient zur Bewässerung der umliegenden Flächen.

   
Sonnenuntergang Auf dem Weg nach Hause
   

Ab jetzt begleiten uns über ca. 100 km bis Citrusdal Wein- und Obstplantagen. Als dann die Autobahn von dem Elephantsriver wegführt, begleiten uns bis nach Kapstadt großflächige Getreidefelder. Ein letzter Sonnenuntergang auf unserer Reise. Kurz nach Malmesburry haben wir einen wunderschönen Ausblick auf das Lichtermeer von Kapstadt. Wir tauchen kommend von dem Nichts wieder ein, zu dem Millionenheer von Menschen, die Kapstadt mit seiner Umgebung zu bieten hat. Wollten wir das?

 

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